26. - 29.1.2020

Schwarzwald-Westweg (Hinterzarten-Feldberg-Herzogenhorn-Degerfelden) 86 km

Deutschland-Wanderer Kilometer 8940 bis 9026

26.1.2020 Titisee - Feldberg 18 km

Ihr wollt noch mehr Wanderberichte lesen? Dann unterstützt das D-Wanderer Projekt!
Nach den 10.000 Kilometern auf Fernwanderwegen stelle ich nun neben weiteren Fernwanderungen auch Tages- und Wochenendwanderungen vor. Doch ohne Unterstützung durch Euch lässt sich dies in Zukunft nicht mehr finanzieren. Ich freue mich über jeden "Sponsorenbeitrag", egal in welcher Höhe. Infos stehen hier: https://d-wanderer.de/aktuelles.php

 

 

Nach meiner recht schneearmen Wanderung auf dem Mittelweg hatte ich gehofft, dass Ende Januar die Schneegrenze endlich wieder sinkt. Doch die ersten Kilometer ab Titisee erinnern bei trübem Wetter eher an späten Herbst statt an Winter.

Oberhalb von Hinterzarten komme ich an einem Schild vorbei, das darauf hinweist, dass hier auf dem Skifernwanderweg Schonach-Belchen Wanderer und Langläufer gegenseitig Rücksicht nehmen sollen. Langläufer? Noch muss ich ein paar Kilometer weit wandern, bis meine Schuhe Schnee berühren.

© Günter Kromer - Was fehlt auf diesem Bild?#images-tours/thumbs/dsc0086.jpg
© Günter Kromer— Was fehlt auf diesem Bild?
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0107_1580323858.jpg
© Günter Kromer

Nun scheint zwischendurch für kurze Zeit die Sonne, was ich zu einer Rast mit Feldbergblick nutze.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0112_1580323871.jpg
© Günter Kromer

Dann erreiche ich endlich die höheren Bereiche, an denen der Schnee noch nicht geschmolzen ist.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0130.jpg
© Günter Kromer

Im dauerhaften Schatten des Feldbergs ist der Weg etwa 150 m weit unter einem gefrorenen Bach völlig vereist, aber am Rand kommt man einigermaßen voran.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0146_1580323922.jpg
© Günter Kromer

Dann wird es richtig winterlich. Über einen fast baumlosen Hang marschiere ich durch festen Schnee bergauf.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0151.jpg
© Günter Kromer

Oben am Feldberg ist heute viel los.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0167_1580323948.jpg
© Günter Kromer

Vermutlich treffen sich alle Schwarzwaldurlauber auf der Suchen nach dem letzten Schnee hier oben. Auf den erhofften Alpenblick muss ich heute verzichten, die Sicht reicht nur bis zum Jura.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0171_1580323959.jpg
© Günter Kromer
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0174.jpg
© Günter Kromer

Ich spaziere noch zum Seebuck hinauf, dann hinab zum Feldberger Hof.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0195.jpg
© Günter Kromer

Selbst am Feldberg finden Skifahrer heute nur auf der mit Schneekanonen präparierten Piste gute Verhältnisse. Die meisten sitzen unten auf den Terrassen vor den Lokalen, wo Discomusik für die angeblich passende Stimmung sorgt.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0200_1580323995.jpg
© Günter Kromer

Ich habe ein Zimmer in einem Hotel im Ortsteil Hebelhof gebucht, dessen Lage genau zwischen den beiden Skigebieten Feldberg und Herzogenhorn ideal ist. Doch wenige Minuten nachdem ich mein Zimmer betreten habe, will ich am liebsten fliehen. Ein lautes Brummen mit einer sehr tiefen Frequenz bereitet mir schon nach kurzer Zeit Kopfschmerzen. Vermutlich stammt dieser Lärm, der sogar die Möbelstücke leicht vibrieren lässt, von einem Generator. Wenn irgendwo auf der Welt die Polizei Gefangene in einem Raum mit solcher akustischer Folter bringen würde, wäre dies ein Fall für Amnesty International. Zum Glück endet diese Plage vor 21 Uhr, sonst könnte ich vermutlich heute keine Minute schlafen.

27.1.2020 Feldberg - Todtmoos-Weg 20 km

Der Aufstieg durch das Skigebiet am Herzogenhorn führt fast immer so gut am Rand der Pisten entlang, dass es keine Probleme gibt. Um 9:30 Uhr sind ohnehin nur wenige Skifahrer unterwegs.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0209_1580324154.jpg
© Günter Kromer
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0225_1580324223.jpg
© Günter Kromer

Nach dem etwas anstrengenden Aufstieg geht es etwas flacher weiter. Bald sehe ich den fast baumlosen Gipfel des Herzogenhorn vor mir.

© Günter Kromer - Herzogenhorn#images-tours/thumbs/dsc0227_1580324277.jpg
© Günter Kromer— Herzogenhorn
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0242_1580326598.jpg
© Günter Kromer

Der Westweg bleibt etwas unterhalb des mit 1415 m zweithöchsten Schwarzwald-Gipfels, doch natürlich wandere ich das kurze Stück hinauf. Oben überzieht eine dünne Eisschicht die Sträucher, aber der Weg bleibt eisfrei. Nun geben die Wolken auch die Sicht zum Feldberg frei.

© Günter Kromer - Blick vom Herzogenhorn zum Feldberg#images-tours/thumbs/dsc0280_1580326704.jpg
© Günter Kromer— Blick vom Herzogenhorn zum Feldberg
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0314.jpg
© Günter Kromer

Lange bleibe ich am Gipfel und genieße den Blick in alle Richtungen.

© Günter Kromer - Aussicht von Herzogenhorn#images-tours/thumbs/dsc0329_1580327097.jpg
© Günter Kromer— Aussicht von Herzogenhorn

Doch schließlich muss ich weiter.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0332_1580327241.jpg
© Günter Kromer
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0335_1580327288.jpg
© Günter Kromer

Die nächsten Stunden über wandere ich mal auf Schnee, mal auf Waldboden, nur ganz selten sind zwischendurch ein paar Meter etwas vereist.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0340_1580327322.jpg
© Günter Kromer

Nachdem ich die erste Hälfte des Tages über mehr auf breiten Forstwegen wandere, führt der Westweg am Mittag oft über schmale Wege oder Pfade. Heute ist dies ideal, doch bei tiefem Neuschnee würde ich hier wohl sehr langsam voran kommen. Zwischendurch sehe ich in der Ferne den heute schneefreien Belchen.

© Günter Kromer - Blick zum Belchen#images-tours/thumbs/dsc0348.jpg
© Günter Kromer— Blick zum Belchen
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0361.jpg
© Günter Kromer

Am 1310 m hohen Blössling wandere ich noch einmal kurz oberhalb der Schneegrenze.

© Günter Kromer - Auf dem Blössling#images-tours/thumbs/dsc0366.jpg
© Günter Kromer— Auf dem Blössling
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0372.jpg
© Günter Kromer

Ich fühle mich pudelwohl und marschiere gut gelaunt voran. Da es inzwischen recht trüb ist, verzichte ich am Hochkopf auf die Besteigung des Aussichtsturms. Kurz nach dem Weißenbachsattel verlasse ich den Westweg und gehe ein kurzes Stück hinab nach Todtmoos-Weg, wo ich im Gersbacher Hof übernachte. Wenn ich eine Top 10 der Hotels meiner bisherigen 9000 D-Wanderer Kilometer erstellen würde, müsste dieses hinein. Hier passt alles! Außergewöhnlich sind auch die großen, sehr gut bestückten Bücherregale in der Sauna. Hier könnte ich die ganze Nacht über durch Reiseführer blättern, und wenn Annette dabei wäre, kämen wir wegen der vielen tollen Kochbücher heute kaum zum Schlafen. Das Menü beim Abendessen ist auch klasse!

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0382_1580327636.jpg
© Günter Kromer

28.1.2020 Todtmoos-Weg - Hasel 23 km

Zehn Minuten nach dem Aufbruch peitscht mir ein heftiger Schneesturm spitze Eiskristalle mit voller Wucht frontal ins Gesicht. Durch meine Brille kann ich gleich nichts mehr sehen, aber ohne Brille wird es auch nicht viel besser, da mir der Schnee in die Augen geblasen wird. Es dauert nur wenige Minuten, bis der Boden unter mir von einer Schneeschicht bedeckt ist. Die Temperatur sinkt rasant. Als würde der Blizzard nicht reichen, donnert es nun auch noch. Heute scheint ein interessanter Tag zu werden!
Doch nach 20 Minuten endet der Schneesturm. Ein paar Kilometer weit wandere ich nun bei trockenem Wetter und nur noch mäßigem Wind auf breiten Forstwirtschaftswegen. Anfangs liegt weicher Neuschnee unter meinen Füßen und die Bäume um mich herum sehen endlich auch wieder richtig nach Winter aus. Doch allmählich komme ich unter die Schneegrenze und das Weiß weicht wieder Grau.
Lange Zeit führt der Westweg nun durch Wald ohne Aussicht, dann am Waldrand entlang mit Blick zum Rheintal und hinüber zum Jura.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0401_1580327757.jpg
© Günter Kromer
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0414.jpg
© Günter Kromer

Nun marschiere ich über angenehme Naturwege. Ich sehe, dass der gestern noch schneefreie Belchen jetzt bis weit nach unten weiß ist.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0420_1580327910.jpg
© Günter Kromer

Auf dem Hohe Möhr Aussichtsturm bin ich zum letzten Mal über 1000 m hoch. Die Alpen sehe ich bei dem Wetter natürlich heute nicht, aber auf Belchen, Feldberg und den Jura fällt nun vereinzelt sogar etwas Sonnenschein.

© Günter Kromer - Hohe Möhr#images-tours/thumbs/dsc0428_1580327957.jpg
© Günter Kromer— Hohe Möhr
© Günter Kromer - Hohe Möhr in Richtung Belchen#images-tours/thumbs/dsc0441_1580367071.jpg
© Günter Kromer— Hohe Möhr in Richtung Belchen
© Günter Kromer - Hohe Möhr in Richtung Feldberg#images-tours/thumbs/dsc0450_1580367117.jpg
© Günter Kromer— Hohe Möhr in Richtung Feldberg

Beim Abstieg nach Hasel dringen immer mehr Sonnenstrahlen durch die Wolken.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0466_1580367154.jpg
© Günter Kromer
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0468.jpg
© Günter Kromer

Wenn mich nicht ein um 180 Grad verdrehter Wegweiser (vermutlich eine Folge von Forstarbeiten) zwei Kilometer vor Hasel in die falsche Richtung geschickt hätte, wäre ich trocken ans Ziel gekommen. So erwischt mich der Regen 200 m vor dem Landgasthof.

© Günter Kromer - Wasserrad in Hasel#images-tours/thumbs/dsc0474.jpg
© Günter Kromer— Wasserrad in Hasel

29.1.2020 Hasel - Degerfelden 25 km

Der Schwarzwald liegt nun hinter mir. Heute wandere ich meist über Wiesen und Felder, nur ab und zu durch Wald.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0484_1580367394.jpg
© Günter Kromer

Mit häufigem Wechsel zwischen kurzen, leichten Auf- und Abstiegen ist diese Etappe sehr leicht. Bei Sonnenschein würde sie mir wohl gefallen, aber heute bleibt es grau und dunkel. Sowohl die Gipfel des Schwarzwald rechts von mir als auch der Jura Links werden von tiefen Wolken verhüllt.
Zwischendurch komme ich an einer Senke vorbei, die manchmal vom Eichener See gefüllt wird. Ein mit Platten gepflasterter Weg umrundet die Doline, in der nur bei hohem Wasserstand der See an die Oberfläche dringt.

© Günter Kromer - Eichener See#images-tours/thumbs/dsc0491_1580367410.jpg
© Günter Kromer— Eichener See
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0513_1580367597.jpg
© Günter Kromer

Unterwegs spaziere ich durch ein Waldstück, in dem viele Nistkästen phantasievoll bemalt wurden.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/ohne-titel.jpg
© Günter Kromer
© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0524_1580367677.jpg
© Günter Kromer

Zwischendurch regnet es stark. Die Sicht rundum schwindet immer mehr. Vom Aussichtspunkt Hohe Flum kann man bei gutem Wetter auf der einen Seite den Schwarzwald, auf der anderen den Jura sehen, heute aber nicht.

© Günter Kromer - Hohe Flum#images-tours/thumbs/dsc0529_1580367750.jpg
© Günter Kromer— Hohe Flum

Ich lies bis zuletzt die Entscheidung offen, ob ich heute nur bis zum offiziellen Etappenziel Degerfelden wandere, oder ob ich noch ein paar Stunden bis Grenzach weiter marschiere.

© Günter Kromer#images-tours/thumbs/dsc0534_1580367798.jpg
© Günter Kromer

Da das Wandern heute bei dem trüben Wetter keinen Spaß macht, beschränke ich mich auf die (mit aktueller Umleitung) 25 km bis Degerfelden und steige dort in den Bus.

© Günter Kromer - Römischer Gutshof#images-tours/thumbs/dsc0536_1580367856.jpg
© Günter Kromer— Römischer Gutshof