23.3.-8.4.19

Frankenweg - Teil 1

D-Wanderer km 3526 bis 4046

23.3.19 Blankenstein - Schwarzenbach 28 km

Der Frankenweg führt 520 km weit durch Bayern. Für mich wird dies eine Wanderung vom Winter zum Frühling. Am Start ist der Wald noch grau. Außer Schneeglöckchen blüht noch nichts. Doch von Tag zu Tag sprießt nun mehr Grün aus dem Boden und den Sträuchern. Bald werde ich am Frankenweg viele verschiedene Blumen und sogar schon Schmetterlinge fotografieren.

 

Schon gleich nachdem ich am Bahnhof Blankenstein ankomme, zeigen mir große Schilder "Hier beginnt der Rennsteig."  Unten bei der Brücke zeigen große Infotafeln alle fünf Fernwanderwege, die hier beginnen bzw. enden. Im Herbst werde ich hier nach meiner Wanderung auf dem Kammweg Erzgebirge-Vogtland ankommen.

 

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© Günter Kromer— Start bzw. Endpunkt des Rennsteig in Blankenstein

Für die heutige Generatation ist es selbstverständlich, ganz normal vom Bahnhof zum Fluss zu spazieren und über die Brücke ans andere Ufer zu gehen. Doch während der deutschen Teilung war hier die Grenze, mit Mauer, Wachtürmen und dem ganzen anderen Mist. Welch ein Glück, dass ich jetzt bei strahlendem Sonnenschein auf der Brücke von Thüringen nach Bayern spazieren darf, ohne dass es einen einzigen Menschen interessiert.

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© Günter Kromer— Ehemalige Grenze

Gleich nach der Brücke beginnt der Aufstieg zu einem Aussichtsturm, der heute bei recht dunstigem Wetter aber nicht viel Aussicht bietet. Dann geht es sanft bergauf, bergab weiter.

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© Günter Kromer

Oberhalb des Höllental komme ich an schönen Aussichtspunkten vorbei.

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© Günter Kromer

Schnell steige ich hinab ins Höllental. Vor dem Infozentrum zum Naturpark Frankenwald steht ein alter Zug aus der längst vergangenen Zeit des Erzabbau.

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© Günter Kromer

Nun führt mich der Frankenweg in das wunderschöne Höllental. Bei herrliche Frühlingswetter schimmert der Fluss im Gegenlicht, als würde er Silber und Gold transportieren.

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© Günter Kromer— Höllental

Obwohl es noch recht früh am Sonntagmorgen ist, sind hier schon auffallend viele Spaziergänger und Wanderer unterwegs. Das Höllental ist weit überregional wegen seiner Schönheit bekannt und ein entsprechend beliebtes Ziel.

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© Günter Kromer— Höllental

Viele Basaltfelsen säumen das Tal.

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© Günter Kromer— Höllental

Der Rest des Tages vergeht wie im Fluge. Eine abwechslungsreiche Strecke führt mich ohne allzu steile Auf- und Abstiege durch Wald und über Felder, nahezu ohne Asphalt und mit sehr wenigen langweiligen Forstwirtschaftswegen. Die Streckenmarkierung ist besser als nur hervorragend. Wer hier irgendwo falsch abbiegt, der ist wirklich selbst schuld.

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© Günter Kromer

24.3.19 Schwarzenbach - Zeyern 38 km

Als ich um 7 Uhr aufbreche, ist vom Frühling nichts mehr zu spüren. Ich marschiere durch Nebel. Anfangs blasen einige eiskalte Windböen um mich herum. Auf dem Döbraberg, dem höchsten Berg im Frankenwald und am gesamten Frankenweg, kann ich mir die Besteigung des Aussichtsturms sparen. Auch nach Auflösung des Nebels bleibt es den Rest des Tages über grau und trüb.

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© Günter Kromer

Für heute und die nächsten Tage habe ich mal wieder meist recht lange Distanzen eingeplant. Heute passt die Streckenführung zum Kilometersammeln, denn meist geht es recht angenehm bergauf und bergab, steilere Abschnitte sind recht selten. Meist wandere ich durch Wald, ab und zu aber auch über Wiesen und Felder mit Aussicht. 

Bei einer ehemaligen Mühle, in der heute ein Wirtshaus ist, steht das Mühlrand nur noch zur Dekoration.

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© Günter Kromer

Einst wurde hier ein großer Teich für die Flößerei aufgestaut. Wenn genügend Holz unten am Bach lag, öffnete man den Verschluss an der Staumauer, so dass die Flut das Holz bergab schwemmte.

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© Günter Kromer

Auf den Grundmauern einer schon 1930 aufgegebenen Siedlung lege ich eine Mittagsrast ein. Eine Infotafel beschreibt u.a., wie weit man von hier damals zur Kirche, zur Schule oder zum Markt marschieren musste. Einesteils klingt das nach harten Zeiten, aber andererseits: was ist schlimmer - jeden Tag ein paar Kilometer durch den Wald marschieren zu müssen oder so wie viele Menschen heute die ganze Nacht in einer Fabrik am Fließband zu stehen?

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© Günter Kromer

Der Hochnebel bleibt den ganzen Tag über bestehen. Doch auch das graue Wetter hat durchaus seine Reize. Landschaft sieht bei Nebel oft viel plastischer aus.

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© Günter Kromer

Auch der Radspitzturm bietet heute nicht viel Aussicht. Ich steige zwar die 20 Meter hinauf, doch es lohnt sich nicht. Viel mehr sieht man zwar von ein paar Bänken und Liegen in der Nähe des Turmes nicht, dennoch bleibe ich hier eine Weile und genieße die Atmosphäre. Zwischendurch plaudere ich mit zwei Wanderern über mein Projekt und bekomme einige leckere Orangenschnitten.

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© Günter Kromer

Nun geht es ein paar hundert Meter bergab, bis ich mein Tagesziel Zeyern erreiche.

25.3.19 Zeyern - Kulmbach-Burghaig 39 km

Als ich während dem Frühstück im preiswerten Berggasthof Felsecker aus dem Fenster blicke, schneit es draussen. Beim Start der Wanderung ist es trocken, doch bald darauf schneit es erneut, dieses Mal noch kräftiger. 

Zeitweise fallen die dicken Flocken so intensiv, dass es mir wie Weihnachten vor kommt. Kaum zu glauben, dass ich vorgestern mit kurzen Ärmeln wanderte. Doch gegen 10 Uhr scheint dann plötzlich die Sonne.

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© Günter Kromer

Als ich Kronach, den ersten von vielen kulturellen Höhepunkten des Frankenweg erreiche, ist es zwar kalt aber sonnig. Der Weg führt direkt an der riesengroßen Festung Rosenberg vorbei. Dieses gewaltige Bauwerk wurde nie erobert und steht daher heute noch völlig unzerstört für Besucher offen. Leider ist heute Montag, da gibt es wie in nahezu allen Museen und Monumenten in Deutschland keine Führung. Von der Festung kann man aber auch so sehr viel sehen. Nur auf das Fränkische Museum mit vielen Werken von Lucas Cranach, der hier lebte, aber auch anderen Künstlern, muss ich verzichten.

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© Günter Kromer— Kronach - Festung
© Günter Kromer - Kronach - Festung Rosenberg#images-tours/thumbs/dsc0184_1554812397.jpg
© Günter Kromer— Kronach - Festung Rosenberg
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© Günter Kromer— Kronach - Festung Rosenberg

Auch unten in der Altstadt gibt es viele nette Fotomotive.

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© Günter Kromer— Kronach - Altstadt

Einige Zeit geht es nun durch eine Parkanlage neben dem Fluss entlang, dann biegt der Frankenweg bei einem großen Einkaufszentrum, das für mich ideal zum Proviantkaufen ist, nach links und steigt wieder einen Berg hinauf.

Von der 18 m hohen Aussichtsplattform des Lucas-Cranach-Turm blicke ich in eine Richtung auf eine sonnige Landschaft, hinter mir wird Kronach gerade von heftigen Regenschauern gegossen.

 

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© Günter Kromer— Blick vom Lucas Cranach Turm

Nun beginnt ein außerordentlich faszinierendes Aprilwetter. Mal scheint die Sonne, mal regnet es, mal fallen kleine Hagelkörner, zwischendurch donnert es ein paar Mal, es wird bei dem häufigen Wechsel nie langweilig.

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© Günter Kromer

Da die heutige Etappe viel Aussicht bietet und die Niederschläge sich meist auf einen Kilometer beschränken, sehe ich in der Ferne immer sonnige Flecken und Regenschauer. Am faszinierendsten ist es aber, wenn mich gerade ein Graupelschauer erwischt. Die heftigen Graupelmassen fallen in unregelmäßigen Schleiern, was einen grandiosen Anblick bietet. Zu schade, dass ich bei dem Wetter nicht fotografieren kann, da ich die Kamera trocken halten will. Aber auch die aus sicherer Ferne betrachteten Regengüsse bieten interessante Motive.

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© Günter Kromer

Zwischendurch schneit es eine Weile sogar sehr heftig, mit großen, flauschigen Flocken. 

Als ich vom kleinen Aussichtsturm am Patersberg in Richtung Kulmbach blicke, ist es aber bereits wieder trocken. Auf den Bergen in der Ferne bleibt der Schnee liegen.

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© Günter Kromer

Etwas später scheint die Plassenburg fast genau am Ende des Regenbogens zu stehen.

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© Günter Kromer

Ich übernachte nicht in der Altstadt von Kulmbach. Ich muss noch 2,5 km am Weißen Main entlang wandern, bis beim Ortsteil Burghaig mein gebuchtes Hotel wenige Meter vom Frankenweg entfernt steht. Es ist ein günstiges Hotel ohne Personal, man bekommt per SMS und Mail einen Türcode. Leider gibt es hier weit und breit keine Möglichkeit, etwas zu Essen zu bekommen. Da ich seit Kronach an keinem Laden mehr vorbei kam, habe ich nur noch eine Butterbrezel zum Abendessen.

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© Günter Kromer— Weisser Main vor Burghaig

26.3.19 Kulmbach-Burghaig - Weismain 21 km

Da der Frankenweg in einem Bogen um Kulmbach herum führt und meine Unterkunft mehr als drei Kilometer von der sehenswerten Altstadt entfernt ist, fahre ich am Morgen mit dem Bus ins Zentrum. Ich habe für heute extra eine kurze Etappenlänge gewählt, damit ich mir in Ruhe Kulmbach anschauen kann. Ich beginne mit einem Rundgang durch die Altstadt. 

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© Günter Kromer— Kulmbach - Rathaus

Dann gehe ich hinauf zur Plassenburg. Einst standen hier eine mächtige, uneinnehmbare Festung und die markgräfliche Residenz, doch von den Befestigungsanlagen wurden große Teile längst abgerissen und die einst fürstlichen Räume müssen nach Zwischennutzung u.a. als Gefängnis auf ihre Originalausstattung verzichten.

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© Günter Kromer— Kulmbach - Altstadt von der Plassenburg gesehen

Dennoch lohnt sich auch heute noch ein Besuch der Plassenburg sehr. Der fantastische Renaissancehof zählt zu den schönsten in Deutschland. 

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© Günter Kromer— Plassenburg

Einst waren die detailreichen Verzierungen der Arkaden bunt bemalt und die Wände verputzt. Kaum vorstellbar, wie prunkvoll das damals ausgesehen hat! Aber auch so ist es ein Anblick zum Träumen. Ich kann gar nicht mit dem Fotografieren aufhören.

Eigentlich hatte ich mir hier nur den Hof anschauen und danach hinunter in die Stadt zum Bayrischen Biermuseum gehen wollen, doch es gefällt mir hier so gut, dass ich an einer Schlossführung teil nehme. Die Führung ist interessant. Und mein rechtes Bein bekommt mal zur Abwechslung eine ganz andere Aufgabe als immer nur Wandern: es darf den Blasebalg für die Orgel in der Kirche betätigen.

 

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© Günter Kromer— Plassenburg

Man könnte den Vormittag in der Plassenburg und in ihren einzelnen Museen verbringen, doch nach 90 Minuten zieht es mich weiter zum Wandern. Ich fahre mit dem Bus wieder zum Frankenweg und setze die Tour fort.

Anfangs geht es fast eben weiter. Ich folge mit mehr oder weniger Abstand dem Weißen Main. Unterwegs komme ich an Schloss Steinenhausen vorbei, das nach dem Krieg u.a. als Altersheim genutzt wurde und heute Sitz des Bayerischen Landesamt für Umwelt ist. 

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© Günter Kromer— Schloss Steinenhausen

Schließlich erreiche ich den Punkt, an dem sich Weißer Main und Roter Main zum Main vereinigen.

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© Günter Kromer

Die nächsten Kilometer führen recht bequem über niedrige Berge, mal kurz durch Wald, oft über Felder und Wiesen, ab und zu vorbei an kleinen Dörfern.

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© Günter Kromer

Dann ändert sich das Landschaftsbild komplett. Ich komme nun in den Bereich der Fränkischen Schweiz. Der Görauer Anger ist eine Hochfläche, die von bis zu 12 m hohen Riffkalk-Felsen des Weißen Jura begrenzt wird. Eine traumhaft schöne Landschaft mit enorm weiter Fernsicht!

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© Günter Kromer— Görauer Anger
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© Günter Kromer— Görauer Anger

Schließlich erreiche ich mein Tagesziel Weismain. 

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© Günter Kromer— Weismain

Das Bier aus dieser Stadt kann mich nicht begeistern. Der Blick aus meinem Zimmerfenster ist dagegen schon etwas Besonderes.

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© Günter Kromer

27.3.19 Weismain - Scheßlitz 40 km

Heute geht es bei überraschend viel Sonnenschein weiter.

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© Günter Kromer

Der Frankenweg führt wenige Meter unterhalb des Felsplateau des Großen Kordigast vorbei . Ich steige auf dem Felsenpfad hinauf, wobei ich auf den letzten Metern etwas klettern muss. Viel bequemer erreicht man den Gipfel, wenn man noch ein Stück geradeaus geht, dann zweigt ein breiter, leichter Weg zu diesem beliebten Ausflugsziel ab. Von den Riffkalkfelsen hat man wieder eine weite Fernsicht.

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© Günter Kromer— Großer Kordigast

Angekündigt war ein Regentag, doch es es bleibt trocken und oft scheint die Sonne.

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© Günter Kromer

Um die Mittagszeit erreiche ich die Basilika Vierzehnheiligen, die ein paar hundert Meter abseits des Frankenwegs steht.

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© Günter Kromer— Basilika Vierzehnheiligen

Vierzehnheiligen ist ein herrlicher Prachtbau des Barock und zieht entsprechend sehe viele Besucher an. Hier hat der berühmte Baumeister Balthasar Neumann ein Juwel erschaffen. Der große Souvenirshop direkt daneben verdient sicherlich viel Geld. Zwanzig Minuten filme und fotografiere ich in dieser Kirche. 

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© Günter Kromer— Basilika Vierzehnheiligen

Höhepunkt der Kirche ist der große Gnadenaltar, der genau in der Mitte steht und die vierzehn Nothelfer zeigt. Am besten gefällt mir der geköpfte Dionysus.

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© Günter Kromer— Basilika Vierzehnheiligen

Eine Stunde später stehe ich auf dem nächsten Karstplateau. Der Staffelberg wird in drei Richtungen durch hohe Felswände begrenzt. Die Aussicht reicht bis zur Rhön und zum Fichtelgebirge.

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© Günter Kromer— Staffelberg
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© Günter Kromer— Staffelberg

Hier oben warten Birgit und Alex auf mich, die ich schon seit vielen Jahren kenne. Birgit steigt dann wieder direkt zum Parkplatz ab, mit Alex wandere ich die nächsten Stunden bis Scheßlitz, wo uns Birgit mit dem Auto abholt, damit ich bei ihnen übernachten kann. Morgen werden wir 28 km zu dritt wandern. Ich freue mich.

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© Günter Kromer

Wir steigen hinab nach Loffeld und dann hinauf zu den nächsten Karstfelsen bei Küpser Linde.

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© Günter Kromer

Auch die nächsten Kilometer geht es über eine recht angenehme Strecke.

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© Günter Kromer

28.3.19 Scheßlitz - Veilbronn 26 km

Am Morgen wandern Birgit, Alex und ich zuerst zur Ruine der Giechburg hinauf.

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© Günter Kromer— Giechburg

Weiter geht es zur Wallfahrtskirche Gügel. Der Turm basiert auf einem alten Bergfried und hat ein entsprechend wehrhaftes Fundament. Die größte Besonderheit der Kirche ist aber der Felsenstollen, durch den man den Kirchenraum vom unteren Eingang her betritt. Zumindest normalerweise, denn momentan ist er wegen Renovierung gesperrt.

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© Günter Kromer— Gügel

Birgit und Alex kennen sich botanisch viel besser aus als ich und zeigen mir immer wieder Pflanzen und ihre Besonderheiten. Der Seidelbast wäre für mich nur eine normale Blume mit kleinen Blüten gewesen. Nun kann ich den intensiven Duft der Pflanze, die früher bei der Seifenherstellung genutzt wurde, selbst riechen.

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© Günter Kromer— Seidelbast

Der landschaftliche Höhepunkt des Tages ist ein Trockental, das im oberen Bereich nur an wenigen Tagen im Jahr bei der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen aus zwei Springquellen geflutet wird. Vor wenigen Tagen floss hier so viel Wasser, dass man nicht durch das Tal wandern konnte, heute sind beide Quellen trocken. Alex erzählt mir, dass man hier viele Versteinerungen findet, und tatsächlich entdecken wir gleich einen Belemniten.

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© Günter Kromer— Springquelle

Danach geht es durch das idyllische Trockental. Bei mir blüht mal wieder die Fantasie auf. Ich stelle mir vor, dass gleich Winnetou mit einer Truppe Indianer den Steilhang hinab reitet.

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© Günter Kromer

Erst weiter unten sorgt die dauerhaft ergiebige Leinleiterquelle für einen ganzjährigen Wasserfluss.

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© Günter Kromer

Das Mühlrad der Heroldsmühle steht aber dennoch seit einem halben Jahrhundert still. Der Gasthof bei der Mühle ist erst seit relativ kurzer Zeit auf Dauer geschlossen.

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© Günter Kromer

Wieder kommen wir an vielen Felsen vorbei. Am Kreuzfelsen blühen bereits die ersten Küchenschellen.

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© Günter Kromer— Kreuzfelsen

In der Ferne erhebt sich oberhalb von Heiligenstadt Schloss Greifenstein, zu dem der Weg aber nicht hinauf führt.

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© Günter Kromer— Schloss Greifenstein

Wenn man in angenehmer Begleitung unterwegs ist und die halbe Zeit redet, dann vergeht die Zeit wie im Fluge. Da außerdem die Strecke mal wieder recht leicht war, kommt es mir eher wie ein Nachmittagsspaziergang vor als wie eine Tageswanderung. Rechtzeitig zum Abendessen erreichen wir nach einigen Pausen unser Ziel Veilbronn.

Das Abendbuffet im Hotel Sponsel-Regus ist das beste meines gesamten bisherigen Leben. Das ist meine private, ehrliche Meinung, für die ich in keiner Weise gesponsert werde.

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© Günter Kromer— Mühle kurz vor Veilbronn

29,3,19 Veilbronn - Tüchersfeld 36 km

Auch das Frühstücksbuffet im Hotel Sponsel-Regus ist außergewöhnlich. Mit einer sehr guten inneren Grundlage  breche ich kurz nach 8 Uhr auf.

 

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© Günter Kromer— Veilbronn

Gleich nach dem Start geht es durch ein idyllisches, mit vielen Felsen gesäumtes Tal. Schon hier fotografiere ich sehr viel. Ich ahne bereits, dass ich am Abend sehr viel Arbeit bei der Fotoauswahl haben werde.

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© Günter Kromer

Schon seit drei Wochen zwitschern morgens wieder Vögel im Wald. Der Winter ist vorbei. Bei dem herrlichen Frühlingswetter spielt das Orchester beim Vogelkonzert heute in voller Besetzung. Zwei Mal bleibe ich im Wald stehen und nehme das Zwitschern auf, um es später für meine Wanderfilme zu verwenden.

Nach einigen Kilometern erreiche ich den Hummerstein. 

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© Günter Kromer— Hummerstein
© Günter Kromer - Pavillon bei Streitberg#images-tours/thumbs/dsc0892.jpg
© Günter Kromer— Pavillon bei Streitberg

In der Fränkischen Schweiz kann man mehrere Tropfsteinhöhlen besichtigen. Der Frankenweg führt an der Binghöhle vorbei, diese öffnet erst morgen nach der Winterpause. In der Nähe sehe ich zwar keine Tropfsteine, aber im Bachbett hat der Kalktuff schöne Sinterterrassen gebildet. 

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© Günter Kromer— Sinterterrassen
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© Günter Kromer— Blick auf Streitberg

Bisher waren am Frankenweg alle Etappen recht bequem. Heute ist die Strecke anstrengender, da sie immer wieder teilweise steil bergab und bergauf führt. Mal geht es unterhalb von Felsen vorbei oder ganz ins Tal hinuntern, mal erreiche ich oben den nächsten Aussichtspunkt. Bei der Ruine Streitberg, von der nur wenige unspektakuläre Mauerreste übrig geblieben sind, lege ich eine Mittagsrast ein

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© Günter Kromer— Aussicht von Burgruine Streitberg

Mehrmals führt der Frankenweg heute durch schmale Spalten zwischen hohen Felsen, oft so eng, dass der Rucksack die Wände streift.

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© Günter Kromer— Schmaler Felsdurchgang

Die Felsen- und Aussichtssammlung geht munter weiter. Inzwischen kann ich in kurzen Ärmeln wandern.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nun führt der Weg sogar durch eine Höhle hindurch. Der Durchgang durch die Oswaldhöhle ist etwa 60 m lang. In der Mitte muss man sich bücken, da sie dort nur 1,5 m hoch ist. Der dunkelste Teil wird von einigen Kerzen erhellt,

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© Günter Kromer— Oswaldhöhle
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© Günter Kromer— Oswaldhöhle

Einige Kilometer weiter wird es noch spektakulärer. Die Riesenburg ist der Rest einer einstmals gewaltig großen Höhle, deren Decke teilweise eingestürzt ist. In eine der Höhlenkammern kann man ein Stück weit hinein gehen. Der Weg führt mit einer Treppe durch eine faszinierende Szenerie und unter Felsbogen hindurch.

Meine heutige Etappe zählt zu den Touren, die man in Deutschland auf jeden Fall mal machen sollte, egal ob in Verbindung mit einer Fernwanderung oder nur als Tages- bzw. Wochenendausflug.

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© Günter Kromer— Riesenburg

Nach dem vielen Auf und Ab folgen nun einige sehr entspannte Kilometer durch das Wiesenttal. Jetzt beginnen die Blumen im Wald ein Wettrüsten. Vor einigen Tagen blühte noch kaum etwas, nun entdecke ich jeden Tag ein paar Blumenarten, sie sich zuvor noch versteckt hatten. Vor allem das Wiesenttal kommt mir heute schon vor wie ein botanischer Garten.

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© Günter Kromer

Am späten Nachmittag folgt dann aber doch noch einmal ein sehr steiler Aufstieg über einen erneut sehr faszinierenden Felsenweg. Unterwegs sehe ich einen Wanderer im Finishershirt eines alpinen Marathons, den ich auch schon gelaufen bin. Ich spreche ihn an und wir plaudern eine halbe Stunde lang über Ultratrailveranstaltungen und bekannte Läufer aus der Szene. Dann muss ich mich sputen, denn bald geht die Sonne unter. In Gößweinstein fotografiere ich Burg und die prunkvolle Basilika, kaufe in einem Einkaufszentrum Proviant für Abendessen und Frühstück, dann marschiere ich schnell nach Tüchersfeld, wo ich in einer billigen, sehr einfachen Unterkunft übernachte.

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© Günter Kromer— Burg Gößweinstein
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© Günter Kromer— Basilika Gößweinstein

30.3.19 Tüchersfeld - Gräfenberg 36 km

Gegen 8 Uhr verlasse ich das mit herrlichen Felsen dekorierte Städtchen. Tüchersfeld ist zwar einer der schönsten Orte der Fränkischen Schweiz, liegt aber in einem Bereich, den unsere Politiker längst vergessen haben. Telefonieren ist hier wohl nur mit Kabel möglich.

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© Günter Kromer— Tüchersfeld

Auf dem Weg nach Pottenstein komme ich an sehr vielen großen Felsen vorbei, die für Kletterer aus ganz Deutschland ein beliebtes Reiseziel sind. An vielen Stellen zeigen Infotafeln die Routen bzw. die Naturschutzregeln an, aber auch Gedenktafeln für verstorbene Kletterfreunde sehe ich. In Pottenstein verzichte ich auf einen Aufstieg zur Burg. Die Etappe ist noch lang genug.

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© Günter Kromer— Pottenstein

Zu meiner großen Freude ist die Teufelshöhle heute doch schon erstmals nach der Winterpause auch samstags geöffnet. Die erste Führung verpasse ich ganz knapp und muss daher eine Dreiviertelstunde auf die nächste warten. Doch es lohnt sich. Bei der 40-minütigen Führung spaziere ich in einer großen Gruppe 1,5 km weit durch die Höhle, mit vielen Treppen hinauf und hinab. 

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© Günter Kromer— Teufelshöhle

Die Teufelshöhle bietet alles, was Besucher erwarten. Höhlenmalerei, Bärenknochen, viele Tropfsteine und hohe Hallen.

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© Günter Kromer— Teufelshöhle

Als ich kurz vor 12 Uhr wieder ans Tageslicht komme, liegen 6,5 sportliche Stunden vor mir, denn nun muss ich sehr schnell wandern, um mein Ziel noch bei Tageslicht zu erreichen.
Wieder komme ich an bizarren Felsen vorbei.

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© Günter Kromer

Danach geht es mehrere Stunden lang meist durch ansprechende Wald- und Wiesenlandschaft, immer leicht bergauf und bergab. Egloffstein passiere ich nur am Rande.

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© Günter Kromer— Egloffstein

Auch die letzten Kilometer führen über eine abwechslungsreiche, meist schöne Strecke.
Bei Sonnenuntergang erreiche ich dann Gräfenberg, wo ich heute übernachte.

 

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© Günter Kromer— bei Thuisbrunn

Zur besseren Lesbarkeit teile ich den Frankenweg in zwei Abschnitte. Hier ist die Fortsetzung: 

https://d-wanderer.de/wanderungen.php?w=1802&Wanderung=Frankenweg_-_Teil_2

 

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