"Hoch hinauf" 13 - Fidererpasshütte, Höllentalangerhütte, Brunnenkopfhütte
Fidererpasshütte
Oberstdorf-Fidererpasshütte über Talstation Fellhornbahn 15,9 km, 1259 hm Aufstieg, kein Abstieg
Fidererpasshütte-Fidererpass-Rossgundscharte-Fellhorn-Oberstdorf 21,9 km, 707 hm Aufstieg, 1970 hm Abstieg
In diesem Sommer kann ich aus terminlichen Gründen keine langen Etappenwanderungen machen, fahre dafür aber oft mit dem Deutschlandticket für zwei bis vier Tage zu Hüttenwanderungen in die Alpen.
Um 11:30 Uhr steige ich in Oberstdorf aus dem Zug und durchquere den stark frequentierten Ort in Richtung Süden. Bald komme ich am Ortsrand an den drei zusammenstehenden Kapellen Maria Loretto, Appachkapelle und Josefskapelle vorbei.
Die Aufstiegszeit von der Fellhorn-Talstation bis zur Fidererpasshütte wird mit 4,5 Stunden angegeben. Zuerst führt ein gut ausgebauter Weg in Serpentinen mit kräftiger Steigung bergauf. Dann marschiere ich eine Weile auf einem bequemen Forstwirtschaftsweg weiter. An dessen Ende beginnt dann der technisch nicht besonders schwere Pfad, der zur Hütte führt.
Am späten Nachmittag erreiche ich die auf 2070 m gelegene Hütte mit 125 Plätzen im Lager. Von hier aus kann man in allen vier Himmelsrichtungen eine herrliche Aussicht genießen.
Seit ich 1987 mit Etappenwanderungen in den Alpen begonnen habe, bin ich an etwa 150 verschiedenen Alpenvereinshütten vorbeigekommen. Inzwischen bedauere ich, dass ich nur in weniger als der Hälfte davon übernachtet habe und oft wieder am Abend ins nächste Tal abgestiegen bin.
Ich liebe die besondere Atmosphäre bei den Hütten in der Abenddämmerung.
Schon seit Beginn meines "Hoch hinauf" Projekts ist mir klar, dass Hüttenübernachtungen für mich in den nächsten Jahren mein liebster Teil der Urlaubsplanung sein werden.
Bald werden alle wichtigen DAV-Hütten in Deutschland und nahe der Grenze auf meiner Deutschland-Wanderer Seite stehen. Doch ich liebe die Hüttenübernachtungen so sehr, dass ich in Zukunft noch viel mehr Hütten erkunden will. Während die Abendsonne den Fidererpass rosa färbt, beschließe ich endgültig, dass mein Deutschland-Wanderer Projekt in den nächsten Jahren zugunsten von sehr vielen weiteren Hüttentouren in Österreich und in der Schweiz etwas einschränken werde.
Wie gewohnt bin ich schon am frühen Morgen vor dem Frühstück wieder vor der Hütte und beobachte, wie der rote Streifen am Horizont immer größer wird.
Dann wärmen die Sonnenstrahlen auch die jetzt noch etwas kühle Terrasse vor der Hütte.
Ursprünglich hatte ich geplant, gleich nach dem Frühstück abzusteigen und dann zum Fellhorn zu wandern, doch das perfekte Wanderwetter motiviert mich zu einer traumhaft schönen zusätzlichen Schleife. Ich wandere zuerst eine halbe Stunde zum 2211 m hohen Fidererpass hinauf und folge dann noch eine Weile dem Krumbacher Höhenweg in Richtung Mindelheimer Hütte.
Nach einer halben Stunde und 200 Höhenmetern Abstieg zweigt nach links ein Weg in Richtung Kanzelwand und Fellhorn ab, dem ich nun folge. Zuerst führt dieser leicht bergauf und bergab.
Ab der 2015 m hohen Roßgundscharte führt ein Weg in Serpentinen über teilweise loses Geröll bergab zu einer Alm, an der ich gestern beim Aufstieg schon vorbeigekommen bin.
Der breite und über gut ausgebaute Treppen führenden Wanderweg zwischen Kanzelwand-Bergstation und Fellhorn-Bergstation ist beim heutigen Traumwetter natürlich sehr stark frequentiert.
Der Fellhorngrat zählt zu den schönsten Wanderungen im Allgäu. Auch hier sind heute sehr viele Wanderer unterwegs.
Dann verlässt der Wanderweg den Grat und führt in Serpentinen hinab zu einer Almhütte, wo ich raste und eine Buttermilch trinke.
Eine Weile geht es nun bequem auf einem Forstwirtschaftsweg weiter. Dann steige ich hinab zum Berggasthof Hochleite, wo ich noch erneut einkehre.
Mal auf bequemen Wegen, mal auf steilen Treppen, marschiere ich weiter in Richtung Freibergsee. Leider reicht mir nach dieser langen Wanderung nicht die Zeit, in diesem wunderschönen See zu baden, da ich noch mit dem Zug nach Hause fahren muss. Daher wandere ich nun auf der kürzesten Route hinab zur Stillach und zurück nach Oberstdorf.
Höllentalangerhütte
Bushaltestelle Hammersbacher Fußweg - Höllentalangerhütte 7,0 km, 847 hm Aufstieg, 196 hm Abstieg
Höllentalangerhütte - Hupfleitenjoch - Osterfelderkopf 5,0 km, 716 hm Aufstieg, 142 hm Abstieg
Der offizielle Zugang zum Höllental beginnt zwar bei der Bushaltestelle Hammersbach, aber ich steige bereits bei Hammersbacher Fußweg aus, weil mir dieser Weg vorbei an Wiesen und Heuhütten immer sehr gut gefällt.
Dann wandere ich durch die faszinierende Höllentalklamm. Wer die niedrige Eintrittsgebühr sparen will, kann auch auf einer anderen Route zur Hütte gehen, aber die Schlucht ist immer ein großartiges Erlebnis.
Auf dem gut gesicherten Steig durch die Schlucht werden die Wanderer wohl fast immer nass.
Am frühen Nachmittag erreiche ich die auf 1387 m gelegene Höllentalangerhütte mit 130 Plätzen, in der vor allem die vielen Leute übernachten, die von hier zur Zugspitze aufsteigen wollen.
Nachdem es am Mittag noch recht wolkig war, reisst nach dem sehr guten Abendessen die Wolkendecke auf und gibt den Blick zur Zugspitze frei.
Am nächsten Morgen wähle ich nicht den kürzesten Weg zum Osterfelder Kopf sondern wandere zuerst auf der Route des Spitzenwanderweg in Richtung Kreuzeck, die ich vor zwei Jahren wegen Bauarbeiten nicht gehen konnte.
Von der Aussichtsplattform am Osterfelder Kopf blicke ich noch einmal hinab ins Höllental und zur Zugspitze. Dann fahre ich mit der Alpspitzbahn hinab und danach mit dem Bus nach Garmisch-Partenkirchen und weiter nach Oberammergau.
Brunnenkopfhütte
Oberammergau - Kolbensattel - August-Schuster-Haus - Brunnenkopfhütte 12,3 km, 1086 hm Aufstieg, 309 hm Abstieg
Vom Bahnhof Oberammergau ist es nicht weit zur Talstation der Kolbensesselbahn. Ich wandere auf bequemen Wegen hinauf zur Bergstation am Kolbensattel.
Von dort geht es leicht weiter bis zum August-Schuster-Haus auf 1564 m am Pürschling.
In dieser Alpenvereinshütte übernachtete ich bei meiner Wanderung auf dem Spitzenwanderweg.
Heute folge ich noch der Route des Maximiliansweg bis zur Brunnenkopfhütte. Obwohl beide Hütten etwa auf gleicher Höhe stehen, hat dieser stets auf und ab führende Weg mehr Höhenmeter als man erwarten könnte.
Die Brunnenkopfhütte (1602 m) hat nur 26 Plätze in einem Schlaflager und bietet daher eine angenehm familiäre Atmosphäre.
In einer halben Stunde erreicht man von der Hütte aus den Gipfel des 1718 m hohen Brunnenkopf. Auf den letzten Metern braucht man zum Aufsteigen auch die Hände.


