27.10.-3.11.18

Jurasteig

D-Wanderer km 1264 bis 1501

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Bisher stelle ich bereits fast 9000 km auf interessanten Fernwanderwegen vor. Bis Juni 2020 werden die 10.000 km überschritten. Auch danach will ich gerne weitere schöne Wanderungen auf dieser Seite vorstellen. Doch ohne Unterstützung durch euch Leser lässt sich dieses Projekt dann nicht mehr finanzieren. Ich freue mich über jeden "Sponsorenbeitrag", egal in welcher Höhe. Infos stehen hier: https://d-wanderer.de/aktuelles.php

 

Der als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnete Jurasteig führt durch den Bayrischen Jura. Mit nur knapp 4500 Höhenmetern auf 237 Kilometern ist er nicht besonders anstrengend. Auf dem hervorragend markierten Weg erfordern manche Etappen gute Planung, da immer mehr Restaurants, Unterkünfte und Einkaufsmöglichkeiten schließen. Den Jurasteig  kann man an jeder beliebigen Stelle beginnen und beenden. Offizieller Ausgangspunkt ist Kelheim an der Donau. Ich empfehle diese Strecke besonders für den Herbst, wenn das bunte Herbstlaub die Landschaft schmückt.

27.10.18 Kelheim - Bad Abbach

Die erste Jurasteig-Wegmarkierung sehen Annette und ich neben der Schiffsanlegestelle an der Donau. Durch ein Stadttor betreten wir die wenig spektakuläre Altstadt, durch ein anderes gehen wir gleich darauf wieder hinaus. Auf einer Brücke überqueren wir den Main-Donau-Kanal. Gegenüber thront auf einem Berg die Befreiungshalle.

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© Günter Kromer

Bald verlassen wir die Stadt. Teils über Treppen folgen wir einem Kreuzweg vorbei an kleine Kapellen hinauf zum Goldberg.

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© Günter Kromer

Die Strecke führt uns heute meist durch bunten Herbstwald. Zwischendurch überqueren wir bei Poikam auf einer Brücke die Donau. Obwohl es fast den ganzen Tag über regnet, macht uns das Wandern in dieser herbstlichen Umgebung Spaß.

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© Günter Kromer

In Bad Abbach geht Annette vor dem Abendessen ins Thermalbad, während ich im Internet einige Wanderetappen für die folgenden Monate recherchiere.

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© Günter Kromer— Bad Abbach

29.10.18 Bad Abbach - Pielenhofen 33 km

Am Morgen führt uns der Jurasteig zuerst hinab in den Ort, kurz am Ufer der Donau entlang, dann wieder bergauf.

Immer mehr Schneeflocken mischen sich in den Regen. Bald bleibt der Schnee an höheren Bereichen sogar an einigen Stellen liegen. Ich kann es kaum glauben, dass ich vor neun Tagen noch im sommerlichen T-Shirt durch den Odenwald gewandert bin.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Da wir im Internet keine konkreten Angaben fanden, wussten wir nicht sicher, ob die Seilfähre über die Donau um diese Jahreszeit überhaupt schon so um 9 Uhr in Betrieb ist. Als wir das Ufer erreichen, sehen wir zwar die kleine Fähre, aber keine Menschen. Was nun? Doch gleich darauf kommt ein netter Mann, der wohl im Warmen auf Fahrgäste wartet. Für nur 50 Cent pro Person bringt er uns ans andere Ufer. Bei dem Wetter ist das für den Fährmann sicherlich kein gesunder Job.

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© Günter Kromer

Da die Berge in dieser Region nicht besonders hoch sind, gibt es auf dem gesamten Jurasteig keine allzu langen Auf- oder Abstiege. Auch steile Passagen findet man hier nur wenige.

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© Günter Kromer

Nach Eilshofen erreichen wir den Alpinsteig, einen besonders schönen Abschnitt des Jurasteig. Alpin bedeutet aber nicht, dass man hier klettern muss oder besondere Trittsicherheit braucht. Immerhin gibt es hier ein paar Felsen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Später erreichen wir das Naabtal und folgen kurz dem Fluss. Dann führt der Weg wieder bergauf, manchmal neben stark bemoosten Felsbrocken.

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© Günter Kromer— Naab

Ein paar Meter unterhalb des Weges ist der Eingang zur Räuberhöhle. Über eine Treppe steigen wir durch ein schmales Felsentor und stehen dann in einem großen, recht dunklen Höhlenraum.

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© Günter Kromer

Auf der anderen Seite führt uns eine Öffnung zu einer Felswand, von der man Aussicht ins Naabtal hat.

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© Günter Kromer— Räuberhöhle

Und weiter geht es auf schönen Waldwegen oberhalb des Naabtal voran. Zwischendurch führt uns der Weg auch wieder mal ins Tal hinab, wo wir in Penk in einem Restaurant bei Kaffee und Kuchen eine Pause einlegen.

Danach geht es in ein Tal hinein und bald wieder bergauf.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Am späten Nachmittag erreichen wir Pielenhofen. Die Kirche des großen Zisterzienserinnenklosters gefällt uns ausgesprochen gut.

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© Günter Kromer— Klosterkirche Pielenhofen

Die mit einer Mischung aus Antikem und Trödel sowie einem gemütlichen Kachelofen eingerichtete Klosterwirtschaft ist eines der schönsten Restaurants auf meinen 10.000 Kilometern durch Deutschland und hat auch eine sehr gute Küche sowie ausgesprochen nostalgisch eingerichtete Gästezimmer.

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© Günter Kromer— Klosterwirtschaft

29.10.18 Pielenhofen - Schmidmühlen 34 km

Gleich nach dem Frühstück gehen wir noch einmal in die Klosterkirche, da es dort gestern bereits zu dunkel zum Fotografieren war.

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© Günter Kromer— Kloster Pielenhofen

Dann führt uns der Weg bald aus dem Ort heraus. Wir durchqueren einen Buchenwald, in dem die wirtschaftliche Nutzung eingestellt wurde, damit sich darauf langfristig ein natürlicher Urwald entwickelt. Ab und zu kommen wir wieder an schön bemoosten Felsbrocken vorbei.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nördlich von Duggendorf geht es dann auf die andere Seite der Naab. Auch hier begeistert uns das farbenfrohe Herbstlaub. Allmählich wundern wir uns aber, dass wir auf dem Jurasteig bisher nahezu keine Wanderer, Spaziergänger oder Jogger getroffen haben. An der Landschaft liegt es auf keinen Fall.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Um die Mittagszeit erreichen wir das nächste offizielle Etappenziel, Kallmünz. Der Jurasteig führt nicht direkt in den Ort hinein, aber der kurze Verbindungsweg ist gut markiert. Natürlich wollen wir uns dieses nette Städtchen anschauen und gehen hinunter. Kallmünz liegt recht malerisch unter großen Felsen. Von der Altstadt aus führen zwei Brücken über den Fluss. Auf dem Berg steht eine Burg.

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© Günter Kromer— Kallmünz
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© Günter Kromer

Anschließend kehren wir zum Jurasteig zurück. Nun verlassen wir das Naabtal und folgen dem Vilstal. Auch heute scheint wieder keine Sonne, aber es bleibt wenigstens trocken. Kurz vor 15 Uhr kehren wir in Rohrbach in einem Gasthaus ein und wärmen uns mit einer Suppe auf. Hier treffen wir auch erstmals zwei andere Jurasteig-Wanderer.

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© Günter Kromer— Rohrbach

Und weiter geht es, wie gewohnt mal bergauf, mal bergab, viel durch Wald und ab und zu über offene Hochflächen.

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© Günter Kromer

Um 17 Uhr, fast genau zur Zeit des Sonnenuntergangs, erreichen wir Schmidmühlen. Nach vielen Stunden in der Kälte freuen wir uns darauf, uns nun im Gasthof aufwärmen zu können. Doch dort verkündet am Eingang ein Zettel, dass heute wegen Ruhetag erst ab 18 Uhr jemand zuhause ist. Dies wundert uns, denn laut Anmeldeformular sollten wir möglichst sogar schon VOR 18 Uhr ankommen.
Da wir wegen der Kälte unmöglich eine Stunde lang vor der Tür warten können, suchen wir im Ort nach einem anderen Gasthof, in dem wir zu Abend essen können, doch die einzige Möglichkeit, unsere Wartezeit im Warmen zu verbringen, ist ein großer Supermarkt.
Von unserer Wirtin erfahren wir am Abend, dass es früher in der Region viel mehr Hotels und Gasthöfe gab, aber immer mehr davon schließen.

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© Günter Kromer— Schmiedmühlen Schloss

30.10.18 Schmidmühlen - Kastl 31 km

Annette ist heute stark erkältet. In dem Zustand wäre es unvernünftig, den ganzen Tag über bei Kälte zu wandern. Daher fährt sie mit dem Bus nach Amberg, schaut sich dort die Kirche und eine alte Bibliothek an und fährt dann mit einem anderen Bus zu unserem Tagesziel Kastl, wo sie dann noch die Klosterburg besichtigt.
Ich breche um acht Uhr alleine auf. Am Morgen scheint endlich mal die Sonne. So wirken die Herbstfarben gleich viel prachtvoller. Eine Stunde lang geht es mit nur leichter Steigung bergan, dann wieder ebenso leicht bergab.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Der Jurasteig führt heute manchmal durch kleine Gebiete mit Wacholderheide. Mir gefällt diese Landschaft sehr gut. Dazu gibt es wieder einige Felsen und schöne Aussichtspunkte.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Der Weg führt an Hohenburg vorbei. Da mir der Blick auf das Städtchen gefällt, mache ich einen kurzen Abstecher in den Ort hinein, aber das lohnt sich nicht.

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© Günter Kromer— Hohenburg
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Ab 13 Uhr regnet es wieder und eiskalter Wind bläst mir um den Hals.

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© Günter Kromer

Ich freue mich, als ich auf einem Wegweiser sehe, dass ich nur noch 5 km bis Kastl wandern muss, denn dann werde ich dort früh genug ankommen, um mir dort die noch die Klosterburg anzuschauen. Doch dann übersehe ich eine markierte Abzweigung und brauche wegen einem sehr langen Umweg für das letzte Stück etwa eine Stunde länger als erwartet. Das Hotel am Marktplatz von Kastl erreiche ich erst bei Dunkelheit, zu spät für eine Besichtigung der großen Klosterburg.

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© Günter Kromer— Kastl Marktplatz

31.10.18 Kastl - Deining 34 km

Am Morgen ist es so kalt, dass ich bei einer Brücke auf Glatteis ausrutsche. Doch der Wanderweg ist zum Glück eisfrei, nur an schattigen Stellen bedeckt Raureif den Boden. Bald wird es bei Sonnenschein wärmer. Wir schauen uns kurz die Schweppermannsburg an.

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© Günter Kromer— Schweppermannsburg
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© Günter Kromer

Bald darauf kommen wir an einem Gehege mit sehr vielen Hirschen vorbei.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Während der ersten Stunden können wir die Farbenpracht des Herbstes in vollem Umfang genießen. Heute führt uns der Jurasteig zu zwei schönen Wallfahrtskirchen. Zuerst erreichen wir Maria Heil der Kranken am 621 m hohen Habsberg, dem höchsten Punkt des Jurasteig.

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© Günter Kromer

Die Strecke ist wieder wie gewohnt lückenlos und gut markiert, manchmal muss man aber aufpassen oder braucht gute Augen, um immer auf dem rechten Weg zu bleiben. Drei Mal legen wir heute kleine Umwege ein, merken es aber zum Glück immer schnell, wenn wir falsch sind.

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© Günter Kromer

Wieder kommen wir den ganzen Tag über an keinem Restaurant oder Laden vorbei. Beim Jurasteig sollte man für unterwegs immer genug Proviant mitnehmen.
Das Deusmauer Moor haben wir schnell passiert. Dort gibt es vom Weg aus nicht besonders viel zu sehen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Um die Mittagszeit führt die heute etwas zu asphaltreiche Etappe einige Kilometer weit über fast baumlose Hochflächen mit vielen Windrädern. Insgesamt marschieren wir heute mehr über Asphalt als an den bisherigen Etappen. Die letzten neun Kilometer wandern wir dann wieder auf sehr abwechslungsreicher und schöner Strecke über viele Naturpfade. Ein idyllisches Sumpfgebiet, die Wallfahrtskapelle bei Lengenbach, schöne Wiesen und Wälder, zuletzt ein schmaler Wiesenpfad entlang eines großen Schilfgebietes - was will man mehr?

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© Günter Kromer— Wallfahrtskapelle bei Lengenbach
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© Günter Kromer

1.11.18 Deining - Dietfurt 35 km

Als wir wir Morgen im Hotel wie bei der Ankunft besprochen um 7 Uhr in den Frühstücksraum gehen, ist es dort noch dunkel. Nach langem Warten bleibt uns schließlich nichts anderes übrig, als gegenüber in der Tankstelle zu frühstücken. Um 7:45 Uhr legen wir dann das Geld für die Übernachtung, abzüglich eines Teils der Kosten für das Tankstellenfrühstück, an die Rezeption und wandern los.
Die Strecke ist am Vormittag wieder sehr schön und abwechslungsreich.

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© Günter Kromer

Einige in den Fels gehauene Kellerräume, ein Naturschutzgebiet mit viel Schilf, ein Mühlrad bei der Erbmühle - es wird uns nie langweilig. Am frühen Morgen läuft ein Dachs vor uns auf dem Weg. Mich wundert, was so ein normalerweise nachtaktives Tier um diese Zeit noch draußen macht.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Auch heute sind alle Gasthöfe, an denen wir vorbei kommen, geschlossen. "Pächter gesucht" steht sogar an den schönen Gasthöfen bei Mühlen. Traurig!

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© Günter Kromer

Als wir auf einer Bank gegenüber des Dorfes Mutterhofen sitzen und etwas essen, hören wir von drüben trotz der großen Entfernung Musik. Viele Menschen verlassen dort gerade die Kirche und versammeln sich auf dem Friedhof. Wir hören die durch ein Mikrofon verstärkte Stimme des Pfarrers, dann Gesang der anderen Leute. Uns wird klar, dass dort gerade ein Allerheiligengottesdienst gefeiert wird. Die festliche Stimmung überträgt sich auch auf uns.

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© Günter Kromer— Mutterhofen



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© Günter Kromer

Die zweite Hälfte des Tages wandern wir auf vielen relativ flachen Wegen durch Täler, unterbrochen durch kurze teils etwas steile Auf- und Abstiege. Erst etwa sechs Kilometer vor Etappenende bringt endlich die Sonne wieder die volle Leuchtkraft auf das Herbstlaub.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Vor uns sehe wir schon die vom letzten Sonnenschein beleuchteten Kirchtürme von Dietfurt. Doch bevor wir diese erreichen schickt uns der Jurasteig noch einmal ein kurzes, recht steiles Stück bergauf und dann ebenso steil wieder hinab.

Obwohl wir Dietfurt erst bei Sonnenuntergang erreichen, kann ich dort noch das Mühlenmuseum besichtigen, da dieses bis 20 Uhr geöffnet ist. In der großen, noch heute genutzten Mühle, kann man von der Befüllung ganz oben über die Mahlwerke bis zur Abfüllung alle Stockwerke sehen, dazu eine Ausstellung mit einem herrlich chaotischen Durcheinander alter Dinge.

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© Günter Kromer— Dietfurt

2.11.18 Dietfurt - Riedenburg 27 km

Eigentlich mag ich den Klang von Kirchenglocken. Aber nicht nachts! Vor allem nicht, wenn ich auch um 2, 3, 4 und 5 Uhr von den Stundenschlägen aus dem Tiefschlaf geweckt werde und 5:30 Uhr dann das Läuten zum Gottesdienst ankündet, dass ich nun noch immer zwei Stunden bis zum Frühstück warten muss. Danach würde ich wohl mehrere Liter Kaffe brauchen, um den Schlafmangel auszugleichen.

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© Günter Kromer

Heute gibt es zwar einige kurze Auf- und Abstiege, die steiler sind als bei unseren bisherigen Etappen am Jurasteig, aber im Vergleich zu manchen anderen Fernwanderwegen doch recht harmlos bleiben.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nach einigen Kilometern erreichen wir bei Deising die Altmühl, die hier mit dem Main-Donau-Kanal vereint ist.

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© Günter Kromer— Altmühl bei Deising

Wir überqueren den Fluss und steigen zum oberen Ende des Steilhangs hinauf. Ab hier folgt der Jurasteig bis zum Ende der markierten Strecke des Altmühltal-Panoramaweg.
Am wunderschönen Aussichtspunkt Rosskopf setzen wir uns lange auf eine Bank und genießen den Blick ins Tal.

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© Günter Kromer— Rosskopf

Dann spazieren wir an einer schönen Wacholderheide vorbei.

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© Günter Kromer

Schon geht es wieder hinab ins Tal und gleich wieder hinauf. Auf einem Felsen unterhalb von Schloss Eggersberg rasten wir erneut mit grandioser Aussicht. Unter uns umrahmen hohe, in den Herbstfarben rot leuchtende Steilhänge die Altmühl.

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© Günter Kromer— Schloss Eggersberg
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© Günter Kromer— Unterhalb von Schloss Eggersberg
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© Günter Kromer

Schließlich gehen wir wieder hinab und spazieren eine Weile in der Nähe des Ufers.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Bei Gundlfing überqueren wir erneut den Fluss und steigen zum Falkenhorst hinauf, dem schönsten Aussichtspunkt im Altmühltal.

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© Günter Kromer— Falkenhorst
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© Günter Kromer— Falkenhorst

Bald darauf erreichen wir einen weiteren Aussichtspunkt, an dem auch eine Startrampe für Drachenflieger steht.

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© Günter Kromer

Noch eine Weile führt uns der Weg recht schön oben an der Hochfläche entlang, dann geht es hinab nach Riedenburg. Dieser Ort gefällt uns recht gut. Hier finden wir auch endlich wieder viele geöffnete Läden. Leider essen wir hier in keinem der vielen klassischen Restaurants, sondern bei einem Italiener, dessen Pizza so schmeckt, als sei sie mit Gummi belegt.

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© Günter Kromer— Riedenburg
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© Günter Kromer

3.11.18 Riedenburg - Kelheim 23 km

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© Günter Kromer— Riedenburg
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© Günter Kromer

Nach einigen sehr bequemen Kilometern erreichen wir den einzigen Streckenabschnitt des Jurasteig, auf dem man bei Nässe gutes Schuhwerk und Trittsicherheit braucht. Der Weg im Naturwaldreservat Klamm führt uns durch eine faszinierende Szenerie über viele Steintreppen hinauf und hinab. Felswände, urwaldhafte Vegetation, dazu eine Wegführung wie aus dem Märchenbuch. Klasse!

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Von einem Felsen blicken wir über das Tal hinüber zu Burg Prunn, unserem nächsten Ziel.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nach einem erneuten Wechsel zur anderen Seite des Tales steigen wir zur Burg Prunn hinauf.

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© Günter Kromer— Burg Prunn

Auf der Tatzlwurm genannten Brücke, einer der längsten Holzbrücken Europas, geht es wieder über den Fluss. Zum Glück bleibt unsere Route unten, denn schon seit einer Weile hören wir vom Hang oberhalb von uns deutlich Hundegebell, Schüsse und anderen Lärm, der auf eine Treibjagd schließen lässt.

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© Günter Kromer— Tatzlwurm

Längere Zeit marschieren wir bequem am Ufer entlang, zwischendurch an einem vom heutigen Strom separierten Altwasser mit idyllischer Wildnis.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Dann folgt ein faszinierendes Wandererlebnis, als wir lange Zeit auf dem Keltenwall marschieren, dem Kamm einer mehr als 2000 Jahre alten keltischen Mauer. Dieser mehrere Kilometer lange, viele Meter hohe Wall schützte damals eine Stadt mit mehr als tausend Einwohnern.
Schließlich erreichen wir kurz vor Ende der letzten Etappe den Höhepunkt des Jurasteig. Von hohen Felsen begeistert uns die Aussicht auf die Weltenburger Enge, die Donau und das Kloster Weltenburg.

 

 

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© Günter Kromer— Kloster Weltenburg

Nachdem wir eine Woche lang kaum Wanderer getroffen haben, befinden wir uns nun wieder an einem touristischen Brennpunkt. Die Weltenburger Enge zählt zu den Regionen Deutschlands, die man unbedingt mal besuchen sollte. Normalerweise kann man auch mit dem Schiff auf der Donau zwischen den hohen Felsen hindurch fahren, aber aufgrund des extrem niedrigen Wasserstandes ist die Donau momentan für Schiffe gesperrt.

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© Günter Kromer

Dann marschieren wir hinab zur Donau, wo wir nun etwa drei Kilometer weit den Spaziergang am von vielen Felsen gesäumten Ufer genießen können. Vor uns sehen wir oben auf dem Berg die Befreiungshalle. Dies ist ein wahrhaft grandioses Finale unserer schönen Wandertage. Als wir am frühen Mittag Kelheim erreichen, würden wir uns am liebsten weiter wandern.

Wie gewohnt habe ich auch auf diesem Fernwanderweg unterwegs einige regionale Biersorten "getestet". Fast nichts davon konnte mich dieses Mal überzeugen, aber das Kneitinger Dunkel aus dem nahen Regensburg ist der klare Sieger.

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© Günter Kromer

Die offizielle Homepage des Jurasteig ist www.jurasteig.de