9. - 17.9.2019

Kammweg Erzgebirge-Vogtland

Deutschland-Wanderer Kilometer 7597 bis 7910

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Bisher stelle ich bereits mehr als 9000 km auf interessanten Fernwanderwegen vor. Bis Juni 2020 werden die 10.000 km überschritten. Auch danach will ich gerne weitere schöne Wanderungen auf dieser Seite vorstellen. Doch ohne Unterstützung durch euch Leser lässt sich dieses Projekt dann nicht mehr finanzieren. Ich freue mich über jeden "Sponsorenbeitrag", egal in welcher Höhe. Infos stehen hier:  https://d-wanderer.de/aktuelles.php

 

Der 287 km lange Kammweg Erzgebirge-Vogtland führt auf einer im Vergleich zu anderen Wegen in Mittelgebirgen relativ leichten Strecke über das Erzgebirge und durch das Vogtland. Die Strecke ist hervorragend markiert.  Wer gerne weit abseits von Verkehrs- und Industrielärm durch die Natur wandert, der ist hier am rechten Fleck. Offiziell ist der Weg in 17 Etappen eingeteilt. Ich legte ihn in 9 Tagen zurück.

 

Zwei Stunden nachdem ich den letzten Kilometer auf dem Malerweg gewandert bin, sitze ich bereits in einem sehr günstigen Hostel in Geising. Unten am Bahnhof kam ich gerade am offiziellen Startpunkt des Kammweg Erzgebirge-Vogtland vorbei.

 

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© Günter Kromer— Geising

9.9.19 Geising - Holzhau 26 km

Am Morgen regnet es in Strömen. Über den ersten hohen Gipfel am Kammweg, den Geisingberg, wandere ich im dichten Nebel. Normalerweise verzichte ich bei Fernwanderungen meist auf Museumsbesuche, aber wegen der heftigen Dauerdusche besichtige ich heute in Altenberg die interessante Ausstellung im Bergbaumuseum. Es lohnt sich! Nur auf die Fahrt in den Stollen verzichte ich, das würde dann doch zu lange dauern. Von der großen Pinge sehen ich wegen dem Nebel leider nichts.

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© Günter Kromer— Bohrmaschinen im Bergbaumuseum Altenberg

Bald marschiere ich durch schöne Hochmoorwälder. Der Weg gefällt mir. Eine Schutzhütte am 905 m hohen Kahleberg bietet mir die willkommene Gelegenheit, etwas im Trockenen zu essen. Auf die Aussicht muss ich im Dauergrau auch hier verzichten.

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© Günter Kromer

Meine Rast dauert nur sehr kurz. Bei weniger als 5 Grad ist es zu kalt, um lange zu sitzen. Ich kann kaum glauben, dass heute der 9. September ist. Weiter geht es durch die Hochmoorvegetation.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Die erste Etappe ist ein Musterbeispiel dafür, wie abwechslungsreich Wald sein kann. Unter anderem komme ich auch durch ein Naturschutzgebiet mit uralten Buchen. Dann führt der Kammweg einige Kilometer auf dem Damm einer über 100 Jahre alten und erst 1972 stillgelegten Bahnstrecke weiter.

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© Günter Kromer— Ehemalige Bahnstrecke

Auch die folgenden Kilometer sind recht leicht. Darüber bin ich heute froh, denn noch gestern beim Frühstück wusste ich nicht, ob ich vom Malerweg gleich nach Hause fahren muss oder wie geplant im Erzgebirge wandern kann. Am Freitagmorgen verletzte ich mir bei einem Sturz ein Knie und humpelte seither recht übel durch die Gegend. Heute kann ich mein verletztes Bein zwar schon besser belasten als an den wirklich üblen ersten Tagen, aber es wird noch lange dauern, bis ich wieder halbwegs normal wandern kann. Ohne meine Stöcke könnte ich steile Abstiege noch immer unmöglich bewältigen.

Gegenüber sehe ich fast baumlose Berghänge. Dazwischen ist unten im Tal die Grenze zur Tschechischen Republik. In fünf Minuten wäre ich drüben. Nur noch Schilder weisen auf den Landeswechsel hin.

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© Günter Kromer— Blick in die Tschechische Republik

Nach stundenlanger Kälte, Nebel und Regen bin ich froh, als ich das gebuchte Hotel in Holzau erreiche. Zehn Minuten nach meiner Ankunft sitze ich dort bereits in der Sauna und friere endlich nicht mehr.

10.9.19 Holzhau - Olbernhau 31 km

Am nächsten Morgen löst sich schon während dem Frühstück der Nebel auf.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nach der Waldetappe von gestern wandere ich heute am Vormittag meist über sonnige Wiesen und Felder mit weiter Aussicht, dazwischen natürlich auch ab und zu durch Wald.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Die abwechslungsreiche Strecke gefällt mir. Den ganzen Tag über ist der Weg recht leicht. So komme ich schnell voran. Aber zum Fotografieren bleibe ich wieder viel öfter stehen als geplant, das kostet Zeit.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Mittags geht es dann abwechselnd durch Wald und über offene Flächen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Unterwegs komme ich u.a. am Sächsischen Brauereimuseum, an einem Glashüttenmuseum und einem Nussknackermuseum vorbei. Die Nussknacker sind ebenso wie Räuchermännchen und Weihnachtspyramiden mehr typische Erzeugnisse des Erzgebirge, vor allem aus dieser Region.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Vom Gipfel des Schindelberg blicke ich in allen Richtungen weit über das Land.

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© Günter Kromer— Schindelberg

Seiffen wird auch als Spielzeugdorf bezeichnet, da hier fast an jeder Ecke die für das Erzgebirge typischen Holzwaren produziert und auch verkauft werden. Den Besuch des Spielzeugmuseum lasse ich zwar aus, aber am Schaufenster eines Geschäfts, in dem faszinierende Miniaturwelten in Streichholzschachteln verkauft werden, bleibe ich lange mit großer Begeisterung stehen. Ich bin absolut kein Freund von Dekorations- oder Geschenkartikeln, aber diese hier finde ich genial.

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© Günter Kromer— Seiffen, dahinter der Schindelberg

Nach einem recht entspannten Wandertag erreiche ich Olbernhau, das direkt an der deutsch-tschechischen Grenze liegt.

11.9.19 Olbernhau - Schmalzgrube 41 km

Gleich am Ortsrand führt der Weg durch das große Gelände der Saigerhütte, die eines der größten Monumente der inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Montanregion Erzgebirge ist.

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© Günter Kromer— Saigerhütte

Mit mehr als 20 historischen Gebäuden ist sie ein faszinierendes Zeitzeugnis des Hüttenwesens. Leider muss ich mich darauf beschränken, die Gebäude von außen anzuschauen. Da heute eine besonders lange Wanderstrecke vor mir liegt, kann ich nicht bis zur Öffnung des Museums warten. Schade! Vor allem den alten, mit Wasserkraft betriebenen Kupferhammer, der den Besuchern noch immer in Aktion vorgeführt wird, hätte ich gerne gesehen.

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© Günter Kromer— Saigerhütte

Ein bequemer Weg führt mich durch Buchenwald bergauf, nur wenige hundert Meter von der Grenze entfernt.

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© Günter Kromer

Am Stößerfelsen blicke ich hinüber ins fremde Land. Drüben sieht der Wald genau so aus wie hier. Für die Pflanzen und Tiere gibt es keine Trennung der Nationen. Die Menschen dort drüben wuchsen mit einer völlig anderen Geschichte und einer anderen Politik auf, hören andere Musik, lesen andere Bücher, sehen andere Filme und Fernsehsendungen. Doch trotz aller räumlich und historisch bedingter Unterschiede sind die Träume und Hoffnungen der Menschen auf beiden Seiten gleich, und ich hoffe, dass irgendwann die letzten Grenzen verschwinden.

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© Günter Kromer— Stößerfelsen
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© Günter Kromer— Stößerfelsen

Nun dominiert wieder Fichtenwald. Aussicht gibt es ein paar Kilometer weit nicht.

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© Günter Kromer

Bei Rübenau erreiche ich dann wieder eine sonnige, offene Landschaft. Der Kammweg führt in großem Bogen um die Streusiedlung herum, mit vielen schönen Aussichtspunkten und dazwischen einem Abstecher in den Wald zu einem See.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Den Kammweg kann ich auch wegen der vorbildlichen Markierung loben. Zur nahezu lückenlosen, klaren Markierung kommt hier etwas dazu, das ich während meiner bisherigen 7500 km schon oft gebraucht hätte. Wenn man große Wiesen oder Felder überquert, kann man oft auf weite Distanz die üblichen Markierungsschildchen kaum erkennen. Hier hängen an solchen Stellen etwa 30x30 cm große Tafeln. Super! Dies sollte bei allen Wanderwegen Pflicht werden!

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© Günter Kromer

Auch heute bleibt die Strecke den ganzen Tag überraschend leicht. Es gibt nahezu keine steilen Abschnitte und nur wenige felsige oder stark verwurzelte Pfade. Die meist bequemen Wege eignen sich gut zum Entspannen. Dazu bietet die Strecke heute wieder sehr viel Abwechslung.

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© Günter Kromer

Der Grüne Graben wurde angelegt, um Wasser aus den umliegenden Tälern zur Nutzung im Bergbau zu führen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Zwischendurch wandere ich durch ein kleines Hochmoor. Gerne hätte ich hier noch einen Abstecher auf den Moorlehrpfad gemacht, aber der Bohlensteg wird gerade erneuert.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Vom 889 m hohen Hirtstein habe ich wieder eine sehr weite Aussicht. Vor allem begeistern mich hier oben die spektakulären Basaltformationen.

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© Günter Kromer— Hirtstein
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© Günter Kromer— Hirtstein

Bald darauf bin ich dann im kleinen Weiler Schmalzgrube in einer äußerst günstigen Ferienwohnung auf dem Gelände eines alten Hammerwerks. Hier stehen auch ein 1659 erbauter Holzkohlehochofen, in dem Roheisen produziert wurde und das fotogene Hammerherrenhaus.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

12.9.19 Schmalzgrube - Jugendherberge Neudorf 29 km

Am Morgen führt mich der Kammweg zuerst zwischen dem plätschernden Bach Schwarzwasser und der Trasse der Preßnitztalbahn voran. Leider fährt heute Morgen hier kein Dampfzug an mir vorbei.

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© Günter Kromer

Einige Zeit wandere ich dann meist durch Wald, auch hier ab und zu entlang reizvoller Bäche, manchmal wieder direkt an der Grenze entlang.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Dann marschiere ich auf den 897 m hohen Bärenstein. Von oben blicke ich hinab zur Talsperre Cranzahl und hinüber zum Fichtelberg, auf den ich morgen früh steigen werde.

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© Günter Kromer— Bärenstein

Erst vor einer Stunde habe ich mich sehr lange mit einem anderen Fernwanderer unterhalten und die auf den bisherigen 115 km lückenlose Markierung gelobt, nun verliere ich entweder durch falsche Markierungen oder durch mangelnde Aufmerksamkeit mehr als eine halbe Stunde. Schon am ersten Tag habe ich hier gemerkt, dass es außer dem weiß-blau-weißen Balken mit der Aufschrift KAMM auch noch Wegzeichen der selben Farbe, aber ohne Beschriftung gibt. Diese gehören nicht zum Kammweg. Also keine Buchstaben - kein Kammweg! Hier gibt es nun aber auch Zeichen mit anderen Buchstaben, was mir leider erst zu spät auffällt. WDE ist nicht KAMM! Als ich dann wieder auf den Kammweg treffe, folge ich ihm in falscher Richtung. Erst bei der Staumauer merke ich, dass ich die Talsperre nun fast komplett umkreist habe. Mist! Zwei Kilometer zurück und dieses Mal auf dem richtigen Weg weiter!

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© Günter Kromer— Talsperre Cranzahl

Die Jugendherberge von Neudorf liegt etwa eine halbe Stunde abseits des Kammwegs, was aber insgesamt keinen Umweg bedeutet, da ich morgen von hier direkt zum Kammweg hinauf kann. Der Weg zur Herberge führt eine Weile über den Erlebnispfad Bimmelbahn, wo mir der Dampfzug der Fichtelbergbahn entgegen kommt.

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© Günter Kromer— Fichtelbergbahn

13.9.19 Neudorf - Johanngeorgenstadt 35 km

Der Tag beginnt mit dem langen Aufstieg zum 1215 m hohen Fichtelberg. Zur höchsten Erhebung Mitteldeutschlands kommen viele Touristen mit dem Sessellift oder mit Deutschlands ältester Seilbahn.

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© Günter Kromer— Fichtelberg

Leider wird die Aussicht heute vom sehr grauen Wetter getrübt.

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© Günter Kromer— Fichtelberg

Samstags wird hier die vor einigen Jahren zur Erinnerung an die deutsche Wiedervereinigung aufgestellte Friedensglocke geläutet.

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© Günter Kromer— Fichtelberg
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Bei jedem Fernwanderweg gibt es zwischendurch auch weniger spannende Etappen. Heute führt der Kammweg fast nur durch Wald mit wenig Aussichtspunkten. Nur selten wandere ich kurz durch offenes Gelände, vor allem in der Nähe von Rittersgrün.

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© Günter Kromer

Doch obwohl ich diese Strecke recht langweilig finde, hat sie auch ihre guten Aspekte. In wenigen anderen Mittelgebirgen kann man stundenlang in solcher Stille wandern. Kein häufiges Queren von Straßen voller LKWs, auch an sonnigen Wochenenden keine Dauerbeschallung von Motorradlärm - hier genieße ich Ruhe.
Oft spaziere ich wieder unmittelbar an der Grenze entlang. Inzwischen führen viele Wanderwege und Skiloipen auch auf die böhmische Seite.

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© Günter Kromer

Ein kleiner See bietet mir eine willkommene Abwechslung.

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© Günter Kromer

In Johanngeorgenstadt wundere ich mich zuerst darüber, warum es hier so viele große, gebührenpflichtige Parkplätze gibt. Am Grenzübergang zum tschechischen Potucky erkenne ich den überraschenden Grund. Auf der anderen Seite drängen sich Souvenirläden, Duty Free Shops und jede Menge Ramsch entlang der Straßen und locken unglaublich viele Touristen an.

Ich würde in Johanngeorgenstadt gerne das Besucherbergwerk besichtigen, aber die einzige öffentliche Führung ist um 11:30 Uhr.

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© Günter Kromer— Potucky

14.9.19 Johanngeorgenstadt - Mühlleithen 30 km

Der nächste Tag gefällt mir wieder besser. Nach einigen Kilometern blicke ich vom Aussichtsturm auf dem 1018 m hohen Auersberg weit in alle Richtungen.

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© Günter Kromer— Auersberg

Die nächsten Stunden vergehen recht abwechslungsreich. Wie inzwischen gewohnt ist der Weg nicht allzu schwer.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Am besten gefällt mir heute der Streckenabschnitt beim Weiler Morgenrot.

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© Günter Kromer

Danach folgt der Kammweg eine Weile recht idyllisch einem alten Wassergraben.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Zuletzt muss ich dann noch 3 km auf breiten Forstwirtschaftswegen hinauf nach Mühlleithen marschieren.
Die empfehlenswerte Pension Kammloipe liegt direkt am Wanderweg. Ich habe inzwischen quer durch Deutschland viele nette Gastgeber kennen gelernt. Hier im Erzgebirge scheint es nur sehr herzliche Menschen zu geben. Hier gefällt es mir!

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© Günter Kromer— Mühlleithen

15.9.19 Mühlleithen - Eichigt 35 km

Am Morgen geht es zuerst noch einmal durch die Wälder des Erzgebirge. Bald führt der Weg an einer geologischen Besonderheit vorbei. Hier steht einer von nur zwei Topasfelsen in Deutschland. Ursprünglich war er etwa drei Mal so groß, aber durch Abbau schrumpfte er stark. Im 18. Jahrhundert wurden sogar die englische Krone mit 485 Topassteinen von hier geschmückt.

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© Günter Kromer— Schneckenstein

Von einer großen Bergbau-Abraumhalde blicke ich ein letztes Mal über die weiten Wälder.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Noch ein paar Kilometer durch Wald, vorbei an einem idyllischen See, dann erreiche ich die Talsperre Muldenberg.

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© Günter Kromer— Talsperre Muldenberg
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© Günter Kromer— Talsperre Muldenberg

Der Kammweg führt mich meist sehr bequem weiter. Nahe Schöneck ist an einem See, der eine ehemalige Lehmgrube füllt, beim Ausflugslokal viel Betrieb.

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© Günter Kromer— Ehemalige Lehmgrube

Der Kammweg wechselt nun vom Erzgebirge in das Vogtland. Die Berge sind hier nicht mehr so hoch.

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© Günter Kromer

Auch diese offene Landschaft gefällt mir am ersten Tag ausgezeichnet. Heute kann ich hier viel Sonne tanken.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

In Adorf führt der Weg an der Altstadt vorbei. Ich gehe durch eines der Stadttore ein paar Meter bis zum Marktplatz, wo ich ein Eis esse.

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© Günter Kromer— Adorf - Rathaus
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© Günter Kromer— Adorf- Stadttor

Weiter geht es durch ein idyllisches Tal und über sonnige Höhen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Am frühen Abend erreiche ich Eichigt. Landgasthof Süßebach, in dem bei dieser Etappe wohl alle Kammwegwanderer übernachten, liegt abseits der Strecke. Da der Gasthof nicht auf der Wanderkarte steht, marschiere ich 2 km entlang einer Straße ohne begehbaren Randstreifen. Danach erfahre ich, wie ich auch durch den Wald wandern gekonnt hätte.

16.9.19 Eichigt - Gutenfürst 33 km

Wie gestern Mittag geht es auch heute mit dem Wald, Wiesen, Felder Mix weiter, nicht ganz so fotogen, aber recht nett. Mein verletztes Bein schmerzt zwar noch immer, aber inzwischen kann ich wieder halbwegs normal wandern.

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© Günter Kromer

Talsperre Dröda, an der ich zwei Mal vorbei komme, hat momentan einen sehr niedrigen Wasserstand. Kein Wunder nach dem trockenen Sommer!

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© Günter Kromer— Talsperre Dröda
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© Günter Kromer— Talsperre Dröda

Nur die Vorsperre Ramolsreuth ist bis zum Rand gefüllt.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Der schönste Streckenabschnitt des Tages ist ein Pfad, der mich durch urige Vegetation auf einem mit kleinen Felsen besetzten Bergrücken führt.

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© Günter Kromer

Kurz darauf erreiche ich die Ruinen der beiden ehemaligen Wallfahrtskirchen Burgstein. Eine der beiden Kirchen war ein beachtlich großes Gemäuer.

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© Günter Kromer— Burgstein-Ruinen

Auch der darauf folgende Weg an einem plätschernden Bach gefällt mir.

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© Günter Kromer

Nach ein paar Kilometern erreiche ich Gutenfürst. Da ich hier in der Gegend keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden habe, muss ich mit dem Regionalzug in die wenige Minuten entfernte Stadt Hof fahren.
Auf dem Fahrplan am Bahnhof steht, dass der Zug in Richtung Hof auf Gleis 1 abfährt, laut Beschriftung der Bahnsteige geht es aber von Gleis 2 nach Hof. Da dies nur ein Bedarfshaltepunkt ist und der Übergang auf die andere Seite recht weit ist, warte ich recht verunsichert auf den nur stündlich fahrenden Zug, stehe aber auf der richtigen Seite.

17.9.19 Gutenfürst - Blankenstein 31 km

Kurz vor acht Uhr komme ich wieder in Gutenfürst an. Heute führt der Kammweg meist an der ehemaligen deutsch/deutschen Grenze entlang. Schon bald wandere ich auf einem Kolonnenweg.

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© Günter Kromer

Entlang der Grenze zieht sich seit Jahren eine „Grünes Band“ genannte Kette von Naturschutzgebieten. Auch hier wurde vor kurzem ein Teil der Ackerfläche neben dem Kolonnenweg durch Wiesen mit Wildblumen und Kräutern ersetzt.

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© Günter Kromer

Anfangs geht es mit nur geringen Höhenunterschieden über Felder. Manchmal verlässt der Kammweg den Kolonnenweg, um für eine Weile auf bequemeren Wegen weiter zu führen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Der Hochnebel löst sich bald auf. Durch die Feuchtigkeit am Morgen sind die Gräser und die Spinnennetze am Wegesrand dicht mit Tautropfen besetzt.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nach einigen Kilometern erreiche ich das kleine Dorf Mödlareuth, das jahrzehntelang durch eine 700 m lange Grenzmauer aus Beton geteilt wurde.

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© Günter Kromer— Mödlareuth

Schautafeln und ein Museum informieren heute über diesen gruseligen Teil deutscher Geschichte. Im Außenbereich des Museums stehen u.a. ein Wachturm und verschiedene Arten der Grenzbefestigung. Auch ein Abschnitt der Mauer wurde als Zeitzeugnis erhalten, ebenso ein Stück weiter ein Teil des Grenzzauns mit Graben.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Dann erreiche ich die Sächsische Saale. Obwohl der Weg nur wenige Meter vom Ufer entfernt ist, kann ich das Wasser durch die dichte Vegetation nicht sehen. Dann führt der Weg hinauf zu zwei Aussichtspunkten, von denen sich ein herrlicher Blick bietet.

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© Günter Kromer— Sächsische Saale
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© Günter Kromer

Bei Hirschberg wandere ich eine Weile auf einem sehr hübschen Uferweg.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Einst stand hier zwischen dem Ort und dem Fluss ebenfalls eine Mauer.

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© Günter Kromer— Hirschberg

Mal in der Höhe, mal im Tal, geht es abwechslungsreich weiter.

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© Günter Kromer

An manchen Stellen überdeckt die Natur inzwischen die alten Kolonnenwege.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Bei Pottiga wurde eine Aussichtsplattform gebaut, die ein Stück über den Hang hinaus ragt.

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© Günter Kromer— Aussichtsplattform bei Pottiga
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© Günter Kromer— Aussichtsplattform bei Pottiga

Von Blankenberg blicke ich hinab nach Blankenstein, wo der Kammweg am Wanderportal endet. Hier beginnen bzw. enden auch der Rennsteig, der Fränkische Gebirgsweg und der Frankenweg.
Hier stehen die offiziellen Infos über den Kammweg: www.kammweg.de

 

 

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© Günter Kromer— Blankenstein