28.2 .- 11.3.2019

Lahnwanderweg

Deutschland-Wanderer Kilometer 3034 bis 3250

28.2.19 Feudingen - Saßmannshausen 12 km

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Bisher stelle ich bereits fast 9000 km auf interessanten Fernwanderwegen vor. Bis Juni 2020 werden die 10.000 km überschritten. Auch danach will ich gerne weitere schöne Wanderungen auf dieser Seite vorstellen. Doch ohne Unterstützung durch euch Leser lässt sich dieses Projekt dann nicht mehr finanzieren. Ich freue mich über jeden "Sponsorenbeitrag", egal in welcher Höhe. Infos stehen hier:  https://d-wanderer.de/aktuelles.php

 

Der in beide Richtungen meist gut markierte Lahnwanderweg führt 295 km weit über die Berge rechts und links des Lahntals und natürlich zwischendurch auch oft hinab zum Fluss und in die sehenswerten Städte. Der offiziell in 19 Etappen eingeteilte Weg verbindet idyllische Natur mit viel Kultur.

 

Am Nachmittag komme ich mit der Bahn in Feudingen an. Da ich bereits im Januar auf dem Rothaarsteig an der Lahnquelle vorbei wanderte und die ersten Kilometer des Lahnwanderwegs mit dieser Route identisch waren, fehlt mir jetzt nur ein kurzer Abschnitt zwischen hier und der damals gewanderten Strecke. Ich verzichte darauf, diese sieben Kilometer hinauf und wieder zurück zu wandern und beginne heute schon mit einem Teil der offiziell zweiten Etappe.

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© Günter Kromer— Die Lahnquelle am 5. Februar bei meiner Rothaarsteig-Wanderung

Ich verzichte darauf, diese sieben Kilometer hinauf und wieder zurück zu wandern und beginne heute schon mit einem Teil der offiziell zweiten Etappe.

 

 

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© Günter Kromer— Feudingen

Der Lahnwanderweg ist keine reine Talwanderung. Hier darf man ebenso viele Höhenmeter bewältigen wie auf den meisten Wegen in Mittelgebirgen.  Während der ersten Etappen ist die recht abwechslungsreiche Strecke hervorragend markiert.

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© Günter Kromer— Weidelbacher Weiher

Drei Stunden lang wandere ich heute meist durch Wald bergauf und bergab, zwischendurch vorbei an einem kleinen See und durch ein idyllisches Tal. Dann erreiche ich wieder das Lahntal und fahre mit dem Bus zu meiner Unterkunft in Biedenkopf.

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© Günter Kromer— Ilsetal
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Die Lahn

1.3.19 Saßmannshausen - Biedenkopf 23 km

Am Morgen fahre ich zurück nach Saßmannshausen und wandere zuerst recht bequem bergauf, zeitweise mit netter Aussicht.

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© Günter Kromer

 Ich komme am Schloss Wittgenstein vorbei, das man nicht besichtigen kann.

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© Günter Kromer— Schloss Wittgenstein

Schnell geht es nun hinab nach Bad Laasphe.

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© Günter Kromer— Bad Laasphe

Und wieder führt der Weg mal bergauf, mal bergab, zwischendurch mit einigen Aussichtspunkten.

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© Günter Kromer

Am 535 m hohen Entenberg ist es zu kühl, um lange auf der Bank zu sitzen.

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© Günter Kromer

Doch am Perfstausee, der erst nach einer Flutkatastrophe 1984 als Wasserrückhaltebecken erbaut wurde, sitze ich dann eine halbe Stunde am Ufer. 

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© Günter Kromer— Perfstausee

Schließlich erreiche ich Biedenkopf, wo ich wieder in einer Pension am Hang gegenüber des Schlosses übernachte.

© Günter Kromer - Biedenkopf - Blick auf Altstadt und Schloss#images-tours/thumbs/dsc1156_1552921360.jpg
© Günter Kromer— Biedenkopf - Blick auf Altstadt und Schloss

2.3.19 Biedenkopf - Sterzhausen 29 km

An vielen Stellen hat man hier bei Sonnenschein sehr weite Aussicht, aber die zauberhaften Nebelstimmungen gefallen mir heute morgen auch sehr gut. Obwohl es nach November aussieht, beweisen die vielen zwitschernden Vögel, dass der Frühling naht.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nach etwa 12 Kilometern treffe ich mal wieder kurz auf die Lahn, dann geht es erneut bergauf. 

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© Günter Kromer

Ich komme an der ehemaligen Burg Hohenfels vorbei. "Stark verfallen" wäre eine maßlose Untertreibung für diese kaum noch erkennbaren Mauerreste. Doch gerade dadurch ist dies ein faszinierendes Zeugnis der Vergänglichkeit menschlichen Strebens. Einst waren die Erbauer sicherlich davon überzeugt, ein wehrhaftes Monument für die Ewigkeit gebaut zu haben. Doch schon wenige Jahrhunderte später blieben nur Erdwälle mit ein paar Steinen und Löchern übrig

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© Günter Kromer— Ruine Hohenfels

Die heutige Strecke führt recht angenehm und ohne steile Steigungen oder Abstiege voran.

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© Günter Kromer

Die vier Kilometer auf einem flachen, kerzengeraden Radweg über eine monotone Ebene von Caldern nach Sterzhausen empfinde ich aber als wirklich gruselig.

3.3.19 Sterzhausen - Marburg/Stadtwald 19 km

Am Morgen führt mich der Weg schnell wieder in die Höhe.

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© Günter Kromer

Nach wenigen Kilometern mache ich den kurzen Abstecher zur Ruine Weißenstein, aber außer ein paar wenig spektakulären Mauern gibt es hier nichts zu sehen. Immerhin erblicke ich von hier aus erstmals in der Ferne die St. Elisabeth Kirche und das Schloss von Marburg.

 

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© Günter Kromer

Der Weg führt hinab zu den ersten Häusern der Marburger Oberstadt, dann aber nicht in die wunderschöne Altstadt hinein sondern gleich hinauf zum Schloss. Für eine Besichtigung der Altstadt sollte man sich aber auf jeden Fall genug Zeit nehmen, denn es gibt viel zu sehen.

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© Günter Kromer— Marburg - Schloss
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© Günter Kromer— Marburg - Rathaus
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Eine Stunde lang besichtige ich das Museum im Schloss.

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© Günter Kromer— Marburg - Schloss

Dann folge ich noch ein paar Kilometer dem Wanderweg. Normalerweise sind Rosengärten im Winter ein langweiliger Ort. Doch in diesem hier gibt es auch im Winter viel zu sehen. Entlang des Wanderwegs blüht hier im Sommer eine große Sammlung natürlicher Rosensorten. Neben jedem Stock zeigt eine aufklappbare Tafel dazu passende Zeichnungen des französischen Naturmalers Redouté. Nachdem ich mehr 30 dieser wunderschönen Bilder bestaunt habe, weiss ich, dass ich meinen Schwiegereltern einen Bildband mit Werken von Redouté schenken werde.

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© Günter Kromer

Der Wanderweg führt nahe am Gewerbegebiet Stadtwald vorbei, von wo ich mit dem Bus zurück nach Marburg fahre und den restlichen Mittag in der Altstadt verbringe.

4.3.19 Marburg/Stadtwald - Lollar 26 km

Welch ein Glück, dass ich schon gestern die Altstadt besichtigte, denn heute mittag ist ein Teil der Stadt wegen Rosenmontagsumzug gesperrt. Petrus feiert diesen Tag mit besonders schnell wechselndem Aprilwetter. Mal ist es trocken, mal prasseln starke Regenschauer nieder, mal scheint die Sonne vom blauen Himmel, zweimal hagelt es und mittags gibt es sogar ein kurzes Gewitter. Die einzige Konstante ist heute der stürmische Gegenwind.

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© Günter Kromer

Auf dieser Etappe bescheren mir einige Lücken in der Streckenmarkierung ein paar zusätzliche Kilometer.

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© Günter Kromer

Gerne würde ich unterwegs irgendwo zum Essen einkehren, aber heute komme ich nur an geschlossenen Restaurants vorbei.

Beim Aufstieg von Odenhausen zum Altenburg peitscht mir der Sturm heftigen Regen ins Gesicht, aber oben am Rastplatz genieße ich die Aussicht bereits wieder bei Sonnenschein.

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© Günter Kromer

Mein heutiges Tagesziel ist Lollar ist etwa vier Kilometer vom Wanderweg entfernt. Diese Strecke ist ebenso wenig ansprechend wie der Ort, daher empfehle ich künftigen Wanderern eine andere Etappeneinteilung.

Lollar begrüßt mich mit Hagel und Gewitter.

5.3.19 Lollar - Wetzlar 37 km

Zuerst muss ich wieder die langweilige Strecke zum Wanderweg hinauf marschieren. Danach komme ich bald an kleinen Fischteichen vorbei, die einige Reiher wohl als lohnendes Restaurant betrachten.

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© Günter Kromer

Nach einigen sehr verregneten Stunden erreiche ich die Ruine von Burg Gleiberg, die mir gut gefällt.

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© Günter Kromer— Burgruine Gleiberg

Von Gleiberg blicke ich hinüber zur nächsten Ruine auf dem Weg, Burg Vetzberg. Diese ist aber nicht ganz so interessant. Beide Burgen stehen auf Basaltkegeln, die einst als Ausläufer des Vogelsberg-Vulkanismus entstanden sind. 

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© Günter Kromer— Ruine Vetzberg

Am späten Nachmittag erreiche ich mal wieder die Lahn. Dieses Mal kann ich sogar ein Stück weit am Ufer entlang spazieren.

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© Günter Kromer

Zeitweise gefällt mir die Strecke heute wegen zu viel Verkehrslärm nicht besonders gut. Beim Aufstieg zum Bismarckturm wird sie wieder schöner. Ich bin froh, dass der Lahnwanderweg mich hier meist weit abseits des dicht besiedelten Tales führt.

Nun hört der Regen zeitweise auf und ich kann eine weite Aussicht nach Norden genießen. Obwohl der Turm oberhalb von Wetzlar steht, sieht man die Altstadt von dort aus nicht.

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© Günter Kromer

Kurz vor Erreichen der Altstadt führt der Weg durch eine kleine Parkanlage, in der Schneeglöckchen blühen. Nach den grauen Monaten freue ich mich über jedes erste Grün.

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© Günter Kromer

Ich hätte sehr gerne den Dom von Wetzlar besichtigt, doch leider erreiche ich ihn erst fünf Minuten nach Ende der Öffnungszeit. Kaum eine andere Kirche wirkt so asymetrisch. Dies liegt daran, dass der Dom nie fertig gebaut wurde. Eigentlich hätten vorne zwei Türme stehen sollen und das Kirchenschiff wäre dann noch größer geworden.

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© Günter Kromer— Wetzlar - Dom

Auf eine Besichtigung der Altstadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern verzichte ich, da hier gerade kurz nach den Faschingsumzug an allen Ecken die Narren feiern.

Nach einem verregneten Tag scheint jetzt endlich die Sonne.

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© Günter Kromer— Wetzlar - Alte Lahnbrücke

6.3.19 Wetzlar - Weilburg 31 km

Zuerst wandere ich hinauf zur wenig sehenswerten Burgruine Kalsmunt hinauf. Danach bietet mir dieser Vormittag viel Sonne, viel Aussicht und eine bequeme Strecke. Unterwegs sehe ich an einigen Sträuchern die ersten grünen Blätter aus den Zweigen spriessen.

 

Ein ehemaliges Truppenübungsgelände ist heute ein schönes Naturschutzgebiet und bietet seltenen Vogelarten Brutgelegenheiten.

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© Günter Kromer

Der Winter nähert sich unübersehbar seinem Ende.

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© Günter Kromer

Den märchenhaften Innenhof von Schloss Braunfels kann man momentan leider nur am Wochenende besichtigen, aber auch von außen ist das Schloss ein außerordentlich fotogenes Bauwerk. Das Familienmuseum ist geöffnet, doch für drei Euro Eintritt sehe ich nur die üblichen Massen an Waffen, Orden, Kleidungsstücken und Gemälden.

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© Günter Kromer— Schloss Braunfels
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© Günter Kromer— Braunfels
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© Günter Kromer— Schloss Braunfels

Unten beim Silbersee setzte ich mich zur Mittagsrast auf eine Bank. Zwei Schwäne kommen aus dem Wasser auf mich zu und betteln. Aber da Butterbrezel garantiert nicht auf ihrem natürlichen Speiseplan steht, bekommen sie nichts davon.

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© Günter Kromer— Silbersee

Wieder geht es über aussichtsreiche Höhen.

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© Günter Kromer

Ich komme an einem großen Tierpark vorbei, der im Sommer ein äußerst beliebtes Ausflugsziel ist. Ich habe heute aber keine Lust auf Gehege mit Wölfen, Luchsen, Bären und andere Tieren und spare das Eintrittsgeld.

Dann erreiche ich Weilburg.

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© Günter Kromer— Weilburg - Stadttor

Oberhalb einer Lahnschleife steht das Schloss, ein etwa 400 m breiter, äußerlich sehr harmonisch wirkender Gebäudekomplex.

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© Günter Kromer— Weilburg an der Lahn
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© Günter Kromer— Schloss Weilburg

7.3.19 Weilburg - Aumenau 20 km

Am Morgen breche ich ausnahmsweise nicht sofort nach dem Frühstück auf, da ich um 10 Uhr an einer Schlossführung teilnehmen will. Dies lohnt sich wirklich sehr, denn das Schloss ist noch mit vielen Original-Möbelstücken, Tapeten etc. ausgestattet. Vor allem aber bietet es auch stilistisch viel Abwechslung, da die einzelnen Räume nicht nur Barock sondern auch viele andere unterschiedliche Geschmäcker adliger Wohnkultur im Laufe der Zeit widerspiegeln. 

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© Günter Kromer— Schloss Weilburg - Obere Orangerie und Schlosskirche

Danach geht es kurz, aber interessant unten am Ufer der Lahn entlang.

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© Günter Kromer

Es folgen wieder viele Kilometer durch Wald, ab und zu aufgelockert durch einige Abschnitte mit Aussicht. In Aumenau ist die Etappe heute für mich schon zu Ende.

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© Günter Kromer

8.3.19 Aumenau - Limburg - 26 km

Nachdem die Lahn vor allem bei Marburg zeitweise durch breite Täler mit vielen Städten und Industrie floss, windet sie sich nun in vielen Schleifen durch ein schmales Tal mit steilen Hängen. Entsprechend schön ist ab hier auch die Wanderstrecke.

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© Günter Kromer

Mal unten, mal oben an schönen Aussichtspunkten, mal über sonnige Wiesen- und Ackerflächen, dazwischen kurz durch Wald, marschiere ich zufrieden voran.

Der Lahnwanderweg führt nicht hinab nach Villmar, doch da ich mir das Naturdenkmal Unica anschauen will, folge ich einem Zubringerweg. In diesem ehemaligen Steinbruch wurde einst Marmor abgebaut, den man unter anderem in der Würzburger Residenz, für die Kaisertreppe im Berliner Dom, für den Marmorsaal im Schloss Bruchsal und weitere Bauten verwendet hatte. Der Marmor stammt aus einem ehemaligen Korallenriff und entstand in einem Meer, das hier vor 380 Millionen Jahren das Land bedeckte. An einer glatt geschliffenen Wand kann man unterschiedliche Strömungen und einige Fossilien erkennen.

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© Günter Kromer— Marmorsteinbruch Unica

Den Aufstieg im Ort zu Kirche und Rathaus hätte ich mir dann aber sparen können. Der Blick von der Brücke nach Villmar genügt.

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© Günter Kromer— Villmar

Nach kurzem Aufstieg stehe ich an einem schönen Aussichtspunkt.

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© Günter Kromer

Noch ein Stück bleibe ich auf der Höhe, dann führt mich der Lahnwanderweg hinab nach Runkel, wo sich eine gewaltige Burg über dem Fluss erhebt.

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© Günter Kromer— Burg Runkel und Lahnbrücke

Wieder führt der Weg eine Weile über die Berge, dann geht es wieder ins Tal hinab. In der Ferne sehe ich die große Kirche St. Lubentius in Dietkirchen.

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© Günter Kromer— Dietkirchen - St. Lubentius

Über Wiesen und danach am Ufer entlang unter den riesigen Brücken der ICE-Strecke und der Autobahn hindurch, erreiche ich bald Limburg. Vor den beiden drehenden Rädern einer Mühle schnattern mich Gänse an. Oberhalb eines Felsen erhebt sich der riesige Limburger Dom, eine der großartigsten Kirchen Deutschlands.

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© Günter Kromer— Limburg - Dom
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© Günter Kromer— Limburg - Dom

Auch Leute, die sich normalerweise nicht für Kirchen interessieren, sollten in diese unbedingt hinein schauen.

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© Günter Kromer— Limburg - Dom

Aber auch für die verwinkelte Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und vielen kleinen Läden, Cafés und Restaurants lohnt sich ein längerer Besuch.

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© Günter Kromer— Limburg

9.3.19 - Limburg - Obernhof 33 km

Einer der größten Vorteile vieler Flusswanderwege ist es, dass man oft an Bahnhöfen vorbei kommt und daher zwischendurch auch mal gepäckfreie Tage einplanen kann. Mit kurzen Bahnfahrten kann man auch mal zwei Tage am selben Ort übernachten. Diese Möglichkeit nutze ich im Lahntal besonders intensiv.

Die Strecke von Limburg nach Diez empfinde ich als sehr langweilig.

In Diez führt der Weg unmittelbar am Grafenschloss vorbei, in dem eine Jugendherberge und ein regionales Museum sind.

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© Günter Kromer— Diez
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© Günter Kromer— Diez - Grafenschloss

Am Lahnwanderweg gefallen mir die Etappen von Diez bis zum Rhein am besten, aber die vielen Auf- und Abstiege zwischen Fluss und Oberkante der Steilhänge sind auch deutlich anstrengender.

Ab und zu komme ich an schönen Aussichtspunkten vorbei.

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© Günter Kromer— Balduinstein

In Balduinstein verzichte ich auf einen Aufstieg zur Ruine und einen Abstecher zu Schloss Schaumburg.

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© Günter Kromer— Burg Balduin
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© Günter Kromer— Schaumburg

Wieder geht es zu einigen Aussichtspunkten hinauf.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nach vielen weiteren Auf- und Abstiegen blicke ich von der Aussichtskanzel am Goethepunkt hinab nach Obernhof.

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© Günter Kromer— Aussicht vom Goethepunkt

Nun folgen etwa 300 Meter mit besonders faszinierender Streckenführung. Auf einem schmalen, rechts und links steil abfallenden Berggrat führt ein manchmal mit Drahtseil gesicherter und mit einigen Metallstufen versehener Pfad durch die wilde Natur. Wem dieser Pfad zu heikel ist, der kann problemlos auf einem asphaltierten Weg etwas weiter unten spazieren.

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© Günter Kromer

Oberhalb der Weinberge und vorbei an einigen ehemaligen, jetzt geschlossenen Weinstuben, geht es danach bequem hinab nach Obernhof.

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© Günter Kromer— Obernhof - Kloster Arnstein

10.3.19 Obernhof - Fachbach 23 km

Am Morgen wandere ich hinauf zum Aussichtspunkt Hohe Lay.

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© Günter Kromer

Dann geht es hinab nach Nassau, wo der Wanderweg leider nur unterhalb der nur im Sommer geöffneten Burg vorbei führt.

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© Günter Kromer— Nassau
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© Günter Kromer

Dann geht es wieder sehr weit den Berg hinauf. Kurz vor dem Aussichtspunkt Kuxlay hat man den besten Blick in Richtung Dausenau.

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© Günter Kromer

Bisher wechselte heute das Wetter nur extrem häufig zwischen Sonne und Regen, doch nun zieht der vom Wetterbericht angekündigte Sturm auf. Bald brausen gelegentlich die stärksten Windböen heran, die ich jemals im Wald erlebt habe. Ich war schon bei stärkerem Sturm auf dem Brocken, in den Alpen, der Sahara und auf Island, aber besonders hier im dichten Laubwald sind Böen dieser Klasse wirklich kein Spaß. Ich bin sehr froh, dass mich meine Route nun gleich aus dem Wald heraus führt und mehr über Wiesen hinab zum Fluss bringt.

Dausenau wird noch von seiner alten Stadtmauer umringt.

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© Günter Kromer— Dausenau
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© Günter Kromer— Dausenau

Im Windschatten eines Berges wandere ich nun recht problemlos bergauf.

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© Günter Kromer

Oben beim Concordiaturm trifft mich der Orkan dann mit voller Kraft. Ich muss bei manchen Böen sogar meine Brille festhalten. Zum Fotografieren und Filmen muss ich meine Kamera an einer Mauer aufstützen, denn freihändig ist das bei dem Sturm unmöglich.

Vom Concordiaturm bis hinab nach Bad Ems reiht sich nun ein toller Aussichtspunkt an den anderen. 

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© Günter Kromer— Bad Ems

Bad Ems wirkt wie eine Zeitreise in die Epoche der Kaiser und Zaren. Hier sieht man bei jedem Schritt, dass dies einst ein international sehr bedeutender Kurort war.

 

 

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© Günter Kromer— Bad Ems - Kurhaus
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© Günter Kromer

Ich bin sehr froh, dass ich nun nicht mehr durch Wald wandern muss. Die letzten Kilometer zu meiner Unterkunft in Fachbach folge ich nicht dem Wanderweg sondern einer breiten Straße. m Abend erfahre ich dann, dass wegen starker Sturmschäden großräumig der Bahnverkehr eingestellt wurde. Das überrascht mich nicht.

11.3.19 Fachbach - Lahnstein 14 km

Während der Nacht schneite es im Lahntal.

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© Günter Kromer

Mir gefällt es, zur Abwechslung mal wieder eine Weile durch einen weißen Wald zu spazieren.

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© Günter Kromer

Zum Glück ist später in der Ruppertsklamm der Schnee schon wieder fast komplett geschmolzen und der Boden blieb eisfrei. Bei vereisten Felsen sollte man besser nicht durch die steile Schlucht mit einigen drahtseilgesicherten Passagen absteigen. Aber ohne nasse Füße kommt nach den vielen Niederschlägen der letzten Tage heute niemand durch die Klamm, durch die auch der Rheinsteig führt.

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© Günter Kromer— Ruppertsklamm
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© Günter Kromer— Ruppertsklamm

Gegenüber Burg Lahneck blühen bereits die ersten Bäume. Und in der Parkanlage vor der Lahnmündung leuchten viele gelbe Osterglocken.

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© Günter Kromer— Burg Lahneck

Hier endet der Lahnwanderweg. Ich stehe am Ufer des Rheins und sehe auf der anderen Seite Schloss Stolzenfels, an dem ich in wenigen Tagen auch vorbei wandern werde.

 

Ausführliche Infos: www.lahnwanderweg.de

 

 

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© Günter Kromer— Lahnmündung