11.-17.3.19

RheinBurgenWeg

D-Wanderer km 3327 bis 3526

11.3.19 Rolandseck - Remagen 16 km

Der RheinBurgenWeg ist einer der Wege, die meiner Meinung nach ein Deutschlandwanderer auf jeden Fall in sein Programm nehmen sollte. Der Weg führt zwischen Bingen und dem Rolandsbogen etwa 200 km weit immer wieder vom Rhein auf die Berge hinauf und wieder hinab. Ich wandere ihn von Nord nach Süd.

 

Um die Mittagszeit fahre ich mit dem Zug von Lahnstein, wo ich heute morgen den Lahnwanderweg beendete, nach Rolandseck. 

Im alten Bahnhofsgebäude befindet sich ein Kunstmuseum, das heute aber geschlossen ist.

 

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© Günter Kromer— Bahnhof Rolandseck - Arp Museum

Ein gut markierter Verbindungsweg führt mich zuerst kurz am Rhein entlang und danach zu einer Burgruine hinauf, wo am Rolandsbogen der RheinBurgenWeg offiziell beginnt - oder endet, je nachdem, in welche Richtung man ihn wandert.

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© Günter Kromer— Rolandsbogen

Gegenüber wird der Drachenfels am Rheinsteig gerade von einem Sonnenstrahl beleuchtet.

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© Günter Kromer— Blick vom Rolandsbogen zum Drachenfels

Die erste Etappe führt vor allem durch recht abwechslungsreichen Wald. Mal wachsen in einem großen Waldstück so viele Stechpalmen, wie ich es noch nie zuvor an einem Fleck gesehen habe, mal umrankt viel Efeu die Baumstämme - es wird nie langweilig.

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© Günter Kromer

Ab und zu blicke ich oberhalb des Rheintals in weite Ferne. Ein großes Wildschweingehege ist ein weiteres Schmankerl dieser Strecke.

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© Günter Kromer

Bald erreiche ich die wunderbare Apollinariskirche in Remagen. Diese Kirche sieht nicht nur von außen sehr schön aus. Innen wurden die Wände mit großformatigen, sehr farbenfrohen Bildern bemalt, wie ich es in der Art eher von süditalienischen Kirchen kenne.

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© Günter Kromer— Apollinariskirche Remagen
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© Günter Kromer— Vor der Apollinariskirche

Unten im Ort würde ich gerne auch in die große Pfarrkirche St. Peter und Paul, aber die ist abgeschlossen. Am Eingang zum Pfarrhof gefällt mir das romanische Portal aus dem 12. JH sehr gut.

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© Günter Kromer

Da ich bekanntlich gerne regionales Bier “teste”, setze ich mich in eine Hausbrauerei direkt am Ufer. Auf der Speisekarte stehen auch regionale Gerichte. Natürlich esse ich hier im Rheinland endlich mal wieder Himmel und Äd (Blutwurst mit Kartoffeln), während draußen vor dem Fenster die Schiffe vorbei fahren.

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© Günter Kromer— Remagen - Blick zur Erpeler Ley und den Resten der Brücke von Remagen

12.3.19 Remagen - Namedy 31 km

Schnell führt mich der Weg aus dem Ort hinaus wieder in die Höhe. Leider gibt es hier nur wenige Stellen, von denen man hinab auf Remagen blicken kann.

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© Günter Kromer— Blick zurück zur Apollinariskirche

Auch die folgende Überschreitung eines Berges bietet nicht allzu viel Aussicht. Kurz vor Sinzig überquere ich die Ahr, der ich im Mai von Quelle bis zur Mündung folgen werde. Am Ortsrand gefällt ein wirklich netter Tierpark mit vielen verschiedenen Tieren nicht nur den Kindern.

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© Günter Kromer

Die paar Kilometer durch Sinzig bieten außer dem hübschen Schloss nichts Sehenswertes.

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© Günter Kromer— Sinzig - Schloss

Die nächste Bergüberschreitung wird für mich heute mindestens eine halbe Stunde länger als auf der normalen Route, denn Wegsperrungen wegen Holzfällung schicken mich auf eine Odyssee um den Berg.

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© Günter Kromer— Blick hinüber zu Schloss Arenfels bei Bad Hönningen

In Bad Breisig komme ich an der Römer-Therme vorbei, doch für Bad und Sauna habe ich heute keine Zeit. Nun geht es hinauf zur Burg Rheineck, die man nicht besichtigen kann.

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© Günter Kromer— Burg Rheineck

Es folgt ein Abstieg nach Brohl-Lützig.

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© Günter Kromer— Brohl-Lützig

Ich komme am hübschen Schloss Augustaburg vorbei.

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© Günter Kromer

Wieder steige ich auf felsigem Weg einen steilen Grat hinauf.

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© Günter Kromer— Oberhalb von Brohl-Lützig

Viele schön gestaltete Infotafeln auf Basaltsäulen zeigen sehr anschaulich, wie es hier aussah, als an dieser Stelle ein Vulkan ausbrach. Diese Region des Rheintals liegt im Bereich des Eifel-Vulkanismus. Geologisch gesehen ist es durchaus möglich, dass hier irgendwann mal wieder ein neuer Vulkan ausbricht. Damals entstand hier ein Kratersee, dessen Lava schließlich hinab in den Rhein floss. Den ehemaligen Lavastrom kann man heute noch im Gelände gut erkennen. Wohl schon in vorgeschichtlicher Zeit wurde hier Basalt abgebaut, vom römischen Abbau und aus dem Mittelalter gibt es Nachweise.

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© Günter Kromer— Alter Steinbruch in ehemaligem Lavastrom
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© Günter Kromer

13.3.19 Namedy - Winningen 36 km

Auch heute wandere ich wieder zwei “offizielle” Etappen an einem Tag. Diese beiden könnten unterschiedlicher kaum sein.
Vorbei an Schloss Namedy geht es schnell in den Wald.

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© Günter Kromer— Schloss Namedy

Bei einem kräftigen Aufstieg gewinne ich bald an Höhe. Am Aussichtspunkt Siebengebirgsblick genieße ich das Panorama.

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© Günter Kromer— Siebengebirgsblick

Noch eine Weile steige ich bergauf, dann verlässt der Weg für lange Zeit den Wald. Nun geht es viele Kilometer weit mit nur geringen Steigungen und Gefälle über weites, offenes Ackerland.

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© Günter Kromer

An schönen Winter- oder Frühlingstagen bieten diese Stunden viel Gelegenheit zum Sonne tanken, heute dagegen bläst mir meist ein starker, kalter Wind entgegen. Im Hochsommer vermisst man dann auf dieser Strecke Schatten. Weit reicht der Blick bis zu den Bergen der Eifel und über das Neuwieder Becken. Der RheinBurgenWeg umgeht die stark besiedelten Ballungsräume Andernach und Koblenz in großem Bogen. Mein Marsch über die öden Feldwege wird um 20 Minuten verlängert, da an einigen Kreuzungen und Abzweigungen Wegmarkierungen fehlen.
Bassenheim, für viele Wanderer ein Etappenziel, wird mit viel kurzem Auf- und Ab und häufigen Richtungswechseln umgangen. Ab hier ist die Strecke wieder wirklich gut markiert. Der zweite Teil des Tages gefällt mir auch landschaftlich deutlich besser. Nun wandere ich wieder auf einer abwechslungsreichen, sehr kurzweiligen Strecke mal durch Wald, mal über Felder. Die Gegend von Bassenheim war schon zu keltischer Zeit besiedelt. Die Rekonstruktion eines keltischen Hauses bietet mir eine ideale Gelegenheit, windgeschützt meinen Mittagsproviant zu essen.

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© Günter Kromer

Der Abstieg durch das Langenbachtal ist recht nett.

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© Günter Kromer

Nach dem abgesehen vom Wind bequemen Vormittag folgt nun zur Abwechslung ein brutal steiler Aufstieg. Unter mir sehe ich nun bereits ab und zu die Mosel.
Von verschiedenen Aussichtspunkten blicke ich dann zur Moseltalbrücke und hinab in das von steilen Felshängen und ebenso steilen Weinbergen umrahmte Tal.

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© Günter Kromer— Moseltalbrücke
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© Günter Kromer

Hier ist die Route des RheinBurgenWeg einige Kilometer weit mit dem Moselsteig identisch. Ich werde diese Aussicht daher im Juli noch einmal genießen können, dann mit grünen Wäldern.
Bei einer Autobahnraststätte geht es unter der Brücke hindurch. Bald erreiche ich nun die Domgartenhütte, bei der ich längere Zeit sitzen bleibe und die Aussicht genieße. 

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© Günter Kromer— Mosel bei Winningen

Dann geht es hinab nach Winningen, wo ich heute übernachte.
In einem Restaurant esse ich Moselfische (extrem viele Gräten) mit Senfkartoffeln (viel zu viel Senf) und trinke einen Grauburgunder aus Winningen (nichts Besonderes, aber ok).

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© Günter Kromer— Winningen

14.3.19 Winningen – Rhens 29 km

Gleich nach Verlassen des Ortes steige ich schon wieder steil auf einen Weinberg hinauf. Die Aussicht hier oben ist trotz des regnerischen Wetters herrlich. Es muss sehr mühsam sein, an so extrem steilen Hängen Wein anzubauen.

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© Günter Kromer— Blick zurück nach Winningen
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© Günter Kromer

Schließlich wechselt der Weg von den Weinbergen zu Streuobstwiesen. Dann erreiche ich einen Vorort von Koblenz. Hier endet der Moselsteig, aber ein Zubringerweg führt noch weiter bis zur Mündung. Der RheinBurgenWeg führt eine Weile direkt am Ufer der Mosel entlang. Dann geht es über eine Brücke zum anderen Ufer. Dort steige ich erneut recht steil bergauf. Am oberen Ende der Steilhänge geht es dann recht bequem weiter, immer wieder mit Blick hinab zur Mosel. Da ich dem Tal hier flussaufwärts folge, sehe ich gegenüber meine gesamte Strecke von heute morgen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Blick in Richtung Koblenz

Nun wird es dann aber doch Zeit, das Moseltal zu verlassen. Auf sehr bequemen Waldwegen erreiche ich das Denkmal beim Rittersturz. Das ehemalige Hotel Rittersturz, in dem 1948 elf deutsche Ministerpräsidenten die Basis für das deutsche Grundgesetz und die Bundesrepublik Deutschland schufen, wurde schon vor Jahrzehnten abgerissen, da der Hang allmählich abrutscht. Deswegen darf man inzwischen auch nicht mehr an den Rand des Aussichtspunkts.
Für RheinBurgenWeg-Wanderer, die sich auch Koblenz anschauen wollen, gibt es ab hier einen etwa 5 km langen Verbindungsweg in die Stadt.
Bald komme ich an einigen Aussichtspunkten mit Blick auf das Rheintal vorbei. Noch immer trübt meist leichter Regen die Sicht.

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© Günter Kromer— Der Rhein bei Koblenz

Schloss Stolzenfels ist eines der sehenswertesten Bauwerke am Rhein. Ich marschiere den 600 m weiten Zubringerweg hinab, aber leider ist es momentan geschlossen. Da ich es schon vor Jahren besichtigt habe, ist mir das heute aber egal.

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© Günter Kromer— Stolzenfels

Einige hundert Meter hinter dem faszinierenden Schloss steht noch ein weiteres hübsches Gemäuer.

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© Günter Kromer

Nun muss ich erneut bis ganz oben an den Rand des Rheintals aufsteigen, leider ohne dass dies zusätzliche Aussicht bietet. Dann geht es ebenso unspektakulär wieder bergab. Erst als der Weg wieder den Wald verlässt, wird die Strecke richtig schön.
Als ich oberhalb von Rhens auf einer Bank sitze, scheint erstmals an diese Tag die Sonne durch die Wolken. Links neben dem Ort hängt sogar ein kleines Stück Regenbogen in der Luft.

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© Günter Kromer

Bald danach erreiche ich Rhens, in dem mich einige Fachwerkhäuser mit ungewöhnlichen Verzierungen faszinieren.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Vor dem Abendessen spaziere ich dann noch eine Weile am Ufer entlang, jetzt bei Sonnenschein. Vom anderen Ufer her grüßt mich die Marksburg. 
Beim Abendessen teste ich mal wieder regionale Spezialitäten. Ich hatte noch nie zuvor etwas von Döbbekuche gehört, aber das Gericht aus Kartoffeln, Zwiebeln, Eiern, Dörrfleisch und Salami, das man bevorzugt mit Apfelkompott isst, schmeckt mir. Davor eine Rheinische Zwiebelsuppe, dazu ein Koblenzer Weizen. Diese Region gefällt mir!

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© Günter Kromer

15.3.19 Rhens - Hirzenach 23 km

Kurz nach Rhens geht es durch einen tief eingeschnittenen Hohlweg.

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© Günter Kromer

Der Weg führt mich hoch in den Wald hinauf, wo ich schließlich den Aussichtspunkt Vier-Seen-Blick erreiche. Einen See gibt es hier nicht. Aber die durch Berge in vier einzelne Abschnitte getrennte Aussicht auf den Rhein lässt ihn wie eine Seenkette wirken.

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© Günter Kromer— Vier Seen Blick

Gleich darauf stehe ich am Gedeonseck, das zum Pflichtprogramm für jeden Rheinurlauber zählt. Der weite Blick auf einen Rheinbogen ist wirklich großartig. Kein Wunder, dass hier herauf im Sommer sogar ein Sessellift führt. Ich bleibe länger als eine halbe Stunde hier oben, da ich mich kaum von dieser Aussicht trennen kann.

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© Günter Kromer— Gedeonseck
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© Günter Kromer

Ein sehr steiler Pfad führt nun über einen Felsgrat hinab nach Boppard. Jetzt verstehe ich, warum man für die Touristenmassen den Lift gebaut hat. Aber einem Trailrunner wie mir gefällt dieser Abstieg.

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© Günter Kromer— Blick nach Boppard
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© Günter Kromer— Boppard
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© Günter Kromer— Boppard

Und wieder geht es steil bergauf. Wieder kann ich von der Oberkante der Steilhänge tolle Aussicht genießen. Und wieder geht es hinab, dieses Mal nach Bad Salzig, das vom Weg aber nur im oberen Bereich tangiert wird.

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© Günter Kromer— Bad Salzig

Und schon wieder steil bergauf! Beim Verlassen des Ortes führt der RBW über eine Wiese, die inzwischen als künftiges Neubaugebiet eingezäunt wurde, aber der Umweg ist nicht groß. Oben an der Kante des Steilhangs folgt nun ein herrlicher Aussichtspunkt nach dem anderen, z.B. auf die beiden "Die feindlichen Brüder" genannten Burgen Sterrenberg und Liebenstein.

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© Günter Kromer— "Die feindlichen Brüder"
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© Günter Kromer— Bad Salzig
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nicht nur die Aussichtspunkte sondern auch der Weg selbst gefallen mir hier sehr gut. Anstrengend aber schön!

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© Günter Kromer

Ein Wegweiser zeigt an, dass es nur noch 1,6 km bis Hirzenach sind, wo ich heute übernachte. Laut meiner RBW-Broschüre und auch laut Karten im Internet führt der Weg mitten durch den Ort. Ich glaube, dass ich nun bald unten bin, doch plötzlich geht es wieder hinauf. Irgendwann führt der Weg dann aber doch steil hinab. Gleich geschafft! Doch warum steige ich jetzt erneut steil bergauf und entferne mich in einem Seitental immer weiter von meinem Ziel? Das kann doch unmöglich stimmen! Als der nächste Weg nach unten abzweigt, folge ich diesem. Erst unten beim Bahnhof sehe ich dort eine Kartenskizze, die den neuen Streckenverlauf zeigt, der nun hoch über dem Ort vorbei führt. Alles klar! Doch dann hätte man das ja auch in meiner Marschrichtung ankündigen können. Die Wegweiser mit den Entfernungsangaben sind auf jeden Fall nun irreführender Mist.

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© Günter Kromer— Blick nach Hirzenach

16.3.19 Hirzenach - Bacharach 36 km

Um 7 Uhr breche ich auf. Wieder führt mich der Weg gleich bis ganz nach oben, von wo ich ebenfalls wie gewohnt an mehreren Stellen auf das Rheintal hinab blicke.

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© Günter Kromer— Hirzenach
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© Günter Kromer

Eine Weile durch Wald und über Felder, schon nähere ich mich St. Goar. An der wuchtigen Burg Rheinfels vorbei führt der RBW fast ganz in den Ort hinab.

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© Günter Kromer— Burg Rheinfels

Noch fünf Minuten Zuweg, dann stehe ich am Rhein, wo Annette um 10:15 Uhr mit dem Bus ankommt. Den Rest des RBW wandern wir gemeinsam. Gleich geht es wieder mit einer recht hübschen Streckenführung weiter.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— St. Goar
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Loreley

Von Tag zu Tag blüht jetzt mehr neben dem Weg.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Vorbei an einigen Aussichtspunkten erreichen wir schließlich ein Streckenabschnitt, der auch als Klettersteig bezeichnet wird. Klettern muss man zwar nicht, aber Trittsicherheit, gute Schuhsohlen und etwas Schwindelfreiheit braucht man auf dem teils steilen und felsigen Abstieg auf jeden Fall. An manchen Stellen wird der Weg mit Drahtseilen gesichert, manchmal steigen wir über Metallbügel an Felsstufen hinab. Die hohe Zahl der Wanderer, die wir an diesem Samstagmorgen hier treffen, zeigt die Beliebtheit dieser Route deutlich an.

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© Günter Kromer

Schließlich erreichen wir Oberwesel, ein Städtchen, in dem noch viele alte Türme und ein Rest der Stadtmauer stehen.

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© Günter Kromer— Oberwesel

Von Tag zu Tag sehe ich jetzt mehr blühende Bäume. Der Frühling naht!

Über einen felsigen, aber einfachen Grat steigen wir hinauf zur Burg Schönburg.

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© Günter Kromer— Schönburg
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© Günter Kromer— Blick zurück nach Oberwesel

Dann führt uns der Weg schon wieder hinab. Zwischendurch müssen wir nun zwei mal ein kurzes Stück neben Straßen bergauf spazieren, aber meist geht es nun über schöne Wege. Manche Felder sind sehr stark mit Gänsen bevölkert.

 

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© Günter Kromer

Viele Kilometer weit führt der RBW hier recht bequem am Rande des Steilhangs entlang. Im Winter sieht das Tal natürlich nicht so schön aus wie im Sommer, wenn alles grün ist, dafür kann man jetzt noch auf weiten Strecken zwischen den Bäumen hindurch den Rhein entdecken, den man im Sommer dann nur noch von den Aussichtspunkten sieht.

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© Günter Kromer— Pfalzgrafenstein und Gutenfels
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© Günter Kromer

Ein Wegweiser zeigt, dass es nur noch 1,8 km zu unserem Tagesziel Burg Stahleck sind. Nach den letzten bequemen Kilometern glaube ich, dass wir sie bald erreichen, doch nun geht es gleich wieder zuerst steil, teilweise über Treppen, hinab nach Bacharach. Immer wieder bleiben wir zum Fotografieren stehen, denn der Blick auf die Stadt, den Rhein und hinüber zur Burg Stahleck ist aus jeder Perspektive großartig.

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© Günter Kromer— Bacharach

Für einen Spaziergang durch Bacharach reicht uns nun allerdings leider die Zeit nicht mehr, da wir uns in der Jugendherberge zum Abendessen angemeldet haben, das nun bald beginnt.

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© Günter Kromer

Vom oberen Stadttor marschieren wir daher gleich zur Burg Stahleck hinauf, in der eine der schönsten und besten Jugendherbergen Deutschlands ist. Die Atmosphäre in diesem großen Gemäuer ist grandios, die Aussicht nicht nur von der Terrasse sondern auch vom Speisesaal beim Abendessen und Frühstück unbezahlbar und auch das Essen selbst ist hier wirklich gut.

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© Günter Kromer— Burg Stahleck
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Blick aus Speiseraum Jugendherberge Bacharach

17.3.19 Bacharach - Bingen 28 km

Ein letzter Blick zurück zu dieser tollen Herberge, dann geht es weiter.

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© Günter Kromer— Burg Stahleck

Heute wird die Sicht durch Dunst und meist auch durch leichten Sprühregen stark eingeschränkt.

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© Günter Kromer— Bacharach

Doch trotz des Regens gefällt uns hier das Wandern. Während des Vormittags führt uns der Weg immer wieder vorne an der Hangkante entlang, dann weit hinein in Seitentäler, dann wieder nach vorne.

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© Günter Kromer— Oberdiebach

Wir kommen an Burg Fürstenberg vorbei und sehen gegenüber Burg Nollig bei Lorch.

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© Günter Kromer
© Günter Kromer - Burg Fürstenberg#images-tours/thumbs/dsc0179_1552891042.jpg
© Günter Kromer— Burg Fürstenberg

Dann führt ein ungewöhnlicher Weg hinauf zu Burg Hohneck.

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© Günter Kromer

Rechts und links dieses Weges stehen die Figuren aus vielen bekannten Märchen, von Schneewittchen bis zu Dornröschen. Eine ausgesprochen nette Idee.

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© Günter Kromer

Auf den kurzen Abstecher zur Burg Sooneck die wir eine Weile vor uns sehen, verzichten wir wegen dem Regen. Der Aufstieg hinauf zum 7-Burgen-Blick Aussichtsturm führt zeitweise durch einen wunderbar mit Moos bewachsenen Wald.

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© Günter Kromer

Annette steigt auf den Turm hinauf, ich lasse es bleiben. Man sieht heute ohnehin nicht besonders viel. Unter dem Turm sitzen wir nur kurz und essen einen kleinen Teil unseres Proviants, doch wir müssen schnell weiter, da es hier oben im Wind sehr ungemütlich kalt ist.

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© Günter Kromer

Schon auf der Rheinburgenweg-Homepage sahen wir, dass ein Abschnitt unserer heutigen Strecke gesperrt ist, es gibt aber zwei mögliche Umleitungen, die insgesamt diese Etappe verkürzen. Auch in Bacharach sahen wir eine Kartenskizze, die über die Sperrung und Umleitung informiert.
Doch beim Gerhardshof zeigen die RBW-Wegweiser und Markierungen nun überraschend doch in Richtung zu Burg Reichenstein und Burg Rheinstein.

Was stimmt nun? Sollen wir doch links hinab wandern? Doch bevor wir dann vielleicht irgendwo doch wegen einer gesperrten Strecke umkehren und wieder hier hinauf müssen, nehmen wir lieber gleich die beschriebene Variante direkt zum Jagdhaus. Ich habe in letzter Zeit so viele Burgen gesehen, da kommt es auf zwei mehr oder weniger nicht an.
Kurz unterhalb vom Jägerhaus erreiche wir am Eingang der Steckeschlääferklamm wieder die normale Route des RBW.
Klamm ist für dieses Tal eine stark übertriebene Bezeichnung. Ein paar kleine Felsen, viele Brücken, die über ein harmloses Bächlein führten – geologisch nichts Spektakuläres. Dennoch ist diese Klamm bei Wanderern sehr beliebt und auch heute gut besucht. Vor allem für Familien mit Kindern ist sie ein perfektes Ziel für Spaziergänge, denn in viele Bäume entlang der Strecke wurden Gesichter geschnitzt, mal lachende, mal grimmige, mal nette Gnome, mal Zwerge mit langem, grauen Bart. Die Suche nach den versteckten Waldgeistern macht richtig Spaß. Auch ich freunde mich mit einem von ihnen an.

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© Günter Kromer

Bald darauf kommen wir an den Resten einer römischen Villa Rustica vorbei. Von dem großen Gutshof sind wie gewohnt nur ein paar Mauerreste und Erdhügel übrig.

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© Günter Kromer

Ein Rundwanderweg zweigt vom RBW ab und führt nach wenigen Metern über eine tolle Hängebrücke. Mir müssen zwar nicht darüber, gehen aber natürlich trotzdem auf schwankendem Untergrund zur anderen Seite und wieder zurück.

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© Günter Kromer

An einer Bank sehen wir in der Ferne die beiden “versäumten” Burgen.

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© Günter Kromer

Vor uns schimmert nun immer wieder gegenüber Burg Ehrenfels durch die Bäume. Nach dem verregneten Tag scheint nun zwischendurch immer mal wieder die Sonne. Durch die Bäume hindurch sehen wir einen Regenbogen, nie komplett, aber dennoch schön.

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© Günter Kromer— Burg Ehrenfels
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© Günter Kromer

Dann erreichen wir am Mäuseturm in Bingen das Ende des RheinBurgenWeges.

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© Günter Kromer

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Dazu habe ich zwei Reiseführer für den RheinBurgenWeg auf meiner D-Wanderer Homepage verlinkt. Ebenso gibt es hier Amazon-Links zu dem Rucksack, den Stöcken, der Wanderhose, den Merino-Shirts, mit denen ich unterwegs bin und zu einem Buch, das ich sehr gerne als Geschenk für Wanderer und Naturfreunde empfehle, da es hervorragend beschreibt, wie die Landschaften Deutschlands entstanden sind.

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© Günter Kromer