Naturschutzgebiet Kleiner Bodensee bei Karlsruhe
Ausführliche Informationen zu meinem Fotoprojekt "Naturschutzgebiete" stehen am Ende dieses Kapitels.
Das 204 Hektar große Naturschutzgebiet (davon 71 Hektar auf der Gemarkung Karlsruhe) umfasst einen ehemaligen Altrheinarm, einen inzwischen sehr naturnahen Baggersee, einen Abschnitt der Alb und verschiedenartige Wälder.
Der Kleine Bodensee ist ein etwa 3 km langer ehemaliger Altrheinarm. Anders als viele andere Altrheinarme wurde er nicht erst bei der Rheinbegradigung vom großen Strom getrennt, sondern bereits 1780 durch Verlagerung des Flussbetts. Nur am nördlichen Ende fließt an einer kleinen Furt bei hohem Wasserstand noch frisches Wasser in den See.
Mit einem guten Fernglas oder einem starken Kameraobjektiv kann man hier manchmal auch einen Waldwasserläufer entdecken.
Bei Hochwasser stehen die Wälder am Ufer des Kleinen Bodensee weiträumig unter Wasser.
Vor allem im Winterhalbjahr und während der Zeit des Vogelzugs sieht man hier viele verschiedene Entenarten, aber auch Bläßhühner, Teichhühner, Haubentaucher, Zwergtaucher, Schwäne und mehr.
Im Sommer hört man hier oft den Pirol.
Spechte sieht man hier das ganze Jahr über, vor allem viele Buntspechte.
An der Pfeifer Allee zwischen Kleinem Bodensee und Alb bauen bereits ab Ende Februar extrem viele Kormorane ihre Nester. Mir macht es immer sehr viel Spaß, den starken Flugverkehr und das Gedränge an den dicht besetzten Bäumen zu beobachten.
Zum Naturschutzgebiet zählt auch der Pfeifersee, ein ehemaliger Baggersee, dessen Ufer man offiziell nur bei einer Beobachtungsplattform betreten kann. Der kurze Pfad nördlich vom Angelufer wird aber vor allem am Wochenende von sehr vielen Spaziergängern genutzt. Im See leben viele Vogel- und Amphibienarten, die auf Kiesinseln, Steilufer oder Flachwasserzonen angewiesen sind.
Im Westen begrenzt die Alb das Naturschutzgebiet, im Norden der daraus abgeleitete Albkanal.
Im September 2025 wurde vorübergehend eine Fläche am Nordufer eingezäunt. Darin steht ein mobiler Ziegenstall. Als ich vorbeikomme, fressen die Ziegen aber nicht die Vegetation am Boden, wegen der man sie hergebracht hat, sondern knabbern die Zweige der Weiden an.
Nicht weit vom Naturschutzgebiet entfernt werden bei Belle, einem bei Spaziergängern sehr beliebten Platz direkt am Rheinufer, im Winter immer die Vögel gefüttert. Daher kann man hier immer verschiedene Meisenarten, Kleiber und oft auch Spechte beobachten.
Weitere Fotos zu diesem Gebiet folgen in den nächsten Jahren.
Für mein Fotoprojekt "Naturschutzgebiete in Karlsruhe und im Landkreis Karlsruhe" bin ich seit Frühling 2025 mehrmals pro Monat mit der Kamera unterwegs.
Damit will ich dazu anregen, auch völlig unabhängig von der hier fotografierten Region die Natur in der eigenen Heimat bewusst und intensiv zu erkunden, anstatt immer nur in die Ferne zu reisen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Naturschutz nur dann politisch eine Zukunft hat, wenn möglichst viele Leute am Erhalt bedrohter Lebensräume interessiert sind.
Ich fotografiere ausschließlich von den öffentlich zugänglichen Wegen und zeige die Natur so, wie sie jeder Besucher sehen kann, der aufmerksam unterwegs ist und ein gutes Fernglas oder Spektiv dabei hat. Da man manche für den Schutzstatus wichtigen Pflanzen oder Tiere nicht vom Wanderweg aus sehen kann, verzichte ich auf diese Motive.
Ich verzichte auf allzu umfangreiche und fachspezifischen Beschreibungen der kompletten Fauna und Flora dieser Gebiete. Erstens bin ich kein Experte, zweitens will ich diesen Überblick so leichtverständlich wie möglich gestalten.
Da ich die meisten Arten nicht selbst bestimmen kann, nutze ich dafür verschiedene Bücher und Apps, seit November vor allem die Seite observation.org. Irrtümer korrigiere ich nach entsprechenden Hinweisen gerne.
Im ersten Jahr ging es mir vor allem darum, eine Übersicht über die Vielfalt der Gebiete zu bieten. In den meisten war ich 2025 mehrmals. Ein paar fehlen mir bisher noch. 2026 werde ich sogar noch öfter in der Region unterwegs sein und die einzelnen Gebiete jeweils in anderen Monaten als bisher besuchen, um dort auch saisonal andere Pflanzen und Insekten zu fotografieren. Vor allem werde ich dann nach den für das jeweilige Gebiet typischen Pflanzen und Tieren schauen.
Die 24 Kapitel zu meinem 2020 bis 2023 erstellten Rheinauen-Blog stehen hinter den Kapiteln zu den Naturschutzgebieten.
Meine 2022 bis 2024 erstellten 12 Kapitel zum Nationalpark Schwarzwald stehen unter "Sonstige Wanderungen".
Infos zur möglichen Erweiterung auf die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Karlsruhe sowie zu meinen Rheinauen-Filmen auf YouTube stehen in der Rubrik "Aktuelles"




