26.8.-1.9.2018

Heidschnuckenweg

D-Wanderer Kilometer 948 - 1174

26.8.18 Hamburg-Fischbek - Buchholz in der Nordheide 27 km

Der Heidschnuckenweg führt 223 km weit von Hamburg-Fischbek nach Celle durch die Lüneburger Heide und viele andere schöne Heidegebiete.

Da ich diesen Weg schon vor vielen Jahren mit Begeisterung gewandert bin, stand von Anfang an fest, dass er auch eine der ersten Touren des D-Wanderer-Projekts sein soll. Mit seinen vielen wunderschönen Heideflächen ist der Heidschnuckenweg etwas ganz Besonderes. Da ich am liebsten lange Etappen laufe, teile ich mir die Strecke auf sieben Tage auf. Für normale Wanderer empfehle ich aber mindestens zehn Tage.

Bereits am Samstag fahre ich mit dem ICE nach Hamburg. Ich war schon oft in dieser Stadt, doch dieses Mal nehme ich mir besonders viel Zeit für einen Spaziergang durch alle Bereiche der alten Speicherstadt. Egal was man in Hamburg noch alles sehen will - für diesen Stadtteil sollte man sich wirklich genug Zeit nehmen, denn die Speicherstadt ist einzigartig.
Da ich auf meinen Reisen immer gerne regionale Spezialitäten kennen lerne, auch in modernen Varianten, lasse ich mich im Restaurant "Wasserschloss" von einem Labskaus-Burger überzeugen.
Abends fahre ich dann zur Jugendherberge am Sintfang, in der ich wegen ihrer günstigen Lage mit Blick auf den Hafen schon oft übernachtet habe.

 

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© Günter Kromer— Blick von der Jugendherberge Hamburg zum Hafen

Am Sonntagmorgen fahre ich mit der S-Bahn nach Hamburg-Fischbek. Schon eine halbe Stunde nach Ankunft spaziere ich über Deutschlands zweitgrößte Heidefläche, die Fischbeker Heide. Am Morgen ist es wolkenlos.

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© Günter Kromer— Blick beim Frühstück von der Jugendherberge zum Hafen
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© Günter Kromer— Diese Infotafeln sieht man unterwegs noch öfter

Ich war schon mehrmals in der Heide, aber noch nie in der Hauptsaison zur Heideblüte. Normalerweise sind Ende August hier alle Heideflächen von einem herrlichen Lila überzogen. Doch der extrem trockene Sommer 2018 hinterließ auch hier unübersehbare Spuren. Nur ein Teil der Heidepflanzen blüht, die meisten sind aber jetzt schon völlig vertrocknet. Der Anblick ist zwar noch immer schön, aber nicht das, was man von Fotos aus normalen Jahren kennt. Zum Glück wird der Zustand der Heideflächen während der nächsten Tage besser, je weiter ich nach Süden kommen. Hier bei Fischbek überwiegt heute leider Braungrau gegenüber Lila.

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© Günter Kromer— Fischbeker Heide
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© Günter Kromer— Fischbeker Heide
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© Günter Kromer— Fischbeker Heide
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© Günter Kromer— Fischbeker Heide

Doch egal, die Landschaft mit ihren offenen Heideflächen, ein paar Wacholdersträuchern und vielen Birken ist trotzdem wunderschön. Es macht Spaß, hier zu wandern. Für die ersten 5 Kilometer brauche ich wegen vielem Fotografieren 1,5 Stunden.
Kurze Auf- und Abstiege, mal flach, mal etwas steiler, sorgen für Abwechslung. Der Heidschnuckenweg kann insgesamt aber trotz ein paar kleiner Hügel und unscheinbarer Berge, die anderswo noch nicht einmal auf der Karte vermerkt würden, als ausgesprochen flacher und leichter Wanderweg bezeichnet werden.

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© Günter Kromer— Fischbeker Heide
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© Günter Kromer— Fischbeker Heide

Schließlich geht es für einige Kilometer auf angenehmen Wanderwegen durch Kiefernwald und Mischwald.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Gegen Mittag wird es etwas wolkiger. Die zweite Streckenhälfte des Tages ist nicht besonders spektakulär. Beim kleinen Weiler Langenrehm sehe ich erstmals für diese Region typische Ziegelhäuser mit Reetdach.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

In Dibbersen mache ich einen kurzen Abstecher zur schönen Windmühle.

Schließlich erreiche ich Buchholz. Achtung: Das Etappenziel heißt Buchholz in der Nordheide. Zuerst hatte ich versehentlich eine Unterkunft in Buchholz/Aller gebucht, dieses Buchholz ist aber 90 km entfernt. Zum Glück bemerkte ich den Irrtum noch rechtzeitig.
Da man von hier mit dem Zug in einer halben Stunde Hamburg erreicht, habe ich nun eine zweite Nacht in der Jugendherberge Hamburg gebucht und konnte daher den ersten Tag gepäckfrei wandern.

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© Günter Kromer— Windmühle Dibbersen

27.8.18 Buchholz - Undeloh 32 km

Am Montagmorgen fahre ich mit dem Zug wieder nach Buchholz. Heute merkt man nichts davon, dass es August ist. Kühles, trübes und windiges Wetter erinnert an den Herbst. Eine halbe Stunden lang wandere ich durch die Außenbezirke der Stadt, dann umgeben mich wunderschöne Wälder. Oft führt der Weg auf schmalen Pfaden durch eine scheinbar unversehrte Natur.
Am Brunsberg spaziere ich über die erste große Heidefläche dieser Etappe.

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© Günter Kromer— Brunsberg
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© Günter Kromer— Brunsberg
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© Günter Kromer— Brunsberg

Hier gefällt es mir sogar besser als gestern in der Fischbeker Heide. Endlich scheint ab und zu auch die Sonne wieder durch Wolkenlücken.

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© Günter Kromer— Brunsberg
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© Günter Kromer— Brunsberg

Weiter geht es durch den Wald, aber bald darauf erreiche ich beim Pferdekopf bereits die nächste schöne Heidelandschaft. Auch hier fotografiere ich sehr viel.

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© Günter Kromer— Pferdekopf
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© Günter Kromer— Pferdekopf
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© Günter Kromer

Das Warten auf Sonnenschein kostet bei den wenigen Wolkenlücken Zeit, aber ich habe es ja nicht eilig.

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© Günter Kromer— Pferdekopf

Wald, Wiesen, Felder und weitere, kleine Heidegebiete wechseln sich nun ab. Durch einen urigen Wald geht es am sumpfigen Ufer der Seeve entlang.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Seeve

Plötzlich höre ich weit vor mir ein Rauschen im Wald. Schnell setze ich den Rucksack ab, hole meine Regenjacke heraus, ziehe den Regenschutz über das Gepäck, schon hat mich die Starkregenfront erreicht.
Eine halbe Stunde später hört der Regen auf. Es fasziniert mich immer wieder, wie sehr sich die Gerüche in einer Landschaft nach kurzem Regen ändern.

Ein Betonplattenweg führt nach Wesel. Hier erklärt eine Infotafel, dass das „Hexenhäuschen“ einst das Backhaus des Dorfes gewesen war.

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© Günter Kromer— "Hexenhäuschen" in Wesel

Bei leichtem Regen komme ich an einigen Fischteichen vorbei.

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© Günter Kromer— Fischteiche bei Wesel

Dann gefallen mir die paar Kilometer durch die Weseler Heide sehr gut.

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© Günter Kromer— Weseler Heide
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© Günter Kromer— Weseler Heide
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© Günter Kromer— Weseler Heide

Schließlich erreiche ich Undeloh. Hier stehen viele alte und wunderschöne Häuser im für diese Region typischen Stil. Restaurants und Cafés mit schönen Terrassen bieten bei schönem Wetter gute Gelegenheit, den Abend an der frischen Luft ausklingen zu lassen.
Wie auch in einigen anderen Dörfern am Heidschnuckenweg steht hier eine viele Jahrhunderte alte Feldsteinkirche mit freistehenden hölzernen Glockenturm.

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© Günter Kromer— Undeloh
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© Günter Kromer— Undeloh

28.8.18 Undeloh - Behringen 22 km

Heute führt der größte Teil der Strecke über Heide oder ähnliche offene Flächen. Nur die letzten paar hundert Meter kann man als Verbindungsstück bezeichnen, der Rest ist ungetrübter Wandergenuss.
Schon gleich am Ortsrand von Undeloh beginnt die Heide.

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© Günter Kromer— Undeloher Heide
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© Günter Kromer— Undeloher Heide
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© Günter Kromer— Undeloher Heide
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© Günter Kromer— Undeloher Heide
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© Günter Kromer— Undeloher Heide

Darauf folgt Heide, Heide und wieder Heide. Es ist eine Freude, hier zu wandern und zu fotografieren.

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© Günter Kromer— Wilseder Heide
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© Günter Kromer— Wilseder Heide
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© Günter Kromer— Wilseder Heide
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© Günter Kromer— Wilseder Heide
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© Günter Kromer— Wilseder Heide

Das autofreie Dorf Wilsede wirkt wie eine Mischung zwischen Freilichtmuseum und Freizeitpark, aber durchaus charmant und angenehm. Die Zucht von Heidschnucken lohnt sich schon seit Jahrzehnten nicht mehr und wird seither vom Staat im Sinne des Naturschutzes subventioniert.

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© Günter Kromer— Heidschnucken in Wilsede

Von Viehzucht und Landwirtschaft können die Menschen hier auch nicht besonders gut leben. Doch wenn so viele Touristen mit der Kutsche durch die Heide fahren wollen, gibt es auch hier gute Einnahmequellen. Und dass man hier die alten Gebäude besichtigen kann und darin einiges über die alten Zeiten in der Heide erfährt, finde ich auch gut.

Außerdem kann ich hier mal wieder regionale Spezialitäten essen, so wie es fest im D-Wanderer Konzept steht. In Wilsede ist natürlich Heidschnucke dran, auch wenn das manchen veganen Lesern vermutlich nicht gefällt.

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© Günter Kromer— Wilsede
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© Günter Kromer— Wilsede

Der Totengrund ist etwa einen Kilometer abseits des Heidschnuckenweges. Aber nicht nur für mich ist dies der schönste Fleck der Heide. Daher spaziere ich natürlich von Wilsede hinüber. Unterwegs komme ich an vielen mächtigen Eichen vorbei.

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© Günter Kromer

Der Totengrund gilt als eine der Keimzellen des Naturschutzes in Deutschland, denn bereits 1906 wurde dieses Gebiet von einem Privatmann gekauft, um es für die Nachwelt zu erhalten.

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© Günter Kromer— Totengrund
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© Günter Kromer— Totengrund

Der Wilseder Berg ist zwar nur 169 m hoch, aber damit immerhin der höchste Berg der norddeutschen Tiefebene. Wegen der besonders schönen Heidelandschaft ist er das unverzichtbare Herz des regionalen Tourismus und einer der Orte, die man auf jeden Fall mindestens ein Mal im Leben in Deutschland besucht haben sollte. Am besten früh morgens oder gegen Abend, denn mittags sind hier sehr viele Spaziergänger unterwegs.

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© Günter Kromer— Wilseder Berg
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© Günter Kromer— Wilseder Berg
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© Günter Kromer— Wilseder Berg

Hier ist die Heide nicht ganz so vertrocknet wie während meiner letzten Etappen. Zum aus Bildbänden gewohnten Anblick fehlen zwar auch hier viele Blüten, aber immerhin sieht es doch recht lila aus.

 

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© Günter Kromer— Wilseder Berg
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© Günter Kromer— Wilseder Berg

Nachdem ich heute sicherlich schon zwei Stunden mit Fotografieren verbracht habe, geht es nun für kurze Zeit wieder durch den Wald. In Niederhaverbek lerne ich auf der Terrasse eines Restaurants eine weitere regionale Spezialität kennen: Buchweizentorte. Aber aufgrund vieler Früchte, Sahne und Zucker merke ich kaum den Unterschied zu einem normalen Kuchenteig.

Weiter geht es durch offene, flache Landschaft mit vielen Wacholderbäumen.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Schafstall
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© Günter Kromer

In der Behringer Heide verabschiede ich mich für heute von diesen spektakulären Landschaftseindrücken. Noch zwei, drei wenig interessante Kilometer bis Behringen, dann geht ein herrlicher Wandertag zu Ende.

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© Günter Kromer— Behringer Heide

29.8.18 Behringen - Soltau 31 km

Nachdem es gestern sehr viel durch Heidelandschaft ging, führt die Route heute nur zwei mal ganz kurz durch Heide. Ich breche schon um 6:40 Uhr auf, um den angekündigten Schönwettertag voll auszunutzen. Kurz darauf stehe ich am Ufer des Brunausee, genau rechtzeitig, um zu sehen, wie die Sonne am anderen Ufer aufgeht.

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© Günter Kromer— Brunausee

Die Borsteler Kuhlen, eine Senke mit vielen schönen Wacholdersträuchern, bietet im frühen Morgenlicht einen idyllischen Anblick.

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© Günter Kromer— Borsteler Kuhlen
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© Günter Kromer— Borsteler Kuhlen

Die restliche Strecke bis Bispingen ist angenehm, aber nicht besonders interessant.

Ein paar Kilometer danach wird die Strecke wieder richtig schön. Schmale Pfade in zauberhaften Wäldern - so macht Wandern Spaß

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© Günter Kromer

Die Luhequelle war vor 100 Jahren von Heidelandschaft umgeben, heute wächst rings herum wieder hoher Wald. Die zwei Quellteiche bieten schöne Fotomotive.

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© Günter Kromer— Luhequelle

Eine Weile geht es dann durch eine mehr landwirtschaftlich genutzte Gegend. Es folgt ein kleines Heidestück mit vielen Birken, dann geht es über breite Waldwege voran.

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© Günter Kromer

Ich war in meinem ganzen Leben wohl auf keinem Wanderweg unterwegs, der so hervorragend markiert ist wie der Heidschnuckenweg. An jeder Abzweigung sieht man mindestens zwei, meist drei oder vier Markierungen. Auch zwischen den Abzweigungen zeigt uns ein weißes H immer wieder, dass wir noch auf der richtigen Route spazieren. Wer mal zehn Minuten lang kein H sieht, kann davon ausgehen, dass er unterwegs nicht aufgepasst hat und trotz perfekter Markierung etwas übersah.

Der gesamte Weg ist technisch sehr leicht zu wandern. Nur an einer einzigen Stelle wird es etwas kompliziert. In einem rund herum unversehrten Waldstück hat wohl vor kurzer Zeit ein kleiner Tornado eine etwa hundert Meter breite Schneise im Wald gespurt. Hier muss ich mich über viele Baumstämme mühen, deren Blätter noch grün sind, die also sicherlich erst vor wenigen Tagen oder Wochen vom Sturm gefällt wurden.

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© Günter Kromer
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© Günter Kromer

Über eine riesengroßen Parkplatz erreiche ich den Eingang des Heidepark Soltau - nein, kein Naturpark sondernden Freizeitpark mit vielen Achterbahnen und anderem Rummel. Nichts für mich!

Bei den schönen Teichen eines Anglervereins setze ich mich eine Weile auf eine Bank.

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© Günter Kromer

Die Grundlose Kuhle entstand, als unter der Erde ein Salzlager vom Wasser ausgewaschen wurde und dann die Höhlendecke einstürzte. Das Wasser in dieser Grube ist fünf Meter tief.

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© Günter Kromer— Grundlose Kuhle

Dann folgt der schönste Streckenabschnitt des Tages. Immer wieder führt der Weg ans Ufer der Böhme, ein hier noch sehr naturnahes Flüsschen. Mehrere idyllische Rastplätze sind ideal um nach einem schönen Wandertag die Seele baumeln zu lassen.

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© Günter Kromer— Rast an der Böhme
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© Günter Kromer
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© Günter Kromer— Böhme bei Soltau

Weniger natürlich, aber auf seine eigene Art auch schön ist der Stadtpark in Soltau. Die Fußgängerzone in Soltau bietet dagegen nichts, was man von hundert anderen Städten nicht auch kennt.

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© Günter Kromer— Park in Soltau
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© Günter Kromer— Park in Soltau

30.8.18 Soltau - Müden 32 km

Selbst der schönste Fernwanderweg kommt zwangsläufig nicht ohne Streckenabschnitte aus, die ohne besondere Reize die eigentlichen Höhepunkte verbindet. Die einzigen Motive, die einen begeisterten Fotografen wie mich heute morgen interessieren, sind bei extrem trübem Wetter der Übergang über die Große Aue, später zwei sehr kleine Moorstücke.

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© Günter Kromer— Große Aue
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© Günter Kromer— Wittenmoor
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© Günter Kromer— Wittenmoor
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© Günter Kromer— Wassertretstelle bei Wietzendorf

An der Kirche St. Jakobi führt ein Jakobsweg vorbei - wen überrascht dies? Ein Hotel in der Nähe bezeichnet sich auch als Pilgerherberge.

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© Günter Kromer— St. Jakobi in Wietzendorf

Viele Kilometer führen heute auf flachen Waldwegen, oft auch asphaltierten Straßen, kerzengerade voran. Tiefpunkt sind die 20 Minuten zwischen Truppenübungsplätzen, aus denen man dumpf Geschützdonner hört. Hier bin ich froh, dass ich meinen MP3-Player aus dem Rucksack holen kann.

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© Günter Kromer— Ein für diese Etappe typischer Anblick

Doch gegen Ende des Tages wird es dann noch einmal so richtig schön. Der Wietzer Berg ist eines der Ziele, das jeder Heidetourist besuchen will und soll. Oben wurde an einem Findling ein Denkmal für den berühmten Heidedichter Hermann Löns errichtet, ein passender Ort dafür. So schön wie hier sieht man die Kombination aus Wacholder, Birken, Eichen und Kiefern nur selten. Und selbst wenn man auf den großen Heideflächen kaum noch Heidschnucken sieht, bietet hier eine Herde auf einer umzäunten Fläche den Touristen Futter für die Kameras.

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© Günter Kromer— Heidschnucken am Wietzer Berg
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© Günter Kromer— Wietzer Berg
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© Günter Kromer— Wietzer Berg
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© Günter Kromer— Wietzer Berg

Dann erreiche ich den ausgesprochen fotogenen Ort Müden an der Örtze. Auch dieses sehr charmante Dorf wirkt fast wie ein Freilichtmuseum. Restaurants, Cafés und Hofläden laden zum draußen sitzen ein.

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© Günter Kromer— Müden

Auch ein Blick in die alte Kirche lohnt sich. Die Jugendherberge liegt zu Fuß etwa 15 Minuten abseits meiner Wanderroute südlich des Ortes im Wald.

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© Günter Kromer— Müden - St. Laurentius
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© Günter Kromer— Müden - St. Laurentius
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© Günter Kromer— Müden - St. Laurentius

31.8.18 - Müden - Hermannsburg 41 km

Für meine letzten beiden Wandertage lege ich besonders viele "offizielle" Etappen zu langen Touren zusammen. Heute breche ich erst gegen 8.30 Uhr auf. Aber da ich mir vorgenommen habe, die weniger spannenden Verbindungsstrecken zwischen den schönen Wegabschnitten zu laufen, als Training für meinen 99. und 100. Marathon im September, weiss ich, dass ich das weit entfernte Ziel dennoch nicht zu spät erreichen werde.

Am Ortsrand von Müden beginnt mal wieder ein besonders schöner Teil der Tour. Zuerst geht es am erst 1976 aufgestauten Heidesee vorbei, dann folgt ein traumhafter Pfad entlang der Örtze.

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© Günter Kromer— Heidesee
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© Günter Kromer— An der Örtze
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© Günter Kromer— Ehemaliger Bahnhof Poitzen

Auch das große Heidegebiet beim Wacholderwald nahe Faßberg begeistert mich.

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© Günter Kromer— Wacholderwald
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© Günter Kromer— Wacholderwald
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© Günter Kromer— Wacholderwald
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© Günter Kromer— Wacholderwald
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© Günter Kromer— Wacholderwald

Große und kleine Heideflächen folgen mit dichtem Abstand, dazwischen geht es durch Wald.

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© Günter Kromer

Je weiter ich nach Süden komme, desto stärker blüht die Heide. Am Haußelberg sieht es fast so aus, wie man es von Fotos aus der Heideblütezeit kennt.

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© Günter Kromer— Hausselberg
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© Günter Kromer— Hausselberg

Die Oberroher Heide ist eines der weiteren Zentren des Heidetourismus, mal wieder mit Kutschenfahrten und vielen Spaziergängern.

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© Günter Kromer— Oberoher Heide
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© Günter Kromer

Bei der Lutterloher Heide genieße ich dann wieder die Stille und Einsamkeit der Natur.

Da ich in Weesen keine für mich bezahlbare Unterkunft buchen konnte, übernachte ich 2,5 km entfernt am südlichen Ortsrand von Hermannsburg. Im Hotel Südheide erwartet man natürlich ein Restaurant mit regionaler Speisekarte. Aber hier gibt es inzwischen sehr gutes mongolisches und chinesisches Buffet, was mir auch gefällt.

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© Günter Kromer— Lutterloher Heide

1.9.18 - Hermannsburg - Celle 41 km

Heute breche ich bereits um 6.30 Uhr auf, da ich den Sonnenaufgang in der Misselhorner Heide erleben will. Die Sonne schiebt sich ohne große Farbenpracht über den Horizont, aber die Lichtstimmung ist hier sehr schön.

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© Günter Kromer— Misselhorner Heide

Was mich aber restlos begeistert sind die unglaublich vielen Spinnennetze, die überall die Heide bedecken. Normalerweise sieht man diese nicht, aber ein dünner Bodennebel benetzte sie mit Tau. Eine halbe Stunde lang krabble ich immer wieder am Boden, um diese Naturwunder am Wegesrand zu fotografieren. Welch ein traumhafter Morgen!

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© Günter Kromer— Misselhorner Heide
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© Günter Kromer— Misselhorner Heide
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© Günter Kromer— Misselhorner Heide

Ein paar weitere, kleine Heideflächen folgen.

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© Günter Kromer— Mittleres Lüßplateau
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© Günter Kromer

Kann die Heide schöner sein als am Angelbecksteich? Die Wälder um diesen Heidebereich wurden 1975 beim größten Waldbrand der Geschichte zerstört. Heute wächst hier wieder ganz normaler Wald.

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© Günter Kromer— Angelbecksteich
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© Günter Kromer— Angelbecksteich
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© Günter Kromer— Severloher Heide

Die zweite Tageshälfte führt mich mal auf schönen, angenehmen Wegen, mal auf eher langweiligen Asphaltstrecken, schnell in Richtung Celle.

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© Günter Kromer— Wildecker Teiche
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© Günter Kromer— Celle - Schloss

Die Altstadt von Celle wurde in keinem der letzten Kriege zerstört. Daher begeistert die Fußgängerzone heute mit mehreren Straßen, in denen fast lückenlos Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert stehen.

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© Günter Kromer— Celle
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© Günter Kromer— Celle
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© Günter Kromer