15.-20.11.2018

Neckarsteig

D-Wanderer km 1837 - 1965

15.11.2018 Heidelberg - Neckarsteinach 22 km

Der Neckarsteig führt 128 km weit von Heidelberg bis Bad Wimpfen durch das Neckartal, ist aber auch in umgekehrter Richtung markiert. Offiziell sind die 128 km mit 4450 Höhenmetern in neun Etappen aufgeteilt, ich wandere ihn in 4,5 Tagen.

Als ich morgens um 7:40 von der Heidelberger Fußgängerzone zum Schloss hinauf blicke, ist die Sonne zwar schon aufgegangen, aber sehen werde ich sie heute nicht. Heute ist einer dieser Herbsttage, an denen dichter Hochnebel die Täler füllt.

Eigentlich hatte ich erst am Wochenende mit dem Neckarsteig beginnen wollen, doch noch vor 24 Stunden kündigten die Wetterdienste an, dass ich heute mittag teilweise bei Sonnenschein fotografieren kann, die nächsten drei Tage dann durchgehend blauer Himmel das Wandern zum Genuss macht. Daher starte ich nun zwei Tage früher. Doch ich glaube, die Wettersatelliten sind inzwischen auch nicht mehr zuverlässiger als die Bahn oder die Politiker. Heute bleibt es grau und dunkel.

 

 

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© Günter Kromer

Falsches Timing: Ich gehe zuerst zur Aussichtsterrasse, fotografiere und Filme trotz dem trüben Wetter den Blick hinab nach Heidelberg, und will erst dann in den Schlosshof gehen. Doch ab 8 Uhr kostet der Eintritt, und ich habe gerade die magische Zeit überschritten. Aber egal, ich war schon oft genug im Heidelberger Schloss, und von oben ist es ohnehin interessanter und dauerhaft gratis.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Der Neckarsteig könnte mit dem Motto "Das Schwerste zuerst" beworben werden. Zuerst steige ich von der Fußgängerzone etwa 400 Treppenstufen bis zum Eingang des Schlosses, wo der Neckarsteig offiziell beginnt. Dann geht es gleich die legendäre, brutal steile Himmelsleiter hinauf, eine ab dem Jahr 1844 erbaute Felsentreppe, bei denen mit etwa 1200 Stufen 270 Höhenmeter bewältigt werden. Dagegen ist der restliche Weg dann fast schon bequem.

 

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© Günter Kromer— Himmelsleiter

Beim Heidelberg Trail-Marathon bin ich schon drei Mal die Himmelsleiter hinauf geeilt, heute habe ich dagegen viel Zeit. Außerdem ist bei dem kalten, grauen Wetter und um diese Uhrzeit niemand außer mir unterwegs.

Niemand? Da sehe ich doch tatsächlich auf einem der die Himmelsleiter querenden Forstwege im Nebel einen Mountainbiker.

 

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© Günter Kromer

Die Farbenpracht fällt allmählich von den Bäumen hinab auf den Boden. Nun wandelt sich die Treppe selbst zu einer wunderbaren Herbst-Symphonie.

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© Günter Kromer

Für mich gibt es keine Lieblings-Jahreszeit, kein wirklich gutes oder schlechtes Wetter. Ich mag die Abwechslung. Heute morgen steht mal wieder Nebel auf dem Programm. Einige Kilometer weit wandere ich durch den wie ein mystisches Zauberreich wirkenden Wald.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Zum Nebel passt es, dass plötzlich seltsame Fabelwesen neben dem Weg stehen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Der Neckarsteig führt um die Altstadt von Neckargemünd herum. Ich gehe statt dessen bei der Brücke über die Elsenz etwa 200 m nach links und spaziere dann die Hauptstraße hinauf. Unterwegs komme ich an mehreren Cafés und Bäckereien vorbei. Mit einem großen Kaffee wärme ich mich auf und erreiche dann am Ende der Hauptstraße gleich hinter dem Stadttor wieder den Neckarsteig.

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© Günter Kromer— Neckargemünd - Elsenz
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© Günter Kromer— Neckargemünd
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© Günter Kromer— Neckargemünd
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Auch um die Altstadt von Dilsberg macht die offizielle Route einen Bogen. Um eines der verschiedenen Zertifizierungslabels zu bekommen, dürfen die nominierten Wanderwege nur einen bestimmten Anteil an Asphaltstrecken aufweisen. Dies führt dann zwangsläufig dazu, dass die Route nicht mehr durch die schönen Städte führt. Und wer Dilsberg auslässt, der verpasst etwas.

Früher war in dem Gebäude am Stadttor eine Jugendherberge, doch diese ist inzwischen geschlossen.

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© Günter Kromer— Dilsberg
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© Günter Kromer

Gleich unterhalb der Burgruine stoße ich dann wieder auf den Neckarsteig.

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© Günter Kromer

Schnell geht es hinab nach Neckarsteinach, wo ich bei einer großen Schleuse den Neckar überquere.

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© Günter Kromer— Schleuse Neckarsteinach

16.11.2018 Neckarsteinach - Eberbach 27 km

Welch ein herrlicher Morgen! Unter wolkenlosem Himmel liegt noch eine ganz sanfte Dunstschicht im Neckartal. Die Neckarschleuse wirkt im Gegenlicht wie die Pforte nach Avalon.

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© Günter Kromer

In der anderen Blickrichtung sehe ich die vier Burgen von Neckarsteinach schon im schönsten Sonnenschein. Ich kann mich kaum von diesem Anblick trennen.

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© Günter Kromer— Neckarsteinach
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© Günter Kromer

Doch dann marschiere ich doch hinauf zur Ruine Hinterburg, wo man vom Bergfried aus einen wunderbaren Blick hinab zum Neckar genießen kann.

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© Günter Kromer— Aussicht von Ruine Hinterburg

Dann führt der Weg wieder nach Neckarsteinach hinab. Wer keine Zeit hat, den kompletten Neckarsteig zu wandern, dem empfehle ich, hier nun kurz den Schienen bis zum Bahnhof zu folgen, die alle 30 bis 60 Minuten fahrende S-Bahn nach Hirschhorn zu nehmen, dort das Schloss anzuschauen und weiter mit der S-Bahn nach Eberbach zu fahren. Zwischen den drei Orten gibt es meist nur breite Waldwege mit wenig Aussicht. Der Rest des Neckarsteig ist sehr viel schöner.
In Neckarsteinach steige ich zuerst über Treppen bergauf, dann geht es in Serpentinen durch den Wald. Vor mir hüpft ein Blatt über den mit Herbstlaub bedeckten Boden. Ein hüpfendes Blatt? Nein, es ist ein Frosch, der wohl nicht gemerkt hat, dass er Mitte November längst gut vergraben schlafen sollte. Als ich ihn fotografiere, ist es ihm wohl zu kalt, um vor dem Paparazzi zu fliehen.

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© Günter Kromer

Kurz daraus stellt mich die Streckenmarkierung bei einem kleinen Aussichtspunkt vor Rätsel. Bis hier her führten eindeutig Zeichen, doch nun sehe ich nur beim Blick auf meinen GPS-Track, wie es weiter geht.

Ich bin kein religiöser Mensch, aber es fasziniert mich oft, wenn ich mitten im Wald fern von Dörfern Kreuze oder Bildstöcke sehe. Welche Erlebnisse haben die Menschen vor Jahrhunderten dazu bewogen, diese hier aufzustellen? Meist erfährt man bestenfalls im Wanderführer etwas über die Hintergründe, heute dagegen erfahre ich durch Infotafeln die Geschichte. Der Rote Bildstock markierte einst die Grenze eines Klosterbezirkes, ein Kreuz steht an der Stelle, wo bei 1849 bei der Revolution zwei Freischärler aus Eberbach von bayerischen Schützen erschossen wurden.
Zeugnisse alter Zeit
Ganz andere Zeugnisse der modernen Zeit sind die beiden leeren Hüllen von großen Luftballons, die ich aus dem Wald auflese und sie zu einem Mülleimer nach Hirschhorn bringe. Da die mit Aluminium beschichteten Plastikhüllen sehr unterschiedlich sind, stammen diese Ballons von verschiedenen Festen. Man sollte diesen fliegenden Müll, der schließlich immer irgendwo im Wald oder auf Feldern hängen bleibt und die Natur verschmutzt, endlich verbieten.

 

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Schloss Hirschhorn
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nach einigen wenig spektakulären Kilometern erreiche ich Hirschhorn. Die Klosterkirche ist verschlossen, der Turm im Schloss ebenso. Doch auch so zählt das Schloss Hirschhorn zu den schönsten Plätzen im Neckartal. Hier mache ich eine halbe Stunde Mittagspause.

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© Günter Kromer— Schloss Hirschhorn
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© Günter Kromer

Nun geht es zuerst etwas steiler bergauf. Dieser Weg ist zwar anstrengend, aber recht schön. Danach folgen wieder bequeme, aber sehr monotone breite Waldwege. Nur ab und zu erblicke ich zwischen den Bäumen hindurch etwas von der Umgebung.
Der letzte Streckenabschnitt bietet mir heute dann endlich wieder mehr Aussicht. Schließlich erreiche ich Eberbach, mein heutiges Ziel.

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© Günter Kromer— Eberbach

17.11. Eberbach - Neckargerach 35 km

Am Morgen gehe ich zuerst kurz durch die Altstadt.

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© Günter Kromer— Eberbach

Dann führt mich der Neckarsteig schnell zu einer Hütte mit Aussicht.

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© Günter Kromer

Ein sehr faszinierender geologischer Lehrpfad zeigt mir anschaulich mit vielen Informationstafeln, wie sich die Landschaft hier im Laufe von vielen 100.000 Jahren verändert hat. Unter anderem war der Boden, auf dem ich jetzt über einen sonnigen Hügel wandere, einst das Bachbett des Neckar. Seither hat sich der Fluss einen ganz anderen Weg gesucht und weit in den Untergrund gegraben, während gleichzeitig der Boden an seinem alten Lauf in die Höhe gehoben wurde.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Dies ist einer der schönsten Streckenabschnitte des gesamten Neckarsteig. Über Streuobstwiesen und vorbei an Trockenmauern spaziere ich in warmem Sonnenschein. Nur an wenigen schattigen Stellen ist der Boden noch mit Reif bedeckt.

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© Günter Kromer

In einer Senke sehe ich etwas später den Verlauf des Flusses aus einer ganz anderen Zeit.
Wohl zum letzten Mal in diesem Jahr lese ich heute vom dem vielen Obst, das noch immer auf dem Boden liegt, einen sehr leckeren Apfel und eine Birne auf.

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© Günter Kromer

Schließlich erreiche ich den Aussichtspunkt Teufelskanzel. Kurz darauf weissen eine Absperrung und Hinweisschilder darauf hin, dass heute der folgende Streckenabschnitt wegen einer Treibjagd umgeleitet wird. Dies habe ich zuvor schon auf der Neckarsteig-Homepage gelesen. Aber auch so würde man aufgrund der bellenden Hunde und der Schüsse von selbst merken, dass dort oben heute vermutlich viele Eberbacher Eber in die ewigen Jagdgründe gehen.

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© Günter Kromer— Teufelskanzel

Und wieder spaziere ich bei einer Schleuse zum anderen Ufer des Neckar.

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© Günter Kromer

Dann erreiche ich Burg Stolzeneck. Der Aufstieg zum Bergfried lohnt sich hier nicht, denn von oben sieht man nur Wald, den Neckar kann man kaum erkennen.

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© Günter Kromer— Burg Stolzeneck

Über einige schöne Waldwege geht es weiter. Bei einer Hütte mit Blick hinab zum Neckar mache ich eine länger Mittagspause.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

In weitem Bogen geht es nun landeinwärts nach Neunkirchen, dem nächsten offiziellen Etappenziel. Der Neckarsteig führt aber nicht in den Ort hinein sondern biegt beim ersten Haus gleich nach links in den Wald. Der Prinzenstein steht an der Stelle, an der 1886 ein Prinz mitten im Wald gefrühstück hat. Wäre er hundert Jahre später gekommen, hätte er sich vielleicht auch gleich auf dem nun wenige Meter daneben befindlichen Fußballplatz ein Spiel anschauen können.
Manchmal, wenn auch nur selten, bedauere ich meine Neigung, den Wald zumindest vor grobem Müll zu säubern. Drei Kilometer weit trage ich eine sehr große, vergammelte Plastikflasche, in der vermutlich vor langer Zeit Forstarbeiter Öl transportiert hatten, von einem Pfad bis zur Minneburg, wo ich sie endlich in einen Mülleimer werfen will. Leider gibt es dort keinen. Jetzt liegt die Flasche im Burghof.
In der sehenswerten Minneburg lohnt es sich im Gegensatz zur Stolzeneck, über mehrere Stockwerke hinauf zu steigen.

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© Günter Kromer— Aussicht bei der Minneburg
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© Günter Kromer— Minneburg
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© Günter Kromer— Minneburg

Das Etappenziel Neckargerach befindet sich fast direkt unterhalb der Ruine, doch bevor ich dieses erreiche, führt der Neckarsteig noch eine viele Kilometer weite Schleife erneut ins Hinterland. Nach den am Vormittag erhaltenen geologischen Infos gehe ich nun davon aus, dass das Tal, durch das ich nun wandere, ebenfalls ein ehemaliges Flussbett ist. Das warme Abendlicht flutet dieses Tal nun mit goldener Wärme. Kurz nach Sonnenuntergang erreiche ich dann Neckargerach.

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© Günter Kromer

18.11.18 Neckargerach - Gundelsheim 28 km

Zuerst folge ich heute der asphaltfreien Trasse einer alten Straße talaufwärts, immer mit schönem Blick zum Neckar.

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© Günter Kromer

Dann beginnt der weitaus anspruchsvollste Weg des Neckarsteig, den man aber auch auf einer leichten Alternativstrecke umgehen kann. Vor allem wenn man den Neckarsteig talabwärts wandert, auf jeden Fall in beiden Richtungen immer bei Nässe, werden für den steilen Pfad durch die Margartenschlucht gute Schuhe und etwas Trittsicherheit gefordert. Nach starken Regenfällen ist der Steig manchmal unpassierbar, da er mehrfach über das Bachbett führt. An zwei, drei Stellen braucht man für den Aufstieg auch die Hände, der Pfad ist aber sehr gut durch Drahtseile gesichert.

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© Günter Kromer— Margaretenschlucht

Heute erkennt man auch hier die Folgen der letzten, extrem trockenen Monate. Wo normalerweise hübsche Wasserfälle die Felsen hinab strömen, plätschert nur ein kaum sichtbares Rinnsal hinab.

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© Günter Kromer

Fast übergangslos führt der Steig oben in eine sonnige, sanft gewellte Hügellandschaft.

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© Günter Kromer

Und wieder erklärt ein geologischer Lehrpfad vieles, was es hier zu sehen gibt, zuerst u.a. die auffälligen Streifen auf dem Sandstein, später die Herkunft und Versteinerungen im Kalkstein. Auch die spezielle Vegetation auf Trockenwiesen wird anschaulich gezeigt.
Ein idyllischer Weg bietet wieder viel schöne Aussicht zum Neckar, nur gestört vom Anblick auf Industriegebiete und ein Atomkraftwerk.
Werden unsere Nachfahren einst die Aussicht auf das AKW Obrigheim mit ebenso verklärtem, nostalgischem Blick betrachten wie wir die alten Burgruinen?

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© Günter Kromer

Was ich in dieser aufwändigen Art noch an keinem anderen Fernwanderweg gesehen habe, sind die großen Informationstafeln, die hier vor den Etappenzielen auf Übernachtungsmöglichkeiten hinweisen.
In Mosbach sollte man sich etwas länger aufhalten und auch noch ein paar Gassen rechts und links der durch die mit vielen Fachwerkhäusern geschmückte Hauptstraße führenden Route anschauen.

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© Günter Kromer— Mosbach

Grundsätzlich empfehle ich auf jeden Fall immer, deutlich mehr Zeit für eine Etappe einzuplanen, als es anhand der reinen Streckenkilometer nötig ist. Mal hier eine Stadtbesichtigung, mal hier eine Burg, immer wieder verzögert etwas den Weitermarsch. Und das ist ja auch gut so!

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© Günter Kromer— Mosbach

Auch bei Burg Hornberg halte ich mich länger als eine halbe Stunde auf. Die einstige Heimat des Götz von Berlichingen, des Ritters mit der eisernen Hand, gefällt mir ausgesprochen gut. Sie kostet zwar vier Euro Eintritt, doch eine Besichtigung lohnt sich. Als ich durch ein Fenster den Blick zum Neckar fotografieren will, übersehe ich einen niedrigen Holzbalken und schlage mir daran die Stirn blutig. "Leck mich am A...." zitiere ich den Burgherren.

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© Günter Kromer— Burg Hornberg
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© Günter Kromer— Burg Hornberg
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© Günter Kromer

Nach einem bequemen Abstieg zum Neckar plage ich mich über Treppen wieder steil bergauf. Dann geht es fast flach zu einer Kapelle, die auf einer Hügelkuppe steht.
Nun steige ich auf einer Treppe an einem alten Weinberg entlang wieder ins Tal hinab. Lange bleibe ich auf einer der Steinmauern am Weinberg sitzen und genieße den im Abendlicht märchenhaften Blick zu Schloss Horneck bei Gundelsheim.

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© Günter Kromer— Schloss Horneck

20.11.18 Gundelsheim - Bad Wimpfen 12 km

Der Wetterbericht kündigte zwar einen sehr sonnigen Tag an, aber während meiner letzten Kilometer auf dem Neckarsteig bleibt es dauerhaft grau. Die Brücke, über die der Weg führt, ist momentan Baustelle, aber zu Fuß kommt man dennoch drüber, wenn auch wohl nicht offiziell.
Unter trübem Hochnebel marschiere ich nun auf Burg Guttenberg zu.

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Die Burg ist natürlich um diese Jahreszeit und so früh am Morgen geschlossen. Hier befindet sich auch die Deutsche Greifenwarte. Im Sommer finden hier sehenswerte Vorführungen mit unterschiedlichen Greifvögeln statt und erfreuen viele Besucher. Von der Terrasse blickt man hinüber nach Gundelsheim und zur Burg Hornberg.

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© Günter Kromer— Gundelsheim

Einige Zeit später komme ich an einem alten jüdischen Friedhof vorbei.

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Spätestens als ich vor einigen Jahren die komplette Strecke des Pilgerwegs Via Francigena für ein Buch, das ich veröffentlichte, von Canterbury bis Rom gefahren bin (nein, nicht gepilgert!), begeistern mich kleine, sehr alte Kirchen oft noch stärker als große Kathedralen. Daher gefällt mir auch die Bergkirche in Heinsheim, die in ihrer heutigen Form aus dem 14. Jahrhundert stammt. Die Deckenfresken im Chorraum entstanden wohl sogar schon um 1250. Ein großes Grabdenkmal stammt aus dem 16. Jh.

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Etwas unterhalb der Kirche komme ich am Schloss Heinsheim vorbei.

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In der Ferne sehe ich Burg Ehrenberg.

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Zum Schluss führt der Neckarsteig ganz bequem am Neckar entlang, momentan sogar noch länger als normal, da kurz vor Bad Wimpfen ein Abschnitt umgeleitet wird.

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© Günter Kromer

Schließlich erreiche ich Bad Wimpfen. Der Neckarsteig endet am Bahnhof unterhalb der Altstadt. Aber natürlich sollte man sich unbedingt noch genügend Zeit nehmen, dieses Städtchen zu erkunden, das noch viel von seinem mittelalterlichen Charme behalten hat. Einst war hier die größte Stauferpfalz nördlich der Alpen. Die Festungsbauwerke, aber auch sehr viele Fachwerkhäuser und schöne Gassen lohnen einen ausgiebigen Spaziergang. Leider wird momentan ausgerechnet das markanteste Gebäude der Stadt, der Blaue Turm, komplett von einem Baugerüst verhüllt. Aber es gibt auch ohne den Turm genug zu sehen und zu fotografieren.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Die offizielle Homepage des Neckarsteig ist www.neckarsteig.de

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