28.6.-5.7.19

Natursteig Sieg

D-Wanderer km 6242 - 6462

28.6.19 Siegburg - Hennef 14 km

Der Natursteig Sieg führt 197 km von Siegburg bis Mudersbach, dazu kommen noch einige Kilometer für die Zuwege zu den Übernachtungsorten oder Bahnhöfen. Dank der sehr hervorragenden Bahnverbindung im Siegtal kann man auch bequem einzelne Etappen am Wochenende wandern oder mehrere Tage am selben Ort übernachten und dadurch einige Etappen gepäckfrei wandern.
Die Strecke ist fast lückenlos markiert. Im Juli 2019 fehlten nur zwei Markierungen, an einer Stelle wurde ein Wegweiser verdreht und eine Markierung weist nach links statt nach rechts. Insgesamt muss man aber aufpassen, dass man manche unauffälligen Abzweigungen nicht übersieht und manchmal braucht man auch gute Augen, um etwas weiter entfernte Markierungen zu sehen.
Der Natursteig Sieg ist vor allem etwas für Wanderer, die durch einsame Natur spazieren wollen. Wer pittoreske Altstädte mit vielen prunkvollen Bauwerken sucht, ist hier am falschen Fluss.
Offiziell ist der Weg in 14 Etappen eingeteilt. Ich legte ihn in 7 Tagen zurück.

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© Günter Kromer— Siegburg

Vom Bahnhof aus spaziere ich zuerst in die Fußgängerzone. Dann gehe ich zu dem markierten Zuweg, der mich zum Natursteig Sieg führt. Ich komme am Fuß des Michaelsberg vorbei. Auf diesem Vulkanberg steht die ehemalige Abtei Michaelsberg, auf deren Besichtigung ich verzichte.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Michaelsberg

Der Natursteig beginnt am Stadtrand und führt durch einen parkähnlichen Wald auf einen weiteren kleinen Vulkan hinauf und wieder hinab. Danach wechseln schmale, urige Pfade, breite Forstwege und asphaltierte Strecken häufig. 

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© Günter Kromer

Der Weg gefällt mir von Anfang an sehr gut. Nur auf die gewohnte Stille im Wald muss man auf den ersten Kilometern verzichten, da die Startschneise des Flughafen Köln-Bonn direkt über das untere Siegtal führt. Manchmal glaube ich, die Maschinen könnten die Baumwipfel streifen, doch dazu sind sie schon zu hoch oben.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Bald komme ich am ehemaligen Kloster Seligenthal vorbei, die erste Klostergründung der Franziskaner nördlich der Alpen.

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© Günter Kromer— Kloster Seligenthal

Kurz darauf lerne ich eine typische Eigenart des Natursteig Sieg kennen. Meist wandert man hier auf recht bequemen Wegen, doch zwischendurch steigt man ab und zu sehr steil über sandige Pfade hinauf und hinab. Bei trockenem Wetter kein Problem, bei starkem Regen vermutlich recht rutschig. Mir gefällt dies.

Ab und zu bieten sich mir schöne Ausblicke zur Sieg und hinüber zum Siebengebirge.

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© Günter Kromer

Die Route des Natursteig führt meist nicht in die Städte und Dörfer im Tal hinein, dafür gibt es sehr viele ebenso gut markierte Zuwege. Über einen dieser Zuwege wandere ich nun nach Hennef.

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© Günter Kromer— Sieg bei Hennef

29.6.19 Hennef - Eitorf 38 km

Einem anderen Zuweg folge ich ab 7 Uhr bergauf. Heute soll es extrem heiß werden, daher bin ich schon früh aufgestanden. Unterhalb der Mauer von Schloss Allner sehe ich ein verfallenes Mühlrad.

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© Günter Kromer

Wieder wechselt die Strecke oft zwischen breiten und schmalen Wegen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Mal wandere ich unten im Tal, mal oben auf den Bergen, dann wieder unten - so kommen jeden Tag genügend Höhenmeter zusammen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

In Blankenberg schaue ich mir die schöne Burgruine an. Bereits früh am Morgen ist es heute unangenehm heiß.

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© Günter Kromer— Burgruine Blankenberg

Zur Burg gehört auch ein schöner Burggarten.

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© Günter Kromer— Burgruine Blankenberg - Burggarten

Der Ort Blankenberg wird noch von seiner Stadtmauer umrahmt.

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© Günter Kromer— Blankenberg - Stadtmauer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Blankenberg

Bei zunehmender Hitze marschiere ich weiter.

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© Günter Kromer

Bisher gefällt mir die Strecke des Natursteig Sieg ausgesprochen gut.

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© Günter Kromer

Und wieder geht es auf einer Brücke über den Fluss.

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© Günter Kromer

Beim Schloss Merten lege ich eine längere Pause ein.

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© Günter Kromer— Schloss Merten

Der Blick auf die Klosterkirche St. Agnes ist recht schön. Eis, Cola, alkoholfreies Bier, eigentlich könnte ich hier jetzt im Schatten sitzen bleiben, bis es Abend wird.

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© Günter Kromer— Klosterkirche St. Agnes

Doch dann marschiere ich weiter. Marschieren ist für diesen Schlappschritt aber nicht das passende Wort.

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© Günter Kromer

Unten im Tal werden heute 39 Grad im Schatten gemessen. Sengende Sonne, kein Windhauch, Durst - ich fühle mich wie dieser Frosch, der vor mir auf dem Weg liegt.

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© Günter Kromer

Vor der Storcker Hütte sehe ich auf der gegenüber liegenden Seite des Tals meine Unterkunft. Da diese in einem westlich vom eigentlichen Eitorf befindlichen Ortsteil ist, nehme ich für den Abstieg nicht den offiziellen Zuweg sondern marschiere bereits vorher talwärts.

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© Günter Kromer

30.6.19 Eitorf - Schladern 38 km

Der Wetterbericht droht den heißesten Junitag seit Beginn der Aufzeichnungen an. Daher starte ich auch heute wieder bereits vor 7 Uhr. Über den Zuweg erreiche ich den Natursteig, dort geht es in gewohnter abwechslungsreicher Art weiter.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Da ich so früh aufgebrochen bin, erreiche ich Herchen schon vor 13 Uhr. Bereits jetzt schlägt die Hitze voll zu. Vernünftig wäre es, nun in den Zug zu steigen und zu meinem Übernachtungsziel in Schladern zu fahren. Doch dazu ist es noch viel zu früh. Ich habe trotz Hitze keine Lust, stundenlang herumzusitzen.
Die nächste offizielle Etappe führt als 17 km Rundweg vom Bahnhof Herchen in einem weiten Bogen wieder zurück. Auf dieser Strecke kann ich nichts zu trinken kaufen, das scheidet bei mehr als 35 Grad aus. Auf der folgenden Etappe von hier nach Schladern gibt es eine Einkehrmöglichkeit. Daher verschiebe ich die Schleife auf morgen und marschiere nordwärts. Zuerst führt ein wunderschöner Weg an der Sieg entlang.

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© Günter Kromer— Sieg bei Herchen

Eine halbe Stunde lang setze ich mich auf eine Bank am Ufer und esse meinen Wanderproviant.

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© Günter Kromer

Dann geht es wieder weit den Berg hinauf.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Ein schmaler Pfad über sehr steile Serpentinen bringt mich wieder hinab zur Sieg.

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© Günter Kromer

Und wieder geht es bergauf. Die zwei Liter Wasser, die ich heute dabei hatte, sind längst getrunken. Ich bin froh, als ich oberhalb von Dattenfeld eine als Biker-Rastplatz beworbene Gaststätte mit großem Biergarten sehe. Hier trinke ich einen halben Liter alkoholfreies Bier und überlege, ob ich unten am Haltepunkt Dattenfeld in den Zug steigen soll. Doch trotz der Hitze entscheide ich mich für das Weitergehen. Unten führt der Weg mal wieder einige Zeit am Ufer entlang, zwischendurch mit Blick auf den Siegtaldom.

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© Günter Kromer— Dattenfeld - Siegtaldom
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© Günter Kromer

Es wäre ja zu einfach, wenn ich nun nur noch dem Ufer folgen muss. Statt dessen wartet nun der größte Auf- und Abstieg des Tages auf mich. Bei Dreisel führt der Weg dann eine Weile bequem durch das Tal einer ehemaligen Siegschleife, die heute vom Fluss abgeschnitten ist.

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© Günter Kromer— Ehemalige Siegschleife

Noch einmal überquere ich die Sieg, noch einmal geht es kurz sehr steil bergauf, dann erreiche ich bald Altwindeck, wo ein Zuweg fast kerzengerade nach Schladern führt.

Als die Bahnlinie durch das Siegtal gebaut wurde, grub man bei Schladern für die Sieg einen künstlichen Durchfluss, der eine Schleife abkürzte und damit Platz für die Bahntrasse schuf. Vor einigen Jahren wurde nun eine natürlich gestaltete Fischtreppe angelegt, damit Lachse und andere Fische wieder diese Barriere im Fluss bewältigen können. Bis Ende Mai ist dieses Gelände wegen der Fischwanderung aus Naturschutzgründen gesperrt, jetzt nutzen es am Wochenende viele Leute zum Baden. Ich übernachte drei Tage in Schladern und komme morgen wieder zur Fischtreppe, wo ich dann ganz alleine sitze und zuschaue, wie kleine Fische gegen die Stromschnellen ankämpfen und immer wieder versehentlich gegen Felsen oder an Land springen.

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© Günter Kromer

Oberhalb des Siegwasserfalls befindet sich in einem alten Industriegelände einer der faszinierendsten Biergärten, die ich je gesehen habe. Oben ist Elmores eine äußerst kreativ gestaltete moderne Lounge mit dezenter Clubmusik.

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© Günter Kromer

Die sehr verschieden gestalteten unteren Ebenen bieten dagegen viele ruhigere Plätzchen. Einen besseren Platz zum Feiern meiner ersten 365 Tage seit Start des D-Wanderer-Projekts könnte ich mir kaum wünschen. In diesen 12 Monaten wanderte ich 6332 Kilometer weit. Anfangs war ich noch im Wechsel zu meinem Job unterwegs. Seit Januar wandere ich fast jeden Tag, so dass alleine im ersten Halbjahr 2019 wunderbare 4376 Kilometer zusammen kamen.

Deutschland gefällt mir als Wanderland von Monat zu Monat besser. Zur Feier des Tages trinke ich nicht nur Bier sondern passend zur entspannten Lounge-Atmosphäre auch Caipirinha und Mojito.

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© Günter Kromer

1.7.19 Schleife um Herchen + Schladern - Au 34 km

Am Morgen fahre ich mit der Bahn nach Herchen, um die gestern übersprungene Schleife nachzuholen. Heute soll es zum Glück nicht mehr ganz so brutal heiß werden. Kurz nach Start kann ich meine Wanderstöcke gut nutzen, um Brombeerranken und Brennesseln auf einem etwas zugewachsenen Pfad zur Seite zu schieben.

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© Günter Kromer

Danach folgen einige recht unspektakuläre Kilometer meist auf breiten Forstwegen bergauf und bergab, nur ab und zu kurz durch schöne Pfade unterbrochen. Ich komme an den Resten einer frühmittelalterlichen Ringwallanlage vorbei, die man aber ohne Hinweisschilder nur für normale Erdhügel halten würde. Erst auf der zweiten Streckenhälfte gibt es wieder mehr Aussicht.

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© Günter Kromer

Zum Glück habe ich mich nicht darauf verlassen, an der angeblich Wunder wirkenden Quelle mit Heilwasser meine Flaschen aufzufüllen. Nach Hitze und Trockenheit der letzten Tage bedeckt nur ein minimales Rinnsal den Boden.

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© Günter Kromer

Wieder ist die Markierung zwar vollständig, aber manchmal nicht auf den ersten Blick sichtbar. Ich muss gut aufpassen, damit ich Abzweigungen nicht übersehe. Auch hier stehe ich zuerst unterhalb dieses Hauses in einer Sackgasse, bis ich umkehre und das Zeichen am bergauf führenden Pfad sehe.

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© Günter Kromer

Dann erreiche ich wieder den Bahnhof Herchen. Hier muss man nie lange auf den nächsten Zug warten. Ich fahre zurück nach Schladern und folge wieder dem Zuweg nach Altwindeck. Hier gibt es ein kleines, wunderschönes Museumsdorf.

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© Günter Kromer

Dann wandere ich hinauf zur Ruine der Burg Windeck. Mich fasziniert immer wieder, wenn sehe, wie auch die mächtigsten Mauern eine Burg nicht vor Zerstörung und Verfall schützen konnten.

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© Günter Kromer— Burgruine Windeck

Der inzwischen gewohnte Wechsel zwischen Berg und Tal, breiten Wegen und schmalen, steilen Pfaden geht weiter.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

In Au steige ich dann in den Zug und fahre zu meinem Hotel in Schladern zurück, wo ich einen weiteren Abend in Elmores Biergarten verbringe.

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© Günter Kromer

2.7.19 Au - Wissen 34 km

Heute morgen fühle ich mich recht erschöpft. Die viel zu langen Strecken am Hitzewochenende kosteten Kraft, das spüre ich jetzt. Ich beschließe, die zweite der beiden für heute geplanten Etappen zu halbieren und den Rest auf morgen zu verschieben. Von Birken-Honigsessen kann man laut Wanderbroschüre und laut Zeichen auf den Wegweisern mit dem Bus zum Bahnhof Wissen fahren.

Ein Zuweg bringt mich schnell wieder zum Natursteig, wo es oberhalb der Sieg weiter geht.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Trotz heute recht angenehmer Temperatur komme ich deutlich langsamer voran als gewohnt.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Bisher war die Strecke lückenlos markiert, doch am östlichen Ortsausgang von Dünebusch hängt in keiner Richtung ein Zeichen. Zuerst folge ich einem anderen Zeichen der Straße bergab, kehre dann um, suche im Ort, zuletzt nehme ich richtig den Weg geradeaus, wo ich kurz darauf wieder eine blaue Markierung entdecke.15 Minuten Zugabe!

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Unterhalb von Bitzen fehlt an einer Weggabelung erneut eine Markierung. Zuerst gehe ich geradeaus, dieser Weg endet aber bald an einem Hochsitz. Ich kehre um und nehme den Weg nach rechts, wo auch bald wieder ein blaues Zeichen hängt. Kurz darauf versperren umgestürzte Bäume den Pfad. Diese liegen wohl erst seit kurzer Zeit hier, da noch niemand einen Pfad außen herum frei getreten hat. Es ist nicht ganz einfach, durch das Gestrüpp rechts an diesem Hindernis vorbei zu kommen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Ein Glück, dass heute nicht so viele Kilometer vor mir liegen! Ich bin auch froh darüber, dass ich im Siegtal mehrere Tage am selben Ort übernachte und dadurch ein paar Etappen ohne mein Gepäck wandern kann. Ich lasse mir unterwegs viel Zeit, setze mich länger als gewohnt zwischendurch an Aussichtspunkten hin. Erst am frühen Nachmittag erreiche Birken-Honigsessen.

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© Günter Kromer

Einige Kilometer bergauf und bergab, dann setzte ich mich bei einem Gasthof in Mühlenthal auf die Terrasse und trinke ein großes Bier und esse leckeren Stachelbeerkuchen. Das war jetzt dringend nötig! Der nächste Kilometer geht dann recht bequem auf einer alten Bahntrasse durch das Tal.

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© Günter Kromer

Doch noch einmal folgt ein längerer Auf- und Abstieg. Recht müde erreiche ich gegen 18 Uhr den Bahnhof. Heute bin ich so platt, dass ich meinen geplanten dritten Besuch bei Elmores ausfallen lasse und mich früh ins Bett lege.

3.7.19 Wissen - Scheuerfeld  15 km

Irgendwann musste es so kommen. Es reicht! Ich kann nicht mehr ignorieren, dass ich heute eine Pause brauche. Hundemüde schleppe ich mich zum Frühstück und danach zum Bahnhof.

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© Günter Kromer— Die Sieg bei Wissen

Ich könnte ein paar Tage Urlaub vertragen. "Du machst doch schon seit Januar Urlaub" höre ich da manche Stimmen sagen. Aber ich habe seit 6 Monaten keinen einzigen Tag Erholungspause gemacht. Meist wanderte ich durchschnittlich 7 - 8 Stunden pro Tag. An den wenigen Tagen daheim arbeitete ich täglich 12 - 14 Stunden und war danach mit den Nerven so fertig, dass ich mich auf das stressfreiere Wandern freue. Zwei, drei Stunden nur Lesen, Musik hören oder Fernsehen wäre auch mal wieder schön. Doch ich beschwere mich nicht. Heute werde ich aber nur 15 km wandern, mehr nicht!

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Es ist sehr angenehm, auch mal einen Tag ganz langsam und mit vielen Pausen zu spazieren.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Wieder einmal sorgt zwischen all den bequemen Wegen ein kurzes Steilstück für Abwechslung. Wenn der Boden an Regentagen rutschig ist, kann man das gespannte Seil sicher gut gebrauchen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Oberhalb von Scheuerfeld setze ich mich eine Stunde lang auf eine Bank und genieße die Ruhe.

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© Günter Kromer

Oberhalb von Scheuerfeld setze ich mich eine Stunde lang auf eine Bank und genieße die Ruhe.

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© Günter Kromer

4.7.19 Scheuerfeld - Kirchen 28 km

Zuerst marschiere ich wieder auf dem Zuweg zum Natursteig, dann geht es schnell weiter bergauf. Nach einigen Kilometern erreiche ich den Gipfel des Steinerother Kopf, auf dem es zwar kein Rundumpanorama aber immerhin ein paar Bänke mit schöner Aussicht gibt.

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© Günter Kromer— Steinerother Kopf
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© Günter Kromer

Schnell führt mich der Weg nun hinab zur Molzhainer Mühle, wo ich beinahe eine Abzweigung verpasst hätte. Am hübschen Mühlenteich und an einer idyllischen Wassertretstelle vorbei geht es bald wieder in den Wald.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Einige Kilometer später erreiche ich Alsdorf.

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© Günter Kromer— Alsdorf

Vor dem sehr fotogenen Hüttenschulze Haus zeigt der Pfeil unter dem Wegzeichen nach links, aber da geht es nur in den Garten des Hauses. Daher gehe ich noch ein Stück geradeaus und Folge der nächsten Straße nach links. Keine Markierung! Aber kurz nach der nächsten Kreuzung sehe ich wieder das gewohnte blaue Zeichen. Ich folge nun der Markierung wieder in den Wald hinein.

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© Günter Kromer

Nach zwanzig Minuten bequemen Aufstieg stehe ich vor einer Tafel, die über regionalen Erzabbau und Kobalt informiert. Interessant! Doch ich habe sie bereits vor einer Dreiviertelstunde gelesen! Ich habe Alsdorf auf dem Weg verlasen, auf dem ich es erreicht hatte. Also umkehren und erneut nach Alsdorf!
Dort schaue ich mir die Markierung noch einmal genau an. Sie weist unmissverständlich nach links, da bleibt kein Spielraum für eine andere Interpretation. Doch nun entdecke ich in etwas Entfernung rechts ein blaues Zeichen. 

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© Günter Kromer— Der Zwei Mal bergab/Ein Mal bergauf-Weg

Nun wieder auf der richtigen Spur, komme ich gut voran. Ein entspannter Aufstieg führt durch das Imhäuser Tal.

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© Günter Kromer

Dann geht es steiler hinauf zum Druidenstein. Diese faszinierenden Basaltsäulen sind Reste erstarrter Lava. Einst war dieses Relikt des einstigen Vulkanismus viel größer, doch im Dreißigjährigen Krieg wurde der obere Teil abgetragen, da die damals weithin sichtbare Bergkuppe als Orientierungspunkt für feindliche Heere dienen konnte. Heute ist nur noch ein Drittel erhalten.
Wenn ich daran denke, dass es nun schon etwa ein Vierteljahrhundert her ist, dass ich auf meiner Wanderung vom Königsee zur Ostsee erstmals vor diesen Säulen stand, bekomme ich Gänsehaut. Wie die Zeit vergeht!

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© Günter Kromer— Druidenstein

Am späten Nachmittag besteige ich den Ottoturm, der von unten bis oben mit Graffiti beschmiert wurde. Oben sehe ich erstmals Mudersbach,  bisherige Ziel des Natursteig, der irgendwann bis zur Siegquelle verlängert werden soll.

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© Günter Kromer

Nach dem Abstieg könnte ich direkt auf dem Zuweg nach Kirchen gehen, aber ich hänge auf dem Natursteig noch die Schleife über Katzenbach dran und steige dann erst bei einem Sportplatz in Kirchen zum Bahnhof ab.

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© Günter Kromer— Katzenbach

5.7.19 Kirchen - Mudersbach 17 km

Schon bald nach Aufbruch erreiche ich die Freusburger Mühle. Diese ist kein kleines Häuschen mit Mühlrad sondern ein faszinierendes Industriedenkmal. 1888 wurde eine ältere Mühle zu einer Walzenmühle mit 10 Tonnen Tagesleistung ausgebaut, nach 1945 gab es einen weiteren Ausbau auf 60 Tonnen. Heute wird hier die Wasserkraft nicht mehr zum Mahlen sondern zur Stromerzeugung genutzt.

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© Günter Kromer— Freusburger Mühle

Nicht nur die großen Mühlengebäude sondern auch die damals nebenan errichteten Wohnhäuser sind recht fotogen.

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© Günter Kromer

Auch der Ort Freusburg bietet vor allem im oberen Bereich viele Fotomotive.

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© Günter Kromer— Freusburg

Ganz oben thront die Freusburg, in der sich heute eine Jugendherberge befindet.

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© Günter Kromer— Jugendherberge Freusburg
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© Günter Kromer— Jugendherberge Freusburg

Nun folgen zwischendurch ein paar Kilometer auf recht monotonen Forstwegen. Erst ab dem Eingang des Stollen Erzquell wird die Strecke wieder abwechslungsreicher. Der Stollen wurde einst für den Erzabbau gegraben. Seit sich der Bergbau nicht mehr lohnt, nutzt man ihn, um eine Brauerei und den Ort Mudersbach über eine 4 km lange Leitung mit gutem Trinkwasser zu versorgen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Die von einer 3 m hohen Marienfigur gekrönte Mariengrotte wurde mit Steinen aus den Stollen der Gegend gebaut.

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© Günter Kromer

Kurz darauf erreiche ich Mudersbach und steige mehr als eine Stunde früher als geplant in den Zug. Gut so! Ich ahne noch nicht, dass meine ursprünglich geplante Verbindung ausfällt und auch die restliche Heimfahrt mal wieder ein Abenteuer typisch Bahn wird. Aber für Personen auf dem Gleis kann das Bahn-Management ebenso wenig wie für die Schafe bei meiner Heimfahrt von der Rhön.

 

Hier ist die offizielle Homepage des Natursteig Sieg: www.natursteig-sieg.de

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© Günter Kromer— Mudersbach