15.-20.11.2018

Neckarsteig

D-Wanderer km 1621 bis 1749

15.11.2018 Heidelberg - Neckarsteinach 22 km

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Bisher stelle ich bereits fast 9000 km auf interessanten Fernwanderwegen vor. Bis Juni 2020 werden die 10.000 km überschritten. Auch danach will ich gerne weitere schöne Wanderungen auf dieser Seite vorstellen. Doch ohne Unterstützung durch euch Leser lässt sich dieses Projekt dann nicht mehr finanzieren. Ich freue mich über jeden "Sponsorenbeitrag", egal in welcher Höhe. Infos stehen hier:  https://d-wanderer.de/aktuelles.php

 

Der Neckarsteig führt 128 km weit von Heidelberg durch das Neckartal nach Bad Wimpfen. Offiziell werden die 128 km mit 4450 Höhenmetern in neun Etappen aufgeteilt, ich wandere ihn in 4,5 Tagen.

Heute füllt dichter Hochnebel die Täler. Als ich kurz nach Sonnenaufgang von der Heidelberger Fußgängerzone zum Schloss hinauf blicke, sehe ich die Berghänge darüber nicht.

 

 

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© Günter Kromer

Am Schloss fotografiere und filme ich zuerst von der Terrasse aus trotz dem trüben Wetter den Blick hinab nach Heidelberg und will erst dann in den Schlosshof gehen. Doch ich komme erst um 8:05 Uhr am Eingang an, fünf Minuten zu spät um kostenlos hinein zu dürfen.

 

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Der Neckarsteig könnte mit dem Motto "Das Schwerste zuerst" beworben werden. Zuerst führen von der Fußgängerzone etwa 400 Treppenstufen hinauf zum Schloss. Danach beginnt gleich die legendäre, brutal steile Himmelsleiter, eine ab dem Jahr 1844 erbaute Felsentreppe, auf der mit etwa 1200 Stufen 270 Höhenmeter bewältigt werden.

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© Günter Kromer— Himmelsleiter

Um diese Uhrzeit und bei dem kalten und grauen Wetter ist jetzt außer mir niemand unterwegs.

 

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© Günter Kromer

Die Farbenpracht fällt allmählich von den Bäumen hinab auf den Boden. Nun wandelt sich die Treppe selbst zu einer wunderbaren Herbst-Symphonie.

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© Günter Kromer

Für mich gibt es keine Lieblings-Jahreszeit und fast kein wirklich schlechtes Wetter. Ich mag die Abwechslung. Heute morgen steht mal wieder Nebel auf dem Programm. Einige Kilometer weit wandere ich durch den wie ein mystisches Zauberreich wirkenden Wald.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Zum Nebel passt es, dass plötzlich seltsame Fabelwesen neben dem Weg stehen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Der Neckarsteig führt um die Altstadt von Neckargemünd herum, doch ich spaziere auf der Hauptstraße hinauf und wärme mich in einer Bäckerei mit einer großen Tasse Kaffee auf.

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© Günter Kromer— Neckargemünd - Elsenz
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© Günter Kromer— Neckargemünd
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© Günter Kromer— Neckargemünd
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Auch um die Altstadt von Dilsberg macht die offizielle Route einen Bogen. Doch wer einen Spaziergang durch diesen fotogenen Ort und hinauf zur Burgruine auslässt, der verpasst etwas.

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© Günter Kromer— Dilsberg - Stadttor und Jugendherberge
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Schnell geht es hinab nach Neckarsteinach, wo ich bei einer großen Schleuse den Neckar überquere.

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© Günter Kromer— Schleuse Neckarsteinach

16.11.2018 Neckarsteinach - Eberbach 27 km

Welch ein herrlicher Morgen! Unter wolkenlosem Himmel liegt noch eine ganz sanfte Dunstschicht über dem Neckar. Die Schleuse wirkt im Gegenlicht wie die Pforte nach Avalon.

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© Günter Kromer

In der anderen Blickrichtung sehe ich die vier Burgen von Neckarsteinach schon im schönsten Sonnenschein. Ich kann mich kaum von diesem Anblick trennen.

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© Günter Kromer— Neckarsteinach
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© Günter Kromer

Doch dann marschiere ich hinauf zur Ruine Hinterburg, wo man vom Bergfried aus einen wunderbaren Blick hinab zum Neckar genießen kann.

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© Günter Kromer— Aussicht von Ruine Hinterburg

Dann führt der Weg wieder nach Neckarsteinach hinab. Wer keine Zeit hat, den kompletten Neckarsteig zu wandern, dem empfehle ich, hier nun kurz den Schienen bis zum Bahnhof zu folgen, die alle 30 bis 60 Minuten fahrende S-Bahn nach Hirschhorn zu nehmen, dort das Schloss anzuschauen und weiter mit der S-Bahn nach Eberbach zu fahren. Zwischen den drei Orten gibt es meist nur breite Waldwege mit wenig Aussicht. Der Rest des Neckarsteig ist sehr viel schöner.
In Neckarsteinach steige ich zuerst über Treppen bergauf, dann geht es in Serpentinen durch den Wald. Vor mir hüpft ein Blatt über den mit Herbstlaub bedeckten Boden. Ein hüpfendes Blatt? Nein, es ist ein Frosch, der wohl nicht gemerkt hat, dass er Mitte November längst gut vergraben schlafen sollte. Als ich ihn fotografiere, ist es ihm wohl zu kalt, um vor dem Paparazzi zu fliehen.

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© Günter Kromer

Wenn ich mitten im Wald fern von Dörfern Kreuze oder Bildstöcke sehe, frage ich mich oft, welche persönlichen Erlebnisse die Menschen vor Jahrhunderten dazu bewogen haben, diese hier aufzustellen. Nur selten kann man in den Wanderbüchern etwas über die Hintergründe lesen. Heute informieren mich unterwegs einige Tafeln über die Geschichte. Der Rote Bildstock markierte einst die Grenze eines Klosterbezirkes, ein Kreuz steht an der Stelle, wo bei 1849 bei der Revolution zwei Freischärler aus Eberbach von bayerischen Schützen erschossen wurden.

Zeugnisse der modernen Zeit sind dagegen die beiden leeren Hüllen von großen, mit Aluminium beschichteten Luftballons, die ich aus dem Wald auflese und sie zum nächsten Mülleimer trage.  Man sollte diesen fliegenden Müll endlich verbieten, der schließlich immer irgendwo im Wald oder auf Feldern hängen bleibt und die Natur verschmutzt.

 

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© Günter Kromer— Roter Bildstock
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Schloss Hirschhorn

Nach einigen wenig spektakulären Kilometern erreiche ich Hirschhorn.

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© Günter Kromer— Hirschhorn
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© Günter Kromer— Hirschhorn

Das Schloss zählt zu den schönsten Urlaubszielen am Neckar. Die Klosterkirche ist heute verschlossen, der Turm im Schloss ebenso, aber mir gefällt es, eine halbe Stunden lang auf einer Mauer zu sitzen und zur Altstadt und zum Fluss hinab zu schauen.

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© Günter Kromer— Schloss Hirschhorn
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nun geht es zuerst etwas steiler bergauf. Dieser Weg ist zwar anstrengend, aber recht schön. Danach folgen wieder bequeme, aber sehr monotone breite Waldwege. Nur ab und zu erblicke ich zwischen den Bäumen hindurch etwas von der Umgebung.
Der letzte Streckenabschnitt bietet mir heute dann endlich wieder mehr Aussicht. Schließlich erreiche ich Eberbach, mein heutiges Ziel.

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© Günter Kromer— Eberbach

17.11. Eberbach - Neckargerach 35 km

Am Morgen spaziere ich zuerst kurz durch die Altstadt.

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© Günter Kromer— Eberbach

Dann führt mich der Neckarsteig schnell zu einer Hütte mit Aussicht.

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© Günter Kromer

Ein sehr faszinierender geologischer Lehrpfad zeigt mir anschaulich mit vielen Informationstafeln, wie sich die Landschaft hier im Laufe von vielen 100.000 Jahren verändert hat. Unter anderem war der Boden, auf dem ich jetzt über einen sonnigen Hügel wandere, einst das Bachbett des Neckar. Seither hat sich der Fluss einen ganz anderen Weg gesucht und weit in den Untergrund gegraben, während gleichzeitig der Boden an seinem alten Lauf in die Höhe gehoben wurde.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Dies ist einer der schönsten Streckenabschnitte des gesamten Neckarsteig. Über Streuobstwiesen und vorbei an Trockenmauern spaziere ich in warmem Sonnenschein. Nur an wenigen schattigen Stellen ist der Boden noch mit Reif bedeckt.

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© Günter Kromer

In einer Senke sehe ich etwas später den Verlauf des Flusses aus einer ganz anderen Zeit.
Wohl zum letzten Mal in diesem Jahr lese ich heute vom dem vielen Obst, das noch immer auf dem Boden liegt, einen sehr leckeren Apfel und eine Birne auf.

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© Günter Kromer

Schließlich erreiche ich den Aussichtspunkt Teufelskanzel. Kurz darauf wird die Strecke heute wegen einer Treibjagd umgeleitet. Auch ohne die Hinweisschilder und den Streckenposten würde ich wegen dem Lärm der bellenden Hunde und den Schüssen merken, dass dort oben heute vermutlich viele Eberbacher Eber in die ewigen Jagdgründe gehen.

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© Günter Kromer— Teufelskanzel

Und wieder spaziere ich bei einer Schleuse zum anderen Ufer des Neckar.

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© Günter Kromer

Dann erreiche ich Burg Stolzeneck. Der Aufstieg zum Bergfried lohnt sich hier nicht, denn von oben sieht man nur Wald, den Neckar kann man kaum erkennen.

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© Günter Kromer— Burg Stolzeneck

Über einige schöne Waldwege geht es weiter. Bei einer Hütte mit Blick hinab zum Neckar mache ich eine länger Mittagspause.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

In weitem Bogen geht es nun bergauf und an Neunkirchen vorbei. Der Prinzenstein steht an der Stelle, an der 1886 ein Prinz mitten im Wald gefrühstück hat. Wäre er hundert Jahre später gekommen, hätte er sich vielleicht auch gleich auf dem nun wenige Meter daneben befindlichen Fußballplatz ein Spiel anschauen können.
Nun kommt einer der seltenen Momente, an denen ich meine Neigung bedauere, beim Wandern manchmal den Weg von grobem Müll zu säubern. Ich hebe eine sehr große Plastikflasche auf, in der vermutlich vor langer Zeit Forstarbeiter Öl transportierten. Drei Kilometer weit trage ich diesen schmutzigen Müll. Als ich aber selbst bei der Ruine Minneburg keinen Mülleimer finde, lasse ich die Flasche dort im Burghof liegen.
In der sehenswerten Minneburg lohnt es sich, über mehrere Stockwerke hinauf zu steigen.

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© Günter Kromer— Aussicht bei der Minneburg
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© Günter Kromer— Minneburg
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© Günter Kromer— Minneburg

Bald führt mich der Neckarsteig in einer weiten Schleife erneut durch ein Tal, das einstmals das Flussbett war. Warmes Abendlicht flutet nun die Landschaft mit goldener Wärme. Kurz nach Sonnenuntergang erreiche ich Neckargerach.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

18.11.18 Neckargerach - Gundelsheim 28 km

Zuerst folge ich heute der asphaltfreien Trasse einer alten Straße talaufwärts, immer mit schönem Blick zum Neckar.

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© Günter Kromer

Bei Nässe werden für den steilen Pfad durch die Margartenschlucht gute Schuhe und etwas Trittsicherheit gefordert. Nach starken Regenfällen ist der Steig manchmal unpassierbar, da er mehrfach über das Bachbett führt. An zwei, drei Stellen braucht man für den Aufstieg auch die Hände, doch hier wird der Pfad sehr gut mit Drahtseilen gesichert.

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© Günter Kromer— Margaretenschlucht

Heute erkennt man hier die Folgen der letzten, extrem trockenen Monate. Wo normalerweise hübsche Wasserfälle die Felsen hinab strömen, plätschert nur ein kaum sichtbares Rinnsal hinab.

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© Günter Kromer— Margaretenschlucht

Fast übergangslos führt der Steig oben in eine sonnige, sanft gewellte Hügellandschaft.

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© Günter Kromer

Und wieder erklärt ein geologischer Lehrpfad vieles, was es hier zu sehen gibt, zuerst u.a. die auffälligen Streifen auf dem Sandstein, später die Herkunft und Versteinerungen im Kalkstein. Auch die spezielle Vegetation auf Trockenwiesen wird anschaulich gezeigt.
Ein idyllischer Weg bietet wieder viel schöne Aussicht zum Neckar, nur gestört vom Anblick auf Industriegebiete und ein Atomkraftwerk.
Werden unsere Nachfahren einst die Aussicht auf das AKW Obrigheim mit ebenso verklärtem, nostalgischem Blick betrachten wie wir die alten Burgruinen?

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Auf keinem anderen Fernwanderweg in Deutschland habe ich so große Tafeln wie hier gesehen, mit denen vor den Etappenzielen über Übernachtungsmöglichkeiten informiert wird.
In Mosbach sollte man sich etwas länger aufhalten und auch noch ein paar Gassen rechts und links der mit vielen Fachwerkhäusern geschmückten Hauptstraße anschauen.

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© Günter Kromer— Mosbach

Grundsätzlich empfehle ich immer, deutlich mehr Zeit für eine Etappe einzuplanen, als es anhand der reinen Streckenkilometer nötig ist. Mal hier eine Stadtbesichtigung, mal hier eine Burg, immer wieder verzögert etwas den Weitermarsch. Und das ist auch gut so!

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© Günter Kromer— Mosbach

Auch bei Burg Hornberg halte ich mich länger als eine halbe Stunde auf. Die einstige Heimat des Götz von Berlichingen, des Ritters mit der eisernen Hand, gefällt mir ausgesprochen gut. Sie kostet zwar vier Euro Eintritt, doch eine Besichtigung lohnt sich. Als ich durch ein Fenster den Blick zum Neckar fotografieren will, übersehe ich einen niedrigen Holzbalken und schlage mir daran die Stirn blutig. "Leck mich am A...." zitiere ich den Burgherren.

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© Günter Kromer— Burg Hornberg
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© Günter Kromer— Burg Hornberg
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© Günter Kromer

Nach einem bequemen Abstieg zum Neckar plage ich mich über Treppen wieder steil bergauf. Dann geht es fast flach zu einer Kapelle, die auf einer Hügelkuppe steht.
Nun steige ich auf einer Treppe an einem alten Weinberg entlang wieder ins Tal hinab. Lange bleibe ich auf einer der Steinmauern am Weinberg sitzen und genieße den im Abendlicht märchenhaften Blick zu Schloss Horneck bei Gundelsheim.

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© Günter Kromer— Schloss Horneck

20.11.18 Gundelsheim - Bad Wimpfen 12 km

Unter trübem Hochnebel marschiere ich auf Burg Guttenberg zu.

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© Günter Kromer

In der Burg, die jetzt natürlich noch geschlossen ist, befindet sich auch die Deutsche Greifenwarte. Hier erfreuen im Sommer sehenswerte Vorführungen mit unterschiedlichen Greifvögeln viele Besucher. Von der Terrasse blickt man hinüber nach Gundelsheim und zur Burg Hornberg.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Gundelsheim

Einige Zeit später komme ich an einem alten jüdischen Friedhof vorbei.

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© Günter Kromer

Seit ich vor einigen Jahren für eine Buchveröffentlichung die komplette Strecke des Pilgerwegs Via Francigena von Canterbury bis Rom gefahren bin (nicht gepilgert!), begeistern mich kleine, sehr alte Kirchen oft noch stärker als große Kathedralen. Daher gefällt mir auch die Bergkirche in Heinsheim, die in ihrer heutigen Form aus dem 14. Jahrhundert stammt. Die Deckenfresken im Chorraum entstanden wohl sogar schon um 1250. Ein großes Grabdenkmal stammt aus dem 16. Jh.

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© Günter Kromer— Bergkirche in Heinsheim
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© Günter Kromer

In der Ferne sehe ich Burg Ehrenberg.

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© Günter Kromer

Zum Schluss führt der Neckarsteig ganz bequem am Neckar entlang.

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© Günter Kromer

Schließlich erreiche ich Bad Wimpfen. Der Neckarsteig endet am Bahnhof unterhalb der Altstadt. Aber natürlich sollte man sich unbedingt noch genügend Zeit nehmen, dieses Städtchen zu erkunden, das noch viel von seinem mittelalterlichen Charme behalten hat. Einst war hier die größte Stauferpfalz nördlich der Alpen. Die Festungsbauwerke, aber auch sehr viele Fachwerkhäuser und schöne Gassen lohnen einen ausgiebigen Spaziergang. Leider wird momentan ausgerechnet das markanteste Gebäude der Stadt, der Blaue Turm, komplett von einem Baugerüst verhüllt. Aber es gibt auch ohne den Turm genug zu sehen und zu fotografieren.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Die offizielle Homepage des Neckarsteig ist www.neckarsteig.de

 

 

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© Günter Kromer