12.-24.8.19

Wandertrilogie Allgäu - Himmelsstürmer Route

D-Wanderer km 7156 bis 7452

Im Allgäu können Etappen-Wanderer seit einigen Jahren zwischen drei großen Routen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten und Schwierigkeitsgrad wählen. Die wunderschöne, offiziell in 24 Etappen aufgeteilte Himmelsstürmer Route ist 358 km lang und fordert Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung. Zwischendurch gibt es ab und zu einfache Kletterpassagen mit Seilsicherungen oder Tritthilfen. An einigen Stellen können auch im Hochsommer noch Schneereste liegen.

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© Günter Kromer

Da ich vor der Rückkehr zu meiner alten Leidenschaft Fernwandern viele Jahre lang vor allem als Trailrunner bei Wettkämpfen auf meist sehr langen, anspruchsvollen Strecken unterwegs war, plante ich bei der Vorbereitung meines D-Wanderer Projekts auch ein paar besondere Herausforderungen ein. Auf der Himmelsstürmer Route will ich nicht nur wandern, sondern dazwischen auch viele Kilometer als Trailrunner laufen und teilweise mehr als zwei offizielle Etappen an einem Tag zurücklegen - vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

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© Günter Kromer

12.8.19 Halblech - Kenzenhütte 14 km

Nach der großen Trockenheit und der brutalen Hitze im Juli bin ich heute nicht enttäuscht darüber, dass meine Allgäu-Wanderung bei Starkregen beginnt. Dank sehr guter Regenkleidung ist dies für mich ein angenehmeres Klima als die 40,5 Grad am Rheinsteig. Nur auf Fotografieren muss ich während der ersten Stunden verzichten, denn wegen der großen Dusche hole ich die Kamera nur am Parkplatz bei der Brücke über die Halblech, am Beginn der Himmelsstürmer-Route, aus dem Rucksack.

Von hier bis Oberstaufen führen Wasserläufer-Route und Himmelsstürmer-Route einige Tage weit über die selbe Strecke.

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© Günter Kromer— Halblech

Zwei Stunden lang gießt es aus allen Kübeln. Dann reißt der Nebel auf. Kurz darauf sehe ich am Himmel ein paar blaue Flecken. 40 Minuten vor meinem Ziel kann ich meine Regenklamotten ausziehen und kurz darauf scheint sogar eine Weile die Sonne.

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© Günter Kromer

Nur kurze Zeit sehe ich vor der Kenzenhütte ein paar Gipfel, dann hüllt wieder der Nebel alles ein.

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© Günter Kromer— Kenzenhütte

Der viele Regen an den letzten Tagen lies die Bäche stark anschwellen. Einesteils bedeutet das für mich Wanderer nasse Füße, andererseits rauscht der Wasserfall oberhalb der Hütte heute besonders eindrucksvoll.

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© Günter Kromer

13.8.19 Kenzenhütte - Füssen 22 km

Am Morgen ist es trocken. Alle Gipfel sind wolkenfrei. Gut gelaunt beginne ich 7.30 Uhr mit dem Aufstieg. Bald erreiche ich das obere Ende des Wasserfall. Dann führt mich der Steig in ein kleines Hochtal.

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© Günter Kromer

Ach wie froh bin ich, endlich wieder in den Alpen zu sein! Mir haben zwar alle Wanderungen der letzten 13 Monate gefallen, aber am stärksten schlägt mein Herz nach wie vor für das Gebirge. Ich habe die Alpen u.a. schon auf drei verschiedenen Routen von Nord nach Süd überquert und bin von Zermatt nach Salzburg und von Wien nach Nizza gewandert. Man muss aber nicht so weit weg, um schöne Berglandschaften zu erleben. Auch das Allgäu gefällt mir jedes Mal, wenn ich hier her komme.

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© Günter Kromer

Ich glaube, ich habe noch nie an einem einzigen Vormittag so viele Gämsen gesehen wie heute. Welch ein schöner Morgen!

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© Günter Kromer

Der Aufstieg zum Kenzensattel ist problemlos. Oben setze ich mich auf einen Stein. Dies ist ein idealer Platz für ein zweites Frühstück mit toller Aussicht in beide Richtungen.
Nun geht es zuerst ein Stück bergab, bis der Aufstieg zum Gabelschrofensattel beginnt.

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© Günter Kromer— Vom Kenzensattel zum Gabelschrofensattel

Steile Gipfel und schmale Felszacken umrahmen meine Aufstiegsroute.

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© Günter Kromer— Blick zurück zum Kenzensattel
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© Günter Kromer

Auch am Gabelschrofensattel mache ich eine kurze Rast mit Aussicht. Am Beginn des Abstiegs muss man etwas aufpassen, da es über Geröll und Steinblöcke geht. Nichts, was für erfahrene Bergwanderer problematisch ist, aber bei dem Starkregen von gestern wäre ich hier nicht gerne unterwegs. Doch bald darauf wird die Abstiegsroute wieder leichter.

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© Günter Kromer— Gabelschrofensattel

Wie von Anfang an geplant, ist mein Tempo hier eine Mischung aus schnellem Wandern und langsamem Trailrunning. So macht es mir in diesem Jahr am meisten Spaß.

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© Günter Kromer— Blick zurück zum Gabelschrofensattel

Es überrascht mich dann aber doch, wie viele Leute am Tegelberg auf der Terrasse sitzen. Von hier oben blickt man weit über das Allgäu und hinab zu Plansee, Hopfensee und vielen anderen Seen.

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© Günter Kromer

Die Abstiegsroute zur Marienbrücke ist als alpiner Steig markiert, der Trittsicherheit und entsprechende Schuhe erfordert. Zu viele Touristen ignorieren dies und sitzen dann auf halber Strecke völlig entkräftet mit panischem Blick neben dem Pfad. Für Bergwanderer gibt es hier keine Probleme, da sind sogar Moselsteig und Rheinsteig an einigen Stellen schwerer, aber mit losen Sandalen ohne Profil bieten ein paar felsige Meter und vor allem die Stelle, an der man über ein paar Metallbügel steigt, ordentliche Hindernisse. Ich schüttle immer mal wieder den Kopf, wenn ich diese Dummheit sehe.
Je tiefer ich komme, desto schöner wird der Blick auf Neuschwanstein, Hohenschwangau und den Alpsee.

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© Günter Kromer

Und dann staune ich. Auf der Marienbrücke, die über einer tiefen Schlucht den schönsten Blick zu Schloss Neuschwanstein bietet, drängeln sich die Touristen wie in einer Sardinenbüchse. Welch ein Glück, dass ich die Brücke von oben erreiche, denn auf der anderen Seite stehen ein paar hundert Menschen in einer schier endlosen Warteschlange.

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© Günter Kromer— Schloss Neuschwanstein

Staufrei wandere ich nun hinab zum Alpsee.
Die letzten Kilometer nach Füssen sind problemlos. Inzwischen wird der Himmel immer dunkler. Auf dem Kalvarienberg sehe ich, dass es jetzt oben am Tegelberg regnet. Ich beeile mich und erreiche Füssen nur wenige Minuten bevor auch hier starker Regen beginnt.

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© Günter Kromer— Füssen

14.8.19 Pfronten - Oy-Mittelberg 22 km

Die nächste Etappe führt von Füßen über Alatsee und Falkenstein nach Pfronten. Diese Strecke lasse ich dieses Mal aus, da ich dort oben bereits im letzen Jahr am Maximiliansweg wanderte. Ich starte am Morgen in Pfronten-Ried. Die ersten Kilometer führen überwiegend recht bequem und angenehm durch Wald und über Wiesen oberhalb von Pfronten. Der Blick auf die Berggipfel wird teilweise noch von Wolken getrübt, doch über dem Alpenvorland scheint bereits die Sonne. Ich liebe diese von den Eiszeitgletschern geformte sanfte Moränenlandschaft.

Dann beginnt der Aufstieg zur Alpspitze, zuerst noch auf breitem Fahrweg entlang eines rauschenden Bach, dann über einen steilen Wurzelpfad an kleinen Wasserfällen vorbei. Schon hier gefällt mir der Weg ausgezeichnet, doch als ich an einem großen Wasserfall vorbei komme, bin ich begeistert. Auch für jemanden, der wie ich schon sehr oft im Allgäu wanderte, gibt es immer noch etwas zu entdecken.

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© Günter Kromer

An der Kappeler Alp, die man auch bequem von der Bergstation der Alpspitzbahn erreichen kann, ist die Terrasse sehr gut belegt.

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© Günter Kromer— Aussicht von der Kappeler Alp

Diese Etappe führt nun von der Bergstation hinab nach Nesselwang. Auf dem teilweise wieder recht steilen und wurzeligen Pfad kommen mir überraschend viele Familien mit kleinen Kindern entgegen. Mit 5 hätte ich solch einen Aufstieg nicht geschafft. Unten führt der Wasserfallweg über viele Metallstege und Treppen an einigen Wasserfällen vorbei, auch dies wirklich sehenswert.

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© Günter Kromer— Wasserfallweg

Die Etappe von Nesselwang nach Oy führt wieder auf der Route des Abstiegs zur Bergstation hinauf. Bergauf fahre ich mit der Bahn.
Bald darauf stehe ich am Gipfel der Alpspitze. Noch immer hängen dunkle Wolken über den Alpen.

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© Günter Kromer— Unterhalb der Alpspitze

Unter mir sehe ich den Grüntensee, daneben Oy-Mittelberg, mein heutiges Ziel.

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© Günter Kromer

Nach einem kurzen Steilabstieg geht es überraschend bequem weiter.

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© Günter Kromer

Unten am Grüntensee ist es in der Sonne inzwischen angenehm warm. Eine Stunde lang setze ich mich auf dem Staudamm ins Gras.

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© Günter Kromer— Grüntensee, dahinter der Grünten

Als ich bald darauf Oy erreiche, kaufe ich mir in einem Supermarkt Proviant und setze mich nahe der Touristinfo zum Abendessen auf eine Bank mit Aussicht. Dann gehe ich zufrieden zu der Pension, in der ich übernachte.

15.8.19 Oy-Mittelberg - Rettenberg 24 km

Als ich im Supermarkt Proviant für den Wandertag kaufen will, stelle ich fest, dass heute in Bayern Feiertag ist. Bei wechselnder Bewölkung spaziere ich nach Mittelberg.

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© Günter Kromer

Dann geht es hinauf auf das Burgkranzegger Horn und hinab zum Rottachsee .

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© Günter Kromer— Rottachsee

Beim Kiosk am Ufer esse ich einen Steakweck. Schon ist das Problem des fehlenden Proviant gelöst. Bald darauf komme ich am Geratser Wasserfall vorbei.

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© Günter Kromer— Geratser Wasserfall

Nun regnet es immer mal wieder kurz. Von Ruine Vorderburg sieht man nur einen zugewachsenen Bergfried zwischen den Bäumen hindurch ragen.
Normalerweise bleibt der Weg nun bis zum Falkenstein auf einem kleinen Bergrücken, doch diese Route ist momentan gesperrt. Die asphaltierte Umleitung führt weit ins Tal hinab und erst dann wieder hinauf. Inzwischen regnet es sehr stark, die Berge verhüllen sich eine Weile tief mit Wolken. Erst kurz vor Rettenberg wird es wieder besser. Ich übernachte in einem Braugasthof mit gutem eigenen Bier.

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© Günter Kromer— Blick von Rettenberg zum Grünten.

16.8.19 Rettenberg - Alpe Gund 32 km

Das erste, das ich nach dem Aufwachen sehe, ist ein Regenbogen vor dem Fenster. Ich bin nicht abergläubisch, aber dieses Omen verspricht zu Recht einen großartigen Tag.

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© Günter Kromer

Der Aufstieg ist zwar anstrengend, aber technisch leicht. Ich will heute in dem Tempo laufen bzw. marschieren, das ich auch bei den großen alpinen 100 Meilen oder 100 km Ultratrails hatte. Die Grünten-Überschreitung ist eine perfekte Trainingsstrecke für Trailrunner, entsprechend viele kommen mir heute entgegen.

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© Günter Kromer— Aufstieg zum Grünten
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© Günter Kromer— Aussicht vom Grünten

Noch hängen ein paar Wolken über den hohen Alpengipfeln, doch das macht die Aussicht eher noch interessanter.

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© Günter Kromer
© Günter Kromer - Am Grünten Gipfel#images-tours/thumbs/wandertrilogie-allgau-grunten.jpg
© Günter Kromer— Am Grünten Gipfel

Beim Abstieg verwandelt sich der D-Wanderer dann endgültig zurück zum Läufer. Es macht mir verdammt viel Spaß, auf diesen Trails hinab zu bolzen. So schön Wandern ist - ab und zu MUSS ich auch laufen.

In der Starzlachklamm lasse ich mir dagegen wieder viel Zeit zum Schauen und Genießen.

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© Günter Kromer— Starzlachklamm
© Günter Kromer - Eingang der Starzlachklamm#images-tours/thumbs/dsc1418_1566722635.jpg
© Günter Kromer— Eingang der Starzlachklamm

Unterhalb vom Parkplatz wandere ich dann einige Kilometer weit völlig eben entlang von Starzlach, Ostrach und zuletzt der Iller.

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© Günter Kromer— Ostrach und Grünten

Hinauf nach Gunzesried ist auch nicht schwer. Dann wird es allmählich anstrengender. Vor allem beim steilen Aufstieg zum Bärenkopf merke ich, dass ich nicht mehr so fit wie in meinen Wettkampfjahren bin. Aber nach mehr als 5000 km, die ich 2019 schon gewandert bin, wundert mich das nicht.

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© Günter Kromer— Bärenkopf

Danach geht es zuerst etwas bequemer weiter. Sonthofen liegt schon weit unter mir.

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© Günter Kromer— Sonthofen

Dann folgen ein paar leichte Kletterstellen. Ich bin nun am Grat der Nagelfluhkette, an dem Teil des Maximiliansweg, den Annette und ich letztes Jahr wegen dem schlechten Wetter auslassen mussten. Die Strecke ist teilweise recht anspruchsvoll, aber auch ausgesprochen faszinierend.
Eine Weile sitze ich am Gipfel des Steineberg und sehe wohl alle bekannten Gipfel der Allgäuer Alpen vor mir.

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© Günter Kromer

Nagelfluh ist ein ganz besonderes Konglomerat aus kleinen Steinchen unterschiedlicher Art, die von einer festen Bindeschicht zusammen gehalten werden. An einigen Stellen muss man beim Wandern etwas klettern, doch überall, wo man sie brauchen kann, hängen dicke Stahlseile zur Sicherung.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Dann steige ich zu einem kleinen Pass hinab, an dem der Weg zur Alpe Gund abbiegt, meinem Tagesziel. Zehn Stunden lang wanderte ich mit trockenen Socken, erst fünf Minuten vor der Hütte versinken beide Füße beim Durchqueren eines kleinen Sumpfgebiets in tiefem Schlamm.

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© Günter Kromer— Blick zur Alpe Gund

Nach dem Abendessen sitze ich noch lange vor der Hütte.

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© Günter Kromer— Abend bei der Alpe Gund

17.8.19 Alpe Gund - Missen-Wilhams 20 km

Bei recht trübem Wetter steige ich zuerst auf einem etwas steinigen und verwurzelten, aber problemlosen Pfad bergab. Danach geht es noch leichter weiter. Unterwegs komme ich wieder an einigen Wasserfällen vorbei.

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© Günter Kromer

Schon früh erreiche ich Immenstadt, das ich schnell durchquere. Nun geht es hinauf zu zwei Burgruinen, von denen aber nur noch unauffällige Mauerreste stehen. Von hier blicke ich erstmals zum Alpsee hinab.

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© Günter Kromer

Vom Alpsee hinauf zur Siedel-Alpe und weiter zur Pfarr-Alpe spazieren heute sehr viele Wanderer hinauf. Nahe der Pfarr-Alpe kann man von einem Aussichtspunkt fast den ganzen See sehen.

Zu meinem heutigen Etappenziel in Missen, das etwas abseits der Wanderroute liegt, muss ich etwa 40 Minuten lang auf einem markierten Zuweg hinab wandern.

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© Günter Kromer— Alpsee

18.8.19 Missen-Wilhams - Staufner Haus 36 km

Da ich heute eine sehr lange Doppeletappe wandern und laufen will, starte ich schon vor 7 Uhr mit dem Aufstieg zurück zur Pfarr Alpe. Heute ist es nahezu wolkenlos. Beim weiteren Aufstieg über den Bergrücken hinauf zur Thaler Höhe und zur Salmaser Höhe blicke ich rechts hinab ins hügelige Alpenvorland, links sehe ich die Nagelfluhkette.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Von der Kalzhofer Höhe sehe ich erstmals vor mir Oberstaufen, in der Ferne erhebt sich der wuchtige Säntis.

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© Günter Kromer— Oberstaufen und Säntis

Oberstaufen ist schnell durchquert. Dann geht es hinauf zum Hündlekopf, wo ich zum letzten Mal den Alpsee und den Bergrücken sehe, über den ich am Morgen gewandert bin. Ein schöner Platz für meine Mittagspause!

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© Günter Kromer

Nun laufe ich hinab zu den Buchenegger Wasserfällen. Ich freue mich darauf, an diesem sehr warmen Tag kurz am Wasserfall zu baden. Doch der Stau vor dem Wasserfall lässt mich schon ahnen, dass es unten mehr als nur sehr überfüllt ist. Hier hätte man einen Vorverkauf für Stehplatzkarten organisieren können. Sitzen, Baden oder auch nur kurz den Rucksack absetzen ist trotz des großen Talkessels im Gedränge unmöglich.

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© Günter Kromer

Mit einigem Bergauf und Bergab geht es nun in Richtung Talstation der Hochgratbahn.

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© Günter Kromer

Der riesige Parkplatz bei der Bergbahn ist voll. Schnell marschiere ich weiter zur Eibele-Alpe. Ab dort wird der Aufstieg zunehmend steiler. Inzwischen ist es auch zum ersten Mal seit Tagen etwas zu warm zum Wandern. Zum Glück habe ich mir bei der Bergbahnstation noch zwei Liter Getränke gekauft.
Obwohl der Steig im oberen Bereich ein paar leichte Kletterstellen hat, sind in beide Richtungen überraschend viele Leute unterwegs. Viele ließen sich wohl davon verlocken, eine Richtung dann mit der Gondel abzukürzen.
Ich fühle mich trotz der langen Etappe noch pudelwohl und gebe gut Gas.
Erst als ich die Brunnenauscharte erreiche, setze ich mich eine Weile hin.

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© Günter Kromer

Nun bin ich wieder auf dem Grat der Nagelfluhkette und kann bei der heute recht guten Fernsicht den Blick auf alle wichtigen Gipfel der Allgäuer Alpen genießen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Rindalphorn

Dann steige ich das letzte Stück zum Gipfel des Hochgrat hinauf. Oben setze ich mich auf eine Bank neben dem Gipfelkreuz. Noch nie war ich so umschwärmt wie hier! Keine Ahnung, warum ein riesiger Schwarm fliegender Ameisen ausgerechnet nur um diese Bank schwärmt. Nach drei Minuten fliehe ich. Ein Stück abseits habe ich meine Ruhe. In der Ferne schimmert der Bodensee. 

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© Günter Kromer

Nachdem die letzte Gondel ins Tal gefahren ist, kann ich ganz alleine auf der Terrasse der Bergbahnstation sitzen.

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© Günter Kromer

Dann gehe ich hinab zur Alpenvereinshütte Staufner Haus und beziehe mein Lager.

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© Günter Kromer— Staufner Haus

Nach dem Abendessen spaziere ich wieder hinauf zur Bergstation, wo ich nun fast zwei Stunden lang sitzen bleibe, die Aussicht und die Abenddämmerung in aller Ruhe genieße.

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© Günter Kromer— Staufner Haus und Bodensee
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© Günter Kromer

19.8.19 Staufner Haus - Balderschwang 15 km

Während ich frühstücke, regnet es noch. Draußen hängen Wolken unter und über mir. Doch als ich dann die Hütte verlasse, hat der Regen aufgehört.

© Günter Kromer - Staufner Haus#images-tours/thumbs/dsc0144-1.jpg
© Günter Kromer— Staufner Haus

Trotz der Wolken ist der Blick auf die vielen Berggipfel nun fast komplett frei.

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© Günter Kromer

Ein leichter Abstieg bringt mich etwa 400 Höhenmeter hinab zur Scheidwang-Alpe. Dann stapfe ich auf einem sehr steilen Pfad bergauf. Oben beim Heidenkopf zeigt sich wieder die typische Nagelfluh-Landschaft in voller Pracht.

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© Günter Kromer

Zwei ganz besonders steile Kletterpassagen erfordern im Abstieg Trittsicherheit und volle Konzentration. Doch dank guter Seilsicherung kommt man auch hier recht gut hinab.

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© Günter Kromer

Dann steht man vor der Wahl, entweder direkt nach Balderschwang abzusteigen oder zuerst zum Girenkopf und dann in einem weiten Bogen Richtung Südwesten zu marschieren. Ich weiß nicht, wie gut der direkte Abstieg ist, aber die Himmelsstürmer-Route über den Girenkopf sollte man keinesfalls bei starkem Regen oder bei Nebel machen.
Nur am Anfang gibt es noch leichte Kletterstellen, aber der Pfad ist oft steil und unwegsam. Doch bald stehe ich am Girenkopf und genieße bei Sonnenschein das Panorama.

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© Günter Kromer— Auf dem Girenkopf

Nun geht es einige Kilometer über steile Almwiesen. Oft kann ich den Pfad unmöglich von den vielen Trittspuren der Kühe unterscheiden. Nur weiß-rot-weiße Pfosten im Abstand von etwa 100 Metern geben die Richtung vor. Ohne diese oder wenn man sie im dichten Nebel nicht sieht, wird es hier kritisch.

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© Günter Kromer

Solche Bänke mit Lehnen aus geschliffenem Nagelfluh stehen hier an vielen Stellen.

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© Günter Kromer

Nach dem Pfad kann ich mich kurz auf einem Schotterweg erholen, dann folgt ein recht harmloser Pfad, dann eine steile Betonpiste, die mich hinab ins Tal führt. Dort folge ich einem Höhenweg nach Balderschwang und dann dem Fluss noch ein Stück zu dem Hotel, in dem ich übernachte.

20.8.19 Balderschwang - Fischen (über Alternativstrecken) 26 km

Am Morgen bestätigt der Blick aus dem Fenster den üblen Wetterbericht. Heute macht es keinen Sinn, die geplante Route zu wandern, zumal in der Broschüre der Wandertrilogie bei dieser Etappe vor stark aufgeweichtem Boden nach länger anhaltendem Regen gewarnt wird. Zum Glück stehen in der Broschüre aber auch Alternativrouten für Schlechtwetter.

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© Günter Kromer— Trüber Blick aus dem Hotelzimmer

Auf einer dieser Routen steige ich nun vom Schwabenhof 2,5 Stunden lang direkt zum Riedberger Horn auf, verzichte also auf die Etappe über Hochschelpen und Piesenkopf. Anfangs marschiere ich durch Nebel. Als dieser aufreißt, fotografiere ich kurz den Blick hinab nach Balderschwang. Plötzlich hüpft ein großer, brauner Frosch vor meinen Füßen zur Seite. Die vielen Pfützen auf dem Pfad gefallen ihm sicherlich.

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© Günter Kromer

Die Aufstiegsroute ist leicht, also ideal für einen Tag wie heute. Am Grat zwischen Dreifahnenkopf und Riedberger Horn wachsen sehr viele Heidelbeeren.
Kurz vor dem Gipfel des Riedberger Horn erreiche ich wieder die Himmelsstürmer-Route. Da der Regen gerade aufhört, hole ich schnell die Kamera aus dem Rucksack und fotografiere das grandiose Panorama.

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© Günter Kromer— Riedberger Horn

Ich brauche nicht immer sonniges Postkartenwetter. Auch solche Wolkenspiele begeistern mich.

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© Günter Kromer

Von unten zieht eine Wolke herauf, die fünfminütige Regenpause endet, ich verzichte auf die letzten Meter zum Gipfel und steige ab.

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© Günter Kromer

Im Nebel macht es nun keinen Sinn, über den Großen Ochsenkopf und Weiherkopf zu steigen. Statt dessen umgehe ich diese anspruchsvolle Strecke auf leichtem Weg vorbei am Berghaus Schwaben und der Bergstation der Hörnerbahn. Mehrmals treffe ich nun unterwegs auf den Himmelsstürmer, doch da ich nach wie vor meist durch dichten Nebel stapfe, der nur zwischendurch für einige Augenblicke aufreisste, muss ich leider auch vor Rangiswanger Horn und Ofterschwanger Horn die tiefere Strecke wählen.

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© Günter Kromer

Dann stapfe ich steil nach Ofterschwang hinab. Nun bin ich unterhalb der Nebelgrenze. Dies ist aber das beste, was ich zu dem Mistwetter sagen kann.

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© Günter Kromer

Die nächsten zehn Kilometer führen ohne allzu viele Höhenunterschiede nach Fischen, mal auf schönen Wegen, zwischendurch auch auf Asphalt, aber leider pausenlos bei inzwischen recht kaltem Regen.

 

21.8.19 Fischen - Edmund-Probst-Haus (gekürzt) 21 km

Als ich in Fischen starte, lassen ein paar blaue Flecke am Himmel in Richtung Norden auf einem sonnigeren Tag hoffen. Doch hinten im Tal stecken alle Berge den ganzen Tag über tief in den Wolken. Immerhin regnet es heute nicht.

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© Günter Kromer

Von Fischen könnte man entlang der Iller sehr schnell Oberstdorf erreichen, aber meine Route führt zuerst mit vielen kleinen Auf- und Abstiegen in weitem Bogen über Obermaiselstein nach Langenwang. Da der Weg von hier vorbei am Illerursprung momentan wegen einer großen Baustelle umgeleitet wird, mir aber geraten wurde, die Alternativstrecke zu überspringen, fahre ich etwa 4 km mit dem Bus.
Ab Oberstdorf führt die Route zuerst hoch zur u.a. von der Vierschanzentournee bekannten Skischanze. Der Weg bietet einen schönen Blick hinab nach Oberstdorf.

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© Günter Kromer— Oberstdorf

Der bei gutem Wetter beeindruckende Blick von oben hinab ins Oytal wird heute von der tiefen Wolkengrenze verhindert. Aber danach macht der Weg entlang am rauschenden Oybach auch bei trübem Wetter Spaß. Hier sind sehr viele Wanderer unterwegs. Zum Oytal-Haus kann man auch mit Pferdekutschen fahren.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Nun ist der bequeme Teil des Tages vorbei. Am Beginn des Aufstiegs zum Seealpsee fällt mir kein Warnschild auf, doch oben steht dann unmißverständlich, dass es es sich um einen hochalpinen Steig handelt, der nur von erfahrenen Bergsteigern begangen werden sollte.

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© Günter Kromer— Oytal

Der Pfad ist sehr steil, die Steine sind oft glatt und rutschig, immer wieder gibt es kleine Kletterstellen mit Drahtseilen. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier unbedingt nötig. Bei zwei normalerweise harmlosen Bachquerungen unterhalb von Wasserfällen kommt nach dem vielen Regen der letzten Tage niemand mit trockenen Füßen durch, denn die stabilen Trittsteine werden heute überflutet.

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© Günter Kromer— Nur mit nassen Füßen

Dann umgibt mich lange Zeit dichtes Grau mit weniger als 200 m Sichtweite. Schließlich erreiche ich den Seealpsee, der aber auch vom Nebel verhüllt wird.

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© Günter Kromer

Da von der Station Höfatsblick der Nebelhornbahn ein auch für normale Wanderer geeigneter Weg zum See führt, ist der restliche Aufstieg zur neben der Bergbahn stehenden Alpenvereinshütte leicht.

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© Günter Kromer— Nebelkühe beim Nebelhorn

Auch am großen, voll belegten Edmund-Probst-Haus sieht man bei kühlen 8 Grad nur hundert Meter weit. Schade! Ich hatte mich darauf gefreut, hier den ganzen Abend bei schöner Aussicht draußen zu sitzen.

22.8.19 Edmund-Probst-Haus - Bad Hindelang 22 km

Kurz nach 5 schaue ich aus dem Fenster. Alle Gipfel wolkenfrei! Ich ziehe mich an und gehe hinaus. Zuerst fotografiere ich den Blick hinab zum nächtlichen Oberstdorf.

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© Günter Kromer— Oberstdorf bei Nacht

Dann marschiere ich etwa 20 Minuten den Weg in Richtung Nebelhorn hinauf, bis ich hoch genug bin, die aufgehende Sonne zu sehen. Noch zaubert die Dämmerung ein rotes Farbenspiel über die Berge. Ich liebe diese Stimmung. Eigentlich sollte ich viel öfter irgendwo oben übernachten und früh genug aufstehen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Ich gehe hinab zum Frühstück. Danach hat sich die Nebeldecke im Tal ausgeweitet und verhüllt nun Oberstdorf. Hier oben breitet sich dagegen immer mehr blauer Himmel aus.

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© Günter Kromer— Station Höfatsblick

Bei recht sonnigem und überraschend auch wieder warmem Wetter marschiere ich weiter. Noch ist es hier sehr ruhig, bald fahren die ersten Gondeln hinauf zur Bergstation am Nebelhorn.

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© Günter Kromer— Nebelhorn
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© Günter Kromer— Blick hinab zum Edmund Probst Haus

Auf dem Höhendiagramm sieht es nach einem bequemen Start in den Tag aus, da der Engeratsgundsee etwa auf der selben Höhe liegt wie die Hütte. Doch der Steig führt recht mühsam immer ein paar Meter hinauf und wieder hinab.

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© Günter Kromer

Ich marschiere viel über zerklüftetes Karstgestein. Dadurch komme ich viel langsamer als erwartet voran. Egal! Heute habe ich nur eine kurze Etappe und kann in aller Ruhe die Gebirgslandschaft genießen.
Selbst im Juli muss man hier oft noch Schneefelder überqueren. Heute sehe ich die Schneereste nur neben dem Weg.
An einem kleinen, teilweise noch mit Eis bedeckten See, mache ich eine Pause für ein zweites Frühstück.

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© Günter Kromer

Einige Zeit später erreiche ich den Engeratsgundsee. Wer nur eine kurze Tagesetappe wandern will, der kann hier absteigen und in einer Stunde die Schwarzenberghütte erreichen.

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© Günter Kromer— Engeratsgundsee

Doch ich gehe weiter und steige eine Viertelstunde lang sehr steil zum Türle hinauf, einem kleinen Pass.
Ab hier ist der Weg recht leicht. Ein paar Kilometer weit laufe ich auf einem Pfad, der für Trailrunner perfekt ist, viele hundert Höhenmeter bergab. Welch ein Vergnügen!

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© Günter Kromer

Unten im Hintersteiner Tal folgen dann ein paar Kilometer entspanntes Genusswandern fast ohne Höhenmeter, oft entlang der Ostrach.

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© Günter Kromer— Ostrach nahe Hinterstein

Als ich Bad Hindelang erreiche, verhüllen Quellwolken bereits die meisten Gipfel. Bald liegt der Ort unter einer geschlossenen Hochnebeldecke.

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© Günter Kromer— Bad Hindelang

23.8.19 Iselerbahn - Bad Kissinger Hütte (gekürzt auf 30 km)

Heute hätte es eigentlich für mich noch einmal ein sportlicher und sehr langer Trailrunning-Tag werden sollen. Doch so wie Wettkämpfe in den Alpen oft wegen Gewittergefahr verkürzt werden, reduziere auch ich heute meine offiziell als 14 Wanderstunden deklarierte Strecke wegen möglicher Gewitter. Außerdem würde mein Aufstieg zur Bergstation der Iselerbahn ohnehin meist nur durch grauen Hochnebel führen. Ich kürze 6 km ab, indem ich mit dem Bus zum Oberjoch und der Iselerbahn zur Bergstation fahre. Kurz nach 9 Uhr stehe ich dann unter herrlich blauem Himmel.

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© Günter Kromer— Iselerbahn

Bad Hindelang, Sonthofen, das Tannheimer Tal, alles wird von einem flachen Wolkenmeer bedeckt. Nur die hohen Berge ragen wir Inseln hervor.

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© Günter Kromer

Dicht oberhalb der Wolkengrenze spaziere ich weiter.

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© Günter Kromer— Vordere Wiedhang-Alpe
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© Günter Kromer

Doch bald führt mich der Weg wieder für eine Weile ins Grau hinab, bis ich erneut den blauen Himmel sehe.

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© Günter Kromer

Zum Zeitpunkt dieser Wanderung zeigt nun die Himmelsstürmer-Markierung an einem Wegweiser in die falsche Richtung. Ich weiß zwar, dass ich bis zur Bergstation der Wannenjochbahn dem leichten Schmugglerpfad folgen soll, doch hier schickt mich die Markierung einen schmalen, steilen und ausgesetzten Gratweg am Kühgundrücken hinauf in Richtung Kühgundkopf.

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© Günter Kromer— Kühgundrücken - falsche Route

Ein toller Weg, ohne Frage, aber auch sehr anspruchsvoll. Nach 15 Minuten ist mir klar, dass diese Route nicht stimmen kann. Ich kehre um und folge dann dem Schmugglerweg, wo mir bald darauf eine Markierung bestätigt, dass ich hier unten richtig bin.

Inzwischen löst sich der Hochnebel über Tannheim auf. In der Ferne sehe ich das Füssener Jöchl, zu dem ich heute mittag aufsteigen werde.

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© Günter Kromer

Bei der Bergstation der Wannenjochbahn trinke ich eine Kaffee. Dann laufe ich in hohem Tempo hinab nach Schattwald.

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© Günter Kromer

Unten führt der Weg dann etwas oberhalb der Dörfer talaufwärts nach Tannheim. Hier scheint nun auch die Sonne, aber die meisten Berge werden noch von Wolken verborgen. Da ich mich wegen der Gewittergefahr beeilen will, lasse ich eine etwa 2 km Schleife südlich von Tannheim aus und laufe geradeaus durch den Ort.

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© Günter Kromer— Tannheim

Oberhalb von Grän kommt mir ab der Talstation der Seilbahn zum Füssener Jöchl vorübergehend eine halbe Völkerwanderung entgegen, bis der Himmelsstürmer von der Hauptroute zum Füssener Jöchl abzweigt und es zwar keineswegs einsam, aber dennoch viel ruhiger wird.
Der Aufstieg ist technisch leicht. Immer wieder bieten sich mir hübsche Fotomotive.

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© Günter Kromer— Gessenwang-Alpe

Bei der Bergstation mit dem großen Restaurant Sonnenalm verhüllt dichter Nebel den Trubel. Kurz darauf bin ich wieder oberhalb des Grau.

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© Günter Kromer

Auch der Weg hinüber zur Bad Kissinger Hütte ist relativ leicht. Nun nimmt das Wechselspiel zwischen Wolken und Sonne immer mehr zu. Herrlich!

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© Günter Kromer

Die Bad Kissinger Hütte liegt bei meiner Ankunft unter einer dicken Nebelschicht.

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© Günter Kromer— Bad Kissinger Hütte im Nebel
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© Günter Kromer— Bad Kissinger Hütte im Nebel

Doch nach dem Abendessen in der Alpenvereinshütte reißt das Grau auch hier manchmal für eine Weile auf.

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© Günter Kromer— Bad Kissinger Hütte

24.8.19 Bad Kissinger Hütte - Pfronten 12 km

Wieder gehe ich schon vor 6 Uhr vor die Hütte, um die Morgendämmerung zu erleben. Dieses Mal muss ich nicht weit aufsteigen, denn die Hütte steht an einem Grat mit freiem Blick in fast alle Richtungen. Nach Süden hin sind die Täler schon jetzt nebelfrei, über dem Alpenvorland liegt noch eine dünne Hochnebelschicht, die sich aber bald auflöst.

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© Günter Kromer

Fast der ganze Himmel ist wolkenlos, nur in Richtung aufgehende Sonne färben sich einige Wolken etwas rötlich.
Anfangs stehe ich alleine hier draußen, dann kommen immer mehr Leute dazu. Nun kann man immer besser beobachten, wie der Nebel unten immer mehr kleine Hügel frei gibt.

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© Günter Kromer
© Günter Kromer - Blick ins Tannheimer Tal#images-tours/thumbs/dsc1684.jpg
© Günter Kromer— Blick ins Tannheimer Tal
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© Günter Kromer— Bad Kissinger Hütte

Nach dem Frühstück führt mich meine Route hinauf zum Aggenstein.

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© Günter Kromer

Die letzten paar Minuten zum Gipfel bieten wieder etwas Kletterei mit Stahlseilen. Am Gipfel bleibe ich eine halbe Stunde lang sitzen und genieße das 360 Grad Panorama.

© Günter Kromer - Blick vom Aggenstein zur Bad Kissinger Hütte#images-tours/thumbs/aggenstein-gipfel.jpg
© Günter Kromer— Blick vom Aggenstein zur Bad Kissinger Hütte

Dann steige ich in engen, aber relativ problemlosen Serpentinen zur Sesselliftstation der Hochalpbahn hinab.

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© Günter Kromer

Auf breitem Fahrweg gehendes dann hinauf zur Ostlerhütte, einem auch im Winter beliebten Ausflugsziel.

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© Günter Kromer— Blick von Ostlerhütte zum Aggenstein

Mit dem Pfad hinab zur Fallmühle geht der Himmelsstürmer zum Abschied noch einmal kräftig in die Beine. Technisch im Vergleich zu vielem, was nun hinter mir liegt, kein Problem, aber steil. Je weiter ich hinab steige, desto mehr Wanderer kommen mir entgegen.
Ab der Fallmühle folgt der Weg dann bequem und fast völlig eben einem Bach. Die letzten Kilometer führen dann durch einige Ortsteile von Pfronten.

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© Günter Kromer

Schließlich erreiche ich Pfronten-Ried, wo die Wandertrilogie wie in allen großen Orten an der Strecke sehr präsent ist.

Mir persönlich hat die Himmelsstürmer-Route besser gefallen hat als jeder andere Wanderweg der letzen 7500 km. Für Wanderer mit Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und einem gewissen Maß alpiner Erfahrung nehme ich sie in meine Empfehlungsliste auf.

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© Günter Kromer