4.9.-8.9.19

Malerweg

D-Wanderer km 7385 bis 7597

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Bisher stelle ich bereits fast 9000 km auf interessanten Fernwanderwegen vor. Bis Juni 2020 werden die 10.000 km überschritten. Auch danach will ich gerne weitere schöne Wanderungen auf dieser Seite vorstellen. Doch ohne Unterstützung durch euch Leser lässt sich dieses Projekt dann nicht mehr finanzieren. Ich freue mich über jeden "Sponsorenbeitrag", egal in welcher Höhe. Infos stehen hier: https://d-wanderer.de/aktuelles.php

 

Der Malerweg zählt zu den beliebtesten Etappenwanderungen Deutschlands. Mit nur 112 km, aufgeteilt in offiziell 8 Tagesetappen, ist er nicht allzu lang. Ich legte ihn in 4,5 Tagen zurück. Die großartigen Felslandschaften im Elbsandsteingebirge in der Sächsischen Schweiz sollte jeder Wanderer und Naturfreund einmal besuchen.  Mich hat es überrascht, dass ausgerechnet diese so stark frequentierte Route einer der am schlechtesten markierten Wege meiner bisherigen Touren ist. Für den Malerweg empfehle ich, eine Karte oder den GPS-Track mitzunehmen.

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© Günter Kromer

4.9.19 Wehlen-Pötzscha - Pirna 9 km

Eigentlich hatte ich vor, heute den Nachmittag ganz entspannt in Pirna zu verbringen. Nach den letzten beiden langen Etappen in der Uckermark und einem frühen Aufbruch heute morgen wäre dies vernünftig. Doch da heute perfektes Wander- und Fotowetter ist, steige ich nicht in Pirna aus der S-Bahn sondern fahre noch zwei Stationen weiter bis Wehlen-Pötzscha. Nun beginne ich den Malerweg nicht am Start sondern mit den letzten paar Kilometern. Noch kann ich nicht ahnen, wie sehr ich am Sonntag froh bin, dass ich diese drei Stunden bereits vorgezogen habe.
Zuerst gehe ich vom Bahnhof kurz zum Ufer hinunter.

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© Günter Kromer— Wehlen

Dann folge ich dem Malerweg bergauf. Schon bald verlasse ich das Tal und spaziere über sonnige Höhen.

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© Günter Kromer

Kurz wird der Ort Naundorf durchquert. Nun folge ich dem Malerweg einige Kilometer weit durch den Wald, direkt an der oberen Kante des Tales, manchmal vorbei an alten Steinbrüchen und ein paar kleinen Felsen.

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© Günter Kromer

In diesem Streckenabschnitt sind die Felsen im Gegensatz zum restlichen Malerweg eher unscheinbar, aber auch hier schmücken einige interessante Verwitterungsspuren den Sandstein.

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© Günter Kromer

Die Elbe sehe ich hier nur zwischen den Bäumen hindurch. Dann geht es hinab zum Ufer, an einem großen, gut frequentierten Biergarten vorbei. Eine Weile marschiere ich nun auf dem Elberadweg, auf dem sehr viele Radler unterwegs sind.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Dann steige ich wieder durch Wald hinauf, folge oben einem Waldweg und erreiche bald das Schloss von Pirna.

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© Günter Kromer— Pirna

Nun habe ich viel Zeit, mir die Stadt in aller Ruhe anzuschauen. Vor allem die Marienkirche begeistert mich. Da hier ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass ungenehmigtes Veröffentlichen von Fotos bestraft wird, lasse ich die Kamera stecken. Nicht nur die Kirche und der Marktplatz, auch viele Details an den Häusern gefallen mir in dieser angenehmen Stadt.

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© Günter Kromer— Pirna
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© Günter Kromer— Pirna
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Für mich ein weiterer Höhepunkt des Tages ist das Hostel, in dem ich übernachte. Ich mag gute Gemeinschaftsunterkünfte ohnehin lieber als anonyme Hotels. Das in einer alten Villa aus der Gründerzeit angesiedelte Casa Hostel hat eine gut ausgestattete Küche. Die prunkvollen Stuckdecken in Aufenthaltsraum und im großen Schlafraum sind sehenswert. Am Abend sitze ich lange mit der netten Leiterin und drei Malerwegwanderern zusammen, trinke viel zu viel Wein und genieße das Leben.

5.9.19 Liebethal - Hohnstein 25 km

Mit dem Bus fahre ich zum Wanderparkplatz in Liebethal, wo der Malerweg offiziell beginnt. Gleich der erste Abschnitt wird momentan umgeleitet, da der Weg durch den Liebethaler Grund gesperrt ist. Die vorübergehende neue Route führt oberhalb des Tales entlang, trifft aber bald auf den normalen Weg.
Noch bleibe ich kurz in der Höhe. Die weite Aussicht wird durch heute das graue Wetter getrübt.

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© Günter Kromer

Dann steige ich steil hinab in ein felsiges Tal. Gerne würde ich hier sehr viel fotografieren, doch heute ist es hier wegen der dicken Wolken auch um zehn Uhr so dunkel, als wäre die Sonne noch nicht aufgegangen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Wieder marschiere ich hinauf zur weiten Hügellandschaft.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Dann führt der Malerweg lange Zeit durch den wunderbaren Uttewalder Grund, ein schmales Tal, das kilometerweit von hohen Felsen eingerahmt wird.

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© Günter Kromer— Uttewalder Grund
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© Günter Kromer— Uttewalder Grund
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© Günter Kromer— Uttewalder Grund
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© Günter Kromer— Uttewalder Grund
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© Günter Kromer— Uttewalder Grund

Am Felsentor spaziere ich durch einen ganz kleinen Durchgang.

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© Günter Kromer— Uttewalder Grund
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© Günter Kromer— Uttewalder Grund
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© Günter Kromer

In Wehlen liegt bereits die erste offizielle Etappe hinter mir, doch für mich ist es natürlich noch viel zu früh, den Tag zu beenden.

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© Günter Kromer— Wehlen
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© Günter Kromer

Wieder führt der Malerweg aus dem Tal heraus. Ein Felsen bietet gute Gelegenheit für eine Rast mit Aussicht.

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© Günter Kromer

Eine Weile spaziere ich dann über einsame Waldwege, bis ich ab einem großen Parkplatz mitten in einer Völkerwanderung zu stecken scheine. Die Bastei ist eines der beliebtesten Ausflugsziele Deutschlands. Je näher ich diesen spektakulären Felsen komme, desto mehr Menschen sind hier unterwegs. An manchen Stellen kommt es mir vor wie in der Fussgängerzone einer Stadt - nur ohne die Läden.
Pünktlich zu meiner Ankunft an der Bastei scheint nun meist wieder die Sonne. Bevor ich zu den Felsen bei der berühmten Bastei-Brücke gehe, verlasse ich den Malerweg für eine Weile und wandere ein kurzes Stück zu einem Aussichtsfelsen gegenüber der Bastei. Ich kenne diesen Platz und weiss, dass sich der Weg lohnt.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Dann gehe ich ins Herz des Massentourismus. Mir gefällt es zwar nicht, dass man hier an manchen Aussichtspunkten Schlange stehen muss, bis man zum Fotografieren vor ans Geländer darf, aber es lohnt sich.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Die Bastei sollte jeder einmal gesehen haben!

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© Günter Kromer— Basteibrücke
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Basteibrücke
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Unten am Amselsee ist es schon deutlich ruhiger, da der See ein paar hundert Meter abseits der Hauptwanderrouten liegt. Hier kann man auch Tretboote mieten.

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© Günter Kromer— Amselsee

In der nächsten Felsenschlucht sind fast keine Menschen unterwegs.
Das Restaurant und die Nationalparkinformationsstelle am Amselfall sind wegen Felssturzgefahr geschlossen. Ein überdachter, gut gesicherter Schutzweg führt Wanderer sicher durch die Problemzone.
Bald darauf spaziere ich wieder über sonnige Höhen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Der Hochstein bietet eine schöne Aussicht hinüber nach Hohnstein.

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© Günter Kromer— Blick vom Hochstein nach Hohnstein

Eine steile Treppe führt durch die tiefe und sehr schmale Wolfsschlucht.

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© Günter Kromer— Wolfsschlucht

Dann führt mich der Malerweg hinauf nach Hohnstein.

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© Günter Kromer— Hohnstein

Das große, aus vielen Gebäuden bestehende Schloss ist ein herrlicher und relativ preiswerter Ort zum Übernachten. Historisches Ambiente wird hier mit schöner Aussicht kombiniert.

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© Günter Kromer— Schloss Hohnstein
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© Günter Kromer

Zum Sonnenuntergang steige ich hinauf auf den höchsten Turm.

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© Günter Kromer

Danach bleibe ich noch lange draußen auf dem Gelände der alten Burg und genieße das letzte Abendlicht, bis es fast ganz dunkel ist. Solche Tage sind einfach unbezahlbar.

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© Günter Kromer

6.9.19 Hohnstein - Neumannmühle 30 km

Zuerst führt mich der Malerweg flach und bequem voran. Das wundert mich, denn auf meiner heutigen Doppeletappe sind 1180 Höhenmeter zu überwinden. Bald komme ich an der Gautschgrotte vorbei, einem von der Erosion ausgewaschenen Hohlraum in einer Felswand.

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© Günter Kromer— Gautschgrotte

Nach 1,5 Stunden in recht hohem Tempo endet beim Aussichtspunkt Brand die bequeme Strecke.

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© Günter Kromer— Brand
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© Günter Kromer— Brand

Nun steige ich über 800 Treppenstufen in die Tiefe. Den Malerweg könnte man auch Felsentreppenweg taufen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Kurz darauf mühe ich mich auch schon wieder steil bergauf. Danach bleibt der Weg eine Weile mehr oder weniger in der Höhe und führt zu weiteren Aussichtspunkten.
Der Abstieg hinab zur Kochmühle ist recht harmlos. Auf einem nicht steilen, völlig einfachen Forstwirtschaftsweg passe ich wohl nicht auf und rutsche auf einem Stück Schotter aus.
Hose zerrissen, Schienbein aufgeschürft, Knie und Schienbein stark geprellt - zwei, drei Minuten bleibe ich einfach am Boden. Dann teste ich, ob das Bein gebrochen ist. Glück gehabt! Es schmerzt zwar höllisch, aber ich kann weiter gehen. Eine halbe Stunde lang bleibe ich aber noch sitzen, bis ich glaube, wieder wandern zu können.
Auf den nächsten Kilometern humple ich sehr langsam voran und mache mehrmals Pause. Wie ich so mein noch weit entferntes Ziel erreichen soll, bleibt rätselhaft. Aber von meinen langen Ultratrailwettkämpfen weiß ich, dass ich nicht auf halber Strecke aufgeben sollte, denn später fühle ich mich vielleicht wieder besser.

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© Günter Kromer

Irgendwie schaffe ich es hinauf nach Altendorf, dann hinab zur Ostrauer Mühle, von wo aus ich mit einem kleinen Zug nach Hause fahren könnte.
Doch entgegen aller Vernunft will ich weiter wandern. Ich habe mich so lange auf den Malerweg gefreut, da kann mich so ein blöder Sturz jetzt nicht bremsen.
Je weiter ich nun bergauf steige, desto mehr Wanderern begegne ich. Die Schrammsteine sind nach der Bastei wohl das beliebteste Ziel in der Region.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Diese faszinierende Felslandschaft mit ihren grandios geformten Sandsteinmonumenten muss man unbedingt gesehen haben. Obwohl ich das rechte Bein nicht belasten kann, schaffte ich es irgendwie, über die steilen Treppen und manchmal sogar Leitern voran zu kommen.

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© Günter Kromer

Felsen, Felsen, Felsen! Ein toller Aussichtspunkt folgt auf den nächsten.

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© Günter Kromer— Schrammsteine
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Immer weiter geht es auf und ab. Heute könnte ich Ibuprofen gebrauchen, aber Schmerzmittel habe ich aus Prinzip nicht dabei. Entweder es geht ohne, oder ich höre auf!

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Ein langer Abstieg fällt mir noch schwerer. Allmählich muss ich mich beeilen, noch rechtzeitig zu meiner Unterkunft zu kommen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Den Weg zum Kuhstall, einem der wichtigsten Felsmonumente der Sächsischen Schweiz, muss ich abkürzen. Ohne Stöcke könnte ich heute keine 100 m bergab wandern. Dennoch überhole ich am romantischen Flößersteig kurz vor dem Etappenende ein paar andere Wanderer.

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© Günter Kromer

Die Neumannmühle dient heute als technisches Denkmal. In den Gebäuden gegenüber sind ein Restaurant und eine günstige Gruppenunterkunft mit großem Massenlager und Schlafsackplätzen.

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© Günter Kromer— Neumannmühle
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© Günter Kromer

7.9.19 Neumannmühle - Kurort Gohrisch 30 km

Vor dem Frühstück humple ich die Treppe hinab. Wie ich in dem Zustand auch nur einen einzigen Kilometer wandern soll, steht in den Sternen. Daran, wie geplant auch heute wieder zwei Etappen zu marschieren, brauche ich nicht zu denken. Doch vielleicht kann ich mit genügend Kaffee-Doping doch zumindest die erste Etappe bis Schmilka schaffen. Von dort könnte ich dann mit Zug und Bus zu meiner gebuchten Unterkunft im Kurort Gohrisch fahren und dort entscheiden, ob ich morgen früh weiter wandere oder nach Hause fahre.
Zum Glück ist die Strecke auf den ersten Kilometern relativ leicht. Auf den Abstecher zur Kleinsteinhöhle, dem angeblich schönsten Felsbogen des Elbsandsteingebirge, verzichte ich natürlich. Im Gegensatz zu gestern kann ich heute meist auf normalen Wegen und Pfaden wandern, Treppen bleiben mir meist erspart.
Oft regnet es und Wolken verhüllen die Aussicht.

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© Günter Kromer

Aber es geht wieder durch einige schöne Wälder.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Auf den bisherigen 7500 km war ich noch auf keinem so lückenhaft markierten Weg unterwegs. An sehr vielen Kreuzungen oder Weggabelungen hängen zwar Markierungen in unterschiedlichsten Farben, aber keinerlei Hinweis auf den Malerweg. Wenn nirgends eine Markierung irgendeiner Art zu sehen ist, muss man meist dem breiteren Weg folgen. Kurz vor Zeughaus weist an einer Gabelung ein Zeichen exakt in die Mitte zwischen den Wegen. Auch hier folge ich der Hauptroute, was sich als zum Glück nicht allzu weiter Umweg erweist, aber meine Laune nicht bessert.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Am Restaurant auf dem Großen Winterberg sitzen schon sehr viele Wanderer. Aussicht hat man heute von hier oben kaum.
Beim Abstieg über eine nicht allzu steile Felsentreppe kommen mir viele Wanderer entgegen.

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© Günter Kromer

Unten in Schmilka sitze ich im schönen Mühlengarten, esse Kartoffeln mit Quark, trinke eine ungewöhnlich gute Cola (Isis) und fühle mich danach doch halbwegs fit, auch die nächsten 17 km mit 700 hm zu schaffen.

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© Günter Kromer

Mit der kleinen Fähre überquere ich in die Elbe und bin nicht überrascht darüber, dass nun eine sehr steile Treppe fast auf direkter Linie aus dem Tal hinauf führt.

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© Günter Kromer— Schmilka

Oben kann ich dann zum Glück lange Zeit recht bequem wandern. Bequem heißt aber nicht schmerzfrei.
Vor mir sehe ich für diese Region typische Tafelberge, hinter mir auf der anderen Seite der Elbe eine kilometerlange, fast lückenlose Felsenkette mit den Schrammsteinen und vielem anderen, an dem ich gestern vorbei humpelte.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

In Reinhardtsdorf kann ich leider nur sehr kurz in die sehenswerte, mit viel Bauernmalerei dekorierte Kirche schauen, da hier gerade eine Trauerfeier statt findet.
Nach wie vor kann ich das rechte Bein kaum belasten. Daher verzichte ich am Ende der Etappe auf die Besteigung der Tafelberge Papststein und Gohrisch. Die Zeit, die ich durch die Abkürzung spare, brauche ich dann am Abend auf der Suche nach einer Gelegenheit zum Abendessen. Jedes Restaurant in dem großen Kurort ist heute entweder geschlossen oder lässt Gäste nur mit Reservierung ein. Schließlich finde ich 800 m oberhalb der Hauptstraße am Ortsrand doch noch ein Hotel, in dem zwar am Tresen essen muss, mich aber am sehr leckeren All you can eat Buffet bedienen kann.

8.9.19 Gohrisch - Wehlen-Pötzscha 19 km

Der Sonnenschein am Morgen lässt keinen Zweifel zu, ob ich heute weiter wandere. Das Knie kann beim besten Willen noch nicht als gut bezeichnet werden, aber es ist schon viel besser. Ich bin froh darüber, am Mittwoch schon drei Stunden meiner heutigen Doppeletappe vorgezogen zu haben.

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© Günter Kromer

Bisher fehlte auf meinen Fotos noch ein für diese Gegend typisches Motiv: die aus dem Nebel aufragenden Tafelberge, wie sie schon von den großen Landschaftsmaler wie Casper David Friedrich verewigt wurden. Während der ersten Kilometer wogt heute noch Nebel um Festung Königstein.

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© Günter Kromer

Auf den Pfaffenstein kann man auch über einen leichten Weg wandern, aber ich folge dem Malerweg durch die nächste Felsen-Wunder-Welt. In üppiger Vegetation erheben sich bizarre Sandsteingebilde.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Über eine brutal steile Treppe marschiere ich wie in einer Schlucht zwischen steilen Felswänden bergauf. . Der Nadelöhr genannte Durchschlupf ist so eng, dass mein Rucksack am Fels scheuert, als ich die Leiter hinauf steige.

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© Günter Kromer— Nadelöhr

Am Gasthaus vorbei gehe ich zum Aussichtspunkt.

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© Günter Kromer

Hier oben sollte sich jeder Wanderer unbedingt auch Zeit nehmen für den Abstecher zur berühmten, von der Talseite her 42 m hohen Felsnadel Barbarine. Noch ein paar Treppen, noch ein Felsspalt, nach ein paar Minuten steht man vor diesem Monument.

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© Günter Kromer— Barbarine

Der Abstieg über den Klammweg führt durch eine besonders hohe Felsspalte.

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© Günter Kromer— Klammweg
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© Günter Kromer

Danach geht es viele Kilometer relativ leicht weiter. Nicht nur die großen Felsen, auch die kleinen Gebilde und die Vegetation gefallen mir hier wieder sehr gut.

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© Günter Kromer

Wieder komme ich an Felswänden mit besonders bizarren Verwitterungsspuren vorbei.

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© Günter Kromer

Hier hat die Erosion auch einige Höhlen ausgewaschen. In der Diebshöhle könnte eine ganze Räuberbande wohnen.

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© Günter Kromer— Diebshöhle

Bald darauf durchquere ich den Ort Königsstein.

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© Günter Kromer— Königsstein

Danach steige ich hinauf zur riesengroßen Festung Königsstein. Die typische Festungsarchitektur habe ich schon oft gesehen, aber hier sind die Mauern besonders hoch. Ich muss mich aber auf den Anblick von außen beschränken, da ich heute keine Zeit für die ein- bis zweistündige Besichtigung habe.

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© Günter Kromer— Festung Königsstein

Einige Kilometer danach komme ich am Thürmsdorfer Schloss vorbei, das recht verwahrlost wirkt.

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© Günter Kromer

Bald darauf bieten sich mir wieder schöne Aussichten auf die Elbe und die Festung.

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© Günter Kromer

Zur Mittagszeit mühe ich mich auf dem gut ausgebauten Steig über den Rauenstein noch einmal über einen sehr felsigen Bergrücken.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Rauenstein

Auf der anderen Talseite erheben sich die Felsen der Bastei.

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© Günter Kromer— Blick zur Bastei

Dann marschiere ich hinab nach Wehlen-Pötzscha, von wo aus ich mit der Bahn ins Erzgebirge fahre. Zwei Stunden nach Ende meiner Malerweg-Wanderung sitze ich bereits in dem gebuchten Hostel in Geising.

Hier stehen die offiziellen Infos über den Malerweg: www.saechsische-schweiz.de/malerweg