7. - 14. Juni 2020

Wandertrilogie Allgäu - Wiesengänger-Route (Südliche Hälfte) 219 km

Deutschland-Wanderer Kilometer 9541 bis 9760

7.6.2020 Leutkirch - Bad Wurzach-Ziegelbach 33 km

Schon als mir im letzten Jahr die Himmelsstürmer Route der Wandertrilogie Allgäu so gut gefallen hatte, beschloss ich, ab Ende April 2020 auch die gesamte Wiesengänger Route zu wandern. Diese Strecke führt 438 km weit durch das Voralpenland. Wegen der vorübergehenden Schließung aller Hotels reicht mir die Zeit nun nur noch für 219 km auf der südlichen Hälfte. Offiziell ist diese Strecke in 12 Etappen aufgeteilt. Ich wanderte sie in 8 Tagen. Zwischen Egolfs und Marktoberdorf führen die Wiesengänger- und die Wasserläufer-Route über die selbe Strecke.

 

Nach dem meist sonnigen und trockenen April und Mai hängt nun eine Schlechtwetterfront über Deutschland, mit wahrhaft nicht frühsommerlicher Temperatur. Gleich am Bahnhof von Leutkirch ziehe ich meinen zusätzlichen Regenschutz über meine normale Wanderjacke und - hose. Nur kurz schaue ich in die Altstadt und folge dann den Wegmarkierungen aus der Stadt heraus. Die ersten Kilometer marschiere ich auf völlig ebenen, asphaltierten Wegen und komme daher schnell voran. Dann führt mich ein kurzer Kiesweg hinauf zum Renaissance-Schloss Zeil.

 

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© Günter Kromer— Schloss Zeil

Dieses gefällt mir so gut, dass ich mir viel Zeit nehme, das weitläufige Gebäudeensemble mit seinen schönen Brunnen und dem großen Park anzuschauen. So etwas ist eine ideale Beschäftigung für Regentage und macht auch heute Spaß.

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© Günter Kromer— Schloss Zeil

Nach dem großen Schloss erwarte ich, dass auch die Josefskapelle, zu der mich nun der Wegweiser führt, ein prächtiges Bauwerk ist. Statt dessen steht am Ende eines Kreuzwegs ein winziges, aus Holz erbautes Kapellchen. Aber auch dies hat Charme.

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© Günter Kromer— Josefskapelle

Noch eine Weile wandere ich durch Wald. Dann führt mich die Route ein paar Tage lang durch die für das Allgäuer Voralpenland typische Landschaft mit vielen sanft geformten Hügeln und kleinen Bergen sowie einer Mischung aus vielen Wiesen, kleinen Wäldern, winzigen Dörfern und einzelnen Bauernhöfen. Trotz strömendem Regen bin ich froh, wieder unterwegs zu sein. Vom Aussichtspunkt Wachbühl könnte ich bei gutem Wetter einen herrlichen Blick auf die Alpen genießen. Heute reicht die Sicht gerade mal zwei, drei Kilometer weit. Doch gerade bei dieser Witterung macht die Wiesengänger Route mehr Spaß als eine Wanderung näher am Gebirge. Hier gibt es auch bei Regen unterwegs genug zu sehen. Ich empfinde so eine friedliche Hügellandschaft immer als sehr entspannend.

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© Günter Kromer

Dann geht es durch ein hübsches Tal mit einem plätschernden Bach. Schließlich erreiche ich einen der Höhepunkte der Wiesengänger Route. Das Wurzacher Ried ist eines der größten Naturschutzgebiete in Süddeutschland.

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© Günter Kromer— Wurzacher Ried

Sein Kernbereich gilt als das größte zusammenhängende und noch intakte Hochmoor in Mitteleuropa. Nicht nur bei Sonnenschein lohnt sich ein Besuch. Auch für Allgäu-Urlauber, die bei Regen auf eine Gebirgswanderung verzichten, bietet sich dieses als hervorragende Alternative an.

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© Günter Kromer— Wurzacher Ried
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© Günter Kromer— Wurzacher Ried
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© Günter Kromer— Wurzacher Ried

Mehrere Kilometer weit führt die Wiesengänger Route durch diese faszinierende Landschaft. An einigen Stellen zweigen kurze Bohlenstege zu besonderen Aussichtspunkten ab. Manchmal wandere ich über Bohlenstege, manchmal über schmale, idyllische Pfade. Es gibt so viel zu sehen, staunen und fotografieren, dass ich nur extrem langsam voran komme. Aber ich habe ja Zeit! Hier genieße ich jeden Meter.

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© Günter Kromer— Wurzacher Ried
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© Günter Kromer— Wurzacher Ried

Ein kurzer Verbindungsweg führt nach Bad Wurzach, dem offiziellen Endpunkt dieser Etappe. Aber ich will heute noch ein paar Kilometer weiter wandern.

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© Günter Kromer

Auch die nächsten Kilometer führen mich durch die Vielfalt der herrlichen Moor- und Riedlandschaft. Informationstafeln zeigen, dass diese Landschaft nicht ausschließlich auf natürliche Weise entstand. Jahrhunderte lang wurde hier Torf gestochen.  Auch einige Seen wie zum Beispiel der Riedsee bekamen ihre heutige Gestalt erst durch den Torfstich.

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© Günter Kromer

Ein lehrreicher und wunderschöner Torf-Lehrpfad sowie ein Torfmuseum bieten weitere Informationen. Irgendwann will ich hier mal einen ganzen Tag verbringen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nach langer Zeit in diesem Naturparadies folgen noch ein paar Kilometer über Wiesen, dann erreiche ich den Bad Wurzacher Ortsteil Ziegelbach, wo ich heute übernachte.

8.6.2020 Bad Wurzach-Ziegelbach - Kißlegg 26 km

Nach ein paar Kilometern durch Wald und über Wiesen erreiche ich den Rohrsee. Schon von weitem höre ich das Gekreische der vielen verschiedenen Vögel, die hier leben. Doch dieser See ist nicht wegen der Vögel sondern vor allem geologisch etwas Besonderes. Sein Wasser fließt nur unterirdisch ab. Da er aber exakt auf der Europäischen Grundwasserscheide liegt, fließt ein Teil seines Wassers in Richtung Donau und Schwarzes Meer, ein anderer Teil in Richtung Rhein und Nordsee.

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© Günter Kromer— Rohrsee

Auch heute bietet die Strecke keine steilen Auf- oder Abstiege. Über meist bequeme Wege wandere ich mal auf Wiesen, mal kurz durch Wald, insgesamt aber etwas zu oft auf Asphalt.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Weiher bei Weitprechts

Schon früh erreiche ich Eintürnenberg. Von hier aus wären es nur noch wenige Minuten bis nach Eintürnen, wo eines der offiziellen Etappenziele ist.

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© Günter Kromer— Eintürnenberg - St. Martin

In dieser sanften Hügellandschaft komme ich heute oft an Seen und Weihern vorbei. An jedem könnte ich eine Weile sitzen bleiben.

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© Günter Kromer— Langwuhr-Weiher
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© Günter Kromer— Holzmühleweiher
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© Günter Kromer

Zwischendurch hebt sich für kurze Zeit die Wolkengrenze ein wenig und ich sehe in der Ferne zumindest ein paar Alpengipfel, bald verbirgt das Grau aber wieder alles. Schade, denn eine Tafel an einem Aussichtspunkt zeigt mir, dass ich bei klarer Sicht hier vom Eiger bis zur Zugspitze sehr viele große Alpengipfel sehen könnte.
Aber immerhin erkenne ich heute noch die Nagelfluhkette mit dem Hochgrat.

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© Günter Kromer

Und auch wenn die trübe Witterung das Alpenpanorama beschränkt, kann sie nicht die Blumenpracht in den Dörfern mindern.

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© Günter Kromer

Am Ende meiner Etappe führt mich der Weg noch nahe am Obersee vorbei.

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© Günter Kromer— Obersee

Dann erreiche ich Kißlegg. Zuerst führt der Weg am Neuen Schloss vorbei.

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© Günter Kromer— Kißlegg - Neues Schloss

Ein Storchenpaar zieht in diesem fürstlichen Ambiente seinen Nachwuchs auf.

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© Günter Kromer

Ins Alte Schloss kann man leider nicht hinein.

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© Günter Kromer— Kißlegg - Altes Schloss

Doch den üppigen Barock in der Pfarrkirche St. Gallus und Ulrich bewundere ich ungestört.

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© Günter Kromer— Kißlegg

Da es noch früh am Nachmittag ist und die Sonne weiterhin scheint, spaziere ich nun noch um den Zeller See herum.

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© Günter Kromer— Zeller See und Kißlegg

9.6.2020 Kißlegg - Wangen 21 km

Heute ist es sehr trüb, aber immerhin trocken. Erneut muss ich auf Alpenblick verzichten und mich auf die unmittelbare Umgebung beschränken.

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© Günter Kromer

Auch heute bleibt die Strecke die ganze Zeit über relativ flach.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Wieder begeistert mich ein großes Moor. Auf einem Rundweg durch das Arrisrieder Moos komme ich an sehr unterschiedlichen Lebensräumen vorbei.

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© Günter Kromer— Arrisrieder Moos

An einem Aufschluss sieht man 10.000 Jahre Moorgeschichte. Da das Moor innerhalb von 1000 Jahren nur einen Meter in die Höhe wächst, kann man hier anhand von Pollenuntersuchungen feststellen, wie sehr sich die Zusammensetzung des Waldes während der stark wechselnden Klimaphasen der letzten Jahrtausende änderte.

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© Günter Kromer— Arrisrieder Moos

Mich fasziniert diese Landschaft. Inzwischen glaube ich, dass ich eine komplette Urlaubswoche mit der Erkundung der Moore im Allgäu verbringen könnte.

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© Günter Kromer— Arrisrieder Moos
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© Günter Kromer— Arrisrieder Moos
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© Günter Kromer

Auf einer historischen Holzbrücke überquere ich die Untere Arge.

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© Günter Kromer— Historische Holzbrücke über die Untere Arge

Kurze Zeit folgt der Weg dem Fluss.

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© Günter Kromer— Untere Arge

Dann wandere ich hinauf nach Ratzenried.

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© Günter Kromer— Ratzenried
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© Günter Kromer— Unterer Schlossweiher

Bei Ratzenried komme ich mal wieder an einer Ruine einer ehemals prächtigen, prunkvollen Burg vorbei. Für mich sind solche Gemäuer eindrückliche Zeugnisse der Vergänglichkeit alles menschlichen Strebens.

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© Günter Kromer— Burgruine Ratzenried

Am Oberen Schlossweiher weisst mich ein Angler auf einen Adler hin, der am anderen Ufer entlang fliegt. Als ich mich ein Stück weiter auf eine Bank setze und etwas von meinem Proviant esse, laufen immer wieder Mäuse vor mir über den Kies.

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© Günter Kromer— Oberer Schlossweiher
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© Günter Kromer

Schließlich erreiche ich Wangen.

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© Günter Kromer— Wangen

Die kleine, noch von einer Stadtmauer umrahmte Altstadt gefällt mir sehr gut.

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© Günter Kromer— Wangen

Vor allem die außergewöhnlich prunkvoll bemalten alten Stadttore begeistern mich.

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© Günter Kromer— Wangen
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© Günter Kromer— Wangen
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© Günter Kromer— Wangen

Aber auch viele originelle Brunnen und Skulpturen bieten hier interessante Fotomotive.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

10.6.2020 Wangen - Isny 27 km

Ich habe noch nirgends in Deutschland so viel blühenden Hollunder gesehen wie gestern und heute im Allgäu.

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© Günter Kromer

Weiterhin bleibt mir nur die Vorfreude auf zukünftigen Alpenblick.

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© Günter Kromer

Ein besonderes Kleinod der heutigen Etappe ist der kleine, privat angelegte Kräutergarten Zellers. In diesem blühenden und sehr intensiv duftenden Paradies könnte ich lange verweilen.

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© Günter Kromer— Kräutergarten Zellers

Das graue Wetter reduziert die Landschaft auf die unmittelbaren Reize. Ich komme an einem momentan geschlossenen Moorbad vorbei. An so einem kühlen Tag wäre mir eine Sauna ohnehin viel lieber als ein Badesee.

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© Günter Kromer

Das Naturschutzgebiet Staudacher Weiher sieht zwar idyllisch aus, aber da eine stark befahrene Straße wenige Meter vom Ufer entfernt führt, ist dies kein Platz für eine schöne Rast.

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© Günter Kromer— Staudacher Weiher

Wieder komme ich in ein Naturschutzgebiet, in dem der Weg durch ein kleines Moor führt, aber auch Abstecher zu weiteren Mooren ermöglicht.

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© Günter Kromer— Gründelsmoos
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Schließlich sehe ich Isny vor mir. Der Bergzug des Adelegg, über den ich übermorgen wandern will, wird noch von Wolken verborgen.

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© Günter Kromer

Kurz vor Isny wandere ich im Naturschutzgebiet Bodenmöser über große Feuchtwiesen. Diese entstanden nicht auf natürliche Weise. Auf einer Aussichtsplattform steht an einer Tafel, dass hier einst ein dichtes Netz aus Wassergräben für die Wiesenwässerung angelegt wurde und man einen Teil der Fläche auch zum Bleichen von Leinen nutzte. 

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© Günter Kromer— Naturschutzgebiet Bodenmöser

Im Schloss von Isny befindet sich heute die Städtische Galerie.

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© Günter Kromer— Isny - Schloss

Am besten gefällt mir Isny aber außerhalb der Stadtmauer an einem kleinen Teich beim Kurhaus.

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© Günter Kromer— Isny
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© Günter Kromer— Isny

12.6.2020 Isny - Bolsternang 22 km

Schon bald nach Verlassen der Stadt komme ich am fast 100 Jahre alten Waldbad vorbei. Heute zelten hier auch viele Leute am Ufer.

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© Günter Kromer— Isny - Waldbad

Unter blauem Himmel sieht die Landschaft gleich noch viel schöner aus als während der letzten Tage!

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nach dem starken Regen der letzten Tage rauscht die Flut noch eindrucksvoller als sonst die vielen Wasserfälle im Eistobel hinab.

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© Günter Kromer— Eistobel

Der Steig durch die Schlucht ist deutlich anspruchsvoller als die Route der letzten Tage, aber dennoch spazieren hier auch viele Familien mit Kleinkindern. Am Eingang muss man 1,50 Euro Eintritt zahlen, doch das lohnt sich auf jeden Fall.

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© Günter Kromer— Eistobel
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© Günter Kromer— Eistobel

Der Fluss hat sich hier tief in eine Molasseschicht eingegraben.

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© Günter Kromer— Eistobel
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© Günter Kromer— Eistobel

Während der nächsten Stunden wandere ich weit auf einen Berg hinauf, doch obwohl über mir nun meist blauer Himmel leuchtet, stecken die nahen Alpengipfel noch in den Wolken. Schade! Ohne Sicht auf Säntis und Hochgrat wandere ich weiter und erreiche schließlich mein Tagesziel Bolsternang.

23.6.2020 Bolsternang - Ermengerst 25 km

Während dem recht harmlosen Aufstieg zum Schwarzen Grat freue ich mich darauf, oben am höchsten Punkt der Wiesengänger Route beim heute wunderbar klaren Wetter endlich perfekten Alpenblick genießen zu können. Doch als ich auf 1118 m Höhe vor dem Aussichtsturm stehe, merke ich enttäuscht, dass dieser noch wegen Corona geschlossen ist. Statt Alpen sehe ich um mich herum nur Wald.
Nun irritiert es mich etwas, dass das Wiesengänger-Logo zur Fortsetzung meiner Wanderung nicht auf dem Wegweiser in Richtung Eisenbach klebt sondern auf einem, der zurück nach Bolsternang zeigt. Doch das stimmt so.
Nach etwa zehn Minuten sehe ich, dass ein abzweigender Forstwirtschaftsweg zu einer Lücke zwischen den Bäumen führt. Ich folge ihm 20 Meter bergauf und sehe nun unter anderem die Nagelfluhkette mit dem Hochgrat vor mir.

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© Günter Kromer— Nagelfluhkette

Bald darauf genieße ich von der schon seit 1962 nicht mehr bewirtschafteten Schletteralpe einen wunderbaren Blick auf Säntis und einige Gipfel über dem Rheintal. In der Ferne schimmert der Bodensee.

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© Günter Kromer— Säntis

Eine Weile sitze ich auf einer Bank und beobachte die vielen Hummeln und Schmetterlinge, die hier Nektar sammeln.

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© Günter Kromer

Die nächsten Kilometer führen meist durch Wald mit nur wenig Aussicht.
Nach dem Doppelort Eisenbach und Kreuzthal marschiere ich recht steil bergauf. Ich freue mich darauf, mich oben bei einem kleinen Gipfelkreuz und mit weiter Aussicht von der Anstrengung erholen zu können. Doch nachdem ich ein Weidegatter durchschreite, kommt gleich eine Herde Kühe anmarschiert und gibt mir beim restlichen Aufstieg lückenlos rundum Begleitschutz. Einige lecken an meinem Rucksack und an meinem verschwitzten Shirt. Klar, Schweiß ist Salz!
Oben habe ich keine Chance, mich auf die Bank vor dem Kreuz zu setzen. Wie eine Wagenburg belagern die Kühe das Kreuz und lassen mich nicht hindurch.

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© Günter Kromer

Daher knipse ich nur schnell ein paar Panoramafotos und marschiere gleich weiter.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Und weiter geht die Waldwanderung mit vorläufig nur wenigen Aussichtspunkten.

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© Günter Kromer

Erst nachdem ich beim Blockhaus eine Straße überquere und dann sehr steil bergauf gestiegen bin, erreiche ich einen Bergrücken mit Panoramablick in fast alle Richtungen. Hier oben gibt es keine Kühe. Dafür landen sehr viele hübsche Käfer mit schokoladenfarbenen Flügeln und türkisfarbenem Kopf auf meinen Armen.

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© Günter Kromer

Bald darauf erreiche ich unterhalb des Funkturms am Blender den schönsten Aussichtspunkt der Strecke.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Kurz vor Ende meiner Etappe komme ich zu einem wunderschönen Pfingstrosengarten. Tolle Aussicht, dazu Pfingstrosen in vielen verschiedenen Farben und Formen - ein Paradies!

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© Günter Kromer— Pfingstrosengarten

Nach etwa 20 Minuten Abstieg checke ich in Ermengerst im Landgasthof ein. Doch bei diesem herrlichen Wetter hält es mich nicht lange in meinem Zimmer. Gleich nach dem Abendessen wandere ich noch einmal hinauf zum Pfingstrosengarten und bleibe nun eine Stunde lang hier oben sitzen.

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© Günter Kromer— Pfingstrosengarten

13.6.2020 Ermengerst - Görisried 32 km

Leichter Dunst trübt ein klein wenig den Blick auf die Alpen, aber der wolkenlose Himmel verspricht einen herrlichen Wandertag.

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© Günter Kromer— Ermengerst und Blender

Unter mir sehe ich die Stadt Kempten, die ich bald in weitem Bogen umgehe.

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© Günter Kromer— Blick über Kempten

Zuerst spaziere ich hinauf nach Mariaberg, wo eine Kirche und ein schöner Biergarten zum Verweilen einladen. Aber so früh am Morgen marschiere ich natürlich gleich weiter. 

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© Günter Kromer— Mariaberg
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© Günter Kromer

Bald komme ich am Stadtweiher vorbei.

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© Günter Kromer— Stadtweiher Kempten

Die Strecke zwischen Bahnhof Kempten und Durach könnte man auch gut mit dem Bus abkürzen, denn außer der Brücke über die Iller verpasst man auf diesen Kilometern nur langweilige Straßen.

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© Günter Kromer— Iller

Doch bald hinter Durach wird es wieder richtig idyllisch. Der Durachtobel hat einen völlig anderen Charakter als vorgestern der Eistobel. Auf dem kinderwagengerechten Spazierweg sind sehr viele Familien unterwegs. An einigen Stellen baden Kleinkinder im Bach. Dies ist eine wirklich perfekte Stelle, um dem Nachwuchs die Freude an der Natur zu vermitteln.

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© Günter Kromer— Durachtobel

Der fünfminütige Abstecher auf einem steilen Weg hinauf zur Ruine Neuenburg lohnt sich nicht, denn oben stehen nur vom Wald umgebene belanglose Mauerreste.
Nach Verlassen des Baches führt mich der Weg ein paar Kilometer weit recht bequem durch Wald leicht bergauf.

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© Günter Kromer

Unterwegs komme ich am Dengelstein vorbei, dem größten Findling in dieser Region. Ein Gletscher schleppte einst den mehr als 8 Meter hohen und 1250 Tonnen schweren Klotz hier her.

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© Günter Kromer— Dengelstein
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© Günter Kromer

Noch immer geht es leicht bergauf, bis zur Kempter-Wald-Kapelle, vor der ich auf einer Bank raste.

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© Günter Kromer— Kempter-Wald-Kapelle

Nach einigen Stunden in meist forstwirtschaftlich geprägtem Wald folgen einige Abschnitte durch recht ursprünglich wirkenden Moorwald. An einem wunderschönen kleinen Weiher setze ich mich lange Zeit ans Ufer.

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© Günter Kromer

Etwa eine halbe Stunde vor Ende der Etappe führt der Weg aus dem Wald heraus und wieder über sonnige Almwiesen mit Alpenblick.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Zuletzt geht es auf einem schönen Pfad durch das Weihermoos. Dann erreiche ich den kleinen Ort Görisried.

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© Günter Kromer

14.6.2020 Görisried - Marktoberdorf 32 km

Wie schon oft auf meinen bisherigen 9700 Kilometern fühle ich mich während dem Frühstück beim Blick auf den strömenden Regen vor dem Fenster kaum motiviert, das Haus zu verlassen. Und wie immer bin ich schon nach einem einzigen Kilometer doch wieder froh, unterwegs zu sein.

Nach harmlosen Wald- und Wiesenwegen führt ein steiler Pfad an kleinen Wasserfällen entlang bergab.

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© Günter Kromer

Nach den starken nächtlichen Regenfällen rauscht die Wertach besonders wild dicht unter der schwankenden Hängebrücke hindurch. Dieser Übergang ist zwar ungefährlich, aber bei diesen Verhältnissen doch eine kleine Mutprobe. Man sollte seinen Blick besser die ganze Zeit auf das andere Ufer richten. Wenn man zwischen den Planken hindurch auf die starke Strömung schaut, fühlt man sich, als würde einem der Boden unter den Füßen weggerissen. Ich liebe solche kleinen Abenteuer!

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© Günter Kromer— Hängebrücke über die Wertach
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© Günter Kromer

Ein paar Kilometer später führt ein idyllischer Pfad direkt am Ufer der Wertach entlang.

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© Günter Kromer— Wertach

In Leuterschach schaue ich mir die Kirche an.

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© Günter Kromer— Leuterschach

Dann komme ich zur Wallfahrtskapelle Kindle. Hier stand einst ein Baumheiligtum, an dem viele Votivtafeln, Kreuze und Papierbilder hingen. 1971 wurde die Kapelle neu erbaut, statt an einer Tanne hängen nun Socken und anderes Bekleidungsstücke von kranken Kindern an einem Baumstamm

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© Günter Kromer— Wallfahrtskapelle Kindle

Am Mittag komme ich unter anderem an den Überresten eines römischen Gutshofes vorbei. Im Gebäude mit den Fundamenten des alten Römerbades zeigt auch eine kleine Ausstellung einiges über die Römer. Kurz darauf erreiche ich den Kuhstallweiher, wo ich an warmen Sommertagen baden könnte.

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© Günter Kromer— Kuhstallweiher

Zuletzt führt mich eine lange Lindenallee mit uralten Bäumen nach Marktoberdorf.

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© Günter Kromer— Lindenallee

Zum Abschluss dieser Reise schaue ich mir noch die Stadtpfarrkirche St. Martin an.

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© Günter Kromer— Marktoberdorf - St. Martin
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© Günter Kromer

Hier stehen die offiziellen Infos zur Wiesengänger Route: https://www.allgaeu.de/wiesengaenger-touren?referral=wandern

Ihr wollt noch mehr Wanderberichte lesen? Dann unterstützt das D-Wanderer Projekt!
Wie oft ich zukünftig Tipps zu den schönsten Wandergebieten Deutschlands veröffentlichen kann, liegt auch sehr an Euch, denn ich habe zwar weiterhin genügend Zeit, für Euch Wege zu erkunden, aber nicht mehr genug Geld für häufige Bahnfahrten. Ich freue mich über alle Leserinnen und Leser, die mit einer kleinen Überweisung dazu beitragen, dass ich Euch in den nächsten Jahren noch viele herrliche Routen vorstellen kann. https://d-wanderer.de/aktuelles.php