Naturschutzgebiet Altrhein Neuburgweier
Ausführliche Informationen zu meinem Fotoprojekt "Naturschutzgebiete im Landkreis Karlsruhe" stehen am Ende dieses Kapitels.
Der größte Teil des knapp 120 Hektar große Naturschutzgebietes Altrhein Neuburgweier liegt im Bereich einer ehemaligen Rheinschlinge, die teilweise für den Kiesabbau ausgebaggert wurde.
Das Naturschutzgebiet gliedert sich in drei räumlich getrennte Bereiche. Der größere Teil umschließt Auwälder zwischen Rhein und Hochwasserdamm sowie den auf der anderen Seite des Dammes liegenden Fermasee und seine Umgebung. Ein Teil ist südlich der zur Rheinfähre führenden Straße und grenzt an das NSG Bremengrund. Dazu kommt noch eine ganz kleine Fläche bei den Lettenlöchern. Auf den Informationstafeln und in der Broschüre ist nur der nördliche Teil eingezeichnet.
Ein großer Teil eines ehemaligen Altrheinarms wurde durch Kiesabbau in einen großen See verwandelt. Vom Altrheinarm blieb nur etwa 500 m langer Abschnitt im Norden des Sees übrig. Im Süden des Fermasee gibt es einen kleinen Badebereich, der Rest steht unter Naturschutz und lässt heute den künstlichen Ursprung kaum noch ahnen.
Von zwei gegenüberliegenden Beobachtungsplattformen blickt man über die Wasserfläche.
An einem Nachmittag im Winter schwimmen hier besonders viele Wasservögel so dicht gedrängt, dass sie manchmal mit dem Schnabel nach ihren Nachbarn hacken. Ich sehe sehr viele Reiherenten, einige Blässhühner und Stockenten, wenige Höckerschwäne, dazwischen aber auch zwei Kolbenenten, zwei Schellenten, fünf Tafelenten und einige Schnatterenten.
An der Bellenkopfschließe gibt es unter dem Damm eine Verbindung zwischen dem abgeschnittenen Altrheinarm und dem Altrheinarm beim Bellenkopf.
Zwischen dem heutigen Hochwasserdamm und dem Rhein liegt der Auwald am Bellenkopf. Bei Hochwasser ist der Verbindungsweg überschwemmt.
Zum Naturschutzgebiet zählt auch der einst für die Westwall-Befestigung gebaute "Tankgraben", der heute ebenfalls vielen Pflanzen und Tieren einen wichtigen Lebensraum bietet.
Hier leben mehrere Libellenarten. Einmal beobachte ich lange Zeit die Eiablage der Hufeisen-Azurjungfern.
Manchmal sieht man hier auch einige Schmuckschildkröten. Diese sind keine einheimische Art, sondern wurden irgendwann von Menschen ausgesetzt.
Auch ein schmaler Streifen am alten Hochwasserdamm gehört zum Naturschutzgebiet.
Die Hochwasserdämme sind zwar kein ursprünglich natürlicher Lebensraum, dienen heute aber vielen Pflanzen- und Tierarten als Ersatz für die früheren Uferböschungen.
Auch verschiedene Bienenarten wie z.B. die Riesen-Blutbiene leben am Damm.
Ein kleinerer Bereich des Naturschutzgebiets befindet sich zwischen dem Yachthafen bei der Rheinfähre und dem Hochwasserdamm.
Der Auer Altrhein bildet die Grenze zum Naturschutzgebiet Bremengrund, das zum Landkreis Rastatt gehört.
Bei niedrigem Wasserstand kann man auf einem befestigten Weg an der Furt ins Naturschutzgebiet Bremengrund spazieren, aber ab oberem Mittelwasser ist dieser überflutet.
Am Ortsrand von Neuburgweier stehen die Lettenlöcher unter Naturschutz. Auf diese ehemaligen Tongruben kann man aber nur an einer Stelle von der Straße aus schauen, der Rest ist weiträumig eingezäunt.
Die südlich an den Fermasee anschließenden Streuobstwiesen stehen zwar nicht unter Naturschutz, aber auch hier lohnt es sich ein Spaziergang mit aufmerksamem Blick an den Wegrand.
Für mein Fotoprojekt "Naturschutzgebiete in Karlsruhe und im Landkreis Karlsruhe" bin ich seit Frühling 2025 mehrmals pro Monat mit der Kamera unterwegs.
Ich fotografiere ausschließlich von den öffentlich zugänglichen Wegen und zeige die Natur so, wie sie jeder Besucher sehen kann, der aufmerksam unterwegs ist und ein gutes Fernglas oder Spektiv dabei hat. Natürlich sollte niemand erwarten, alle hier gezeigten Pflanzen und Tiere gleich bei einem einzigen Spaziergang zu entdecken. Da man manche für den Schutzstatus wichtigen Pflanzen oder Tiere nicht vom Wanderweg aus sehen kann, verzichte ich auf diese Motive.
Da ich ein Laie bin und die meisten Arten nicht selbst bestimmen kann, nutze ich dafür verschiedene Bücher und Apps, seit November vor allem die Seite observation.org. Irrtümer korrigiere ich nach entsprechenden Hinweisen gerne.
Ich will diesen Überlick so leichtverständlich wie möglich gestalten und verzichte daher auf umfangreiche und allzu fachspezifische Beschreibungen der kompletten Fauna und Flora dieser Gebiete.
Mit diesem Projekt will ich dazu anregen, auch völlig unabhängig von der hier fotografierten Region die Natur in der eigenen Heimat bewusst und intensiv zu erkunden, anstatt immer nur in die Ferne zu reisen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Naturschutz nur dann politisch eine Zukunft hat, wenn möglichst viele Leute am Erhalt bedrohter Lebensräume interessiert sind.
Die 24 Kapitel zu meinem 2020 bis 2023 erstellten Rheinauen-Blog stehen hinter den Kapiteln zu den Naturschutzgebieten.
Meine 2022 bis 2024 erstellten 12 Kapitel zum Nationalpark Schwarzwald stehen unter "Sonstige Wanderungen".
Infos zur möglichen Erweiterung vom Landkreis Karlsruhe auf den gesamten Regierungsbezirk Karlsruhe sowie zu meinen Rheinauen-Filmen auf YouTube stehen in der Rubrik "Aktuelles".



