Die als "Premiumwanderweg" zertifizierte Murgleiter führt 110 km weit mit 4977 m Auf- und 4084 m Abstieg durch das Murgtal im Nordschwarzwald.
Die herbstliche Wanderung beginnt beim Schloss Rotenfels, vor dem viele Skulpturen darauf hinweisen, dass hier eine Kulturakademie ihren Sitz hat.
Ein schmaler Pfad führt bergauf. Bald blicke ich hinab auf Bad Rotenfels und über das untere Murgtal. Heute ist es zwar herrlich sonnig, aber auch recht dunstig.
Durch farbenfrohen Herbstwald wandere ich bergauf und bergab. Beim Waldseebad beginnt ein langer Aufstieg, mal auf schmalen Pfaden, mal über breite Wege.
Beim Schloss Alt-Eberstein verzichte ich wegen der im Dunst stark eingeschränkten Fernsicht heute auf die Besteigung des Turms.
Bald darauf erreiche ich den kleinen Pavillon beim Verbrannten Felsen. Von hier aus blickt man an klaren Tagen über die Rheinebene bis zu den Pfälzer Bergen.
Ein paar Kilometer danach stehe ich am Gipfel des 668 m hohen Merkur. Da eine Bergbahn von Baden-Baden auf dieses beliebte Ausflugsziel fährt, tummeln sich heute sehr viele Menschen hier oben. Die Aussicht zu den höchsten Bergen des nördlichen Schwarzwald, hinab nach Baden-Baden und über die Rheinebene bis zu den Vogesen wird heute von starkem Dunst getrübt.
Schon nach zwei Kilometern wandere ich wieder nahezu alleine durch den stillen Wald, dann hinab nach Gernsbach.
Bald führt mich ein schmaler Weg am steilen Hang entlang. An manchen Stellen verzieren Stechpalmen mit ihren roten Beeren die Strecke.
Schloss Rotenfels dient seit vielen Jahren als edles Hotel. Die untere Terrasse ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel, da man dort mit wunderbarer Aussicht auf das Murgtal essen und trinken kann.
Nun geht es relativ steil bergab. Im letzten Abendlicht erreiche ich Obertsrot.
Am Morgen steckt Obertsrot noch in dichtem Hochnebel. Doch schon nach wenigen Kilometern blicke ich von der Elsbeth-Hütte hinab auf das Wolkenmeer, das die Rheinebene und das untere Murgtal bedeckt.
Ein sehr schöner Weg führt hinüber zum Dachsstein. Bei nassem Wetter empfehle ich, nicht bis zum äußersten Ende des Felsens zu gehen. Von dort sieht man nicht viel mehr als von anderen Stellen zwischen Elsbeth-Hütte und Dachsstein.
Nach dem Dachsstein geht es eine Weile nur bergab.
In Reichental empfehle ich einen kurzen Abstecher in die Kirche, deren Holzdecke sehr schön ist. Etwas oberhalb des Ortes bietet sich dann ein netter Blick auf Reichental, der wie eine Kitschpostkarte wirkt.
Nun führt die Murgleiter in häufigem Wechsel zwischen Auf- und Abstiegen mal bequem, mal etwas steiler, mal auf breiten Wegen, talaufwärts. Unterwegs kann man an zwei Brunnen seine Flaschen nachfüllen, ab und zu öffnet sich der Wald für eine schöne Aussicht.
Etwas oberhalb des Latschigfelsen bietet ein kleiner Pavillon erneut eine schöne Aussicht auf das untere Murgtal und zur noch immer mit Hochnebel bedeckten Rheinebene.
Bald darauf zweigt ein kurzer Weg zum schönsten Aussichtspunkt im Murgtal ab. Vom Kreuz blickt man hinab nach Forbach.
In vielen Serpentinen wandere ich nun bergab. Im Herbst begeistert mich hier die bunte Mischung aus farbigem Laub und dunklem Nadelwald. Ach wie schön, dass ich heute nicht im Büro sitzen muss! Man sollte solche Tage immer nutzen, um diese Jahreszeit voll und ganz in ihrer Farbenpracht genießen zu können!
Heute lacht die Sonne vom tiefblauen Himmel und verzaubert diese Etappe in einen perfekten Farbenrausch. Gleich unterhalb vom Bahnhof führt der Weg über eine schöne, alte Holzbrücke.
Dann führt mich ein manchmal etwas anstrengender Aufstieg hinauf zu einem Pass.
Bequem marschiere ich nun hinab zum Stausee der Schwarzenbach-Talsperre. Ich wusste, dass der See nach diesem ungewöhnlich trockenen Sommer recht leer ist, aber der heute extrem niedrige Wasserstand schockiert mich dann doch. Im Sommer baden hier viele Menschen, was aber nur auf eigene Gefahr gestattet ist und manchmal schon wegen Problemen mit Algen verboten wurde. Außerdem kann man hier im Sommer mit Tretbooten fahren.
Die Route der Murgleiter führt zwar nicht über die Staumauer, aber ich empfehle jedem Wanderer, dennoch über die Mauer ans andere Ufer zu gehen. Der Blick auf den See ist von der Mitte der Mauer aus am schönsten. Am anderen Ufer führt gleich hinter dem Imbiss-Kiosk ein Weg hinab zum Fuß der mächtigen Staumauer, wo man wieder auf die Murgleiter trifft.
Ein paar Kilometer danach führt die Strecke oberhalb eines großen Steinbruchs an Raumünzach vorbei. Schon wegen diesem Blick auf das farbige Murgtal hat es sich gelohnt, heute zum Wandern hier her zu kommen.
Und es geht ähnlich bunt weiter. Die Streckenführung ist nun bis Schönmünzach zwar nicht mehr besonders spannend, aber die Herbstfarben sind einfach klasse.
Die letzten 5,5 km von Schönmünzach bis Schwarzenberg bieten dann wieder viel Aussicht und gefallen mir sehr gut.
Am frühen Morgen steige ich in Schwarzenberg aus der Bahn. Leider scheint heute keine Sonne. Schnell führt der Weg bergauf. Bald liegt der kleine Ort Silberberg unter mir.
Bald erreiche ich die Grenze des Nationalpark Schwarzwald und kurz darauf den Huzenbacher See. Dieser einst von einem Gletscher gebildete Karsee ist für mich einer der schönsten Plätze im Nordschwarzwald. Da er weit vom nächsten Parkplatz entfernt ist, kommen hier nur wenige Wanderer und ein paar Mountainbiker her. Schon oft war ich hier oben ganz alleine und konnte die Natur in aller Stille betrachten.
Für den folgenden Aufstieg über einen steilen, von Wurzeln und Steinen bedeckten Pfad braucht man gute Schuhe und etwas Trittsicherheit. Aber erfahrenen Wanderern bereitet er unter guten Bedingungen keinerlei Probleme.
An einigen Stellen dieses traumhaften Weges durch unberührte Natur muss man über umgestürzte Bäume klettern oder gebückt unter den Stämmen hindurch krabbeln. 45 Minuten lang filme und fotografiere ich hier unglaublich viel. So lange wie heute habe ich noch nie für diesen Aufstieg gebraucht.
Am oberen Rand des steilen Berghanges laden an einem Picknickplatz Bänke, Tische und eine wettersichere Hütte zur Rast mit Blick hinab auf den immer stärker verlandenden See ein.
Noch kurz auf breiten Wegen, dann geht es auf einem schmalen Weg weiter, der nach langen Regenfällen manchmal für nasse Schuhe sorgt. Aber schön ist er!
Schließlich führt die Murgleiter in Richtung Tiefenbach bergab. In diesem Tal erfährt man beim Wandern auch viel über das Leben in vergangener Zeit. Viele Informationstafeln und Rekonstruktionen alter Bauten zeigen, wie die Menschen früher in dieser Region lebten. Ein großer Salbeofen, in dem früher Salben und Teeröle aus dem Holz gewonnen wurden, ein Wehr, hinter dem früher Wasser aufgestaut wurde, um anschließend mit dem Wasserschwall Holz ins Tal zu schwemmen, wo es auf großen Flößen zum Rhein und bis nach Holland gebracht wurde, die Rekonstruktion eines Floßes und vieles mehr sehe ich auf dieser Strecke.
Noch einmal geht es etwas bergauf, dann führt der Weg nach Baiersbronn.
Die Murgleiter führt etwas oberhalb am Ort vorbei. Der etwa 1 km lange Weg in die Stadt und zum Bahnhof ist gut markiert.
Schnell steige ich wieder zur Murgleiter hinauf.
Vorbei am Rinkenturm erreiche ich bald die Wanderhütte Sattelei, wo sich bei warmem Wetter viele Wanderer auf der schönen Terrasse treffen.
Die erste Hälfte dieser Etappe wechselt häufig zwischen kurzen Auf- und Abstiegen, zwischen breiten Wegen und ein paar schmalen Pfaden.
Da die Gegend um Baiersbronn recht dicht besiedelt ist und man von vielen Parkplätzen aus bequem Wandern kann, treffe ich bei dem angenehmen Herbstwetter unterwegs mehr Spaziergänger als bei den bisherigen Etappen. Vor allem im Buhlbachtal, wo es viele Leute zu einem großen Restaurant zieht, ist recht viel los.
Doch danach folgen wieder ein paar einsame Kilometer. Schließlich erreiche ich eine der beiden Murg-Quellen, doch der Brunnen ist heute trocken.
Schon zwei Kilometer bevor ich die Schwarzwald-Hochstraße erreiche, höre ich die lauten Motoren der Motorräder, deren Auspuff entgegen der Zulassung so manipuliert wurde, dass sie möglichst flächendeckend viele Wanderer im Schwarzwald mit Lärm plagen.
Der Schliffkopf zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen im Nordschwarzwald. Die urigen Grindeflächen, der Blick auf viele Schwarzwaldberge und über die Rheinebene zu den Vogesen - all dies lockt bei dem sonnigen Wetter die Massen an. Trotzdem liebe ich den Schliffkopf, vor allem wegen seiner besonderen Vegetation.
Hier ist der Link zur Seite des Landratsamt Rastatt mit offiziellen Infos über diesen Weg: www.murgleiter.de
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Im Buch „Der Deutschland-Wanderer“ erzähle ich viel mehr als im Internet über meine Erlebnisse und persönliche Eindrücke beim Abenteuer Fernwanderung auf den ersten 10.000 Kilometern und beschränke dafür die online stehenden umfangreichen Streckenbeschreibungen auf die wesentlichen Elemente. Weitere Infos stehen hier: https://d-wanderer.de/aktuelles.php