"Hoch hinauf" 12 - Taubensteinhaus, Tutzinger Hütte, Tegernseer Hütte
Taubensteinhaus
Ich starte meinen Aufstieg zum Taubensteinhaus in Osterhofen bei der Talstation der Wendelsteinbahn, wandere aber nicht auf der kürzesten Route zur Hütte sondern ergänze die Tour um den Gipfel des Hochmiesing. Insgesamt sind dies 12,8 km mit 1164 hm Auf- und 406 hm Abstieg.
Am Anfang wandere ich 1,8 km an einem Bach entlang. Dann führt mich ein Forstwirtschaftsweg mit angenehmer Steigung 3,6 km weit bis zum Soinsee.
Von dort aus geht es bequem weiter zur Großtiefental-Alm und danach etwas anstrengender hinauf zu Mieslingsattel.
Bevor ich vom Sattel hinunter zum Taubensteinhaus gehe, steige ich auf problemloser Route noch zum Gipfel des 1883 m hohen Hochmiesing hinauf.
Nachdem ich bei einer langen Rast am Gipfel das Panorama genießen konnte, wandere ich wieder zurück zum Sattel und dann auf der anderen Seite auf ebenfalls leichter Route weiter. Zuerst geht es hinab zur Kleintiefental Alm, dann wieder kurz bergauf.
Vom 1567 m hohen Taubensteinhaus sind es nur wenige Minuten bis zum Lochgrabensattel. Dort blickt man auf einer Seite zurück zur Hütte und zum Wendelstein. Von dort steige ich noch auf den 1693 m hohen Taubenstein.
Wie gewohnt stehe ich am Morgen sehr früh auf, um auch die herrliche Stimmung vor Sonnenaufgang vom Satten aus zu genießen.
Die meisten Gäste des Taubensteinhaus kommen auf der kürzesten und leichtesten Route vom Spitzingsattel. Ich will heute aber noch weiter wandern und gehe vom Sattel auf die Brecherspitz und weiter nach Neuhaus. Insgesamt sind dies 13,3 km mit 629 hm Aufstieg und 1387 hm Abstieg . Zuerst wandere ich hinab zur Schönfeldhütte, einer DAV Hütte, die oft auch im Winter geöffnet ist.
Dann wandere ich auf dem leichten Weg zum Spitzingsattel, wo es einen großen Parkplatz und eine Bushaltestelle gibt. Von dort folge ich einem breiten Forstwirtschaftsweg 2,3 km bergauf bis kurz vor der Oberen Firstalm. Dann wird der Aufstieg steiler.
Für die Brecherspitz braucht man Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Den an einigen Stellen mit Drahtseilen gesicherte Weg empfinde ich zwar als anstrengend, aber nicht als gefährlich.
Dann steige ich auf einem steilem und von vielen Wanderern frequentierten Pfad hinab in Richtung Schliersee. Ab der Schnapperhütte wandere ich meist auf breiten Wegen bis zum Bahnhof Fischhausen-Neuhaus.
Tutzinger Hütte
Die Tutzinger Hütte ist ein relativ leicht erreichbares Alpenvereinshaus mit etwa 100 Plätzen. Ab Bahnhof Benediktbeuern sind es bis zur Hütte nur 11 km mit 800 Höhenmetern Aufstieg. Zuerst marschiere ich eine halbe Stunde durch den Ort bis zum Wanderparkplatz Mariabrunn. Ab dort führen zwei verschiedene Routen hinauf. Die weitaus schönere ist die Strecke durch das Lainbachtal. 4 km weit folge ich einem Wildbachlehrpfad bequem mehr oder weniger entlang des Baches.
Ich hatte gehofft, wie so oft im letzten Herbst und Winter bald durch die Hochnebeldecke in den Sonnenschein zu kommen, doch auch an der Eibelsfleckalm liegt das Grau noch über mir.
9 km nach Beginn meiner Wanderung wechsle ich an der Talstation des zur Hütte führenden Materiallifts auf einen schmalen und steilen Pfad, der technisch aber relativ leicht ist. Als ich die auf 1327 m Höhe gelegene Hütte erreiche, steckt sie mitten in einer dichten Nebelsuppe. Schade, denn die Tegernseer Hütte ist bekannt dafür, dass man abends auf den Wiesen vor der Hütte oft Steinböcke beobachten kann.
Die Hütte ist ein beliebtes Ziel für Tageswanderer, aber ebenso ein wichtiges Etappenziel am Maximiliansweg, E4 alpin, Via Alpina und der Route München-Venedig.
Ich lege mein Gepäck ins Lager und marschiere gleich weiter. Schon bald liegt der Nebel unter mir und ich spaziere unter wolkenlosem Himmel. Von der Hütte bis zum 1801 m hohen Gipfel der Benediktenwand sind es problemlose 2,4 km.
Eine Stunde lang genieße ich hier oben den Sonnenschein und das herrliche Panorama.
Vor der Hütte kann man wegen Nebel heute keine Steinböcke sehen, aber einer steht nahe des Gipfels unmittelbar neben dem Weg.
Ich habe in meinem Leben noch nie eine so perfekte Glorie gesehen wie hier. Glorien entstehen, wenn man bei tiefstehender Sonne genau an der Obergrenze des Nebels wandert und sich um den Schatten ein Lichtspektrum bildet.
Auch am Abend und am Morgen löst sich der Nebel um die Hütte nicht auf. Beim Abstieg komme ich morgens aber bald unter die Nebelgrenze und sehe nun zumindest etwas von der Umgebung.
Tegernseer Hütte
Wer von Lenggries zur Tegernseer Hütte wandert, nimmt normalerweise die an der Lenggrieser Hütte vorbei führende Route. Da ich den Weg zu dieser Hütte aber bereits von meiner Winterwanderung kenne, gehe ich heute über Fleck und die Röhrlmoos-Alm. Dies sind 15,6 km mit 1028 hm Aufstieg und 160 hm Abstieg.
Vom Bahnhof Lenggries gehe ich zuerst in Richtung Süden aus dem Ort hinaus und folge dann etwa drei Kilometer weit dem Isar-Radweg. Auf dem Weg sieht man nur selten die hier recht naturnah fließende Isar, aber an mehreren Stellen führen kurze Wege ans Ufer.
Beim Ort Fleck verlasse ich das Tal und wandere bergauf. Mehr als 6 Kilometer weit folge ich breiten Forstwirtschaftswegen, zuerst über Wiesen, dann lange Zeit durch den Wald, leider zeitweise asphaltiert. Erst ab der Röhrlmoos Alm wird der Weg angenehmer.
Von dort sind es noch etwa 3,5 km hinauf zur auf einem Bergrücken liegenden Roßsteinalm. Von dort aus sehe ich bereits weit über mir die zwischen Roßstein und Buchstein stehende Tegernseer Hütte.
Von der Alm könnte ich auf einem Klettersteig über den Gipfel zur Hütte gehen, aber ich wähle die leichtere Route, die zuerst ein paar Meter am Bergrücken entlang aufwärts führt, dann kurze Zeit bergab und schließlich einem der Hautaufstiegswege zur Hütte folgt.
Die kürzeste Route zur Hütte führt aber von der anderen Seite vom südlich gelegenen Parkplatz „Roß- und Buchstein“ mit 4,5 km und ca. 900 Höhenmetern hinauf.
Die kleine, recht gemütliche Hütte mit familiärer Atmosphäre steht auf 1650 m in herrlicher Lage zwischen den beiden Gipfeln. Eine Besonderheit ist hier, dass es nach dem Abendessen noch für alle eine Runde Kaiserschmarrn gibt.
Da es heute gegen Abend recht kalt ist, bleibe ich anders als gewohnt nicht lange vor der Hütte, sondern gehe immer wieder kurz von drinnen nach draußen, um die wechselnden Lichtstimmungen zu fotografieren.
Natürlich bin ich auch hier wieder der erste, der früh am Morgen das Lager verlässt, um den ersten Lichtschein am Horizont zu sehen.
Dann beginne ich mit dem Abstieg. Bis zum Tegernseeufer bei Bad Wiessee sind es 15,3 km mit 1000 hm Abstieg und 180 hm Aufstieg. Auf einem teilweise etwas steilen, aber problemlosen Weg steige ich zuerst knapp 400 Höhenmeter hinab zur Buchsteinhütte.
Danach wandere ich teils auf einem Forstwirtschaftsweg, teils auf unbefestigten Waldwegen bergab. Bei den Wiesen des Schwarzenbach könnte ich nach rechts zum nahen Parkplatz Klamm gehen und dann weiter nach Kreuth. Ich gehe hier aber nach links und spaziere bequem hinauf zur Schwarzenbachalm.
Von dort aus folge ich dem breiten Forstwirtschaftsweg in Richtung Bad Wiessee, verlasse aber unterwegs das Tal und wähle die höhere Route über Bauer in der Au.
Anschließend gehe ich hinab zur Söllbachklause und weiter nach Bad Wiessee. Von hier könnte ich mit dem Bus zum nächsten Bahnhof fahren, aber das Wetter ist heute so herrlich, dass ich noch von Bad Wiessee-Abwinkl noch weitere 9 km meist am Ufer des Tegernsee entlang wandere.
Zwischendurch muss ich zwar auch kurz auf einem Radweg entlang einer Straße wandern, aber meist ist die Route bis Rottach-Egern überraschend idyllisch.




