"Hoch hinauf" 8 - Waltenberger Haus, Rappenseehütte, Mindelheimer Hütte
Waltenberger Haus
Die Weilheimer Hütte ist mit 290 Plätzen eine der großen Hütten im Allgäu. Ab der Bushaltestelle Alpe Eschbach ist der Aufstieg 6,7 km lang und hat 1118 Höhenmeter.
Vom Bahnhof Oberstdorf fahre ich mit dem Bus bis Alpe Eschbach. Dies ist eine private Ausflugslinie, für die das Deutschland-Ticket nicht gilt. Zwei Kilometer weit führt ab der Haltestelle ein breiter Fahrweg hinauf nach Einodsbach. Danach führt ein anfangs recht leichter Weg talaufwärts.
Zwischendurch muss eine kurze Strecke mit Drahtseilsicherung bewältigt werden, aber für erfahrene Bergwanderer ist das kein Problem. Ich sehe hier auch einige Familien mit Kindern.
Am Abend genieße ich wie gewohnt die Stimmung bei Sonnenuntergang draußen vor der Hütte.
Und dann kommen sie! Das Waltenberger Haus ist berühmt dafür, dass hier abends meist Steinböcke vom Berg kommen und fast direkt an der Hütte vorbei in tiefere Lagen spazieren.
Da diese Steinböcke Menschen vor der Hütte gewohnt sind, kann man sich ihnen bis auf recht kurze Distanz nähern. Man kann aber auch einfach drinnen in der Stube sitzen und durch die geöffnete Tür hinaus Steinböcke fotografieren.
Nach Sonnenuntergang gehe ich wie gewohnt immer mal wieder nach draußen, um den Wechsel der Lichtstimmung zu genießen. Ich liebe es, wenn am Himmel nur noch ein schmaler blau-roter Streifen über den Bergen scheint.
Vom Waltenberger Haus kann man auch auf einer anspruchsvollen Route oben herum direkt zur Rappenseehütte wandern. Ich ziehe hier aber die bequemere Variante vor. Am Morgen marschiere ich auf der Aufstiegsroute wieder hinab nach Einödsbach.
Rappenseehütte
Vom Waltenberger Haus sind es über Einödsbach zur Rappenseehütte 11 km mit 1010 Höhenmetern Auf- und 1002 Höhenmetern Abstieg. Auf der von vielen Wanderern frequentierten Route gehe ich zuerst hinauf zur 1280 m hohen Petersalpe, bei der ich Kaffee und Kuchen bestelle.
Ein großer Käfer setzt sich auf einen meiner Stöcke. Ob ich ihn zur Hütte tragen soll?
500 Höhenmeter weiter oben liegt die Enzianhütte. Auf einem Schild steht, dass hier die höchstgelegene Brauerei Deutschlands ist. Normalerweise trinke ich um 11 Uhr nie Bier, aber dieses will ich unbedingt probieren.
Ich blicke hinüber zur Mindelheimer Hütte, die weit entfernt auf der anderen Seite des Tals steht. Dort will ich morgen übernachten. - oben etwa in Bildmitte -
Schließlich erreiche ich die Rappenseehütte, die größte aller Hütten des Deutschen Alpenverein. Zu ihr kommen sehr viele Tagesgäste. Sie dient auch als Etappenziel für längere hochalpine Wanderungen, vor allem für die Tour auf dem Heilbronner Weg.
Vor der Hütte liegt der kleine Rappensee. Daneben ist ein kleiner Weiher, um den viel Wollgras wächst.
Nur wenige Minuten von der Hütten entfernt ist der große Rappensee, eines der schönsten Wanderziele im Allgäu.
Früher kamen hier nur normale Bergwanderer und Kletterer hinauf. Doch im Instagram- und TicToc-Zeitalter ändert sich manches auf eine für mich fragwürdige Weise. Ich staune sehr, als ich sehe, dass nun tatsächlich manche Leute Schlauchboote hier heraufschleppen und mit großer Picnic-Ausrüstung offensichtlich ihren Badeurlaub vom Meer in die Berge verlegt haben.
Vor dem Abendessen wandere ich von der Hütte hinauf zur Großen Steinscharte. Hier beginnt auf 2062 m der Heilbronner Weg, der zur Kemptner Hütte führt.
Zum Sonnenuntergang spaziere ich wie sehr viele andere Hüttengäste zu einem nahegelegenen Kreuz.
Am nächsten Morgen wandere ich weiter zur Mindelheimer Hütte. Auf dieser Route sind es 9,8 km mit 610 hm Auf- und 680 hm Abstieg.
Bis zum Schrofenpass sind es etwa 6 km mit stetem Wechsel zwischen kurzen Auf- und Abstiegen.
Mindelheimer Hütte
Vom Rappenalptal führt eine der Hauptaufstiegsrouten zur Mindelheimer Hütte. Über eine technisch leichter Route erreiche ich bald die große Alpenvereinshütte auf 2058 m Höhe.
Da es noch recht früh am Nachmittag ist, wandere ich von der Hütte das kurze Stück zur Kemptner Scharte hinauf und wieder zurück.
Von der Scharte führt ein Weg hinab ins Tannheimer Tal. Außerdem beginnt hier der Mindelheimer Klettersteig.
Nach der Rückkehr zur Hütte spaziere ich noch etwa einen Kilometer weit in Richtung Geißhorn.
Wie fast immer genieße ich nach Sonnenuntergang noch lange draußen die wechselnde Lichtstimmung.
Für den Abstieg wähle ich die Route nach Birgsau mit 9,8 km und 91 hm Auf- und 1154 hm Abstieg. Am Anfang geht es recht bequem immer mal leicht auf und ab.



