Naturschutzgebiet Burgau und Altrhein Maxau in Karlsruhe
Ausführliche Informationen zu meinem Fotoprojekt "Naturschutzgebiete" stehen am Ende dieses Kapitels.
Das Naturschutzgebiet Burgau vereint auf 289 Hektar feuchte und trockene Flächen. Hier gibt es ausgedehnte Wiesen mit vielen alten Obstbäumen, ein großes Schilffgebiet, Großseggenriede, einen ehemaligen Altrheinarm und Uferbereiche des Knielinger See.
Direkt an das NSG Burgau grenzt das 35 Hektar große, bereits seit 1980 ausgewiesene NSG Altrhein Maxau, das nördlich des Knielinger See einen ehemaligen Altrheinarm schützt. Von der S-Bahn Haltestelle Karlsruhe Maxau neben der Rheinbrücke erreicht man dieses Naturschutzgebiet ideal.
Der Knielinger See ist ein renaturierter ehemaliger Baggersee, der an einen Altrheinarm grenzt. Anders als bei vielen Baggerseen in der Region ist hier Baden verboten und Angeln nur an einem kleinen Bereich des Ufers erlaubt. An manchen Stellen wachsen am Ufer große Silberweiden.
Die Stelle, an der ich 2025 dieses Foto aufgenommen habe, kann man seit März 2026 nicht mehr erreichen. Hier versperrt nun ein hoher Wall den Zugang zu einer oft von illegalen Anglern genutzten Uferstelle.
Am besten gefällt es mir hier ganz früh bei Sonnenaufgang, möglichst an einem Werktag, noch bevor die Angler das westliche Ufer belegen.
Auf einer winzigen Insel im See wächst eine große Weide, auf der neist Kormorane und Graureiher sitzen.
Wenn im Winter Teile der Wasserfläche zugefroren sind, drängen sich viele verschiedene Entenarten, Blässhühner, Haubentaucher, Zwergtaucher und mehr an den eisfreien Flächen.
Obwohl alles meist nach friedlicher Idylle aussieht, kommt es auch hier manchmal zu Revierstreitigkeiten. Vor allem Höckerschwäne und Kanadagänse können sich ordentlich zoffen.
Im März 2026 sehe ich erstmals auch hier ein Paar Mandarinenten. Diese sind nicht bei uns heimisch, sondern stammen von Tieren, die irgendwann aus einem Zoo oder Vogelpark geflohen sind. Am Erlachsee auf der anderen Seite der Stadt findet man sie häufiger.
Im Osten wachsen zwischen Knielingen und den Rheinauen auf großen Wiesenflächen viele alte Obst- und Nussbäume.
Nirgends sah ich bisher soviele Neuntöter wie im Naturschutzgebiet Burgau.
An einem frühen Morgen beobachte ich eine Weile einen Turmfalken, der ganz entspannt auf einem Baum sitzt. Gerade als ich die Kamera absetze kommt plötzlich ein Eichelhäher und es gibt ganz kurz ordentlich Krawall. Das geht so schnell, dass diese Fotos nicht wirklich gut geworden sind.
In den Streuobstwiesen leben natürlich auch viele verschiedene Arten von Heuschrecken.
In einer ehemaligen Rheinschlinge befindet sich ein 16 Hektar großes Schilfgebiet, das man nur von außen sehen kann.
Die Moose und Flechten an der Rinde der Obstbäume sind bei Hornissen offensichtlich sehr beliebt.
Die Wasserralle sah ich hier bisher nur ein einziges Mal für einen kurzen Moment in großer Entfernung.
Neben dem Rheinhafen mündet ein kleines Stück Altrhein in den Rhein. Hier wachsen einige besonders alte Weiden.
Zwischen Knielinger See und Rheindamm wurde zur Verbesserung der schlechten Wasserqualität des Knielinger See für den Federbach ein großer Durchfluss ausgebaggert.
Hier fliegen oft Mäusebussarde und Rotmilane. Ab und zu habe ich hier auch schon Rohrweihen gesehen.
An vielen Stellen wächst in den beiden Naturschutzgebieten ein urwaldhaft wirkender Auenwald, vor allem zwischen Knielinger See und Rheinhafen. Zwischen den feuchten Bereichen gibt es aber auch Trockenstandorte auf höher liegenden Kiesinseln.
Ein Kleiber rennt wie gewohnt mit dem Kopf nach unten einen Baumstamm hinab.
Am Rheindamm und an manchen Stellen auf den Streuobstwiesen fliegen viele Libellen.
Im Bereich des Hofgut Maxau, also knapp außerhalb des Naturschutzgebiets, sah ich schon mehrmals eine Wacholderdrossel.
Der Rhein fließt zwar wenige hundert Meter vom Naturschutzgebiet entfernt, aber auch hier lohnt es sich, nach den Vögeln zu schauen. Möwen, Gänse und Kormorane sind fast immer. Ich sah am Ufer aber auch schon unter anderem Gänsesäger, Wiesenschafstelzen und Flussuferläufer.
Gänseblümchen zählen zu den ersten Vorboten des Frühlings. Sobald die ersten Blüten erscheinen, sind auch schon die ersten Bienen unterwegs. Diese winzige Biene ist vermutlich eine Schmalbienenart.
Zusätzlich zu der großen Fläche zwischen Knielingen und Knielinger See gehören auch einige ganz kleine Bereiche zum Naturschutzgebiet. Einer davon liegt an der Alb gegenüber der Pferderennbahn.
Ein weiterer kleiner Teil befindet sich zwischen dem Betriebshof der Verkehrsbetriebe und der zur Rheinbrücke führenden Schnellstraße.
Kurz vor der Rheinbrücke führt ein unbefestigter Weg an der Alb entlang. Da hier nahezu nie Spaziergänger, Radfahrer oder Hunde vorbeikommen und da der Verkehrslärm die Vögel vermutlich weniger stört als uns Menschen, sind die Tiere hier recht ungestört.
Für mein Fotoprojekt "Naturschutzgebiete in Karlsruhe und im Landkreis Karlsruhe" bin ich seit Frühling 2025 mehrmals pro Monat mit der Kamera unterwegs.
Damit will ich dazu anregen, auch völlig unabhängig von der hier fotografierten Region die Natur in der eigenen Heimat bewusst und intensiv zu erkunden, anstatt immer nur in die Ferne zu reisen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Naturschutz nur dann politisch eine Zukunft hat, wenn möglichst viele Leute am Erhalt bedrohter Lebensräume interessiert sind.
Ich fotografiere ausschließlich von den öffentlich zugänglichen Wegen und zeige die Natur so, wie sie jeder Besucher sehen kann, der aufmerksam unterwegs ist und ein gutes Fernglas oder Spektiv dabei hat. Da man manche für den Schutzstatus wichtigen Pflanzen oder Tiere nicht vom Wanderweg aus sehen kann, verzichte ich auf diese Motive.
Ich will diesen Überlick so leichtverständlich wie möglich gestalten und verzichte daher auf umfangreiche und allzu fachspezifische Beschreibungen der kompletten Fauna und Flora dieser Gebiete.
Da ich die meisten Arten nicht selbst bestimmen kann, nutze ich dafür verschiedene Bücher und Apps, seit November vor allem die Seite observation.org. Irrtümer korrigiere ich nach entsprechenden Hinweisen gerne.
Im ersten Jahr ging es mir vor allem darum, eine Übersicht über die Vielfalt der Gebiete zu bieten. In den meisten war ich 2025 mehrmals. Ein paar fehlen mir bisher noch. 2026 werde ich sogar noch öfter in der Region unterwegs sein und die einzelnen Gebiete jeweils in anderen Monaten als bisher besuchen, um dort auch saisonal andere Pflanzen und Insekten zu fotografieren. Vor allem werde ich dann nach den für das jeweilige Gebiet typischen Pflanzen und Tieren schauen.
Die 24 Kapitel zu meinem 2020 bis 2023 erstellten Rheinauen-Blog stehen hinter den Kapiteln zu den Naturschutzgebieten.
Meine 2022 bis 2024 erstellten 12 Kapitel zum Nationalpark Schwarzwald stehen unter "Sonstige Wanderungen".
Infos zur möglichen Erweiterung vom Landkreis Karlsruhe auf den gesamten Regierungsbezirk Karlsruhe sowie zu meinen Rheinauen-Filmen auf YouTube stehen in der Rubrik "Aktuelles"




