Oktober 2022

Nationalpark Schwarzwald - Kapitel 8

Von Sand zur Badener Höhe

Der nur 3,5 km lange Spaziergang vom Parkplatz beim ehemaligen Kurhaus Sand hinauf zur knapp über 1000 m hohen Badener Höhe ist eine leichte, sehr beliebte Route. Ab Ende Oktober, wenn oft der Hochnebel die Rheinebene füllt, kann man hier meist unter wolkenlosem Himmel spazieren. Heute erwische ich einen Tag, an dem es umgekehrt ist. Sonne in der Rheinebene, Schwarzwaldhochstraße und Berge im Nebel.

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© Günter Kromer

Doch der graue Himmel hält mich nicht vom Fotografieren ab. Zuerst spaziere ich den kurzen Weg zum Sandsee hinab. Pilze gibt es hier noch genug, und zum Glück habe ich mein Stativ dabei.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Gerade als ich am Ufer des Sandsee Tautropfen fotografiere, kommen große Tropfen vom Himmel herab. Wegen dem Regen packe ich meine Kamera ein und verzichte heute auf Fotos vom See.

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© Günter Kromer

Vom Sandsee wandere ich zuerst eine Weile in Richtung Hinterzarten, folge dann aber dem Weg hinauf in Richtung Seekopf. Hier wachsen direkt am Wegrand einige schöne Exemplare des Kammförmigen Keulenpilz.

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© Günter Kromer— Kammförmiger Keulenpilz
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© Günter Kromer— Kammförmiger Keulenpilz

Westlich des Seekopf mündet meine Aufstiegsroute in den Westweg, den ich nun bis zur Badener Höhe folge. Als ich den Aussichtsturm erreiche, reisst für einen kurzen Moment die Nebelschicht auf. Ich steige auf den Turm hinauf und beobachte oben eine Stunde lang den faszinierenden und abwechslungsreichen Wechsel zwischen dichtem Nebel und freier Aussicht.

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© Günter Kromer— Badener Höhe an einem Nebeltag

Manchmal kann ich nur hundert oder zweihundert Meter weit sehen, dann öffnet sich wieder kurz das Grau und in einer Richtung erkenne ich mehr, so wie auf diesem Bild die Hornisgrinde. Es wird nie langweilig.

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Je länger ich hier oben stehe, desto mehr bin ich froh darüber, dass ich mich heute vom scheinbar öden Wetter nicht von dieser Wanderung abhalten lies.

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So ist es viel interessanter als an einem Tag mit reinem "Postkartenwetter".

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Von Tag zu Tag wird die gesamte Natur herbstlicher. Mir kommt es so vor, als hätte ich erst vor sehr kurzer Zeit grüne Farnblätter fotografiert, doch nun wirken sie wie der Vergänglichkeit mahnende Trauerwedel.

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Ich bin davon überzeugt, dass 99 % der Spaziergänger, die hinauf zur Badener Höhe marschieren, überhaupt nicht bemerken, wie schön das Moos an manchen Stellen neben dem Weg ist.

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Die faszinierende Miniwelt der Flechten wird immer mehr zu einem meiner Lieblings-Fotomotive.

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Vom aufgerissenen Stamm eines umgestürzten Baumes tropft Harz.

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© Günter Kromer— Harz an Baumrinde

Kaisersteigle bei Ruhestein

Schon im Sommer beschloss ich, bald einmal mehr Zeit zum Fotografieren am Kaisersteigle einzuplanen, dem wunderschönen Pfad, über den die Alternativroute des Baiersbronner Seensteig zwischen Ruhestein und Schliffkopf führt. Dieser Weg ist aus Naturschutzgründen nur für einige Monate im Jahr geöffnet, siehe jeweils aktuelle Wegskizze auf der Homepage des Nationalpark.

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© Günter Kromer— Kaisersteigle

Vom Parkplatz Ruhestein aus gehe ich zuerst links am Zaun der Skisprunganlage vorbei. Dort beginnt der Weg. Heute will ich vor allem Pilze, Moose und Flechten fotografieren und habe mein Stativ dabei. Schon bald begeistert mich dieser "schwitzende" Baumpilz. Guttationstropfen nennt man diese Wasserausscheidung.

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© Günter Kromer— Baumpilz mit Guttationstropfen

Wer gerne Moose und Flechten anschaut, für den ist das Kaisersteigle ideal.

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Hier sieht die Natur wirklich so aus, wie man sie sich in einem Nationalpark vorstellt.

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Pilze findet man hier im Oktober überall. Aber Achtung: pflücken darf man sie hier natürlich im Nationalpark auf keinen Fall, und fotografieren sollte man sie nur vom Weg aus, nicht durch den Wald stapfen!

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Heute gefallen mir hier auch viele Spinnennetze voll mit Tautropfen.

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Pilzführung bei Plättig

Im Veranstaltungsprogramm des Nationalpark Schwarzwald stehen sehr viele Führungen, die mich sehr interessieren würden. Da ich fast immer am Wochenende arbeiten muss und auch die Termine werktags meist nicht zu meinem Dienstplan passen, ist die Pilzführung am 8. Oktober die erste, für die ich mich anmelde.

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Start ist an einem Samstagmorgen bei der Bushaltestelle Plättig. Der Führer ist ein absoluter Pilzexperte, dem man seine Begeisterung deutlich anmerkt. Er zeigt uns bei unserer Wanderung auf dem Wildnispfad vieles, was auch ich nicht erkannt hätte. Leider kann ich mir all die vielen Namen nicht merken, aber es ist außerordentlich faszinierend.

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© Günter Kromer

So hätte ich zum Beispiel dieses schwarze Band für eine Baumwurzel gehalten, es ist aber das Myzel eines Pilzes.

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Wir sehen bei unserem interessanten Spaziergang sehr viele verschiedene Pilze. Unser Führer kann zu jedem etwas interessantes erzählen. Da ich ihm lieber zuhöre statt ständig meine Zeit mit Fotografieren zu verbringen, fehlen hier die Fotos von einigen der schönsten Pilze.

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Eine "Nebenwirkung" hat dieser Ausflug für mich. Unser Führer hat eine sehr kleine und leichte Lupe, durch die auch wir ab und zu blicken dürfen. Sein Exemplar ist eine Anfertigung, die für Laien wohl zu teuer ist, aber schon am nächsten Tag bestelle ich mir eine preiswerte Lupe, in der die selbe Eschenbach-Optik steckt. Mit der bin ich seither sehr zufrieden, denn sie eröffnet mir den Einstieg in ganz neue Seh-Welten.

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Leider kann ich nicht bis zum Ende der länger als geplant dauernden Führung bleiben, da ich am Nachmittag arbeiten muss. Nach 2,5 Stunden muss ich die Gruppe leider verlassen. Aber ich werde mich, falls es terminlich passt, nächstes Jahr auf jeden Fall wieder anmelden, ebenso zu anderen Führungen aus dem Nationalparkprogramm.

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Ruhestein und Umgebung

Zwei Tage später fahre ich zu meiner nächsten Foto-Tour mal wieder zum Ruhestein. Zuerst wandere ich den mit gelber Raute markierten Weg eine Weile in Richtung Vogelskopf und dann wieder zurück.

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Noch immer blüht einiges rechts und links des Weges.

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Aber ich sehe überall, dass der Herbst nun unaufhaltsam näher kommt.

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© Günter Kromer

An manchen Ebereschen konkurrieren die Blätter inzwischen mit dem Rot der Früchte.

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Noch mehr Rot sehe ich an der Hausfassade der Sessellift-Talstation am Ruhestein.

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© Günter Kromer

Vom Ruhestein wandere ich nun hinauf zur Darmstädter Hütte und fotografiere unterwegs einige Pilze.

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© Günter Kromer
© Günter Kromer - Gemeiner Orangenbecherling#images-tours/thumbs/dsc-0168_1665605401.jpg
© Günter Kromer— Gemeiner Orangenbecherling

Becherflechten oder Trompetenflechten? Ich kann diese beiden recht ähnlichen Gattungen nach wie vor nicht richtig unterscheiden.

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Dieser winzige Pilz auf einem Baumstamm ist vermutlich ein Weißer Polsterpilz.

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Bei herrlichem Sonnenschein spaziere ich auf der Route des Westweg noch bis zum Seibelseckle und fahre dann mit dem Bus nach Hause.

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© Günter Kromer