ab 28.3.2021

Rheinauen Kapitel 7: Osterferien

Mein neu erschienenes Buch unterscheidet sich inhaltlich stark von den Texten auf dieser Homepage. Online stehen die sehr umfangreichen Streckenbeschreibungen der Fernwanderwege im Vordergrund, im Buch beschränke ich diese dagegen auf die wesentlichen Elemente und erzähle statt dessen viel mehr über meine Erlebnisse und persönlichen Eindrücke beim Abenteuer Fernwanderung. Weitere Infos stehen hier: https://d-wanderer.de/aktuelles.php

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© Günter Kromer

28. März 2021 Waghäusel

Verschärfter Lockdown oder statt dessen viele Lockerungen über Ostern? Für meine Ausflüge zu den Rheinauen spielt das keine Rolle. Gesünder als hier kann man seine Freizeit kaum verbringen.

Die nördlich von Waghäusel liegende Wagbachniederung ist zwar etwa 6 Kilometer vom heutigen Altrhein entfernt, aber vor ein paar Jahrtausenden war auch hier eine Rheinschlinge.

Nirgendwo auf der Welt sah ich so viele Fotografen mit riesengroßen Teleobjektiven wie in der Wagbachniederung. Dieses nicht nur regional, sondern auch bundesweit sehr bedeutende Feuchtgebiet zieht Vogelfreunde aus dem ganzen Land an.

 

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© Günter Kromer— Wagbachniederung

Die ehemaligen Klärschlammbecken einer längst abgerissenen Zuckerfabrik bieten außerordentlich vielen verschiedenen Zugvögeln einen willkommenen Rastplatz, aber auch viele seltene Vögel brüten hier regelmäßig.

Ich kann mich seit Jahrzehnten darauf verlassen, dass ich bei einer Wanderung durch dieses Naturschutzgebiet mit vielen Zugvögeln mit meinem 300 mm Objektiv wie ein Laie wirke - was ja auch stimmt. Hier sind die Profis fast unter sich. Laut redende Spaziergänger oder Wanderer mit Hund sind hier nicht willkommen. Wer Vögel beobachten will, ist hier aber genau an der richtigen Stelle.

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© Günter Kromer— Wagbachniederung

Auf alten Bäumen bauen Kormorane ihre Nester.

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© Günter Kromer

Vor allem im nördlichen Bereich blühen jetzt viele Silberweiden.

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© Günter Kromer

Zwischen der Wagbachniederung und dem Altrhein bieten der teilweise als Freizeitgelände genutzte Erlichsee und einige andere Baggerseen mit großen Schilfufer-Abschnitten Gelegenheit für schöne Spaziergänge.

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© Günter Kromer— Erlichsee bei Oberhausen

Als ich gerade einige Blüten fotografiere, flattert dieser Admiral mit etwas zerzausten Flügeln heran.

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© Günter Kromer— Admiral

Vor allem geht nun aber die Baumblüte richtig los.

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© Günter Kromer

29. März 2021 Plittersdorf

Heute wandere ich eine herrliche Runde rund um das Naturschutzgebiet. Ich starte beim Schützenhaus Plittersdorf, folge dann dem Rheinufer zur Murgmündung, ein Stück weit der Murg und gehe dann über den Rheindamm zurück zum Schützenhaus.

Vor einigen Monaten fotografierte ich diesen Anblick mit herrlich buntem Herbstlaub, jetzt spriessen weiße Blüten und grüne Knospen an Bäumen und Sträuchern. Ich liebe die Vielfalt der Jahreszeiten!

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© Günter Kromer

Pegel Maxau steht mit etwa 4,65 m noch immer im Bereich Mittelwasser, doch nun gibt der Rhein allmählich wieder die Buhnen frei. Diese quer in den Fluss ragenden Steinwälle entstanden nicht bei Tullas Rheinbegradigung, sondern etwa ein Vierteljahrhundert später, als man den inzwischen zu schnell fließenden Rhein mit künstlichen Maßnahmen wieder etwas bremsen musste.

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© Günter Kromer

Nahe der Murgmündung ist der Weg am Rheinufer besonders schön.

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© Günter Kromer

Dann spaziere ich über den Damm entlang der Murg. Links sehe ich den in einen sehr monotonen Kanal gedrängten Fluss, rechts blicke ich ins Naturschutzgebiet mit wunderschönen Gewässern und uralten Bäumen.

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© Günter Kromer

Auf dem Rheinhauptdamm wandere ich zurück. An einer Stelle wachsen besonders viele Taubnesseln.Dieses Blütenparadies lockt viele Zitronenfalter an. Zitronenfalter sind die ersten Schmetterlinge, die uns im Frühjahr erfreuen, da sie mit einer Art Frostschutzmittel im Körper anders als die meisten anderen Schmetterlinge überwintern können. Ich sehe heute aber auch bereits einen Aurorafalter.

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© Günter Kromer— Zitronenfalter
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© Günter Kromer— Erdhummel
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© Günter Kromer— Gelbes Windröschen

Nur an einer einzigen Stelle am Rheindamm sehe ich Wiesenschaumkraut, zum Glück direkt neben dem Weg, so dass ich es gut fotografieren kann. Nicht nur in Naturschutzgebieten sondern auch allgemein bleibe ich immer auf dem Weg, um keine anderen Pflanzen zu zertreten. Schon wenige Tage danach komme ich dann an ein paar hundert Exemplaren dieser kleinen Schönheiten vorbei.

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© Günter Kromer— Wiesenschaumkraut

30. März 2021 Mechtersheim

Im Wald geht das Wettrüsten der Bodenblüher nun seinem Höhepunkt entgegen. Buschwindröschen, Scharbockskraut und Veilchen müssen jetzt noch das Sonnenlicht ausnützen, bevor bald die Blätter der Bäume unten für Schatten sorgen.

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© Günter Kromer

Am Rheinufer blühen Gänseblümchen und Löwenzahn.

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© Günter Kromer— Gänseblümchen und Löwenzahn
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© Günter Kromer— Löwenzahn

Die Samen der Zitterpappel (Espe) sind schon stark ausgeprägt.

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© Günter Kromer— Zitterpappel
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© Günter Kromer— Ackerhummel

Der Große Wollschweber, auch Hummelschweber genannt, fliegt ähnlich wie ein Kolibri an die Blüten und saugt sie mit seinem langen Rüssel aus, berührt diese aber mit seinen Vorderbeinen.

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© Günter Kromer— Großer Wollschweber

1. April 2021 Knielinger See und Fischmal bei Lingenfeld

Dienstag 7 Uhr am Knielinger See - mein Teilzeitjob mit Wochenendarbeit hat den Vorteil, dass ich jetzt den Sonnenaufgang ohne andere Spaziergänger in aller Ruhe genieße kann.

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© Günter Kromer— Knielinger See
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© Günter Kromer

Manchmal muss man genau hinschauen, damit sich eine alltägliche Szene, wie hier die Schwäne am Schilfufer, zu einer Reise in ein bizarres Wunderland der Spiegelung entwickelt.

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© Günter Kromer

Danach fahre ich nach Lingenfeld. Am dem Fischmal genannten Angelsee staune ich mal wieder, wie viele verschiedene Bienen- und Hummelarten die selben Blüten anfliegen.

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© Günter Kromer— Fischmal bei Lingenfeld

Demnächst recherchiere ich auch die Namen der fotografierten Insekten.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Wer nur achtlos an den  vielen Schlehenhecken vorbei geht, hört vielleicht nur das Summen der Insekten, bemerkt aber nichts von dieser großen Artenvielfalt.

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© Günter Kromer

Erst wenn man eine Weile stehenbleibt und beobachtet, öffnen sich die Sinne für dieses Schauspiel.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Heute sehe ich zum ersten Mal in diesem Jahr Marienkäfer.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Ringeltaube

Eine Weile sitze ich am Ufer und beobachte Wasserläufer. Diese Insekten nutzen die Oberflächenspannung des Wassers, um durch ihre besondere Fortbewegung eine ganz eigene Lebenswelt zu erschließen.

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© Günter Kromer— Wasserläufer

Waldbäume nehmen wir meist nur im grünen Sommerkleid, mit herbstliche Farbenpracht oder als kahle Graphik im Winter wahr. Die nur kurze Blütezeit würdigen wir nur bei Obstbäumen.

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© Günter Kromer— Blüte des Spitz-Ahorn

Auf dem Heimweg fahre ich noch einen kurzen Umweg zum Neupotzer Altrhein. Während ich dort am Ufer sitze und die vielen verschiedenen Insekten fotografiere, schaut auch eine Zauneidechse aus dem trockenen Gras heraus.

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© Günter Kromer— Weibliche Zauneidechse
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© Günter Kromer— Haus-Feldwespe

3.April 2021 Eggenstein-Leopoldshafen

Da ich heute arbeiten muss, spaziere ich am Morgen nur kurz um den Eggensteiner Baggersee, mit kurzem Abstecher zum Damm neben dem Albkanal. Jetzt färbt sich der Wald von Tag zu Tag deutlich grüner.

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© Günter Kromer— Albkanal
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© Günter Kromer— Baggersee Fuchs&Gros
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© Günter Kromer— Rotkehlchen
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© Günter Kromer— Mönchsgrasmücke

Es vergeht kein Wandertag, ohne dass ich eine Blumenart entdecke, die ich in diesem Jahr noch nicht blühen sah.

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© Günter Kromer— Efeu-Gundermann

8. April 2021 Alt-Dettenheim

Trotz dem starken Kälteeinbruch blühen jetzt immer mehr Obstbäume.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Heute sehe ich zum ersten Mal in diesem Jahr Schwalben. Dicht über der Wasseroberfläche saussen Rauchschwalben mit hoher Geschwindigkeit über den Rhein.

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© Günter Kromer

Meine Schwalben-Fotos werden von einem Kormoran im Tiefflug unterbrochen.

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© Günter Kromer

Es müssen nicht immer nur große Blumen mit auffälligen Blüten sein. Auch die ganz unscheinbaren Pflanzen neben dem Weg lohnen einen genauen Blick, so wie hier die winzigen Blüten der Zypressenwolfsmilch.

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© Günter Kromer— Zypressenwolfsmilch

Seit Tagen schaue ich immer wieder intensiv zu den Wasserflächen rechts und links der Wege, finde aber zu meiner großen Enttäuschung keinen einzigen Frosch. Heute sitzen an einer Wasserpfütze direkt am Wegesrand gleich zwei. Zuerst glaube ich, dass es verschiedene Arten sind, aber Teichfrösche gibt es sowohl in grüner als auch brauner Färbung.

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© Günter Kromer— Teichfrosch

Der Storch freut sich aus ganz anderen Gründen, wenn er Frösche entdeckt.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Singdrossel

9. April 2021 Liedolsheim

Heute spaziere ich nur kurz beim Baggersee Gießen.

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© Günter Kromer— Baggersee Gießen

Am großen Sandstrand fühlt man sich fast wie am Meer. Heute habe ich den Strand für mich alleine.

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© Günter Kromer— Baggersee Gießen

An einem anderen Uferbereich bedeckt Frühlings Fingerkraut große Flächen des Bodens.

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© Günter Kromer— Frühlings Fingerkraut

Fast wären mir diese Blumen überhaupt nicht aufgefallen. Die höchstens einen Zentimeter großen Blüten des Gewöhnlichen Reiherschnabel, die vereinzelt den Sandstrand zieren, sieht man zwischen all dem Sand nur, wenn man darauf achtet.

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© Günter Kromer— Gewöhnlicher Reiherschnabel

Der Löwenzahn fällt besser auf.

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© Günter Kromer

Zum Abschluss des Spaziergangs hüpft ein Buchfink vor mir über den Weg.

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© Günter Kromer— Buchfink