16. Februar bis 3. März 2021

Rheinauen Kapitel 5: Vom Winter in den Frühling

16.2.2021 Leutesheim und Auenheim

Der Wetterbericht kündigte für den Mittag frühlingshafte 14 Grad an, aber auf manchen Gewässern liegt noch eine dünne Eisschicht.

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© Günter Kromer

Heute sehe ich das Eis wieder in ganz anderer Gestalt als an den Tagen zuvor. Am Ufer eines Altrheinarmes scheint der Grund durch die gefrorene Wasseroberfläche.

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© Günter Kromer

An einem anderen Gewässer zaubert ein Gewirr aus Rissen filigrane Muster auf das Eis.

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© Günter Kromer

An schattigen Stellen liegen noch kleine Schneereste, doch nahe Auenheim blühen mitten im Wald sogar schon einige Krokusse.

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© Günter Kromer

Baumpilze sind ein wichtiger Bestandteil im Kreislauf der Natur, da sie das alte Holz zersetzen und zu fruchtbarem Waldboden umwandeln.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Graureiher bauen ihre Nester auf Bäumen. Direkt neben dem Sportplatz des FV-Auenheim sehe ich eine Kolonie mit wohl einem Dutzend Nestern. Diese Vögel scheinen Fussballfans zu sein. Hier können sie beim Brüten bequem jedem Spiel zuschauen.

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© Günter Kromer— Graureiher

Ich kann gut verstehen, dass früher die Menschen an Geister glaubten. Manche Bäume in den Auwäldern sehen so aus, als würden sie gleich ihre Wurzeln aus dem Boden ziehen und auf Jagd gehen.

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© Günter Kromer

Beim Naturschutzgebiet Rosswört warte ich auf den Sonnenuntergang. Hier floss einst ein Seitenstrom des Rheins, aber längst ist dieses 900 m lange Gewässer vom Fluss abgetrennt und bekommt nur noch durch das Grundwasser etwas Zustrom. Im Sommer werde ich hier viel Zeit verbringen, da hier unter anderem 31 verschiedene Libellenarten leben sollen.

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© Günter Kromer— Naturschutzgebiet Rosswört

17.2.2021 Söllingen

Von Jahr zu Jahr fasziniert mich die unterschiedliche Wirkung von Licht immer mehr. Heute fotografiere ich einen Kormoran zuerst im Gegenlicht, dann etwa 50 m von der ersten Position entfernt, nun mit Seitenlicht.

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© Günter Kromer— Kormoran

Man könnte kaum glauben, dass dies der selbe Vogel zur selben Zeit ist.

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© Günter Kromer— Kormoran

Auch an Spiegelungen auf dem Wasser kann ich mich kaum sattsehen.

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© Günter Kromer

Einen Sonnenuntergang am Meer werde ich wohl erst dann wieder sehen, wenn das nervige C-Wort längst aus den täglichen Nachrichtenmeldungen verschwunden ist. Aber dafür gönne ich mir heute wieder den Sonnenuntergang am Rhein. Auch schön!

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© Günter Kromer

22.2.2021 Rußheim

Nach dem warmen Vorfrühlingswetter der letzten Tage suche ich in den Rheinauen nach frühen Blüten, aber heute finde ich außer ein paar Schneeglöckchen nichts. Statt dessen überrascht es mich, trotz der relativ hohen Temperaturen an ein paar schattigen Stellen noch immer Eis zwischen dem Schilf zu entdecken.

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© Günter Kromer

An manchen Stellen erkennte man die von Tieren stark frequentierten Routen recht deutlich, so wie hier. Dies ist kein Weg für Menschen sondern für Tiere.

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© Günter Kromer

Auch die Kormorane scheinen sich über das Frühlingswetter zu freuen.

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© Günter Kromer— Kormorane

Auch drei Wochen nach der großen Flut erkennt man in manchen Bereichen anhand der an den Bäumen angeschwemmten Blätter deutlich, wie hoch das Wasser damals floss. Hier wäre es mir über den Kopf geflossen.

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© Günter Kromer

Manche Zweige mit angeschwemmtem Laub könnte man als Naturkunstwerke in einer Galerie ausstellen.

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© Günter Kromer

In den meisten Bereichen der Rheinauen findet man nach dem Hochwasser überraschend wenig angeschwemmten Plastikmüll. Dies liegt daran, dass zwischendrin einige Stellen durch ihr besonderes Bodenprofil wie ein Sieb wirken. Hier werden dann kleine Hügel aus Zweigen, Blättern, Schlamm und viel Müll aufgestaut. Vom Fußball bis zum Joggingschuh findet ich hier so ziemlich alles, was der Rhein auf seinem Weg zum Meer unfreiwillig transportiert.

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© Günter Kromer

23.2.2021 Maximiliansau

Nicht nur die am Gestrüpp hängenden Blätter, die von der Flut angeschwemmt wurden, zeugen vom letzten Hochwasser, auch die Farbe der Sträucher lässt noch jetzt den damaligen Wasserstand erkennen. Unten sind sie noch vom Schlamm grau gefärbt, nur in der oberen Hälfte zeigen sie ihre natürliche Farbe.

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© Günter Kromer

An vielen Stellen sieht man noch deutlich, dass sich das Wasser erst vor kurzer Zeit zurückgezogen hat. In vier Wochen wird der Boden hier üppig grün sein.

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© Günter Kromer

Das trockene, warme Frühlingswetter zaubert schöne Muster in den trocknenden Schlamm.

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© Günter Kromer

Der erste Bärlauch streckt bereits vorsichtig seine zarte Blätter aus dem Schlamm.

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© Günter Kromer

25.2.2021 Altrip und Neuhofen

Nach dem warmen Wetter der letzten Tage suchen Annette und ich heute nach den ersten Anzeichen des Frühlings. Und schon bald finden wir Zweiblättrigen Blaustern, der im sonnigen Auwald aus den Knollen spriesst.

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© Günter Kromer— Zweiblättriger Blaustern

Auch an den vorgestern noch kahlen Zweigen der Sträucher öffnen sich jetzt die ersten Blätter.

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© Günter Kromer

Auf einem Ast drängeln sich viele Feuerwanzen.

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© Günter Kromer

Krokusse locken Käfer und andere Insekten an.

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© Günter Kromer

Die Kornellkirsche zählt zu den Hartriegelgewächsen und hat botanisch nichts mit den Kirschbäumen unserer Gärten gemeinsam. Mir gefallen ihre runden Blüten.

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© Günter Kromer— Blüte der Kornellkirsche

Sogar die ersten Stare sind schon aus dem Süden zurück gekommen.

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© Günter Kromer— Star

Eine Eidechse freut sich ebenfalls über die warme Sonne.

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© Günter Kromer

Auch wir setzen uns am wunderschönen Ufer des Neuhofener Altrhein eine Weile auf eine Bank und genießen diesen herrlichen Nachmittag.

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© Günter Kromer

Ein Turmfalke rüttelt über einer Ackerfläche.

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© Günter Kromer— Turmfalke

Auf dem Heimweg fahren wir noch kurz vor Sonnenuntergang zur Leberwurstinsel bei Otterstadt, die ihren Namen von ihrer gebogenen Form hat.

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© Günter Kromer— Leberwurstinsel

Heute liegt wie bereits seit Tagen viel Saharasand in der Luft und färbt den Himmel vor allem am Abend gelb.

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© Günter Kromer— Leberwurstinsel

1.3.2021 Leopolsdhafen

Dieses Mal bin ich zwei Stunden lang mit einem anderen Fotografen unterwegs und will eigentlich nur die frühen Frühlingsblüten fotografieren. Überraschend blüht hier noch überhaupt nichts. Daher nehme ich ein paar Beeren aus dem letzten Herbst vor die Linse.

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© Günter Kromer

Obwohl Pegel Maxau jetzt nur noch 4,87 m anzeigt, also etwa mittleren Stand, fließt noch etwas Wasser über diesen Durchgang. Klaus und ich dürfen daher ein kurzes Stück Wassertreten.

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© Günter Kromer

2.3.2021 Linkenheim

Die Bienen sammeln schon fleissig Pollen.

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© Günter Kromer

Nachdem ich schon seit einigen Tagen Zitronenfalter sehe, flattert nun auch ein Kleiner Fuchs vor mir über die Wiese.

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© Günter Kromer

An einer Hecke in der Nähe vom Rheinniederungskanal hängen auch jetzt noch Kokosschalen mit Vogelfutter. Dies ist daher eine ideale Stelle, um Kohl- und Blaumeisen zu fotografieren. Heute verdrängt aber ein Buntspecht die Meisen und bedient sich an deren Futter.

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© Günter Kromer— Buntspecht

Ein Nutria genießt diesen herrlichen Nachmittag.

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© Günter Kromer

Nun blüht von Tag zu Tag mehr.

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© Günter Kromer— Taubnessel
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© Günter Kromer— Huflattich
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© Günter Kromer— Ehrenpreis

Anders als professionelle Naturfotografen bin ich nicht mit riesengroßem Teleobjektiv, Stativ und anderer Ausrüstung unterwegs, sondern fotografiere die Vögel frei Hand. Entsprechend werden meine Vogelfotos meist nicht so gut.

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© Günter Kromer— Feldsperling
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© Günter Kromer— Zwergammer
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© Günter Kromer— Wacholderdrossel

Graugänse fliegen dicht über mir hinweg.

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© Günter Kromer

Eine Kanadagans hat Durst.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

3.3.2021 - Greffern

Meine Suche nach Frühlingsblumen startet heute am Rheindamm.

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© Günter Kromer— Knolliger Hahnenfuß
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© Günter Kromer— Milzkraut

"Los, Freunde, wir entern das Containerschiff!"

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© Günter Kromer

Blüten finde ich heute überraschend wenig, dafür interessante Holzkunstwerke der Natur.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Falls ich dieses Tier richtig bestimme, ist es eine Pommernente. Die ursprünglich in Vorpommern gezüchtete Art ist in Deutschland akut vom Aussterben bedroht. Dieses weibliche Exemplar wird leider auch nicht zur Erhaltung ihrer Rasse beitragen, denn ihr Lebensgefährte ist ein Stockenten-Erpel.

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© Günter Kromer— Pommernente?

Stockenten sieht man fast bei jedem Spaziergang in den Rheinauen.

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© Günter Kromer— Stockenten

Mein neu erschienenes Buch über meine 2018 bis 2020 gewanderten 10.000 Kilometer auf Deutschlands schönsten Fernwanderwegen unterscheidet sich inhaltlich stark von den Texten auf dieser Homepage. Online stehen die sehr umfangreichen Streckenbeschreibungen der Wege im Vordergrund, im Buch beschränke ich diese auf die wesentlichen Elemente und erzähle statt dessen viel mehr über meine Erlebnisse und persönlichen Eindrücke beim Abenteuer Fernwanderung. Weitere Infos stehen hier: https://d-wanderer.de/aktuelles.php

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© Günter Kromer