Außerhalb: Naturschutzgebiet Bruchgraben bei Baden-Baden
Das 185 Hektar große Naturschutzgebiet Bruchgraben liegt im Regierungsbezirk Karlsruhe, aber nicht im Landkreis Karlsruhe. Zu Fuß erreicht man die vor allem im Frühling faszinierende Landschaft vom Bahnhof Baden-Baden aus in etwa 10 Minuten.
Das Naturschutzgebiet umfasst eine große Feuchtniederung mit unterschiedlichen Biotopen. Röhrichte und Schilfried, Großseggenriede, Mager-, Feucht- und Nasswiesen, Erlenbruchwald und ein Niedermoor bieten vielen bedrohten Tierarten Lebensraum.
Im 18. Jahrhundert wurde das Gebiet durch Entwässerungsgräben und Eindeichung von Fließgewässern trockengelegt, was aber landwirtschaftlich nicht rentabel war. Seit 1986 steht das Gebiet nun unter Naturschutz. Seit 2016 wird der Abfluss des Regenwassers verlangsamt und größere Flächen eingestaut. Hier kann man nun wieder unter anderem Kiebitze und Bekassine beobachten.
Im Nordwesten des Gebiets befindet sich zwischen dem Bruchgraben und der Autobahn ein schmaler, etwa 2 Hektar großer Streifen mit Bruchwald mit Schwarzerlen und Gemeiner Esche.
Hier kommt man auch auf dem 7,3 km langen Rundweg vorbei, der zu allen Lebensräumen dieses Naturschutzgebietes führt.
Zwei Drittel des Naturschutzgebiets liegen nordöstlich der von der A5 nach Baden-Baden führenden Schnellstraße, ein Drittel südwestlich. Ein großer Teil der südwestlichen Fläche ist eingezäunt. Hier halten Wasserbüffel den Bewuchs klein und ermöglichen so vielen Bodenbrütern das Leben.
Einmal kann ich lange Zeit ein Taubenschwänzchen beobachten. Dieser kleine Schmetterling fliegt wie ein winziger Kolibri rastlos von Blüte zu Blüte. Wegen seiner Flügelschlagfrequenz von bis zu 90 Schlägen pro Sekunde ist es mir fast unmöglich, ein brauchbares Fotos von ihm aufzunehmen.
Nach dem extrem trockenen Sommer 2026 sehe ich im September im gesamten Naturschutzgebiet keinen einzigen Tropfen Wasser. Sämtliche Flächen sind ausgetrocknet und meist auch komplett zugewachsen. Ich bin mal gespannt, wie sich diese Dürre langfristig auf das Ökosystem auswirkt.
Für mein Fotoprojekt "Naturschutzgebiete in Karlsruhe und im Landkreis Karlsruhe" bin ich seit Frühling 2025 mehrmals pro Monat mit der Kamera unterwegs.
Mit diesem Projekt will ich dazu anregen, auch völlig unabhängig von der hier fotografierten Region die Natur in der eigenen Heimat bewusst und intensiv zu erkunden, anstatt immer nur in die Ferne zu reisen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Naturschutz nur dann politisch eine Zukunft hat, wenn möglichst viele Leute am Erhalt bedrohter Lebensräume interessiert sind.
Ich fotografiere ausschließlich von den öffentlich zugänglichen Wegen und zeige die Natur so, wie sie jeder Besucher sehen kann, der aufmerksam unterwegs ist und ein gutes Fernglas oder Spectiv dabei hat. Natürlich sollte niemand erwarten, alle hier gezeigten Pflanzen und Tiere gleich bei einem einzigen Spaziergang zu entdecken. Da man manche für den Schutzstatus wichtigen Pflanzen oder Tiere nicht vom Wanderweg aus sehen kann, verzichte ich auf diese Motive.
Da ich ein Laie bin und die meisten Arten nicht selbst bestimmen kann, nutze ich dafür seit November 2025 vor allem die Seite observation.org, manchmal zusätzlichl auch inaturalist.org. Irrtümer korrigiere ich nach entsprechenden Hinweisen gerne.
Ich will diesen Überblick so leichtverständlich wie möglich gestalten und verzichte daher auf umfangreiche und allzu fachspezifische Beschreibungen der kompletten Fauna und Flora dieser Gebiete.
Die 24 Kapitel zu meinem 2020 bis 2023 erstellten Rheinauen-Blog stehen hinter den Kapiteln zu den Naturschutzgebieten.
Meine 2022 bis 2024 erstellten 12 Kapitel zum Nationalpark Schwarzwald stehen unter "Sonstige Wanderungen".
Infos zu meinen Rheinauen-Filmen auf YouTube stehen in der Rubrik "Aktuelles".


