17.-20.10.2018

Nibelungensteig

D-Wanderer km 1130 bis 1264

17.10.18 Zwingenberg - Lindenfels 28 km

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Bisher stelle ich bereits fast 9000 km auf interessanten Fernwanderwegen vor. Bis Juni 2020 werden die 10.000 km überschritten. Auch danach will ich gerne weitere schöne Wanderungen auf dieser Seite vorstellen. Doch ohne Unterstützung durch euch Leser lässt sich dieses Projekt dann nicht mehr finanzieren. Ich freue mich über jeden "Sponsorenbeitrag", egal in welcher Höhe. Infos stehen hier: https://d-wanderer.de/aktuelles.php

 

Der mit dem Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifizierte Nibelungensteig führt mit 130 km und etwa 4000 Höhenmetern von Bergstraße am Rande der Rheinebene durch den Naturpark Odenwald bis zum Main. Seit einigen Jahren gibt es zusätzlich noch eine etwas längere Variante über Eberstadt. Ich wandere die alte Normalroute.

 

Als ich mit dem Zug nach Zwingenberg fahre, liegt an manchen Stellen noch eine dünne Nebelschicht auf den Feldern.
Die markierte Zubringer-Route zum Nibelungensteig führt vom Bahnhof aus geradeaus. Seltsam, denn es ist viel schöner, ein Stück südwärts den Schienen zu folgen, dann durch die malerische Scheuergasse zu gehen, die Bundesstraße überqueren und durch den Torbogen neben dem Rathaus zu gehen. Bald ist man oben an der Bergkirche und gleich darauf an der Infotafel mit dem offiziellen Startpunkt des Nibelungensteig.

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© Günter Kromer— Zwingenberg - Scheuergasse
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© Günter Kromer— Zwingenberg

Schon bald nach Verlassen des Ortes marschiere ich über einen Weinberg mit Blick auf die Rheinebene, auf Berge und auf Burgen.

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© Günter Kromer

Dann wandere ich auf den Melibokus, den höchsten Gipfel oberhalb der Bergstraße. Die Sonnen scheint nun durch den lichten Buchenwald, der sich allmählich herbstlich färbt. Ein wunderbarer Morgen! Vom Aussichtspunkt blickt man weit über die Rheinebene.

© Günter Kromer - Blick vom Melibokus auf die Rheinebene#images-tours/thumbs/mg-7809.jpg
© Günter Kromer— Blick vom Melibokus auf die Rheinebene

Am Morgen ist hier noch kein Mensch unterwegs. Einmal raschelt es direkt neben mir im Gebüsch und ich sehe gerade noch, wie ein großes Wildschwein den Hang hinab rennt.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nun erreiche ich eines der beliebtesten Ausflugsziele im Odenwald. Das Felsenmeer im Lautertal sieht eigentlich eher wie ein langer Felsenfluss statt wie ein Meer aus. Ein paar hundert Meter weit liegen unglaublich viele von der Erosion abgerundete Felsen. Oben komme ich zuerst an einzelnen Felsgruppen vorbei, dann nimmt die Menge der runden Steine immer mehr zu. Schon die Römer nutzten diese Felsblöcke. An einigen Stellen sieht man Säulen und andere unvollendete Werkstücke, die nach begonnener Arbeit nicht fertiggestellt und liegen gelassen wurden.

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© Günter Kromer— Felsenmeer - Römische Säule

Eine Stunde lang fotografiere und filme ich in diesem kleinen Naturparadies. Mikrofonaufnahmen beim Filmen sind hier aber nicht einfach, da im Gegensatz zur restlichen Strecke hier sehr viele Touristen sind, die teilweise auch viel Lärm verursachen. Überall weisen Schilder darauf hin, dass im Naturschutzgebiet das Verlassen der Wege verboten ist. Doch 80 Prozent der Spaziergänger wandern nicht auf dem gut markierten Weg sondern klettern zwischen den Steinen aufwärts.

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© Günter Kromer— Felsenmeer
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© Günter Kromer— Felsenmeer

Die Rekonstruktion einer römischen Pendelsäge zeigt unten vor dem Informationszentrum, wie man damals solche Felsen zersägen konnte.

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© Günter Kromer— Steinsäge

Es folgt die wenig spektakuläre Durchquerung von Reichenbach, dann geht es wieder hinaus in die Natur.

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© Günter Kromer— Reichenbach

Der Kletterfelsen Hohenstein sieht aus wie eine gewaltige Mauer. Auf der breiten Seite kann man äußerst deutlich die starke schräge Schichtung des Sandstein erkennen, von der Längsseite her wirkt er wie ein bizarrer Turm.

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© Günter Kromer— Hohenstein
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Der Friedhof im kleinen Dorf Schlierbach wird von vielen Stickel genannten Grabschildern geziert.

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© Günter Kromer— Friedhof Schlierbach
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© Günter Kromer— Schlierbach

Am späten Nachmittag spaziere ich in Lindenfels durch ein altes Stadttor, vorbei am Deutschen Drachenmuseum und hinauf zur Burgruine, von der aus man eine weite Aussicht über den Odenwald hat.

Obwohl Lindenfels auch als Drachenstadt bezeichnet wird und an vielen Stellen recht unterschiedlich gestaltete Drachenfiguren stehen, reizt mich kein einziger dieser Drachen zum fotografieren.

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© Günter Kromer— Lindenfels
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© Günter Kromer— Burg Lindenfels

Da mich auch die kulinarischen Besonderheiten einer Region interessieren, esse ich hier die Odenwälder Spezialität Kochkäse. Doch mir hat dieser weiche Käse, den man mit einem Löffel isst, zu wenig Geschmack. Da helfen auch der dazu servierte Kümmel und die Zwiebeln nichts. Auch der regionale Apfelwein und ein Bier aus dem Odenwald gefallen mir hier weit weniger als die Landschaft.

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© Günter Kromer— Blick auf Lindenfels

18.10.18 - Lindenfels - Erbach-Bullau 38 km

Ich frühstücke um sieben Uhr. Dann führt mich der Weg vom Ort kurz und anstrengend hinauf zu einem Aussichtspunkt, von dem man aber außer Bäumen nichts sieht, danach ebenso steil wieder zur Straße hinab. Ich empfehle, statt dessen den Tag etwas bequemer zu beginnen, der Ortsstraße noch fünf Minuten lang Richtung Osten zu folgen, dort kreuzt kurz nach dem Hotel Waldschlösschen der Nibelungensteig und führt nun rechts bequem bergab.
Eigentlich wäre der Himmel heute morgen wolkenlos, doch ein dichtes Netz aus Kondensstreifen färbt vor Sonnenaufgang den Himmel rot. Ich bin früher auch oft und gerne geflogen, aber abgesehen von den allgemeinen Problemen des Klimawandels ärgert es mich inzwischen auch immer mehr, wie viel Sonnenlicht und blauer Himmel von den Resten der Kondensstreifen verschluckt werden. Dass man je nach Wetterlage an manchen Tagen statt tiefblauem Himmel nur noch ein verwaschenes Grau über sich sieht, ist einer der wichtigsten Gründe für mich, warum ich mit dem D-Wanderer Projekt mehr Menschen dazu motivieren will, ab und zu auch mal wieder durch Deutschland zu wandern, anstatt immer nur mit Billig-Airlines durch Europa zu jetten.

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© Günter Kromer

Am frühen Morgen verwandelt der Dunst die Landschaft in eine weichgezeichnete Märchenwelt. Ständig bleibe ich für Fotos und Filmaufnahmen stehen. Es lohnte sich mal wieder sehr, so früh aufzubrechen. Wer jetzt noch im Hotel beim Frühstück sitzt ist selbst schuld, wenn er die schönste Zeit des Tages verpasst.
Der dünne Bodennebel löst sich sehr bald auf, doch der sanfte Dunsthauch bleibt heute den ganzen Tag bestehen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Wieder geht es technisch nicht besonders anspruchsvoll abwechselnd bergauf und bergab. Nur wenige Abschnitte sind steil.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Walburgiskapelle
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Gaßbachtal bei Grassellenbach

Im Odenwald gibt es mehrere Quellen, bei denen behauptet wird, dies sei der Ort, an dem Siegfried ermordet wurde. Beim Siegfried-Brunnen sehe ich heute weder Siegfried noch Wasser. Entlang des Wanderwegs informieren viele Tafeln über die Nibelungensage.

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© Günter Kromer— Siegfriedsbrunnen

Bisher wanderte ich fast nur durch lichten Laubwald, nun geht es am Mittag manchmal auch durch Nadelwald.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

In diesem Jahr liegt überall so extrem viel Fallobst auf dem Weg, dass ich mittags keinen Proviant kaufen muss. Ich bücke mich immer wieder und lerne innerhalb dieser vier Tage die geschmacklichen Unterschiede zwischen mehr als einem Dutzend Apfel- und Birnensorten kennen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Vor einem schönen Hofcafé schnattern lautstark einige Gänse. Gerne würde ich mich hier eine Weile hinsetzen, aber ich marschiere weiter, da ich nicht weiss, ob ich ansonsten mein Etappenziel noch bei Tageslicht erreiche.

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© Günter Kromer

Am Marbach Stausee gibt es neben viel Natur zwar auch einen kleinen Badebereich, doch zum Schwimmen ist es heute zu kühl.

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© Günter Kromer— Marbach Stausee
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© Günter Kromer— Marbach Stausee
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© Günter Kromer

Das Himbächel Viadukt spannt sich eindrucksvoll über das Tal.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Ich komme an einer weiteren Stelle vorbei, die als Felsenmeer bezeichnet wird, aber im Gegensatz zu gestern ist das eher ein Teich statt ein Meer. Ein paar große Sandsteinfelsen, eine Steintreppe dazwischen - in manchen Regionen würde man so etwas noch nicht einmal auf der Karte markieren.

Zu meiner Unterkunft in Erbach-Bullau muss ich vom Wanderweg aus etwa zwei Kilometer auf einer Asphaltstraße hinab gehen. Im Café am unteren Ende des Ortes werde ich sehr herzlich aufgenommen. Extra für mich wird sogar ein Abendessen gekocht.

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© Günter Kromer— Steinernes Meer

19.10.18 - Erbach-Bullau - Amorbach

Ich wandere schon vor Sonnenaufgang weiter.

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© Günter Kromer

Wieder geht es heute oft durch Nadelwald oder Mischwald. Die ersten Kilometer bieten außer Wald und einer hübschen Kapelle wenig Sehenswertes.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Schöllenbach
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Kapelle bei Breitenbach
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© Günter Kromer

Bald gefällt mir die Strecke nun wieder. In Ruine Wildenburg halte ich mich lange auf und fotografiere und filme viel.

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© Günter Kromer— Ruine Wildenburg
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Auf den letzten Kilometern muss ich mich beeilen, damit ich die Abteikirche in Amorbach erreiche, bevor sie um 16 Uhr geschlossen wird. Fast in letzter Minute kann ich mir dieses Meisterwerk noch anschauen. Die Kirche wurde im barocken Stil gestaltet, weisst aber auch sehr viele Rokoko-Elemente auf. Die wunderbare Orgel ist eine der größten Barock-Orgeln Europas.

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© Günter Kromer— Abteikirche Amorbach
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© Günter Kromer— Abteikirche Amorbach
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© Günter Kromer— Abteikirche Amorbach

Anschließend setze ich mich lange in einem Park auf eine Bank am Ufer eines Sees und schaue den Enten, Schwänen und einem Eisvogel zu.

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© Günter Kromer

Da ich nun bereits in Franken bin, bestelle ich zum Abendessen einen leckeren Fränkischen Sauerbraten.

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© Günter Kromer

20.10.18 Amorbach - Freudenberg 28 km

Wieder breche ich vor Sonnenaufgang auf. Bald nach Verlassen des Ortes führt der Weg an einem steilen Hang entlang, an dem vor langer Zeit viele Terrassen angelegt wurden, wohl für Wein- oder Obstbäume. Inzwischen ist das Ergebnis der mühevollen Arbeit, die sicherlich für viele Generationen gedacht war, verwildert und mit Wald zugewachsen, ein Zeichen für die Vergänglichkeit menschlichen Schaffens.
Dann führen einige Serpentinen hinauf zur Gotthardsruine. Die Basilika wurde im 17. Jahrhundert auf den Resten von Vorgängergebäuden errichtet, brannte aber schon 1714 nach einem Blitzschlag ab.

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© Günter Kromer— Amorbach - Gotthardsruine
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© Günter Kromer

Einige Kilometer später blicke ich von der Terrasse der Mildenburg erstmals hinab nach Miltenberg und auf den Main.

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© Günter Kromer— Miltenberg
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© Günter Kromer— Miltenberg
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© Günter Kromer

Über eine Treppe geht es hinab in den Ort. Am von vielen herrlichen Fachwerkhäusern umrahmten, Schnatterloch genannten Platz erreiche ich die Altstadt von Miltenberg. Der markierte Nibelungensteig führt nun am Mainufer entlang, doch es lohnt sich viel mehr, statt dessen durch die schöne Hauptstraße zu spazieren und dann erst zum Main zu gehen.

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© Günter Kromer— Miltenberg - Schnatterloch
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© Günter Kromer— Miltenberg - Schnatterloch
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© Günter Kromer— Miltenberg - Hauptstraße
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© Günter Kromer— Miltenberg

Dann erreiche ich Bürgstadt. Zum Glück weiss ich, dass sich hier in der kleinen, äußerlich sehr unscheinbaren Martinskapelle ein weiterer Kulturschatz verbirgt und dass ich den Schlüssel zur Kapelle nebenan in der Gärtnerei bekomme. Die  gesamte Kapelle ist mit wunderbaren Wand- und Deckengemälden aus dem 16. Jahrhundert geschmückt.

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© Günter Kromer— Bürgstadt - Martinskapelle
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© Günter Kromer— Bürgstadt - Martinskapelle

Nun folgen noch einmal etwa 400 Höhenmeter Auf- und Abstieg. Vor einer kleinen Kapelle blicke ich hinab nach Bürgstadt und zum Main.

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© Günter Kromer— Blick auf Main und Bürgstadt

Bald darauf erreiche ich die Grundmauern der Centgrafenkapelle. Diese könnte ein Mahnmal für den Berliner Flughafen sein, denn ihr Bau wurde zwar begonnen, aber nie vollendet. 

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© Günter Kromer— Centgrafenkapelle

Bald darauf führt der Weg an weiteren unvollendeten Werken vorbei. Die sogenannten Heunefässer sind unvollendet aus dem Stein gemeißelte Säulen, vermutlich für Bauwerke in Mainz geplant.

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© Günter Kromer— Heunefässer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Kurz darauf komme ich schon wieder an eine keltischen Ringwall vorbei. Dieser ist aber interessanter. Der hohe Wall war einst mehr als drei Kilometer lang. An einer Stelle kann ich die Rekonstruktion eine Tores fotografieren. Beeindruckend!

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© Günter Kromer— Keltischer Ringwall - rekonstruiertes Tor

Von der Burg Freudenberg einmal blicke ich zum Main hinab. Dann führt mich eine Treppe hinunter zum Rathaus von Freudenberg. Nun nur noch über die Brücke, schon erreiche ich den Bahnhof. Schade, schon vorbei! Diese Weg kann ich uneingeschränkt empfehlen.

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© Günter Kromer— Burg Freudenberg
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© Günter Kromer— Burg Freudenberg
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© Günter Kromer— Freudenberg
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© Günter Kromer

Hier stehen aktuelle Infos über den Nibelungensteig: https://www.nibelungenland.net/Qualitaetsweg-Nibelungensteig

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© Günter Kromer