"Hoch hinauf" 7: Edmund-Probst-Haus, Prinz-Luitpold-Haus, Kemptner Hütte
Edmund-Probst-Haus
Die 12,1 km lange Strecke mit 1166 hm Aufstieg und 47 hm Abstieg von Oberstdorf über das Oytal zum Nebelhorn bin ich bereits vor einigen Jahren gewandert, als ich die Himmelstürmer-Route der Allgäuer Wandertrilogie wanderte. Damals war ich die meiste Zeit bei Regen und Nebel unterwegs. Heute ist es schöner.
Vom Bahnhof Oberstdorf gehe ich zuerst zur Talstation der Nebelhornbahn, wo unglaublich viele Leute in der Warteschlange für eine Bergfahrt stehen. Von hier wandere ich zuerst entlang der Trettach und zweige dann ins Oytal ab.
Bis hier ist die Strecke sehr leicht. Die nächsten 700 Höhenmeter Aufstieg zum Seealpsee sind steil und teilweise anspruchsvoll.
Oft verbringe ich in der Natur viel Zeit damit, Schmetterlinge zu fotografieren. Hier muss ich die Bläulinge nicht suchen. Sie kommen wegen dem Salz auf meiner Haut direkt zu mir.
Der Steig führt an Wasserfällen vorbei. Vor einigen Jahren bekam ich hier an manchen Stellen nasse Füße. Heute ist alles ok.
Der Weg führt nicht direkt zum Ufer des Seealpsee sondern oberhalb entlang. Ab hier ist die Strecke nun wieder recht leicht.
Kurz nachdem ich das 1932 m hohe Edmund-Probst-Haus erreiche, das neben der Station Höfatsblick der Nebelnhornbahn liegt, umgibt nun doch dichter Nebel die Hütte, so wie schon bei meinem letzten Besuch. Am nächtsten Morgen blicke ich vor dem Frühstück auf ein niedrigeres Nebelmeer hinab. Vor meiner geplanten Wanderung zum Prinz-Luitpold-Haus steige ich nun noch zum etwa eine halbe Stunde entfernten Gipfel des 2224 m hohen Nebelhorn auf.
Die Aussicht ist heute großartig, nicht zuletzt wegen der Wolkenstimmung, die sich ständig ändert.
Schließlich steige ich wieder zur Alpenvereinshütte hinab, hole meinen Rucksack und wandere weiter.
Eine andere Auf- und Abstiegsroute mit dem Edmund-Probst-Haus beschreibe ich in "Hoch hinauf" Kapitel 9.
Der Weg vom Edmund-Probst-Haus zum Prinz-Luitpold-Haus ist 10,5 km lang und hat 604 hm Aufstieg und 680 hm Abstieg.
Die Route von der Bergbahnstation bis zum Laufbacher Eck ist beliebt und heute stark frequentiert. Das Spiel der Wolken begeistert mich.
Gerade wegen dieser Witterung ist die Wanderung heute viel faszinierender als bei Postkartenwetter.
An einigen Stellen braucht man etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, aber es sind auch viele Familien mit Kindern unterwegs. Alles eine Frage des Trainings und der Gewohnheit!
Oben auf einem Bergrücken ist das Laufbacher Eck, bei dem fast alle Wanderer umkehren.
Am Laufbacher Eck kann ich erstmals hinüber zum noch weit entfernten Prinz-Luitpold-Haus und zum Hochvogel blicken.
Prinz-Luitpold-Haus
Am frühen Nachmittag erreiche ich das Prinz-Luitpold-Haus. Hier treffe ich mich mit einem Freund, der mich morgen und übermorgen begleiten wird.
Am nächsten Morgen brechen Thomas und ich schon früh auf, denn es wartet eine lange Etappe auf uns. Von hier bis zur Kemptner Hütte sind es 17,8 km mit 1395 hm Aufsteig und 1397 hm Abstieg. Offiziell wird die Dauer mit 9 Stunden angegeben.
Zuerst geht es kurz hinab ins Bergündeletal, aus dem ich gestern schon aufgestiegen bin. Dann folgt der erste von vielen Anstiegen dieses Tages. Der Weg zum 2007 m hohen Himmelsecksattel ist relativ leicht.
Wir wandern hinab zu einer kleinen Alm auf ca. 1690 m. Hier ist der einzige Brunnen auf dieser langen Strecke, aber Wasser aus Almbrunnen will ich nicht ungefiltert trinken. Für diese Etappe sollte man unbedingt genügend zu Trinken mitnehmen.
Die nächsten Kilometer sind ein landschaftlich großartiges Auf und Ab. Wir wandern am Grat entlang auf das 2385 m hohe Rauheck, weiter Grat entlang hinab zu einem Sattel, dann aufs Kreuzeck, wieder hinab, weiter auf dem Grat auf einen kleineren Gipfel und dann hinab zum 2201 m hohen Marchsattl.
Kurz steigen wir steil hinauf zum Fürschießersattel auf 2206 m. Dann führt der Weg mal aufwärts, meist aber bergab weiter zur Kemptner Hütte.
Kemptner Hütte
Nachdem wir auf dieser Etappe fast keine anderen Menschen getroffen haben, vor allem niemand, der die gesamte Strecke ging, bietet unser 1846 m hohes Etappenziel genau das Gegenteil. Die Kemptner Hütte liegt am inzwischen extrem populären Fernwanderweg E5 und ist Endpunkt des ebenfalls beliebten Heilbronner Weg. Mit 290 Plätzen ist heute hier alles auf Massenandrang ausgerichtet. Als ich 1987 den E5 von Konstanz nach Verona wanderte, kannte noch kaum jemand diesen Weg, heute ist er im Abschnitt von Oberstdorf bis Bozen stark überlaufen.
Am nächsten Morgen brechen hier wohl mindestens 100 Wanderer zur nächsten E5 Etappe auf. Thomas und ich gehen auch das kurze Stück hinauf zum Mädelejoch. 1987 musste ich dieses in knietiefem Schnee bewältigen. Heute ist perfektes Sommerwetter. Anschließend wandern wir auf entgegen der E5 Wanderer hinab nach Oberstdorf.
Von der Kemptner Hütte bis Bahnhof Oberstdorf sind es 15 km mit 1049 hm Abstieg und 16 hm Aufstieg. Der Weg durch den Sperrbachtobel, den ich inzwischen schon mehrmals begangen habe, gefällt mir immer sehr gut.



