Naturschutzgebiet Weingartener Moor - Bruchwald Grötzingen
Ausführliche Informationen zu meinem Fotoprojekt "Naturschutzgebiete" stehen am Ende dieses Kapitels.
Das 256 Hektar große Naturschutzgebiet umfasst ein großes Waldgebiet mit hohen Grundwasserständen. Dieser Bruch- und Sumpfwald ist in dieser Art einmalig in Südwestdeutschland.
Im Bereich der Kinzig-Murg-Rinne stehen je nach Witterung und Saison große Flächen unter Wasser. Der allgemein gut bekannte Teil des Naturschutzgebiets liegt östlich der Bahnlinie, aber auch auf der westlichen Seite wächst ein sehenswerter Erlen-Bruchwald, der von einigen Gräben durchzogen wird.
Der wichtigste Teil dieses Gebiets, das Niedermoor mit der offenen Fläche, wurde schon 1940 unter Naturschutz gestellt. Die Bruchwälder und der renaturierte nördliche Teil des Grötzinger Baggersees kamen 1984 dazu.
Entlang der Wassergräben wachsen im westlichen Bereich im Frühling sehr viele Schlüsselblumen.
Bis zum Ende des 1. Weltkriegs wurde in dem Sumpfgebiet Torf abgebaut. Die große offene Wasserfläche im Niedermoor ist ein Relikt des Torfstichs.
Ein Bohlensteg führt zu einem kleinen Bereich am östlichen Seeufer und zu einer Beobachtungshütte.
Bei hohem Wasserstand ist der Wald hier weiträumig überschwemmt und man spaziert auf dem Steg die ganze Zeit über dem Wasser. Es kam aber auch schon vor, dass selbst der Moorsee im Sommer komplett austrocknete.
Ein Graureiher und ein Silberreiher stehen gemeinsam am Ufer. Dazwischen schwimmt ein Bläßhuhn.
Kraniche hatte ich bisher nur an der Ostsee gesehen, doch am m 23.11.25 machen sechs Kraniche am zugefrorenen Weingartener Moor eine Rast. Eine halbe Stunde lang kann ich sie beobachten, wie sie ihr Gefieder pflegen. Dazu brauche ich natürlich die Kamera mit dem großen Objektiv. Ohne große Brennweite oder Fernglas kann man gerade noch erkennen, dass sich irgend etwas am anderen Ufer bewegt.
Am Waldrand an der Grenze des NSG kann ich einmal beobachten, wie eine Heuschrecke aus ihrer Larvenhülle schlüpft.
Im Winter friert manchmal die Wasserfläche komplett zu. Dann sieht man natürlich keine Wasservögel am Ufer. Dafür muss ich nun mit unvernünftigen Leuten streiten, die hier Schlittschuhlaufen und mich als Spaßbremse beschimpfen, als ich sie darauf hinweise, dass erstens im Naturschutzgebiet das Verlassen der Wege ohnehin verboten ist und dass die Tiere im Winter besonders gefährdet sind, wenn man sie aufschreckt. "Welche Vögel? Ich sehe hier keine!"
Dieses Argument hörte ich auch schon von einem Mountainbiker im Nationalpark Schwarzwald, der damit prahlte, dass er am liebsten die gesperrten Wege fährt, auch im Winter. "Ich habe dort noch nie einen Auerhahn gesehen."
Idioten sterben nie aus, aber vielleicht manche Vögel.
Weitere Fotos zu diesem Gebiet folgen in den nächsten Jahren.
Für mein Fotoprojekt "Naturschutzgebiete in Karlsruhe und im Landkreis Karlsruhe" bin ich seit Frühling 2025 mehrmals pro Monat mit der Kamera unterwegs.
Damit will ich dazu anregen, auch völlig unabhängig von der hier fotografierten Region die Natur in der eigenen Heimat bewusst und intensiv zu erkunden, anstatt immer nur in die Ferne zu reisen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Naturschutz nur dann politisch eine Zukunft hat, wenn möglichst viele Leute am Erhalt bedrohter Lebensräume interessiert sind.
Ich fotografiere ausschließlich von den öffentlich zugänglichen Wegen und zeige die Natur so, wie sie jeder Besucher sehen kann, der aufmerksam unterwegs ist und ein gutes Fernglas oder Spektiv dabei hat. Da man manche für den Schutzstatus wichtigen Pflanzen oder Tiere nicht vom Wanderweg aus sehen kann, verzichte ich auf diese Motive.
Ich verzichte auf allzu umfangreiche und fachspezifischen Beschreibungen der kompletten Fauna und Flora dieser Gebiete. Erstens bin ich kein Experte, zweitens will ich diesen Überblick so leichtverständlich wie möglich gestalten.
Da ich die meisten Arten nicht selbst bestimmen kann, nutze ich dafür verschiedene Bücher und Apps, seit November vor allem die Seite observation.org. Irrtümer korrigiere ich nach entsprechenden Hinweisen gerne.
Im ersten Jahr ging es mir vor allem darum, eine Übersicht über die Vielfalt der Gebiete zu bieten. In den meisten war ich 2025 mehrmals. Ein paar fehlen mir bisher noch. 2026 werde ich sogar noch öfter in der Region unterwegs sein und die einzelnen Gebiete jeweils in anderen Monaten als bisher besuchen, um dort auch saisonal andere Pflanzen und Insekten zu fotografieren. Vor allem werde ich dann nach den für das jeweilige Gebiet typischen Pflanzen und Tieren schauen.
Die 24 Kapitel zu meinem 2020 bis 2023 erstellten Rheinauen-Blog stehen hinter den Kapiteln zu den Naturschutzgebieten.
Meine 2022 bis 2024 erstellten 12 Kapitel zum Nationalpark Schwarzwald stehen unter "Sonstige Wanderungen".
Infos zur möglichen Erweiterung auf die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Karlsruhe sowie zu meinen Rheinauen-Filmen auf YouTube stehen in der Rubrik "Aktuelles"




