"Hoch hinauf" 14 - Hochlandhütte, Brunnsteinhütte, Mittenwalder Hütte, Knorrhütte, (Münchner Haus) Zugspitze
Hochlandhütte
Mittenwald-Bahnhof über Bankerl direkt zur Hochlandhütte 7,1 km, 869 hm Aufstieg, 162 hm Abstieg, mit Abstecher zur Dammkarhütte 9,3 km, 1150 hm Aufstieg, 444 hm Abstieg
Hochlandhütte - Mittenwald Bushaltestelle Kaserne 4,8 km, 721 hm Abstieg
Die Hochlandhütte ist ein ideales Wanderziel für Tagestouren oder auch für Familien zum Übernachten. Ich wähle für den Aufstieg die schönere und nicht besonders schwere Strecke über das Bankerl und mache unterwegs noch einen Abstecher zur Dammkarhütte.
Vom Bahnhof Mittenwald gehe ich zur Talstation der Karwendelbahn. Ab hier sind es laut Wegweiser jeweils 3,5 Stunden zur Hochlandhütte oder zur Dammkarhütte. Zuerst führt der Weg in leichten Serpentinen durch lichten Wald mit viel Aussicht bergauf.
Bei einer Bank mit schöner Aussicht über Mittenwald raste ich kurz für ein zweites Frühstück.
Da heute herrliches Wetter ist und ich viel Zeit habe, gehe ich an der Gabelung der Routen zu Hochlandhütte und Dammkarhütte zuerst nach rechts und wandere eine Stunde lang auf ebenfalls leichter Route hinauf zur Dammkarhütte. Diese privat betriebene Hütte ist heute schon geschlossen.
Auf den anspruchsvolleren Aufstieg durch das Dammkar zur Bergstation an der Karwendelspitze verzichte ich heute, da ich frühzeitig mein Tagesziel erreichen will.
Ich steige daher wieder zur Weggabelung hinab und folge nun dem weiterhin leichten und wunderschönen Weg zur Hochlandhütte.
Die Hochlandhütte ist erst seit wenigen Wochen wieder nach langen Bauarbeiten geöffnet. Der Umbau hat sich gelohnt. Der neue Gebäudeteil entspricht dem, was man unter zeitgemäßem Hüttenbau versteht.
Von der Terrasse aus genieße ich eine herrliche Aussicht auf einige Karwendelgipfel, aber auch auf die ferne Zugspitze.
Wie so oft bleibe ich auch heute so lange draußen sitzen, bis der letzte rote Streifen am Horizont verschwunden ist.
Und am Morgen genieße ich es wieder, zu beobachen, wie die Gipfel immer mehr von den ersten Sonnenstrahlen beleuchtet werden.
Für den Abstieg wähle ich nun die kurze und leichte Route direkt durch das Tal hinab zur Bushaltestelle Mittenwald Kaserne.
Brunnsteinhütte und Mittenwalder Hütte
Scharnitz Bahnhof - Brunnsteinhütte 5,6 km, 577 hm Aufstieg, 17 hm Abstieg
Brunnsteinhütte - Mittenwalder Hütte über Leitersteig 5,5 km, 443 hm Aufstieg, 449 hm Abstieg
Mittenwalder Hütte - Mittenwald Bahnhof 3,1 km, 608 hm Abstieg
Zu beiden Hütten beginnt die kürzeste Aufstiegsroute in Mittenwald. Ich starte heute aber am Bahnhof in Scharnitz und folge kurz dem Radweg in Richtung Mittenwald. Bald überquere ich die Isar.
Eine Weile geht es ohne allzuviel Höhenmeter durch den Wald. Dann beginnt der nicht besonders schwere Aufstieg zur Brunnsteinhütte. Eine Stunde bleibe ich hier auf der Terrasse.
Eine Weile wandere ich nun auf der Aufstiegsroute wieder bergab. Dann zweigt der Weg über den Leitersteig zur Mittenwaldhütte ab. Dieser erfordert an einigen Stellen etwas Trittsicherheit, aber ich empfinde ihn nicht als besonders schwer. Gleich zu Beginn führt er über eine 51 m lange und sehr stark schwankende Hängebrücke. Diese wurde erbaut, nachdem die früher hier vorhandenen Eisenleitern bei einem Unwetter weggerissen wurden. Abgesehen von einer ganz kurzen Holzleiter, auf die man auch verzichten kann, gibt es heute am Leitersteig keine Leitern mehr.
Dann erreiche ich die sehr stark frequentierte Aufstiegsroute, die von Mittenwald zur Mittenwalder Hütte führt. An einer Steile kann man sehr gut hinauf zur Bergstation der Karwendelbahn blicken.
Auch die Mittenwalder Hütte ist ein bei Familien mit Kindern beliebtes Ziel für Tagesausflüge.
Im letzten Jahr übernachtete ich hier bei Regenwetter. Heute scheint die Sonne, aber ich kann nur zwei Stunden lang auf der Terrasse sitzen und muss gegen Abend wieder zurück ins Tal, da ich am nächsten T'ag auf die Zugspitze will.
Knorrhütte und Zugspitze (Münchner Haus)
Ehrwalder Alm - Zugspitze 11,6 km, 1668 hm Aufstieg, 206 hm Abstieg
Da ich im letzten Jahr wegen schlechtem Wetter von der Knorrhütte nicht auf die Zugspitze gewandert sondern direkt nach Ehrwald abgestiegen bin, starte ich nun Ende September bei absolut perfektem Wanderwetter an der Bergstation der Ehrwalder Alm Bahn.
Bald nach Beginn der Wanderung kann ich für eine Weile hinüber zum fernen Karwendel blicken.
Es ist Samstag, die Sonne scheint vom nahezu wolkenlosen, tiefblauen Himmel und die Temperatur ist ideal zum Wandern.
Daher wundert es mich nicht, dass heute sehr, sehr viele andere Leute ebenfalls auf die Idee kamen, dass dies ein idealer Tag für die Zugspitze ist. Man könnte glauben, dass hier gerade ein Trail- oder Wander-Event stattfindet, so viele Menschen reihen sich wie bei einer Ameisenstraße auf dem Wanderweg.
Nur zwischendurch gibt es kurze Lücken, in denen ich schneller voran komme.
Vor dem Gatterl muss man kurz mal die Hände zum leichten Klettern benutzen.
Auf der anderen Seite dieses Übergangs geht es dann lange Zeit immer im Wechsel zwischen kurzen Auf- und Abstiegen zur fast auf selber Höhe stehenden Knorrhütte. Bei meiner Wanderung im letzten Jahr hing die Wolkengrenze knapp über der Hütte, heute dagegen habe ich ungetrübten Rundblick.
Ein Teil der Leute, die bei der Ehrwalder Alm gestartet sind, wandert heute nur bis zur Knorrhütte. Dafür stoßen nun auch die Menschen auf meine Wanderroute, die vom Reintal kommen.
Dann beginnt der letzte Teil, wegen dem die Strecke als Schwarze Route markiert ist. Ich darf nun mitten in einer schier endlosen Schlange an Bergwanderern durch das sehr steile Geröllfeld mit stets rutschendem Untergrund aufsteigen.
Nach diesem sehr anstrengenden Abschnitt wird die Strecke aber nicht leichter, denn nun beginnt die meist mit Drahtseilen gesicherte Kletterei. Hier komme ich mehrmals an Leuten vorbei, die davon sichtlich überfordert sind.
Das Bergaufkraxeln an dem steilen, manchmal ausgesetzten Weg ist nicht das größte Problem, Kritisch wird es vor allem wegen der zahlreichen Leute, die entgegen kommen.
Aber im Gegensatz zu manchen gestressten und völlig erschöpften Menschen um mich herum macht mir dieser Aufstieg viel Spaß. Und wenn ich bisher schon gedacht habe, dass heute zu viele Leute gleichzeitig unterwegs sind, erreiche ich am Gipfel dann erst die richtig großen Menschenmassen, die mit der Bahn hier herauf kamen.
Das Münchner Haus wirkt auf mich inmitten des mit den großen Betonklötzen der Restaurants und Bergbahnstationen zugebauten Gipfelgeländes wie ein verlorenes Relikt. In dieser Alpenvereinshütte können sich ausdrücklich keine Tageswanderer zur Übernachtung anmelden sondern ausschließlich Kletterer, die von hier aus den Jubiläumssgrat begehen wollen.
Zwei Stunden lang genieße ich die Aussicht von hier oben. Dann fahre ich mit der Bahn hinab zum Eibsee und weiter nach Garmisch-Partenkirchen.
Österreich: Coburger Hütte
Von der Ehrwalder Alm kann man auch in 3,5 Stunden zur traumhaft schön gelegenen Coburger Hütte aufsteigen. Da diese Tour aber ausschließlich in Österreich ist, beschreibe ich sie nicht auf der D-Wanderer Seite. Hier zeige ich nur drei Fotos meiner Wanderung zwei Tage nach der Zugspitzen-Tour.
Seebensee und Zugspitze beim Aufstieg zur Coburger Hütte
Im Oktober 2026 besuche ich vier weitere Hütten in Österreich und wenn alles wie geplant klappt, werde ich im nächsten Jahr in etwa 20 Alpenvereinshütten in Österreich übernachten. Da dies aber nicht auf die Deutschland-Wanderer Seite passt, werde ich darüber online nichts schreiben.


