Im Allgäu können Etappen-Wanderer seit einigen Jahren zwischen drei großen Routen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten und Schwierigkeitsgrad wählen. Die wunderschöne, offiziell in 24 Etappen aufgeteilte Himmelsstürmer Route ist 358 km lang und erfordert gute Kondition und alpine Erfahrung. An einigen einfachen, mit Drahtseilen oder Steighilfen gesicherten Kletterstellen braucht man Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. An einigen Stellen können auch im Hochsommer noch Schneereste liegen. Doch trotz aller Schwierigkeiten zählt sie zu meinen Lieblingsstrecken.
Nach der großen Trockenheit und der brutalen Hitze im Juli bin ich heute nicht enttäuscht darüber, dass meine Allgäu-Wanderung bei Starkregen beginnt. Dank sehr guter Regenkleidung ist dies für mich ein angenehmeres Klima als die 40,5 Grad am Rheinsteig.
Die Route beginnt am Parkplatz bei der Brücke über die Halblech.
Zwei Stunden lang gießt es aus allen Kübeln. Dann reißt der Nebel auf. Kurz darauf sehe ich am Himmel ein paar blaue Flecken. 40 Minuten vor meinem Ziel kann ich meine Regenklamotten ausziehen und kurz darauf scheint sogar eine Weile die Sonne.
Nur kurze Zeit sehe ich vor der Kenzenhütte ein paar Gipfel, dann hüllt wieder der Nebel alles ein.
Der viele Regen an den letzten Tagen lies die Bäche stark anschwellen. Einesteils bedeutet das für mich Wanderer nasse Füße, andererseits rauscht der Wasserfall oberhalb der Hütte heute besonders eindrucksvoll.
Schon beim Abendessen umhüllt wieder dichter Nebel das gemütliche Haus.
Gut gelaunt beginne ich bei trockenem Wetter und wolkenfreien Bergen um mich herum schon um 7.30 Uhr mit dem Aufstieg. Bald führt mich der Steig in ein kleines Hochtal.
Ach wie froh bin ich, endlich wieder in den Alpen zu sein! Mir haben zwar alle Wanderungen der letzten 13 Monate gefallen, aber am stärksten schlägt mein Herz nach wie vor für das Gebirge. Man muss nicht weit fort fahren, um schöne Berglandschaften zu erleben. Auch das Allgäu gefällt mir jedes Mal, wenn ich hier her komme.
Ich habe noch nie an einem einzigen Vormittag so viele Gämsen gesehen wie heute. Welch ein schöner Morgen!
Der Aufstieg zum Kenzensattel ist problemlos. Oben setze ich mich auf einen Stein. Dies ist ein idealer Platz für ein zweites Frühstück mit toller Aussicht in beide Richtungen.
Nun geht es zuerst ein Stück bergab, bis der Aufstieg zum Gabelschrofensattel beginnt.
Steile Gipfel und schmale Felszacken umrahmen meine Aufstiegsroute.
Auch am Gabelschrofensattel mache ich eine kurze Rast mit Aussicht. Am Beginn des Abstiegs muss man etwas aufpassen, da es über Geröll und Steinblöcke geht. Nichts, was für erfahrene Bergwanderer problematisch ist, aber bei dem Starkregen von gestern wäre ich hier nicht gerne unterwegs. Doch bald darauf wird die Abstiegsroute wieder leichter.
Während der ersten Stunden bin ich ganz alleine unterwegs. Doch in der Nähe des Tegelberg kommen mir immer mehr Wanderer entgegen, da man diesen Streckenabschnitt von der Seilbahnstation aus leicht erreicht. Vom Bergrestaurant blickt man weit über das Allgäu sowie hinab zu Plansee, Hopfensee und vielen anderen Seen.
Die Abstiegsroute zur Marienbrücke ist als alpiner Steig beschildert, der Trittsicherheit und entsprechende Schuhe erfordert. Doch zu viele Touristen ignorieren dies und sitzen dann auf halber Strecke völlig entkräftet mit panischem Blick neben dem Pfad. Normalen Bergwanderern bereitet der Abstieg keine Probleme, dagegen sind sogar Moselsteig und Rheinsteig an einigen Stellen schwerer, aber für Spaziergänger mit losen Sandalen ohne Profil bieten ein paar felsige Meter und vor allem die Stelle, an der man über ein paar Metallbügel steigt, ordentliche Hindernisse. Ich schüttle immer wieder den Kopf, wenn ich diese Dummheit sehe.
Je tiefer ich komme, desto schöner wird der Blick auf Neuschwanstein, Hohenschwangau und den Alpsee.
Als ich die Marienbrücke erreiche, staune ich. Auf der über eine tiefe Schlucht führenden Brücke drängeln sich die Touristen wie in einer Sardinenbüchse, um von hier Schloss Neuschwanstein aus der berühmten Perspektive zu fotografieren. Welch ein Glück, dass ich die Brücke von oben erreiche, denn auf der anderen Seite stehen ein paar hundert Menschen in einer schier endlosen Warteschlange.
Staufrei wandere ich nun hinab zum Alpsee.
Die letzten Kilometer nach Füssen sind problemlos. Inzwischen wird der Himmel immer dunkler. Auf dem Kalvarienberg sehe ich, dass es jetzt oben am Tegelberg regnet. Ich beeile mich und erreiche Füssen nur wenige Minuten bevor auch hier starker Regen beginnt.
Die nächste Etappe führt von Füsen über Alatsee und Falkenstein nach Pfronten. Diese Strecke lasse ich dieses Mal aus, da ich dort oben bereits im letzen Jahr am Maximiliansweg wanderte. Ich starte am Morgen in Pfronten-Ried. Die ersten Kilometer führen überwiegend recht bequem und angenehm durch Wald und über Wiesen oberhalb von Pfronten. Der Blick auf die Berggipfel wird teilweise noch von Wolken getrübt, doch über dem Alpenvorland scheint bereits die Sonne. Ich liebe diese von den Eiszeitgletschern geformte sanfte Moränenlandschaft.
Dann beginnt der Aufstieg zur Kappeler Alp, zuerst noch auf breitem Fahrweg entlang eines rauschenden Bach, dann über einen steilen Wurzelpfad an kleinen Wasserfällen vorbei. Schon hier gefällt mir der Weg ausgezeichnet, doch als ich an einem großen Wasserfall vorbei komme, bin ich begeistert. Auch für jemanden, der wie ich schon sehr oft im Allgäu wanderte, gibt es immer noch etwas zu entdecken.
An der Kappeler Alp, die man auch bequem von der Bergstation der Alpspitzbahn erreichen kann, ist die Terrasse sehr gut belegt.
Diese Etappe führt nun von der Bergstation hinab nach Nesselwang. Auf dem teilweise wieder recht steilen und wurzeligen Pfad kommen mir überraschend viele Familien mit kleinen Kindern entgegen. Als Fünfjähriger hätte ich solch einen Aufstieg nicht geschafft. Unten führt der Wasserfallweg über viele Metallstege und Treppen an einigen Wasserfällen vorbei, auch dies wirklich sehenswert.
Die Etappe von Nesselwang nach Oy führt auf selben der Route wie der Abstiegs zur Bergstation hinauf. Bergauf fahre ich mit nun der Bahn.
Bald darauf stehe ich am Gipfel der Alpspitze. Noch immer hängen dunkle Wolken über den Alpen.
Unten am Grüntensee ist es in der Sonne inzwischen angenehm warm. Eine Stunde lang setze ich mich auf dem Staudamm ins Gras.
Als ich bald darauf Oy erreiche, kaufe ich mir in einem Supermarkt Proviant und setze mich nahe der Touristinfo zum Abendessen auf eine Bank mit Aussicht. Dann gehe ich zufrieden zu der Pension, in der ich übernachte.
Als ich im Supermarkt Proviant für den Wandertag kaufen will, stelle ich fest, dass heute in Bayern Feiertag ist. Bei wechselnder Bewölkung spaziere ich nach Mittelberg.
Dann geht es hinauf auf das Burgkranzegger Horn und hinab zum Rottachsee .
Beim Kiosk am Ufer esse ich einen Steakweck. Schon ist das Problem des fehlenden Proviant gelöst. Bald darauf komme ich am Geratser Wasserfall vorbei.
Nun regnet es immer mal wieder kurz. Von Ruine Vorderburg sieht man nur einen zugewachsenen Bergfried zwischen den Bäumen hindurch ragen.
Normalerweise bleibt der Weg nun bis zum Falkenstein auf einem kleinen Bergrücken, doch diese Route ist momentan gesperrt. Die asphaltierte Umleitung führt weit ins Tal hinab und erst dann wieder hinauf. Inzwischen regnet es sehr stark, die Berge verhüllen sich eine Weile tief mit Wolken. Erst kurz vor Rettenberg wird es wieder besser. Ich übernachte in einem Braugasthof mit gutem eigenen Bier.
Der Aufstieg zum Grünten ist zwar anstrengend, aber technisch leicht.
Noch hängen ein paar Wolken über den hohen Alpengipfeln, doch das macht die Aussicht eher noch interessanter.
Unterhalb vom Parkplatz wandere ich dann einige Kilometer weit völlig eben entlang von Starzlach, Ostrach und zuletzt der Iller.
Auch der Aufstieg nach Gunzesried ist nicht schwer. Doch vor allem beim steilen Aufstieg zum Bärenkopf merke ich, dass ich nicht mehr so fit wie früher bin. Danach geht es zuerst etwas bequemer weiter. Sonthofen liegt schon weit unter mir.
Dann folgen ein paar leichte Kletterstellen. Ich bin nun am Grat der Nagelfluhkette, an dem Teil des Maximiliansweg, den Annette und ich letztes Jahr wegen dem schlechten Wetter auslassen mussten. Die Strecke ist teilweise recht anspruchsvoll, aber auch ausgesprochen faszinierend.
Eine Weile sitze ich am Gipfel des Steineberg und sehe wohl alle bekannten Gipfel der Allgäuer Alpen vor mir.
Nagelfluh ist ein ganz besonderes Konglomerat aus kleinen Steinchen unterschiedlicher Art, die von einer festen Bindeschicht zusammen gehalten werden. Ein paar Mal muss man beim Wandern etwas klettern, doch an allen anspruchsvollen Stellen hängen dicke Stahlseile zur Sicherung.
An einem kleinen Pass verlässt meine Route den Grat und führt nun hinab zur Alpe Gund. Zehn Stunden lang wanderte ich mit trockenen Socken, doch kurz vor der Hütte versinken nun beide Füße beim Durchqueren eines kleinen Sumpfgebiets in tiefem Schlamm.
Bei recht trübem Wetter steige ich zuerst auf einem etwas steinigen und verwurzelten, aber problemlosen Pfad bergab. Danach geht es noch leichter weiter. Unterwegs komme ich wieder an einigen Wasserfällen vorbei.
Schon früh erreiche ich Immenstadt, das ich schnell durchquere. Nun geht es hinauf zu zwei Burgruinen, von denen aber nur noch unauffällige Mauerreste stehen. Dann wandere ich hinab zum Alpsee und von dort hinau zur Siedel-Alpe und weiter zur Pfarr-Alpe. Nahe der Pfarr-Alpe schaue ich von einem Aussichtspunkt hinab zum Alpsee.
Mein heutiges Etappenziel ist etwa 40 Minuten von der Himmelsstürmer-Route entfernt. Ein markierter Zuweg führt mich hinab nach Missen.
Da ich heute eine sehr lange Doppeletappe wandern und laufen will, starte ich schon vor 7 Uhr mit dem Aufstieg zurück zur Pfarr Alpe. Heute ist es nahezu wolkenlos. Beim weiteren Aufstieg über den Bergrücken hinauf zur Thaler Höhe und zur Salmaser Höhe blicke ich rechts hinab ins hügelige Alpenvorland, links sehe ich die Nagelfluhkette.
Von der Kalzhofer Höhe sehe ich erstmals vor mir Oberstaufen, in der Ferne erhebt sich der wuchtige Säntis.
Nun marschiere ich hinab nach Oberstaufen, das ich schnell durchquere.
Dann geht es hinauf zum Hündlekopf, wo ich zum letzten Mal den Alpsee und den Bergrücken sehe, über den ich am Morgen gewandert bin. Ein schöner Platz für meine Mittagspause!
Als ich hinab zu den Buchenegger Wasserfällen laufe, freue ich mich darauf, dort an diesem sehr warmen Tag zu baden. Doch der Stau kurz vor dem Wasserfall lässt mich schon ahnen, dass es unten mehr als nur sehr überfüllt ist. Hier hätte man einen Vorverkauf für Stehplatzkarten organisieren können. In dem großen Talkessel drängen sich so viele Menschen, dass für Neuankömmlinge Sitzen, Baden oder auch nur kurz den Rucksack absetzen unmöglich ist.
Der riesige Parkplatz bei der Bergbahn ist voll. Schnell marschiere ich weiter zur Eibele-Alpe. Ab dort wird der Aufstieg zunehmend steiler.
Trotz ein paar leichten Kletterstellen im oberen Bereich des Steigs sind in beide Richtungen überraschend viele Leute unterwegs. Oben an der Brunnenauscharte setze ich mich eine Weile hin.
Nun bin ich wieder auf dem Grat der Nagelfluhkette und blicke bei der heute recht klaren Fernsicht auf fast alle wichtigen Gipfel der Allgäuer Alpen.
Dann steige ich das letzte Stück zum Gipfel des Hochgrat hinauf. Oben setze ich mich auf eine Bank neben dem Gipfelkreuz. In der Ferne schimmert der Bodensee im Sonnenlicht.
Nachdem an der Bergbahnstation die letzte Gondel ins Tal gefahren ist, sitze ich ganz alleine auf der Terrasse und freue mich über die Stille.
Dann gehe ich hinab zur Alpenvereinshütte Staufner Haus und beziehe mein Lager.
Nach dem Abendessen spaziere ich wieder hinauf zur Bergstation, wo ich nun fast zwei Stunden lang sitzen bleibewo ich nun fast zwei Stunden lang sitzen bleibe und in der Abenddämmerung das Alpenpanorama in aller Ruhe genieße.
Während ich frühstücke, regnet es noch. Draußen hängen Wolken unter und über mir. Doch als ich dann die Hütte verlasse, hat der Regen aufgehört.
Bei trübem Wetter bringt mich ein leichter Abstieg etwa 400 Höhenmeter hinab zur Scheidwang-Alpe.i.
Dann stapfe ich auf einem sehr steilen Pfad bergauf. Oben beim Heidenkopf zeigt sich wieder die typische Nagelfluh-Landschaft in voller Pracht.
Zwei ganz besonders steile Kletterpassagen erfordern im Abstieg Trittsicherheit und volle Konzentration. Dank der guten Seilsicherung komme ich auch hier problemlos hinab. Dennoch sollte man die Route über Heidenkopf und Girenkopf keinesfalls bei starkem Regen oder Nebel wandern.
Dann steht man vor der Wahl, entweder direkt nach Balderschwang abzusteigen oder zuerst zum Girenkopf und dann in einem weiten Bogen Richtung Südwesten zu marschieren. Ich weiß nicht, wie gut der direkte Abstieg ist, aber die Himmelsstürmer-Route über den Girenkopf sollte man keinesfalls bei starkem Regen oder bei Nebel machen.
Nur am Anfang gibt es noch leichte Kletterstellen, aber der Pfad ist oft steil und unwegsam. Doch bald stehe ich am Girenkopf und genieße bei Sonnenschein das Panorama.
Nun geht es einige Kilometer über steile Almwiesen. Oft kann ich den Pfad unmöglich von den vielen Trittspuren der Kühe unterscheiden. Nur weiß-rot-weiße Pfosten im Abstand von etwa 100 Metern geben die Richtung vor. Ohne diese oder wenn man sie im dichten Nebel nicht sieht, wird es hier kritisch.
Nach dem Pfad kann ich mich kurz auf einem Schotterweg erholen, dann folgt ein recht harmloser Pfad, dann eine steile Betonpiste, die mich hinab ins Tal führt. Dort folge ich einem Höhenweg nach Balderschwang und dann dem Fluss noch ein Stück zu dem Hotel, in dem ich übernachte.
Da es noch immer stark regnet und die Berge in Wolken stecken, wäre es heute sinnlos, der geplanten Route zu folgen. Außerdem steht in der Broschüre zur Wandertrilogie, dass man hier an Tagen nach langen Regenfällen besser auf eine empfohlene Alternativstrecke ausweichen sollte.
Daher steige ich nun vom Schwabenhof 2,5 Stunden lang direkt zum Riedberger Horn auf, verzichte also auf die Etappe über Hochschelpen und Piesenkopf. Anfangs marschiere ich durch Nebel. Als dieser aufreißt, fotografiere ich kurz den Blick hinab nach Balderschwang. Auf einer Almwiese hüpft ein großer, brauner Frosch über den Pfad. Ihm gefallen die vielen Pfützen heute sicherlich.
Die leichte Aufstiegsroute ist ideal für einen Tag wie heute. Am Grat zwischen Dreifahnenkopf und Riedberger Horn wachsen sehr viele Heidelbeeren.
Kurz vor dem Gipfel des Riedberger Horn erreiche ich wieder die Himmelsstürmer-Route. Da der Regen gerade aufhört, hole ich schnell die Kamera aus dem Rucksack und fotografiere das grandiose Panorama.
Ich brauche nicht immer sonniges Postkartenwetter. Auch solche Wolkenspiele begeistern mich.
Eine schnell von unten heraufziehende Wolke beendet die fünfminütige Regenpause. Ich verzichte auf die letzten Meter zum Gipfel und steige ab.
Bei trockenem Wetter sind die anspruchsvollen Trails über die Allgäuer Hörner-Gipfel eine herrliche Strecke, aber nicht bei Regen und Nebel. Daher wähle ich nun meist leichtere Wege unterhalb der Himmelsstürmer-Route.
Dann stapfe ich steil nach Ofterschwang hinab. Nun bin ich unterhalb der Nebelgrenze. Dies ist aber das beste, was ich zu dem Mistwetter sagen kann.
Die nächsten zehn Kilometer führen ohne allzu viele Höhenunterschiede nach Fischen, mal auf schönen Wegen, zwischendurch auch auf Asphalt, aber leider pausenlos bei inzwischen recht kaltem Regen.
Als ich in Fischen starte, lassen ein paar blaue Flecke am Himmel in Richtung Norden auf einem sonnigeren Tag hoffen. Doch hinten im Tal stecken alle Berge den ganzen Tag über tief in den Wolken. Immerhin regnet es heute nicht.
Von Fischen könnte man entlang der Iller sehr schnell Oberstdorf erreichen, aber meine Route führt zuerst mit vielen kleinen Auf- und Abstiegen in weitem Bogen über Obermaiselstein nach Langenwang. Da der Weg von hier vorbei am Illerursprung momentan wegen einer großen Baustelle umgeleitet wird, mir aber geraten wurde, die Alternativstrecke zu überspringen, fahre ich etwa 4 km mit dem Bus.
Ab Oberstdorf führt die Route zuerst hoch zur u.a. von der Vierschanzentournee bekannten Skischanze. Der Weg bietet einen schönen Blick hinab nach Oberstdorf.
Der bei gutem Wetter beeindruckende Blick von oben hinab ins Oytal wird heute von der tiefen Wolkengrenze verhindert. Aber danach macht der Weg entlang am rauschenden Oybach auch bei trübem Wetter Spaß. Hier sind sehr viele Wanderer unterwegs. Zum Oytal-Haus kann man auch mit Pferdekutschen fahren.
Kurz nach dem Oytal-Haus endet für mich der bequeme Teil des Tages. Der Aufstieg zum Seealpsee ist ein hochalpiner Steig, der nur von erfahrenen Bergwanderern begangen werden sollte und vor allem bei Regen sehr hohe Trittsicherheit und Schwindelfreiheit fordert.
Auf dem sehr steilen Pfad mit vielen glatten und rutschigen Steinen gibt es immer wieder kleine Kletterstellen mit Drahtseilen. Bei zwei normalerweise harmlosen Bachquerungen kommt nach den vielen Regenfällen der letzten Tage niemand mit trockenen Füßen durch, denn die stabilen Trittsteine werden heute überflutet.
Dann umgibt mich lange Zeit dichter Nebel mit weniger als 200 m Sichtweite. Schließlich erreiche ich den Seealpsee, der aber auch vom Nebel verborgen wird.
Da von der Station Höfatsblick der Nebelhornbahn ein auch für normale Wanderer geeigneter Weg zum See führt, ist der restliche Aufstieg zur neben der Bergbahn stehenden Alpenvereinshütte leicht.
Der restliche Weg vom See hinauf zur Station Höfatsblick der Nebelhornbahn ist leicht. Neben der Station steht das Edmund-Probst-Haus. Auch vor dieser großen, heute voll belegten Alpenvereinshütte sehe ich bei kühlen acht Grad nur hundert Meter weit. Schade! Ich hatte mich darauf gefreut, hier den ganzen Abend bei schöner Aussicht draußen zu sitzen.
Als ich kurz nach 5 Uhr aus dem Fenster schaue, sehe ich alle Gipfel wolkenfrei vor mir. Ich ziehe mich an und gehe hinaus. Zuerst fotografiere ich den Blick hinab zum nächtlichen Oberstdorf.
Da man vor der Hütte den Sonnenaufgang nicht sehen kann, marschiere ich ein Stück weit in Richtung Nebelhorn hinauf, bis ich hoch genug bin. Noch zaubert die Dämmerung ein rotes Farbenspiel über die Berge. Ich liebe diese Stimmung. Eigentlich sollte ich viel öfter irgendwo oben übernachten und früh genug aufstehen.
Nach Sonnenaufgang spaziere ich hinab zum Frühstück. Inzwischen bedeckt eine Nebeldecke im Tal Oberstdorf.
Auf dem Höhendiagramm sieht es nach einem bequemen Start in den Tag aus, da der Engeratsgundsee etwa auf der selben Höhe liegt wie die Hütte. Doch der Steig führt recht mühsam immer ein paar Meter hinauf und wieder hinab.
Ich marschiere viel über zerklüftetes Karstgestein. Dadurch komme ich viel langsamer als erwartet voran. Egal! Heute habe ich nur eine kurze Etappe und kann in aller Ruhe die Gebirgslandschaft genießen.
Oft muss man selbst im Juli hier noch Schneefelder überqueren, doch heute sehe ich nur noch ganz kleine Schneereste neben dem Weg.
An einem kleinen, teilweise noch mit Eis bedeckten See, mache ich eine Pause für ein zweites Frühstück.
Einige Zeit später erreiche ich den Engeratsgundsee. Wer nur eine kurze Tagesetappe wandern will, der kann hier absteigen und in einer Stunde die Schwarzenberghütte erreichen.
Von dort steige ich eine Viertelstunde zu einem kleinen Pass hinauf und laufen dann ein paar Kilometer weit viele hundert Höhenmeter auf einem für Trailrunner perfekten Pfad bergab. Welch ein Vergnügen!
Unten im Hintersteiner Tal folgen dann ein paar Kilometer entspanntes Genusswandern fast ohne Höhenmeter, oft entlang der Ostrach.
Als ich Bad Hindelang erreiche, verhüllen Quellwolken bereits die meisten Gipfel. Bald liegt der Ort unter einer geschlossenen Hochnebeldecke.
Für heute habe ich eigentlich wieder eine extrem lange Tour geplant. Doch wegen der tiefen Wolkendecke am Morgen und vor allem wegen der für den Nachmittag angekündigten Gewittergefahr kürze ich nun zwei Abschnitte der Strecke ab. Ich fahre mit dem Bus zum Oberjoch und dann mit der Iselerbahn zur Bergstation. Kurz nach 9 Uhr stehe ich oben unter herrlich blauem Himmel.
Ein flaches Wolkenmeer bedeckt Bad Hindelang, Sonthofen und das Tannheimer Tal. Nur die hohen Berge ragen wie Inseln hervor.
Dicht oberhalb der Wolkengrenze spaziere ich begeistert weiter.
Inzwischen löst sich der Hochnebel über Tannheim auf. In der Ferne sehe ich das Füssener Jöchl, zu dem ich heute mittag aufsteigen werde.
Bei der Bergstation der Wannenjochbahn trinke ich eine Kaffee. Dann laufe ich hinab nach Schattwald.
Unten führt der Weg dann oberhalb der Dörfer talaufwärts nach Tannheim. Hier scheint nun auch die Sonne, aber die meisten Berge werden noch von Wolken verborgen. Da ich mich wegen der Gewittergefahr beeilen will, lasse ich eine etwa 2 km Schleife südlich von Tannheim aus und marschiere geradeaus durch den Ort.
Oberhalb von Grän kommt mir ab der Talstation der Seilbahn zum Füssener Jöchl vorübergehend eine halbe Völkerwanderung entgegen, bis der Himmelsstürmer von der Hauptroute zum Füssener Jöchl abzweigt und es zwar keineswegs einsam, aber dennoch viel ruhiger wird.
Der Aufstieg ist technisch leicht. Immer wieder bieten sich mir hübsche Fotomotive.
Nach sonnigem Aufstieg verhüllt bei der Bergstation dichter Nebel das große, von sehr vielen Touristen besuchte Restaurant Sonnenalm. Kurz darauf wandere ich wieder eine Weile oberhalb der Wolkengrenze.
Auf dem leichten Weg hinüber zur Bad Kissinger Hütte nimmt das herrliche Wechselspiel zwischen Wolken und Sonne immer mehr zu.
Die Bad Kissinger Hütte liegt bei meiner Ankunft unter einer dicken Nebelschicht.
Die Bad Kissinger Hütte steht bei meiner Ankunft genau an der Obergrenze der dicken Nebelschicht.
Doch nach dem Abendessen in der Alpenvereinshütte reißt das Grau auch hier manchmal für eine Weile auf.
Wieder gehe ich schon vor 6 Uhr vor die Hütte, um die Morgendämmerung zu erleben. Die Hütte steht an einem Grat mit freiem Blick in fast alle Richtungen. Nach Süden hin sind die Täler schon jetzt nebelfrei, nur über dem Alpenvorland liegt noch eine dünne Hochnebelschicht.
Fast der ganze Himmel ist wolkenlos, nur in Richtung aufgehende Sonne färben sich einige Wolken etwas rötlich. Anfangs stehe ich alleine hier draußen, dann kommen immer mehr Leute dazu. Bald kann ich beobachten, wie der Nebel unten immer mehr kleine Hügel freigibt.
Die letzten paar Minuten führen mich wieder mit etwas Kletterei und Stahlseilen zu einem tollen 360-Grad-Panorama.
Dann steige ich in engen, aber relativ problemlosen Serpentinen zur Sesselliftstation der Hochalpbahn hinab.
Auf breitem Fahrweg wandere ich dann hinauf zur Ostlerhütte, einem auch im Winter beliebten Ausflugsziel.
Auf dem technisch einfachen, aber manchmal sehr steilen Pfad hinab zur Fallmühle geht der Himmelsstürmer noch einmal kräftig in die Beine. Ab der Fallmühle folgt der Weg dann bequem und fast völlig eben einem Bach. Die letzten Kilometer führen dann durch einige Ortsteile von Pfronten.
Schließlich erreiche ich Pfronten-Ried.
Hier ist der Link zur Seite der Allgäu GmbH Gesellschaft für Standort und Tourismus mit den offiziellen Infos über die Wandertrilogie Allgäu: https://www.allgaeu.de/wandern
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