Frankenweg - Teil 2

31.3.19 Gräfenberg - Hersbruck 33 km

Zur besseren Lesbarkeit teile ich den Frankenweg in zwei Abschnitte. Hier ist mein Bericht vom ersten Teil:

https://d-wanderer.de/wanderungen.php?w=1708&Wanderung=Frankenweg_-_Teil_1

 

Kurz nach 8 Uhr kaufe ich am Marktplatz in einer auch sonntags geöffneten Bäckerei Proviant für den Tag. Dann geht es weiter.

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© Günter Kromer— Gräfenberg

In Franken gibt es mehr kleine Brauereien als in jeder anderen Region Deutschlands. Und wo früher ein Kloster war, da gehört natürlich auch eine Brauerei hin. In Weißenohe spazieren die Gottesdienstbesucher im ehemaligen Klosterhof zwischen Brauerei und Brauereigaststätte hindurch.

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© Günter Kromer— Weißenohe

Das Lillachtal ist ein Paradies. Der Bach plätschert über viele Kalktuffterrassen.

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© Günter Kromer— Lillachtal - Kalktuffterrassen

Mal hohe, mal kleine Sinterstufen, mal vom Wasser poliert, mal dicht mit Moos überwachsen, hier fotografiere ich wohl eine halbe Stunde lang.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Lillachtal

Bei einem Flugplatz führt der Wanderweg direkt unterhalb der Böschung entlang, die das Startfeld begrenzt. Als ich auf einer Bank etwas esse, fliegt etwa 30 m über mir eine Propellermaschine mit angehängtem Segelflugzeug über mich hinweg.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Endlich wieder Sonnenschein auf den Armen!

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© Günter Kromer

In Schnaittach halte ich mich nicht auf und marschiere gleich hinauf zur Festung Rothenberg. Diese kann man leider nur während der Hauptsaison bei Führungen besichtigen.

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© Günter Kromer— Festung Rothenberg

Der heutige Nachmittag fordert mit vielen teils etwas steilen Auf- und Abstiegen noch einmal ordentlich Kraft. Zum Felsenlabyrinth beim Glatzenstein kommen sehr viele Familien mit Kindern auch bequemer von einem nahen Parkplatz.

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© Günter Kromer— Beim Glatzenstein

Endlich wird der Wald wieder grün.

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© Günter Kromer

Auf der Terrasse am Michelsberg will ich ein Bier trinken und den schönen Blick auf mein heutiges Ziel genießen, doch leider schließt das Restaurant um 18 Uhr, also in fünf Minuten.

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© Günter Kromer— Hersbruck

Noch ist es so warm, dass sogar in der Fußgängerzone in Hersbruck der Biergarten geöffnet und gut besucht ist. Es wird aber schnell kühler, so dass ich abends im Schwarzen Adler drinnen sitze und die fränkische Spezialität Krustenschäufele mit Klößen esse und dazu mal wieder eine neue Biersorte kennen lerne: Hersbrucker Dampfsud.

1.4.19 Hersbruck - Altdorf bei Nürnberg 21 km

Nach dem Frühstück schaue ich mir zuerst die Altstadt von Hersbruck an.

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© Günter Kromer— Hersbruck - Wassertor

 

 

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© Günter Kromer— Hersbruck - Schloss

Die Wanderstrecke bietet heute keine spektakulären Höhepunkte. 

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© Günter Kromer

Nach einigen längeren, aber nicht besonders steilen Aufstiegen bleibt der Weg viele Kilometer weit recht bequem in der Höhe.

 

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© Günter Kromer— Ich liebe solche Baumriesen

Dann geht es hinab nach Altdorf bei Nürnberg. Hier spaziere ich noch eine Weile durch die Altstadt.

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© Günter Kromer— Altdorf
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© Günter Kromer— Altdorf

2.4.19 Altdorf - Neumarkt i.d.Oberpfalz 26 km

Schon wenige Kilometer nach Altdorf erreiche ich die interessanteste Sehenswürdigkeit des Tages. Wahrscheinlich ahnen die meisten Frankenweg-Wanderer überhaupt nicht, dass in Gnadenberg etwa 200 m abseits des Weges so eine tolle Ruine steht, da kein Wegweiser darauf hinweist. Die große Klosterkirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut und 1635 zerstört.

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© Günter Kromer— Ruine Klosterkirche Gnadenberg

Ansonsten gibt es in den nächsten Stunden kaum etwas, das mich reizt, die Kamera einzuschalten. Aber das schöne Wetter und das Voranschreiten des Frühlings genügen mir.

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© Günter Kromer

Zwischendurch führt der Frankenweg nicht durch Franken sondern durch die Oberpfalz.

Egal wohin ich in Deutschland komme - überall stoße ich auf Jakobswege. Bisher war der Harzer Hexenstieg der einzige Fernwanderweg, auf dem ich kein Muschelzeichen sah. Und wahrscheinlich habe ich es dort nur übersehen! Heute treffe ich auf den Oberpfälzer Jakobsweg.

Jeder Fernwanderweg führt auch über Abschnitte, die nur zur Überbrückung zwischen den schönen Etappen dienen. Nun geht es zwischendurch einige Kilometer weit über eine Hochfläche mit großen, baumlosen Feldern und intensivem Güllegeruch.

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© Günter Kromer— Die "Güllewüste"

Erst auf der anderen Seite der Autobahn wird es am Mittag wieder schöner. Beim Aufstieg zur Burgruine Wolfstein komme ich an kleinen Felsen vorbei, von denen man meist eine gute Aussicht auf Neumarkt hat. Heute erkennt man wegen dem Dunst aber im Gegenlicht nur wenig.

Die Ruine sieht toll aus, kann aber momentan wegen Bauarbeiten nur von außen betrachtet werden.

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© Günter Kromer— Burgruine Wolfstein

Der Frankenweg führt nicht in die große Stadt Neumarkt hinein, sondern bleibt in der Höhe. Doch von einem Vorort kann man werktags mindestens einmal pro Stunde die paar Kilometer hinab zur Altstadt hinab fahren. Wer darauf verzichtet, verpasst nicht allzu viel. Das Rathaus sieht ganz nett aus.

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© Günter Kromer— Neumarkt - Rathaus

Am Münster gefallen mir vor allem die ungewöhnlichen Reliefs der beiden Seitenportale und des Hauptportals. Beim Betreten einer Kirche gezeigt bekommen, wie jemandem der Kopf abgeschlagen wird - solch eine Türdekoration könnte ich mir heute nur noch im Regierungspalast einer Diktatur vorstellen.

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© Günter Kromer— Neumarkt - Seitenportal am Münster

Ich übernachte heute im Kloster St. Josef. Aber nicht um zu beten. Zimmer im Gästehaus werden über normale Hotel-Buchungsportale angeboten, auch bei Bett & Bike.

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© Günter Kromer

3.4.19 Neumarkt - Berching 32 km

Nach dem Frühstück fahre ich mit dem Bus wieder zum Frankenweg nach Höhenberg hinauf und setze die Wanderung fort. Fast den ganzen Tag über führt der Weg heute über sehr sonnige Felder und Wiesen. Nur selten führen kurze Ab- und Aufstiege durch den Wald. Ideal für einen herrlichen Frühlingstag wie heute! Im Hochsommer braucht man für diese Strecke einen guten Sonnenschutz.

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© Günter Kromer

Heute ist leichtes Genusswandern angesagt.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Frühling!

Welch ein Zufall: heute kommen mir die beiden Streckenmarkierer dieses Abschnitts vom Frankenweg bei ihrem halbjährlichen Kontrollgang entgegen. Ich gratuliere ihnen zur hervorragenden Arbeit. Seit Tagen habe ich kein einziges Mal überlegen müssen, wo es weiter geht.

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© Günter Kromer

Auf dieser Strecke ohne allzu große Steigungen komme ich sehr schnell voran und erreiche bereits um 16 Uhr Berching. Hier wird die Altstadt noch komplett von einer Stadtmauer umschlossen. 

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© Günter Kromer— Berching

Über eine Stunde lang spaziere ich durch die Altstadt und außen herum. Viele Stadttore und sehr unterschiedlich gestaltete Türme gefallen mir ausgesprochen gut.

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© Günter Kromer— Berching
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© Günter Kromer— Berching
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© Günter Kromer

Einen Teil der im 15. Jahrhundert erbauten Wehrmauer kann man heute noch begehen.

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© Günter Kromer— Berching - Wehrmauer

Die engen Stadttore halten den Durchgangsverkehr draußen. Daher ist die Altstadt ausgesprochen erholsam.

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© Günter Kromer— Berching

4.4.19 Berching - Thalmässing 25 km

Gleich nach Durchschreiten eines Stadttores spaziere ich auf einer Brücke über den Main-Donau Kanal.

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© Günter Kromer— Main-Donau Kanal

Der Aufstieg aus dem Tal hinauf zu den Hochflächen bringt mich ins Schwitzen. Doch am Morgen ist es heute noch recht sonnig und warm. Erst später ziehen Wolken auf.

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© Günter Kromer

Oben führt der Weg wieder einige Kilometer weit am Waldrand neben großen, öden Feldern vorbei. Nicht gerade spannend! Erst ab Lohen gefällt mir der Weg wieder.

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© Günter Kromer— Lohen

Auch heute ist der Frankenweg nicht besonders anstrengend.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Schwimbach
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© Günter Kromer

Schon recht früh erreiche ich Thalmässing. Gerne wäre ich noch ein oder zwei Stunden weiter gewandert, doch die Übernachtungsmöglichkeiten sind rar.

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© Günter Kromer— Thalmässing

5.4.19 Thalmässing - Dettenhein 37 km

Der Tag beginnt mit leichtem Nebel. Kurz nach Verlassen der Stadt komme ich an einem Wildgehege vorbei.

Die ersten drei Stunden sind anstrengender, aber auch abwechslungsreicher als die letzten Etappen. Einige etwas steilere Pfade gefallen mir recht gut. Man muss am Vormittag aber sehr gut auf die Markierungen achten, denn manchmal zweigt der Frankenweg vom gut sichtbaren Wanderweg auf einen eher als Wegspuren zu bezeichnenden Trampelpfad ab.

Nach den Sträuchern öffnen im Wald nun auch die ersten Bäume ihre Knospen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Auf den ersten Kilometern geht es über einige schöne Waldwege.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Am Mittag folgen dann aber leider wieder viele Kilometer entlang der monotonen Felder. Eine Weile kann man diese Strecken als "meditatives Wandern" bezeichnen, weil es ohne große äußere Reize voran geht, aber irgendwann wird mir das langweilig. Auf solchen Strecken hole ich manchmal meinen MP3-Player aus dem Rucksack. Besonders Musik, die sich nicht als Hintergrundmusik im Alltag eignet, weil sie ihre Reize erst beim guten Zuhören erschließt, mag ich dann sehr. "Brian Eno - Finding Shore" und "Agnes Obel - Aventine" bringen mich heute hier gut voran.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Oberhalb von Weißenburg zeigen die Frankenweg-Markierungen in zwei Richtungen. Das stimmt so, denn rechts geht es zur Festung Wülzburg, die man umrundet und dann wieder zu dieser Stelle herunter kommt, wo es dann weiter geht.

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© Günter Kromer— Festung Wülzburg

Festung Wülzburg ist ein wirklich gigantischer Festungskomplex. 

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© Günter Kromer— Festung Wülzburg

Obwohl Weißenburg das Ziel dieser Etappe ist, sehe ich nirgends einen Wegweiser, der in die etwa 3 km entfernte Altstadt hinab zeigt. Markierte Zubringerwege, wie es bei den meisten Fernwanderwegen üblich ist, gibt es am Frankenweg nicht.

Einige Zeit nach der Festung kommt man an der Bushaltestelle "Abzweigung Wülzburg" vorbei, aber die Verbindung nach Weißenburg ist werktags gering, am Wochenende müssen Wanderer zu Fuß gehen.

Ich will aber heute ohnehin noch ein paar Kilometer weiter nach Dettenheim. Ich weiss, dass hier um 17:20 Uhr ein Bus nach Weißenburg fährt. So steht es dort auch an der Haltestelle. Doch der Bus kommt nicht. Ich muss per Anhalter nach Weißenburg fahren.

Mehr als eine Stunde lang spaziere ich durch die fotogene und sehr angenehme Altstadt von Weißenburg.

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© Günter Kromer— Weißenburg - Ellinger Tor
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© Günter Kromer— Weißenburg - Stadtmauer
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© Günter Kromer— Weißenburg - Stadtmauer
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© Günter Kromer— Weißenburg - Rathaus

6.4.19 Treuchtlingen - Spielberg 28 km

Der insgesamt wirklich großartige Tag beginnt mit einer zwangsweisen Abkürzung. Da Dettenheim am Wochenende nicht mit dem Bus erreichbar ist, muss ich mit der Bahn nach Treuchtlingen. Daher fehlen mir nun ein paar Kilometer.

In Treuchtlingen muss ich zuerst etwa 20 Minuten durch den Ort, dann bin ich wieder auf dem Frankenweg.

Der Vormittag ist sehr bequem, da die Strecke fast eben ist. Die Route gefällt mir ausgesprochen gut.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Von Tag zu Tag fliegen jetzt mehr Schmetterlinge.

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© Günter Kromer

Eines der faszinierendsten Naturwunder am Frankenweg ist die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn. Normalerweise grabt sich ein Bach sein Bett in den Untergrund. Durch Kalkabscheidungen hat sich hier der Bach aber einen Kalktuffdamm mit insgesamt 130 m Länge geschaffen. 

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© Günter Kromer— Steinerne Rinne bei Wolfsbronn
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© Günter Kromer— Steinerne Rinne bei Wolfsbronn
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Zwischen Treuchtlingen und Spielberg verlaufen Frankenweg und Altmühltal Panoramaweg auf der selben Route. Nur bei einer zweiten, deutlich kleineren Steinernen Rinne trennen sich kurz die Routen. Der Frankenweg führt nun sehr steil und teilweise komplett weglos den Hang hinauf. Oft kann man die mühsame Route nur anhand der Markierungen erahnen. Hier empfehle ich, der bequemen Altmühltal Route zu folgen.

Am Parkplatz unterhalb eines fast baumlosen Jura-Berges treffen beide Wege wieder aufeinander. Hier sollte man unbedingt einen kurzen Abstecher hinauf auf den Gelben Berg machen, denn dies ist der schönste Aussichtspunkt seit Tagen.

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© Günter Kromer— Gelber Berg
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© Günter Kromer— Gelber Berg
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© Günter Kromer— Gelber Berg

Dann geht es vier Kilometer weit fast eben weiter bis Spielberg. Vom Schloss aus hat man eine sehr weite Aussicht. Um das Schloss herum stehen viele unterschiedliche Skulpturen, im Innenhof ist eine Kunstgalerie.

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© Günter Kromer— Schloss Spielberg

Meist weiss man nicht, ob am Ziel eine gute Unterkunft oder eine miese Absteige wartet. Angesichts des niedrigen Preises vermutete ich bei Gästehaus Sticht in Spielberg ein kleines, einfaches Zimmer. Statt dessen landete ich in einem kleinen Paradies, das ich jedem Frankenweg- oder Altmühltal-Wanderer sehr ans Herz legen kann. Die Ausstattung, die Lage, die Aussicht, die Herzlichkeit - hier her komme ich gerne noch einmal. Abends Fränkische Vesperplatte mit hervorragendem Kellerbier und morgens tolles Frühstück in einem hübschen Gartenpavillon mit schier endloser Aussicht sorgen dafür, dass ich diesen Ort sicherlich nicht mehr vergessen werde.

7.4.19 Spielberg - Wemding 32 km

Als ich am Morgen aufwache, sehe ich vom Bett aus den roten Streifen der Morgendämmerung. Ein guter Start in den Tag!

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© Günter Kromer

Das vielseitige und sehr leckere Frühstück im Gartenpavillon ist ebenfalls ein perfekter Start in den Tag. Am liebsten würde ich hier noch eine Stunde sitzen bleiben.

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© Günter Kromer— Frühstück im Paradies

Heute könnte ich meinen Rucksack mit frisch gepflücktem Bärlauch füllen, doch ich bin sehr gut mit Proviant versorgt.

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© Günter Kromer

Der Aussichtspunkt Rechenberg ist ein recht idyllischer Ort.

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© Günter Kromer

Am Vormittag strahlt die Sonne so grell, dass die Farben der Wiesen und Felder fast psychedelisch wirken.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Als ich in Hohentrüdingen ankomme, ahne ich nicht, dass ich diesen Weg in einer halben Stunde erneut sehen werde. Für den Aufstieg zu diesem Ort wurden zwei verschiedene Routen markiert. Eine komme ich herauf, die andere marschiere ich hinab, bis ich merke, dass ich im Kreis gegangen bin. Als wieder zurück und nun in Ortsmitte auf die richtige Fortsetzung der Strecke.

 

 

 

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© Günter Kromer

Während meiner ersten 450 km auf dem Frankenweg bin ich nur zwei Mal wegen fehlender bzw. irreführender Markierung kurz in die falsche Richtung gegangen. Doch für die heutige Etappe empfehle ich die Nutzung einer Karte oder eines GPS-Tracks. Auf den folgenden Kilometern fehlen noch mehrfach Markierungen, ein Pfosten mit Richtungspfeilen wurde umgedreht. Und dann geht es noch ein paar Meter durch ein Quellgebiet, wo die Schuhe im Wasser versinken, obwohl es seit mehr als einer Woche nicht mehr geregnet hat.

Am Hahnenkammsee lege ich eine längere Mittagspause ein. Hier merkt man die Trockenheit der letzten Wochen, der nördliche Teil des Sees ist fast verlandet.

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© Günter Kromer— Hahnenkammsee

Schon zum zweiten Mal an diesem Tag komme ich an einem schönen Hirschgehege vorbei.

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© Günter Kromer

Dann erreiche ich kurz vor Wemding die wunderschöne Wallfahrtskirche Maria Brünnlein.

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© Günter Kromer— Maria Brünnlein
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© Günter Kromer— Wallfahrtskirche Maria Brünnlein bei Wemding
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© Günter Kromer— Wallfahrtskirche Maria Brünnlein

Bald darauf endet meine vorletzte Etappe in der Altstadt von Wemding.

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© Günter Kromer— Wemding
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© Günter Kromer— Wemding

8.4.19 Wemding - Harburg 18 km

Die ersten Kilometer führen meist auf abwechslungsreichen, angenehmen Wegen durch den Wald.

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© Günter Kromer

Dann geht es über einige Berge am Rande des Nördlinger Ries. Das Nördlinger Ries ist der riesige Rest eines Kraters, der vor 14,5 Millionen Jahren entstand, als hier ein Meteorit mit der Kraft von etwa 100.000 Hiroshima-Atombomben einschlug. Dabei wurden innerhalb von Sekunden gewaltige Erdmassen viele Kilometer weit verschoben. Ein faszinierender Geo-Lehrpfad in einem ehemaligen Steinbruch bei Gosheim zeigt Gestein, das vor dem Einschlag wo ganz anders war.

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© Günter Kromer— Geotop Kalvarienberg Gosheim
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© Günter Kromer— Kalvarienberg Gosheim

Der Blick über das Nördlinger Ries zeigt die Größe dieses Einschlagkrater. Heute ist es leider dunstig, so dass ich die Berge am gegenüberliegenden Kraterrand kaum erkennen kann.

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© Günter Kromer— Blick zum Nördlinger Ries

Am Mähhorn bieten Trockenwiesen Lebensraum für seltene Schmetterlinge.

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© Günter Kromer— Mähhorn

Dann erreiche ich Harburg. Typisch für Franken sind die während der Osterzeit festlich geschmückten Brunnen.

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© Günter Kromer— Osterbrunnen in Harburg

Einer der Höhepunkte meiner Tour auf dem Frankenweg ist zum Abschluss die einstündige Führung durch das Schloss oberhalb von Harburg. Dies ist eine der am besten erhaltenen Burganlagen Süddeutschlands. Sowohl die Gebäude als auch die Führung gefallen mir ausgesprochen gut.

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© Günter Kromer— Schloss Harburg
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© Günter Kromer— Schloss Harburg

Und dann geht es hinab zum Bahnhof, wo der Frankenweg endet. Diesen Bahnhof könnte man eigentlich auch als Sehenswürdigkeit bezeichnen: zwei Gleise, ein Fahrkartenautomat, ein kleines, leer stehendes Bahnhofsgebäude, umzingelt von gigantischen Silos, Förderbändern und anderen Anlagen eines Zementwerks.

Eigentlich müsste ich jetzt nur noch zwei bis drei Stunden weiter wandern, dann wäre ich in Donauwörth, von wo aus ich auf dem Schwäbischen Alb Südrandweg bis Tuttlingen wandern will, aber zuvor fahre ich für drei Tage nach Hause. Am Freitag geht es dann weiter.

Und hier stehen die aktuellen und offiziellen Infos über den Frankenweg: www.frankenweg.de

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© Günter Kromer— Harburg