20.10.2020

Neckar: 2 Rundwanderungen bei Heidelberg

Heidelberg - Philosophenweg, Thingstätte, Michaelskloster

Bisher wählte ich für mein D-Wanderer Projekt fast ausschließlich markierte Wanderwege. Doch in einigen Fällen erkunde ich statt dessen eigene "Idealstrecken". Da ich diese aber hier nicht mit ausführlicher und lückenloser Routenbeschreibung vorstelle, habe ich GPS-Tracks und Karten bei der Onlineplattform Outdooracitve angelegt, die ich selbst zur Streckenplanung nutze, auf Komoot werden sie bald ebenfalls stehen.

 

Heidelberg ist eine der international bekanntesten und bei ausländischen Touristen beliebtesten Städte Deutschlands. Aber auch rund um die Stadt gibt es ausgesprochen interessante Wanderziele. Die meiner Meinung nach schönste Route im Norden von Heidelberg führt mit 12 km und 591 Höhenmetern zwischendurch immer wieder über schmale, teils steinige Wege und hat unterwegs zwei etwas anstrengende Aufstiege. Da beide hier beschriebenen Strecken in der Fußgängerzone beginnen, kann man sie auch ideal zu einer 20 km Runde kombinieren.

 

Heute bin ich bei sehr angenehmem Herbstwetter mal wieder gemeinsam mit Klaus unterwegs. Zu zweit macht es einfach mehr Spaß. Wie gewohnt wechseln wir auch heute häufig zwischen Wandern und Trailrunning. Von der Fußgängerzone gehen wir an der Heiliggeistkirche vorbei zur Alten Brücke, dem abgesehen vom Schloss beliebtesten und schönsten Fotomotiv Heidelbergs. In diesem Jahr fehlen die asiatischen und amerikanischen Touristen, aber wegen dem zunehmenden Deutschlandtourismus ist hier genau so viel los wie immer. 

Auf der anderen Seite des Neckar marschiert aber kaum jemand die steile Schlangengasse hinauf. Mir gefällt dieser von Sandsteinmauern gesäumte Steig sehr gut.

 

© Günter Kromer - Schlangengasse#images-tours/thumbs/p1250259.jpg
© Günter Kromer— Schlangengasse
© Günter Kromer - Neckarbrücke#images-tours/thumbs/p1250263.jpg
© Günter Kromer— Neckarbrücke

Dann laufen wir ein Stück auf dem berühmten Philosophenweg. Diese Aussicht auf Heidelberg, Neckar und Schloss zählt zu den international bekanntesten Fotomotiven aus Deutschland.

© Günter Kromer - Blick vom Philosophenweg nach Heidelberg#images-tours/thumbs/p1250286.jpg
© Günter Kromer— Blick vom Philosophenweg nach Heidelberg

Wir folgen der Wegmarkierung "Blauer Turm" hinauf zum Bismarckturm, über den Oberen Philosophenweg und den Brandplattenweg zur Fuchsrondellhütte und an der Wegkreuzung noch ein paar Meter weiter. Dann zweigen wir auf einen unmarkierten Steig ab, der uns recht steil bergauf führt. Oben an einer Straße treffen wir dann wieder auf die "Blauer Turm" Markierung und folgen der Straße zum Heiligenberg-Turm. Gegenüber des Turm kann man ins Heidenloch hinein schauen, ein im 12. Jahrhundert angelegter, 56 m tiefer Brunnenschacht. Etwas hinter dem Turm sind die recht unscheinbaren Ruinen des Stephanskloster.

© Günter Kromer - Heiligenberg-Turm#images-tours/thumbs/p1250320.jpg
© Günter Kromer— Heiligenberg-Turm

Bald darauf führt uns der Weg durch die Thingstätte, eine 1934/35 erbaute Freilichtbühne, in der damals 30.000 Menschen Platz hatten.

© Günter Kromer - Thingstätte#images-tours/thumbs/p1250325.jpg
© Günter Kromer— Thingstätte
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250328.jpg
© Günter Kromer

Kurz darauf erreichen wir die imposante Ruine des ehemaligen Michaelsklosters.

© Günter Kromer - Ruine Michaelskloster#images-tours/thumbs/heidelberg-michaelsbasilika.jpg
© Günter Kromer— Ruine Michaelskloster
© Günter Kromer - Ruine Michaelskloster#images-tours/thumbs/p1250337.jpg
© Günter Kromer— Ruine Michaelskloster

Kurz darauf haben wir eine ausgesprochen interessante Begegnung. Wir treffen einen Mann, der gerade unterwegs ist, um viele der für Gegend um Heidelberg typischen Wegweisersteine zu reinigen. Insgesamt wurden vor mehr als 100 Jahren rund 780 Wegweisersteine aufgestellt. Da die Beschriftung dieser inzwischen als Kulturdenkmal zählenden Sehenswürdigkeiten schnell durch die Witterung und durch Moosbewuchs verblasst, muss sie zwei Mal im Jahr gereinigt werden. Wir reden lange mit diesem sympathischen Mann und erfahren einiges über die Gegend, was wir bisher noch nicht wussten, unter anderem, dass an Stelle dieses Waldes früher Wein angebaut wurde.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250348.jpg
© Günter Kromer

Eine Weile laufen wir auf einem schönen, steinigen Trail bergab, dann führen uns breite Forstwirtschaftswege zur Wegkreuzung beim Zollstock und noch ein Stück weiter in Richtung Weißer Stein. Bei der nächsten Kreuzung vieler Wege laufen wir auf einem schräg nach rechts führenden Trail hinab. Dieser führt uns schließlich zur Mausbachquelle und noch weiter bergab. Ein kurzes Stück auf einem breiten Weg nach links, dann geht es durch das Mausbachtal bergab.

© Günter Kromer - Mausbachtal#images-tours/thumbs/p1250350.jpg
© Günter Kromer— Mausbachtal

Eine Weile verlassen wir den breiteren Weg auf der linken Seite des Baches und folgen einem schmalen Trail auf der rechten Seite.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250354.jpg
© Günter Kromer

Nach wenigen Metern kommen wir am Eingang eines alten Bergwerkstollen vorbei.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250356.jpg
© Günter Kromer

Schließlich mündet dieser Trail wieder auf den breiten Weg. Dem folgen wir nun weiter bergab. Kurz nachdem ein mit R markierter Weg kreuzt, zweigen wir an einer Stelle, wo ein paar kleine Holzstämme den Wechsel auf die andere Seite des Baches ermöglichen, nach rechts auf einen schönen Trail.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250357.jpg
© Günter Kromer
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250358.jpg
© Günter Kromer

Am Ende dieses Trails kommen wir aus dem Wald heraus, steigen aber nun gleich wieder auf einem Trail rechts bergauf. Schließlich mündet dieser Trail bei einer Bank mit schöner Aussicht zum Neckar auf einen breiten Forstwirtschaftsweg, dem wir nun leicht absteigend folgen.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250367.jpg
© Günter Kromer

Auf diesem bequemen Weg kommen wir noch mehrmals an Bänken mit Aussicht vorbei.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250375.jpg
© Günter Kromer

Schließlich führt uns der unmarkierte Engelswiesenweg, ein wunderschöner Steig, wieder hinab zum Neckar. Unterwegs zeigen uns die Steinmauern alter Terrassen, dass dieser heute bewaldete Hang früher kultiviert war.

Bei der Schleuse überqueren wir den Neckar, gehen am Karlstor vorbei in die Hauptstraße und zurück zum Ausgangspunkt dieser Tour.

 

Hier ist der Link zur Online-Plattform Outdooractive.com, wo ich die Strecke angelegt habe und Karte und GPS-Track dazu stehen: https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/kurpfalz/heidelberg-nord/189933190/?share=%7Ezotwy7dp%244osskowu

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250377.jpg
© Günter Kromer

Heidelberg - Schloss, Himmelsleiter und Felsenmeer

Diese faszinierende Runde ist zwar nur 8 km lang, aber mit 518 Höhenmetern und dem steilen Aufstieg über die Himmelsleiter anstrengend.

Etwas links von der Talstation der Bergbahn beginnt die alte Treppe, die hinauf zum Schloss führt. Wer die Wanderung etwas bequemer starten will, kann statt über die Treppe auch auf der Straße hinauf marschieren.

Wer noch nie das Schloss besichtigt hat, sollte hier auf jeden Fall eine Stunde Aufenthalt einplanen, vor allem auch wegen dem sehenswerten Deutschen Apothekenmuseum.

Klaus und ich gehen heute nur kurz auf die Terrasse, um die Aussicht auf die Altstadt zu genießen. Terrasse und der kleine Park auf der Rückseite kosten im Gegensatz zum Schloss keinen Eintritt.

 

 

© Günter Kromer - Schloss Heidelberg#images-tours/thumbs/p1250070.jpg
© Günter Kromer— Schloss Heidelberg

Dann folgen wir kurz einer bergauf führenden Straße. Bei einem kleinen Wanderparkplatz informiert eine Tafel über den Beginn des Neckarsteig und über die "Himmelsleiter" genannte Felsentreppe.

© Günter Kromer - Himmelsleiter#images-tours/thumbs/p1250077.jpg
© Günter Kromer— Himmelsleiter

Über mehr als 1200 Stufen steigen wir steil etwa 310 Höhenmeter bergauf.

 

 

© Günter Kromer - Himmelsleiter#images-tours/thumbs/heidelberg-himmelsleiter.jpg
© Günter Kromer— Himmelsleiter

Diese historische Route strengt zwar an, ist aber auch ausgesprochen faszinierend.

© Günter Kromer - Himmelsleiter#images-tours/thumbs/p1250087.jpg
© Günter Kromer— Himmelsleiter

Auf der Treppe treffen wir heute trotz idealem Herbstwetter fast keine anderen Wanderer. Oben am Königstuhl ist es dagegen fast zu voll, da man hier bequem mit Auto, Bus oder Bergbahn hinauf kommt.

© Günter Kromer - Blick vom Königsstuhl nach Heidelberg und zur Rheinebene#images-tours/thumbs/p1250127.jpg
© Günter Kromer— Blick vom Königsstuhl nach Heidelberg und zur Rheinebene

Ein paar Meter Umweg wegen einer Baustelle, dann laufen wir links des Fernsehturms auf einem breiten Weg in Richtung Felsenmeer. Nach etwa 500 m zweigt ein schmaler Weg nach links, dem wir bergab folgen. Bei der Auerhahnen-Hütte bleiben wir auf dem bergab führenden Trail. Schließlich mündet dieser auf einen breiten Weg. Wenige Meter danach erreichen wir am Eingang des Naturschutzgebiets Felsenmeer einen besonders schönen Pfad.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250139.jpg
© Günter Kromer

Dieser ist zwar nur etwa 500 m lang, aber ich bleibe alle paar Schritte zum Fotografieren stehen.

© Günter Kromer - Felsenmeer#images-tours/thumbs/p1250152.jpg
© Günter Kromer— Felsenmeer

Dieser Pfad ist viel schöner als der "Felsenmeerweg" genannte breite Forstwirtschaftsweg weiter oben.

© Günter Kromer - Felsenmeer#images-tours/thumbs/p1250159.jpg
© Günter Kromer— Felsenmeer
© Günter Kromer - Felsenmeer#images-tours/thumbs/p1250166.jpg
© Günter Kromer— Felsenmeer
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250171.jpg
© Günter Kromer
© Günter Kromer - Felsenmeer#images-tours/thumbs/p1250173.jpg
© Günter Kromer— Felsenmeer
© Günter Kromer - Felsenmeer#images-tours/thumbs/p1250180.jpg
© Günter Kromer— Felsenmeer
© Günter Kromer - Felsenmeer#images-tours/thumbs/heidelberg-felsenmeer.jpg
© Günter Kromer— Felsenmeer

Schließlich mündet unser Pfad auf einen breiten Weg, dem wir nun in Richtung Molkenkur folgen. Nach etwa 1,6 km zweigen wir auf den schmalen, bergab in Richtung Schloss und Schießplatz führenden Elisabethaweg, kommen bald darauf am Schützenhaus vorbei und danach zu einer Straße mit gebührenpflichtigen Parkplätzen für Schlossbesucher. Von den Parkplätzen führt ein breiter Weg in Serpentinen hinab zum Schlossgarten, wo wir von der Terrasse einen besonders schönen Blick auf Heidelberg und auf das Schloss genießen können.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250200.jpg
© Günter Kromer
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250214.jpg
© Günter Kromer

Unterhalb des Schlosses führt uns dann ein Weg hinab zum Kornmarkt in der Altstadt. Von dort gehen wir durch die Fußgängerzone zum Parkhaus mit meinem Auto.

 

Meine Streckenskizze und einen GPS-Track stehen kostenlos auf der Internetplattform outdooractive.com. Datenschutzhinweis: Mit dem Klick auf diesen Link verlasst Ihr meine Seite und kommt direkt zu outdooractive.com.

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/kurpfalz/tourenplanung-am-2020-10-18/189934772/?share=%7Ezotwgcsc%244osskoww

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/p1250228.jpg
© Günter Kromer

Mein neu erschienenes Buch unterscheidet sich inhaltlich stark von den Texten auf dieser Homepage. Online stehen die sehr umfangreichen Streckenbeschreibungen der Fernwanderwege im Vordergrund, im Buch beschränke ich diese dagegen auf die wesentlichen Elemente und erzähle statt dessen viel mehr über meine Erlebnisse und persönlichen Eindrücke beim Abenteuer Fernwanderung. Weitere Infos stehen hier:

https://d-wanderer.de/aktuelles.php

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/deutschland-wanderer-titel_1619697621.jpg
© Günter Kromer