Januar und Februar 2019

Schwarzwald Ostweg

D-Wanderer bis km 3083

22.1.19 Schaffhausen - Stühlingen-Weizen 21 km

Der Schwarzwald Ostweg führt ca. 240 km von Pforzheim nach Schaffhausen, kann aber ebenso gut auch in umgekehrter Richtung gewandert werden. Eigentlich hatte ich den Ostweg als Abschluss meines D-Wanderer Projekts geplant. Auf dem Westweg bin ich in Pforzheim gestartet, auf dem Ostweg erreiche ich das Ziel - die Idee klang verlockend. Doch nun will ich zwei Lücken schließen, die ich in meiner Tourenplanung bisher noch offen gehalten habe. Bekanntlich organisiere ich die meisten Übernachtungen schon viele Monate im Voraus. Dazwischen stehen aber auch einige Wochen als "Puffer", die ich bei Bedarf zur Regeneration oder für familiäre Zwecke nutzen kann, ansonsten mit kürzeren Touren fülle.

Bis zu meinem Doppelspiel beim Rothaarsteig und Harzer Hexenstieg reicht mir die Zeit nicht für den gesamten Ostweg, zumal ich am 25. einen dringenden Termin zuhause habe, aber einige Etappen passen, der Rest folgt dann im Februar.

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© Günter Kromer

Wohl jeder Ostweg-Wanderer besichtigt auch den berühmten Rheinfall. Dieser ist allerdings etwas mehr als drei Kilometer von der Strecke entfernt. Am Morgen fahre ich vom Bahnhof mit dem Bus zum Rheinfall und zurück. Danach besichtige ich 1,5 Stunden lang die sehr sehenswerte Altstadt von Schaffhausen.

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Insgesamt ist der Ostweg recht gut markiert, aber im Gegensatz zum Westweg gibt es zumindest in meiner Marschrichtung etwas mehr Lücken. Eine Wanderkarte oder den GPS-Track sollte man auf jeden Fall mitnehmen. Wer im Winter wandert muss auch berücksichtigen, dass an so kalten Tagen wie in dieser Woche die Akkus des GPS-Empfängers versagen.

Die erste Etappe führt fast komplett durch die Schweiz. Die klassische Ostweg-Markierung sieht man hier nur ganz selten, die gelben Markierungen der Schweiz reichen nicht ganz aus, um leicht aus Schaffhausen heraus zu finden.

Nach etwa 1,5 Stunden bin ich endlich oberhalb der Schneegrenze.

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Die eisige Kälte hat gemeinsam mit dem Hochnebel den Wald in ein mit Milliarden Eiskristallen geschmücktes Zauberreich verwandelt. Welch ein Vergnügen, hier zu wandern! Und wie an einem trüben Dienstagmittag nicht anders zu erwarten habe ich diese Märchenwelt ganz für mich alleine.

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Ich fotografiere diese Kristallwunder so oft, dass ich kaum voran komme. Allzu lange darf ich bei der Temperatur die Handschuhe aber nicht ausziehen.

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Bei schönem Wetter sieht man vom Randenturm die Alpen. Heute verzichte ich auf die Turmbesteigung und genieße unten den Zauberwald.

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Viel zu früh bin ich dann wieder unterhalb der Schneegrenze.

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23.1.19 Stühlingen-Weizen - Geisingen 33 km

Wie meistens im Winter starte ich schon vor Sonnenaufgang. Die ersten Kilometer sind angenehm, aber nicht besonders fotogen. Dies ändert sich schlagartig, als ich das Ufer der Wutach erreiche. Ab der Stelle, an der eine Brücke über einen Bach führt, macht mir die Strecke sehr viel Spaß.

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Im Winter muss man bei langen Wanderstrecken einplanen, dass je nach aktuellen Streckenverhältnissen manche Abschnitte nicht begehbar sind. Daher hatte ich auch felsenfest damit gerechnet, dass ich nun statt dem Ostweg zu folgen, der hier ebenso wie der beliebte Schluchtensteig durch die Wutachflühen führt, die leichte Variante auf dem breiten, flachen Forstweg unten im Tal nehmen muss.

Doch heute ist der schmale Pfad zu 99 % schnee- und eisfrei und kann problemlos begangen werden. Dies freut mich sehr, denn die Wutachflühen sind einer der Höhepunkte am Ostweg.

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Die Warnschilder, dass man hier gute Schuhe und Trittsicherheit braucht und dass der Pfad bei Schnee oder Eis nicht begangen werden kann, sind durchaus berechtigt. Selbst für erfahrene und sehr trittsichere Wanderer wäre diese Route bei Schnee sehr lebensgefährlich. Der Pfad ist oft nur fußbreit, daneben geht es an einigen Stellen ungesichert fast senkrecht in die Tiefe.

 

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Heute kann ich aber völlig problemlos hier wandern. Und im Gegensatz zu manchen Sommerwochenenden, an denen sich die Wanderer hier fast drängen und an den Engstellen den Gegenverkehr abwarten müssen, genieße ich absolute Stille. Außerdem sind die gefrorenen Wasserfälle recht reizvoll.

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Achdorf liegt heute deutlich unter der Schneegrenze.

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Doch bald knirscht wieder fester Harschschnee unter meinen Schuhen. Und ganz langsam dringt auch immer mehr Sonnenschein durch den Hochnebel.

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Nachdem mir schon gestern die Eiskristalle an den Bäumen sehr gut gefielen, übertrifft das Eisparadies heute den Vortag sogar noch. Welch traumhaft schöner Wandertag! Ich bedauere die Leute, die wegen der Kälte und dem Hochnebel an solchen Tagen zuhause bleiben. Sie ahnen nicht, was sie verpassen.

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Vor einer Hütte zeigt eine Tafel, dass man hier bei entsprechender Witterung einen herrlichen Panoramablick auf die Alpen genießen kann. Heute verdeckt natürlich der Nebel die Fernsicht. Aber über mir setzt sich inzwischen blauer Himmel und Sonnenschein durch und beleuchtet die vereisten Bäume. Die Alpen habe ich schon oft genug gesehen, da ist mir der gefrorene Hochnebel lieber.

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Eine Weile geht es nun über etwas flachere Hügel über fast baumlose Felder. An manchen Stellen ist der Weg leicht vereist.

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Zwischendurch muss ich mir meinen Weg auch selbst spuren. Durch die wenigen Fußabdrücke der Wanderer vor mir komme ich schwerer voran als wenn ich daneben durch den Schnee gehe.

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© Günter Kromer

Und wieder geht es hinauf in den herrlich winterlichen Wald.

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Zwischendurch komme ich nur ganz langsam voran, da ich bei jedem Schritt bis zu zehn Zentimeter tief einsinke.

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Aber die meisten Streckenabschnitte führen über Wege, auf denen Forstfahrzeuge oder viele Spaziergänger den Boden schon gut befestigt haben.

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Bei Gutmadingen überquere ich die Donau. Fünf Kilometer später erreiche ich Geisingen, mein heutiges Etappenziel. Mit dem Bus fahre ich zu meiner einige Kilometer vom Ostweg entfernten Unterkunft.

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© Günter Kromer— Gutmadingen

24.1.19 Geisingen - Villingen 33 km

Man kann oft viel Geld sparen, wenn man nicht direkt an der Strecke übernachtet, sondern auch abseits nach günstigen Unterkünften sucht. Heute führt dies aber zu einem verzögerten Start. Schon um 7:20 stehe ich an der Bushaltestelle. Doch der im Fahrplan angekündigte Bus kommt nicht. Auch der nächste taucht 20 Minuten später nicht auf. Ich will bei dem Busunternehmen anrufen, doch dort läuft nur "Zur Zeit sind alle Leitungen besetzt". Ausgerechnet heute ist der kälteste Tag des Monats. Bei einigen Grad unter Null fühlen sich meine Füße allmählich wie Eisklumpen an. Unterwegs friere ich dank sehr guter Ausrüstung nie, aber 42 Minuten in der Kälte stehen ist zu viel.

Endlich kommt der Bus. Wegen einem Unfall sind alle Straßen rund um Geisingen komplett blockiert. Daher dauert auch die Fahrt viel länger als normal. Mit mehr als einer Stunde Verspätung starte ich dann diese lange Etappe und bin gespannt, ob ich noch bei Tageslicht in Villingen ankommen werde.

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© Günter Kromer

Wieder geht es mal durch Wald, mal über Felder. Ein paar Kilometer lege ich wegen dem Schnee nur im 1 km/h Tempo zurück, andere Abschnitte ziehe ich heute mit bis zu 6,5 km/h im Speed-Walking Tempo durch. Auf einem weiten Feld beobachte ich einige Zeit lang einen Fuchs, der hin und her spaziert.

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© Günter Kromer

Manchmal erkenne ich die Route nur an weit entfernten Stöcken mit einer Markierung, manchmal brauche ich die Karte.

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© Günter Kromer

Ich liebe Winterwanderungen! Natürlich auch Frühling, Sommer und Herbst. Wie schön, dass es bei uns die so unterschiedlichen Jahreszeiten gibt!

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© Günter Kromer

Das Schwenninger Moos, ein großes Sumpfgebiet, in dem auch der Fluss Neckar seinen Ursprung hat, zählt für mich ebenfalls zu den Höhepunkten des Ostweg. Am liebsten würde ich hier noch viel länger verweilen, doch ich muss mich nun beeilen, damit ich noch bei Tageslicht Villingen erreiche.

Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang komme ich dort am Bahnhof an und fahre nach Hause. Morgen habe ich daheim einen dringenden Termin, daher muss ich meine Tour auf dem Ostweg unterbrechen. Mitte Februar werde ich wieder nach Villingen fahren.

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© Günter Kromer— Schwenninger Moos

14.2.19 Villingen - Aichhalden - 34 km

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© Günter Kromer— Villingen
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© Günter Kromer— Der Schweinereiter
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© Günter Kromer— Ruine Waldau
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© Günter Kromer— Schramberg
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15.2.19 Aichhalden - Freudenstadt 31 km

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© Günter Kromer— Rötenbach
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© Günter Kromer— Kloster Alpirsbach
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© Günter Kromer— Klosterkirche Alpirsbach
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© Günter Kromer— Schattenspiele
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© Günter Kromer— Freudenstadt Marktplatz

18.2.19 Freudenstadt - Altensteig 27 km

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19.2.19 Altensteig - Bad Liebenzell 33 km

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© Günter Kromer— Altensteig
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© Günter Kromer— Kurpark Bad Teinach
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© Günter Kromer— Burg Zavelstein
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© Günter Kromer— Calw
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© Günter Kromer— Hirsau - Kloster

28.1.19 Bad Liebenzell - Pforzheim 26 km

Normalerweise lege auch ich bei Etappenwanderungen die einzelnen Abschnitte in der richtigen Reihenfolge zurück. Für den Ostweg hatte ich für Januar Schaffhausen bis Villingen geplant, Villingen bis Pforzheim sollen im Februar folgen. Doch heute ist ein perfekter Tag für die Etappe Bad Liebenzell-Pforzheim, daher ziehe ich diese spontan vor.

Ich starte am Morgen im Kurpark Bad Liebenzell.

 

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© Günter Kromer— Kurpark Bad Liebenzell
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© Günter Kromer— Burg Liebenzell
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© Günter Kromer— Entlang der Nagold

Bei Hochwasser, Vereisung oder Schnee ist der Pfad durch das Monbachtal unbegehbar. Dann muss man auf einen bequemen, etwas höher führenden Weg ausweichen.

Heute ist aber das denkbar beste Wetter für eine Winterwanderung auf diesem herrlichen Streckenabschnitt. Der nächtliche Neuschnee verzaubert das Tal zu einer märchenhaften Szenerie. Da diese Schneedecke aber noch sehr dünn ist, kann man mit guten Schuhen und etwas Trittsicherheit problemlos über die vielen Steine am Ufer balancieren. Bei tiefem Schnee geht das nicht.

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© Günter Kromer

Mehrmals überquert man auf Steinen das Bachbett.

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© Günter Kromer

Wieder wechselt die Route mehrfach zwischen Wald und Feld. Inzwischen schneit es immer stärker. Dicke Flocken wirbeln vom Himmel. Welch ein schöner Wandertag!

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© Günter Kromer— Burg Steinegg
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© Günter Kromer— Burg Liebeneck

Gegen Ende der Wanderung führt der Weg einige Kilometer am Ufer der Würm entlang.

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© Günter Kromer

Dann erreiche ich beim Kupferhammer in Pforzheim das Portal, an dem Westweg, Mittelweg und Ostweg beginnen - oder je nach Marschrichtung enden.

Hier begann vor etwas mehr als einem Jahr mein "Prolog" zum D-Wanderer Projekt. Im Dezember 2019 will ich am Ende meiner 10.000 km voraussichtlich die letzte Etappe auf dem Mittelweg gemeinsam mit Freunden wandern und erneut hier ankommen.

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