Nationalpark Wattenmeer: Wangerooge im Winter
Wangerooge liegt im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Sie ist die östlichste der Ostfriesischen Inseln. Die 8,5 km lange Insel ist autofrei. Die Anreise dauert ab dem Hafen von Harlesiel mit der Fähre und anschließender Inselbahn etwa 90 Minuten. Bei niedrigem Wasserstand kann man bereits vom Schiff aus schöne Blicke auf das Watt genießen und sieht viele Vögel.
Auf einem der Pfosten an der Hafenausfahrt sitzt gerade ein Wanderfalke.
Im Preis für die Überfahrt ist auch die Bahnfahrt vom Inselhafen in den Ort Wangerooge inbegriffen. Die Bahnstrecke führt über die Lagune im Westaußengroden und bietet schöne Einblicke in diese Naturlandschaft, die man ansonsten nur von einem weiter entfernten Wanderweg sehen kann.
Schon eine Stunde nach unserer Ankunft spazieren Annette und ich auf dem Weg am Damm zwischen den Salzwiesen von Westaußengroden und Westinnengroden. Wir sehen unter anderem viele Weißwangengänse, aber auch Graugänse.
Vor allem kurz vor der Flut versammeln sich viele Wasservögel in den kleinen Gewässern auf den Salzwiesen.
Hier sehen wir auch viele kleine, kreisrunde Wasserflächen. Dies sind Bombentrichter von einem großen Bombenangriff während des 2. Weltkriegs.
Im Winter sind die meisten Restaurants und Cafés auf Wangerooge geschlossen. Dafür kann man nun auf der Insel die Natur in herrlicher Stille genießen.
Im ungewöhnlich gestalteten Leuchturm im Westen der Insel befindet sich heute eine Jugendherberge.
Am ersten Nachmittag sehen wir auch viele Rotschenkel und Große Brachvögel.
Wie auch auf den anderen Inseln im Wattenmeer sehen wir auch hier sehr viele Fasane.
Am Morgen sehen wir dann vom Ostdeich zwischen Flugplatz und Wattenmeer den Sonnenaufgang.
Nach dem Frühstück folgen wir vom Ort Wangerooge zuerst dem Ostdeich. Auf der autofreien Insel gibt es zwar keinen Straßenlärm, aber an diesem Morgen starten und landen hier alle fünf Minuten kleine Flugzeuge.
Zwischen Ortsrand und Flugplatz beobachte ich eine Kornweihe bei der Jagd.
Rund um den Flugplatz sind die großen, oft überfluteten Wiesen des Ostinnengroden. Doch die vielen Gänse halten sich nicht nur auf den Wiesen auf. Auch unmittelbar am Rand der Start- und Landebahn versammeln sich manchmal große Gänseschwärme und lassen sich von den Flugzeugen nicht aus der Ruhe bringen.
Nach dem Flugplatz biegt der Ostdeich nach Norden ab. Rechts von uns sehen wir nun die Salzwiesen des Ostaußengroden und in der Ferne die schmale Dünenkette an der Grenze zwischen dem Feuchtgebiet und dem Sandstrand im Norden.
Wer Vögel beobachten will, sollte hier ein gutes Fernglas, besser aber ein Spektiv haben, da am Watt die Uferlinie meist recht weit vom Wanderweg entfernt ist. Zum Fotografieren braucht man ein Objektiv mit großer Brennweite. Ich habe in den vier Tagen 38 verschiedene Vogelarten gesehen, darunter viele, die laut Zugvogelkalender erst ab März hier sein sollten.
Die beste Zeit zum Beobachten von Wattvögeln ist die auflaufende Flut. Dann versammeln sich sehr viele verschiedene Vögel am Ufer.
Momentan sind sehr viele Weißwangengänse und Ringelgänse hier, aber wir sehen auch einige Brandgänse.
An einigen Stellen führen kurze Wege über die schmale Dünenlandschaft zum Sandstrand.
Ganz im Osten der Insel zeugen nur noch verrottende Holzpfosten davon, dass auch hier früher einmal Schiffe anlegen konnten.
Hier rennen sehr viele Sanderlinge über den Sand und durch das flache Wasser. Wie gewohnt bleiben sie normalerweise kaum einen Moment lang stehen. Diesen erwischte ich, als er sich mit einem Fuß am Ohr kratzte. So beweglich würde ich auch gerne sein.
Am östlichsten Ende der Dünen sehe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Schwarm Schneeammern. Leider sind sie für gute Fotos zu weit entfernt.
Viele Kilometer weit kann man dann am Nordstrand wandern. Im Osten ist der Strand im Winter recht einsam. Je näher wir dem Ort kommen, desto mehr Spaziergänger sehen wir dann. Aber insgesamt ist es um diese Jahreszeit hier entspannend ruhig.
Vom Ort Wangerooge aus kann man natürlich auch an der Nordküste am Meer entlang in Richtung Westen wandern.
Ganz kurz sehe ich auch zum ersten Mal in meinem Leben einen Sterntaucher.
Gleich rennen und fliegen alle Nachbarn heran und wollen das Futter stehlen. Manchmal klappt es.
Im Westen der Insel führt ein schmaler Sandstrand unter steil abgebrochenen Dünen zum Hafen.




